Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1945 (6.2.1962)
- Date
- 1962-02-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYRREDON 2190 — P iza. Lx JfeMjcut&Jsha&UieL T. E. 8 3-2813 Bemerkung zu einem Film Oll GUSTAVE C. SALOMON Afto XXIII. BUENOS AIRES. MARTES 6 DE FEBRERO DE 1962 No. 1945 ' Eine Brigade fuer den Frieden Herr Anthony Brooke, auf dessen Initiative in den er-; sten J anuartagen in Beirut j die „Friedens-Brigade” gegründet wurde, hat Jerusa-! lern einen Besuch abgestatj tet. Dies wäre nicht weiter 1 Bemerkenswert, wenn nicht j einer der Förderer dieser | Idee daran gehindert worj den wäre, an der Konferenz teilzunehmen, und wenn diej ser Mann nicht ein Israeli,; nämlich Prof. Martin Buber i gewesen wäre. Dem ist noch; hinzuzufügen, dass Prof. Bu- ] ber inzwischen darum er-j sucht hat, dass sein Name aus der Liste der Gründer j entfernt wird, zu denen be-1 kannte Persönlichkeiten aus ' USA, wie Martin Luther King, Clarence Picket und; Dorothy D*y gehören. \ Ueber die Ziele der Bri-' gade befragt, erklärte Broo-; ke, es handele sich um eij nen „neuartigen Versuch zuc ' Sicherung des Friedens”. Die Brigade sei „unbewaffnet, unabhängig und stehe ausserhalb des Kalten Krieges”. Ihre freiwilligen Mitglieder sollen nach Ghandis Prinzip, keine Gewalt anzuj wenden, geschult' werden, j um dort, wo Konflikte ausj brechen, für deren friedli-1 che Beilegung zu arbeiten. | Als in Israel bekannt wurde, dass die Abhaltung der Konferenz im Libanon geplant war, wurde Prof. Buber gefragt, ob er glaube, die libanesischen Behörden würden die Einreise eines Israeli gestatten. Prof. Buber erklärte, dies sei ihm mitgeteilt worden, doch ha-' be er sich vorsichtshalber . an die Vorbereitende Kom-! mission in London gewandt; und um eine Auskunft hierj über gebeten. In der Ant-1 wort hiess es, seiner Reise nach Beirut stehe nichts entgegen, und er solle sich , an die libanesischen Behörden wenden, um ein Visum | zu erlangen. In dem Brief j wurde Prof. Buber zwar nicht angegeben, wie er dies; tun solle, nämlich aus dem einfachen Grunde, weil es für einen Israeli keinen Weg hierzu gibt. J Nachdem Professor Buber kein Einreisevisum erhalten ' konnte, ersuchte er um die ( Entfernung seines Namens von der Gründerliste. | Die Journalisten fragten Herrn Brooke, ob all dies | mit den hohen Zielen der „Brigade” im Einklang stej he, worauf er entgegnete,; es tue ihm sehr leid, dass i die Dinge sich so „entwik-! kelt” hätten. Hatte er wirkj lieh geglaubt, dass der Li-' banon die Einreise eines Is-; raeli mit einem israelischen I Pass erlauben würde? Nun,! diese Angelegenheit habe in WIE ICH ES SEHE- ES WAR VOR 29 JAHREN «»n JEHUDA G0TTHE1MER Harry Graf Kessler schrieb am 31. Dezember 1931 die folgenden Worte in sein Pariser Tagebuch: „Trauriges Sylvester, Ende eines katastrophalen Jahres und Beginn eines voraussichtlich noch katastrophaleren . . . noch vor Mitternacht ins Bett, da in trübster Stimmung.” Der Graf hat in Vorahnung des Geschehens das Richtige getroffen. Das Jahr 1932 wurde zum Krisen- und Setficksalsjahr nicht nur eies Landes oder eines Volkes, .sondern der ganzen Menschheit. Und dann kam der Umbruch, der Lawinensturz. die Katastrophe und das Chaos: vor wenigen Tagen jährte sich zum 29. Male der düstere 30. Januar, an dem der Marsch ins Unheil begann. Sehr wenige nehmen noch von diesem Datum Notiz. Dabei herrschte damals eine ungeheure Erregung. Alle spürten, sieh an einer Wende zu befinden. Alle trugen eine Unruhe zur Schau, die sich schnell auf Europa übertragen sollte. Man soll nicht zu vieler „historischer” Daten gedenken. Man soll auch mit der Bezeichnung „historischer Tag” oder „historisches Ereignis” sehr vorsichtig umgehen. Zu leicht erhalten solche Worte einen phrasenhaften Beiklang oder verlieren durch eine zu häufige Benutzung ihren wirklich! ernsten und gewichtigen Charakter. Jeder Augenblick hat in einem gewissen Sinn I historische Bedeutung. Nur selten wissen wir im vorhinein die Wichtigkeit des Geschehens abzumessen. Dass dieser 30. Januar 1933 eine Tiefenwirkung auslösen j würde, war wohl den mei- | sten klar. Es besteht ein besonderer \ Anlass, uns die Geschehnisse j um den 30. Januar 1933, 1 den schauderhaften Tag der | „Machtergreifung” Hitlers, heute in die Erinnerung zu-! riiekzurufen. Irgendetwas : müssten auch wir aus unsej rer eigenen, selbst erlebten | Vergangenheit lernen. Und : es gibt Grund genug, hierzu! den Entschluss zu fassen. | Wir wollen hier nicht einmal mehr feststellen, welche Bedeutung dieses Datum für die Weltgeschichte gehabt hat und welchen Einfluss es auf das Leben des ganzen jüdischen Volkes ausübte Hiermit begann die von den Deutschen und nicht nur von ihnen - bis heute nicht überwundene Vergangenheit, jene Zeit des Durcheinanders, d erVernichtung allen dessen, was bis zu diesem 30. Januar 1933 wichtig, wertvoll und heilig war. Damals begann die systematische Zerstörung des Lebens, die Umkehrung der Begriffe, die bewusste Durchbrechung aller bis dahin gültigen ethi- Berufung im Eichmann-Prozess Jerusalem. — Der Präsident des Obersten Gerichtshofes von Israel, Jizchak Olshan, hat mit dem Studium der im Eichmann-Prozess gegen das Todesurteil ein gereichten Berufung begonnen. Das betreffende Schriftstück gelangte am vergangenen Wochenende in den Besitz von Oberrichter Olshan, der nunmehr seinen Entscheid über die Zusammensetzung des Appellationsgerichts, welche aus 5 bis 7 Richtern bestehen dürfte, bekanntgeben und das Datum der Gerichtsverhandlung für die nächsten Tage festsetzen wird. Wie es heisst, wird in der Berufung die Kompe tenz der Gerichtsbarkeit Israels in diesem Fall bestritte« und behauptet, dass die Entführung Eichmanns , au» Argentinien dem internationalen Gesetz zuwider- $" äuft. In den kommenden Tagen ist Dr. Servatius getaiten, eine detaillierte Klage einzureichen, welche 1 dl« Basi* tttr die Verteidigung bilden wird. (ITA> sehen Prinzipien, moralischen Vorstellungen und menschlichen Wertungen und Werte. In dieser tragi-komischen Machtergreifung, an die selbst die Nazis zunächst nicht glauben wollten, haben wir den Beginn der totalen Veränderung der wirtschaftlichen, politischen und in mancher Hinsicht auch geistigne Orientierung aller Nationen zu sehen. Hier begann jene Bewegung, die zur totalen Vernichtung führte, die in Europa keinen Stein auf dem anderen liess, die zu einer Völkervernichtung und Völkerwanderung führte, wie sie nur noch aus den ältesten Zeiten in etwas sagenhaften Formen bekannt sind. Alle diese und andere Faktoren rechtfertigen allein, dass man dieses unglückseligen Tages gedenkt, und sei es nur mit den Worten: heute sind es nun 29 Jahre her, dass die Nazis zur Macht kamen... Hier sollen nicht die historischen Perspektiven autgeroltt werden, sondern ausschliesslich die persönliche Seite dieser dezidierenden, für uns Schicksal und Leben entscheidenden Begebenheiten behandelt werden. Die Fragestellung, die hier erörtert wird, ist klar umgrenzt. Wir wollen nicht die Frage beantworten, was hat dieser Tag für unser Leben bedeutet, — das ist eine objektive Frage, eine historische Betrachtung, eine wissenschaftliche Ueberlegung. Wir fragen vielmehr: wie haben wir, die Juden, auf diese Tag reagiert, wie haben wir zg den Ereignissen Stellung bezogen, wie haben wir uns vorbereitet, wie haben wir geantwortet, wir als Gemeinschaft und wir als Einzelne. Diese Frage Ist nicht immer angenehm. Wir müssen Selbstkritik üben, wir müssen irgendwie zu uns selbst Stellung nehmen. Bekanntlich ist es viel einfacher, die Fehler der anderen a.ls die eigenen Irrtiimer zu erkennen. Nach 29 Jahren haben wir auch schon eine gewisse Distanz gefunden, wir hatten Zeit zum Nachdenken, zur Ue- Händen des Vorbereitenden Comités gelegen . . . Und warum wurde gerade Beirut! als Sitz der Konferenz ge-1 wählt? Anscheinend war dies eine Frage der „Bequemlichkeit”, die sich dem; Comité bot, so dass grosse- \ re Kosten vermieden wer- ’ den konnten. | Die Interviewer wollten : Herrn Brooke nicht allzu ’ sehr in die Enge treiben, j den sonst hätten sie ihn fra-; gen müssen, warum eine j Organisation, die Frieden : und Brüderlichkeit predigt, j aus Budgetgründen dem von j ihr verkündeten Prinzip zuwiderhandeln und ihre konstituierende Konferenz mit dem Stigma der Diskrimination abhalten konnte. Sie , gaben Herrn Brooke nur zu ■ bedenken, dass eine Konfe- * renz zur Gründung eines \ Weltfriedens - Korps zumindest in einem Land hätte : stattfinden sollen, das willens ist, mit seinen eigenen 1 Nachbarn in Frieden zu leben.! Wie es heisst, ist Herr , Brooke während seines Aufenthaltes in Israel mit Prof. , Buber zusammengetroffen; und hat ihn ersucht, sich; wieder als Förderer der; Friedens-Brigade einzutragen. Buber zeigte sich nicht! abgeneigt, doch stellte er die; Bedingung, es müsse vorj erst der Beschluss gefasst; werden, dass in Zukunft keine Konferenz in Ländern; einberufen werden dürfe,! die gegen irgendein anderes ’ Land oder dessen Bürger. diskriminatorische Prakti-! ken anwenden. j Ueber die Erfolg der Konferenz in Beirut war Herr Brooke selbst sichtlich im ungewissen. Seinen Aeussei rungen war ausser einem ehrlichen Enthusiasmus für . die Idee des Friedens wenig Konkretes über die Verwirklichung dieses Ziels zu entnehmen. i Die Ausführungen, die von Dr. W. in der letzten Ausgabe der. Jüdischen Wochenschau über den Film „Nürnberger Prozess” gemacht worden sind, halte ich in einigen Punkten für ergänzenswert. Gewiss handelt es sich um eine hervorragende filmische und schauspielerische Leistung. Ob sich aber dieses Thema zur Vorführung auf der Leinwand eignet, erscheint mir zweifelhaft. Unwillkürlich muss es zu einer Verallgemeinerung und Vereinfachung der schweren Probleme kommen, die nach dem Abschluss der Prozesse mit dem Wiederaufblühen der deutschen Bundesrepublik prompt auftauchten. Der amerikanische Kommandant, der die Bedrohung Berlins durch die Russen, die den Zugang zur Stadt nur aus der Luft offen gelassen hatten, militärisch abwehren muss, spricht eine deutliche Sprache. Er sagt, dass der Westen die Deutschen zur Abwehr der kommunistischen Gefahr gebraucht. Deswegen darfman sie nicht verärgern, indem man die Kriegsverbrecher aburteilt, wodurch schliesslich das Urteil über das Verhalten des ganzen deutschen Volkes oder seiner überwiegenden Mehrheit gefällt werde. Diese Ueberlegungen, die lange nach diesem Berliner Zwischenfall im Film wieder aufgeworfen werden, charakterisieren die Situation sehr gut. Die Behandlung der Kriegsverbrechen erfolgte jedenfalls von einem bestimmten Zeitpunkt ab unter politischen und nicht mehr unter juristischen Gesichtspunkten. Sonst hätten diese Prozes» se fortgesetzt werden müssen. Auch die Begnadigung fast aller Kriegsverbrecher lange vor der Verbüssung der Strafe war ein politischer und kein rechtlicher Akt, der zu dieser Diskussion ermuntert. Wenn Kriegsverbrecher wegen unvorstellbarer Taten zu lebenslänglichem Ker Ter verurteilt, dann aber — aus politischen Gründen — nach drei, vier oder fünf Jahren begnadigt werden, so stellt die verhängte Strafe zwar das rechte Strafmass dar, die abgebüsste Strafe dagegen lässt die Schwere der Verbrechen vergessen und untergräbt erneut das Rechtsbewusstsein der Bevölkerung. Insoweit ist das Ergebnis des Films begrüssenswert und richtig: jeder soll wissen, dass man nicht morden und rauben darf, auch wenn man die Macht hierzu hat. Für mich war es eine Bestätigung zu sehen, wie die Deutsehen in diesem Film auf die Prozesse reagierten: das alles haben wir nicht gewusst; wir, ja wir sind unschuldig. Besonders deutlich machte das die Generalswitwe, die ausserdem noch beleidigt war, dass die Verantwortlichen bestraft worden sind. Sie wollte den Richter beeinflussen. Vielleicht war sie das aus früherer Zeit gewöhnt, wir wissen es nicht. Aber sie blieb bei der These, dass ihr Mann nur Berufssoldat war und seine Pfiicnt getan habe. Und wie ihr Mann es gehalten habe, so hätten die anderen auch gehandelt. Und ob der Richter, der Gefallen an dieser Frau gefunden hatte, wirklich glauree, dass sie und die anderen solch schrecklicher Taten fähig wären. Und so weiter... So entstand die Legende, dass die Nazis die Bösen, die Deutschen aber unschuldig gewesen wären. Man gewinnt überhaupt den Eindruck, dass dies alles nur am Rande geschah, die Verbrechen an den Millionen, die Schreckenslager, die Morde, die Ausplünderungen. Dabei hat das Naziregime auf allen gelastet. Jeder wurde zum Verräter am anderen. Kinder haben ihre Eitern denunziert, man bespitzelte sich gegenseiitg, man hatte Angst vor jedem und allem. Auch das ist vergessen. Vielleicht konnte der Film nicht das zeigen, wie er nicht alles bringen konnte. Aber das gehört auch dazu, die Verhetzung .gegen andere Völker, gegen die Engländer und Franzosen, gegen andere Staatsmänner. Roosevelt oder Churchill, die Verhöhnung der Ueberfallenen. der Opfer, der Gefangenen und der Geiseln. Die furchtbaren Bilder aus den KZ boten nur einen Ausschnitt, einen ganz kleinen, kurzen, vorübergehenden Einblick in das wahre, grausige Geschehen, das zwar den Hintergrund dieses Filmes, nicht aber sein eigentliches Thema gebildet hat. Aber man muss dieses Geschehen kennen, wenn man über die Nürnberger Prozesse sein eigenes Urteil finden will. berpriifung, zur Selbstkontrolle. Wir sind — nach 29 Jahren — auch in der Lage, die Konsequenzen zu überblicken, die dieser Tag für uns alle und für jeden von uns gebracht hat. Die Eindrücke sind nicht mehr neu, die Wunden nicht mehr frisch, obwohl sie niemals heilen mögen, das Erlebte ist nicht mehr so unmittelbar, um ein Urteil oder eine Meinungsbildung unmöglich zu machen. Die Juden haben es nicht glauben wollen, dass es zu dieser Entwicklung kommen werde. Niemand hat vermuten können, dass es eines Tages mitten im zwanzigsten Jahrhundert Gaskammern geben werde. Niemand konnte ahnen, dass ei-; ne deutsche Regierung ein j systematisches Ausrottungsprogramm für Millionen Menschen vorbereitet und durchführen werde, ein Proj gramm, das nicht allein Ju- 1 den, sondern eine ganze Rei-1 he anderer Völker umfasste, um den Ostraum fiir die deutsche Kolonisation freij ztimachen. In den Jahren nach dem nazistischen Zuj sammenbrueh hat man sich nach zögernden Anfängen! mit Gründlichkeit und Eifer der Erforschung der Zeitge-1 schichte zugewandt und , manche Zusammenhänge aufgedeckt, Dokumentationen gefunden, Tatsachen festgestellt und Querverbindungen zur Kenntnis neh-; men müssen, die uns jetzt : manches anders und manf ehes klarer sehen lässt, als j dies vordem möglich gewej sen ist. Sicher ist, dass nur die wenigsten die Hitler-Be- , wegung ernst genommen haben. Erst als Hitler eine j erhebliche Stimmenzahl er- : hielt, und die NSDAP mit einer grossen Anzahl von Ab-. geordneten in den Reichstag einzog, erst dann zeigten , sich die Juden geneigt, die-1 sem abstrusen Unsinn der wirren nazistischen Behaupj tungen und Reden irgendei-! ne Aufmerksamkeit zu schenken. I Den deutschen Juden war überhaupt nur eine kurze Atempause gegönnt. Eigent-1 lieh sind sie immer verfolgt worden. Die Verfolgung war j geradezu ein Dauerzustand. | sozusagen die normalisierte; Anormalität. Geschichtlich j betrachtet, stellen die deutj sehen Juden ein interessantes psychologisches Phano-; men dar. Sie waren deutj scher als die Deutschen. Ob- 1 wohl selbst immer und ausnahmslos degradiert, zweit- I klassig behandelt und zweit-! klassig eingeordnet, trotz- \ dem manche einzelne Indij viduen sich des höchsten Ansehens und der grössten Wertschätzung erfreuten, haben sie auf „die anderen” Juden herabgesehen, für die sie eine gewisse Verantwortung fühlten, für die armen Juden aus den anderen, vor allem aus den östlichen Ländern. Dass diese Juden sowohl kulturell wie materiell garnicht schlechter als die deutschen Juden standen — wenn man von Pogromopfern absieht —, dass sie aber in politischer Hinsicht nicht schlechter gestellt waren, störte das Mitleidgefühl der deutschen Juden nicht. Dieses Mitleidgefühl war fiir die deutschen Juden ein seelisches Hilfsmittel, ihre eige- (Schluss auf beite 2t Goidmann macht Vorschlaege Casablanca. — Die Vorschläge, die Dr. Nachum Goldmann über die Lage der jüdischen Gemeinschaft in Algerien den dortigen Behörden unterbreitet hat, werden von der Provisorischen Regierung des Landes mit „grossem Interesse und Aufmerksamkeit” geprüft. Wie ein hoher Staatsbeamter mitteilte, beabsichtigt der algerische Informations-Minister Mohammed Yazid mit verantwortlichen nordamerikanischen jüdischen Führern Verhandlungen über dieses Thema einzuleiten. (ITA)