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Jüdische Wochenschau · 1962-02-02 · 1944 (2.2.1962) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1944 (2.2.1962)
Date
1962-02-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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VferBM. 2 de Febrere de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1944 — S DIE NONNE YON NESS-ZIONA Vor kurzem brachte» mehrere israelische Tages zeituagen die alarmierende Sensationsmeldung: »Oberin zieht ihren Habit aus, uns lang vermissten Bruder zu treffe»“ oder „Dominikanische Nonne aus Paris will in Israel konvertieren? “ Den Vogel schoss ein Blatt ab, das in diesem Zusammenhänge von einer „Ejm Kedoscha”, einer „heiligen Mutter“ sprach, nicht ahnend, dass es in der katholischen Hierarchie nur einen Heiligen Vater gibt, nämlich den Papst in Rom. Die „Aebtissin" Marie Sherese de la Vierge alias erda Marcus aus Berlin, so hiess es, kam vor etwa zehn Monaten nach Israel, um in Jerusalem in einem J Ulpan hebräische Studien zu treiben. Fräulein Gerda ' Marcus stammt aus Berlin j und trennte sieh dort 1934 ( von ihrem Bruder, der nach' Israel eiawanderte und jetzt j unter dem Namen Gad; Manon als I ehrer in Ness-! Ziona lebt. Gerda Marcus | wurde nach Frankreich, verschlagen und dort trat sie aus Üeberzeugung, wie | sie sagt, nicht aus Dankbarj keit gegenüber katholischen Kreisen, die sie in der Na-1 zizeit gerettet hatten — zum Katholizismus über, wurde Benediktinerin und, schliesslich Aebtissin eines Pariser Nonnenklosters. | In Israel nahm Gedra' Marcus die Suche nach ihrem Bruder selbst wieder auf, den sie durch die Verwandtensuche der Sochnut längst gesuclit hatte. Durch diebeiderseitigen Namensänderungen der Geschwister war die Suche zunächst vergeblich. In Israel fand die Schwester jedoch den Bruder wieder und zog nun zu ihm nach Ness-Ziona. von SCHALOM BEN-CHORIN dem Kloster auf immer Lebewohl sagend. „Haaretz“ verstieg sich zur Behaupr tung, — Fräulein Marcus beabsichtige „lehitgajer“, zum Judentum überzutreten, was ja halachisch gesehen ein völliger Unsinn ist, denn, wie z. B. „Jerusar lem Post“ richtig bemerkte, muss eine getaufte Jüdin nicht zum Judentum übertreten, — sondern kehrt zum Glauben ihrer Väter zurück. Das Judentum anerkennt von sich aus keine Konversion eines Juden zu einer anderen Religion, denn Jude ist man durch Geburt, nicht durch „Üeberzeugung”. Man kann nur ein guter oder ein schlechter Jude sein, aber man hört, nach jüdischer Auffassung, nie auf Jude zu sein, wenn man- „missra Avrabam“ aus .dem Samen Abrahams, geborenist. Diese „Heilstatsache“ der Geburt wäscht kein Taufwasser hinweg, übrigens auch nicht nach christlicher Auffassung, denn die Kirche definiert sieh selbst als „Kircne aus Juden und Heiden“, und die Sonderstellung des jüdischen Volkes als auserwähltes Volk wird ausdrücklich auch vom Neuen Testament anerkannt wenngleich für den Getauften, der als „neuer Mensch“ angesehen wird, individuell sein- Judentum zweitrangig wird. Auf die Sensationsmeldung. vom 13. 10. 61 erfolgte! unter „Briefen an die Re-1 daktion“ im „Haaretz“ vom i 18. 10. 61 eine lapidare Zuj schrift von Pater Bruno Hussar vom Prediger-Brüder-Orden in Jerusalem, in dem es hiess: „Angesichts des Umstandes, dass die Privatangelegenheiten von! Fräulein Gerda Marcus nur sie selbst angehen, bin ich nicht gewillt, auf die Einzelheiten der Falschmeldung einzugehen. Ich möchte nur eine Sache betonen: Fräulein Gerda Marcus hat niemals beabsichtigt, ihren katholischen Glauben wieder zu verlassen.“ Schon am 16, Oktober hatte ich an Fräulein Gerda Marcus geschrieben und um Aufklärung gebeten. Sie wurde mir aber in Jerusalem durch einen kirchlichen Repräsentanten zuteil, der erklärte, da-s Fräulein Gerda- Marcus eigentlich gar keine Nonne sei, sondern eine Tertia rer:n. Sie gehört dem Dritten Orden der Benediktinerinnen an. Tertiarier sind dem Orden an geschlossene Laien, die ohne Ablegung ae<~ Gelübde dessen fromme Uebungen z. T. auf sich nehmen, aber im weltlichen Leben verbleiben. Gerda Matcus hat also die drei ewigen Gelübde der Keuschheit, des Gehorsams und der Armut nicht abgelegt, so dass sie bestimmt nicht Oberin eines Klosters werden konnte. Sie hat aber das Recht, r.ie Ordenskleidung zu tragen, allerdings nur so lange sie in einem Konvent lebt. MALERARBEITEN Günter Stern, H. Rosenhain LEANDRO N. ALEM 2539 T. E.: 795-8710 und 740-1925 MUNRO f Teppichhaus - M. Hochberg \ ¡UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKUUPFTEN < r ► TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN , FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. '» » Eigen« Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleiehternngen 1! i MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND \[ GROESSEM. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS u MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Fräulein Marcus, . be-1 I tonte der Priester, bleibt j I vorersf bei ihrem Bruder,! | hört damit aber nicht auf, |! observante und praktizie-1 j rende Katholikin zu sein.! | Ueberstützte Meldungen, j dieser Art sind in der israe- : lischen Presse leider nicht j 1 seiten und fragen nicht da-1 zu bei, die Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan zu verbessern. Man denke etwa an den Unfug | der „Masstnbekehrungen. j von Kirjat-Gut“. Da las man j eines schö^?n Tages, dass 61 Olim-Familien in Kirjat-Gat zum Katholizismus übertreten wollen und dann natürlich das Land verlassen werde:.. Ein jerusalemer Priester gehe in Kirjat- Gat ein und aus und treibe dort das dunkle Geschäft der Prose'.ytenmacherei. Die kirchlichen Stellen, in Jerusalem bestritten diese Meldung. Daraufhin begab sich der Dozent für Vergleichende Religionswissenschaft an der Hebräischen Universität Dr. Zvi Werblowsky in seiner Eigenschaft als Sekretär des Israelischen Comités für interkonfessionelle Verständigung nach Kirjat-Gat, um dort festzustellen, dass nicht von 61 Familien, sondern eigentlich nur von einer Familie die Rede war; und auch diese Familie wollte eigentlich nicht konvertieren, sondern drohte nur LA SEMANA ISRAELITA B¿SEMANARIO INDEPENDIENTE 8«. Air«« — PUETRREDON 2190, I* i*q. - T. E. S t i 29. Schwai 5722 2. Februar 1962 so estilo hrasile o, n«mj mit einem derartigen Schritt bres celebres, un Roth-, ,}a sje;(,rer Einordnung nicht zufrieden un schild y un Bonaparte | — contador público — y , la famosa Sastrería dej Ernesto Koppel, que vis-.¡ te a célebres músicos, tenores, que exporta a Europa „fracs” de 1.000 movimientos, hechos para directores de orquesta, que durante la última guerra y postguerra enviaba trajes a campamentos de prisioneros y campos de concentración, para reencontrarse con ellos cuando llegaban a la Argentina como inmigrantes agregan profundidad y matices a esta increíble Maká, la caite más „chifiada" det centre porte&e. Diese Linien bedeuteten für Carito» eine Anerkennung der jahrelangen korrekten, Leistung im Dienste der gesamten Herrenbekleidung slinie. Tragen auch Sie Cartton- Kleiduftg, die Kleidung guie» Stil», sie ist meisterhaft goarbettet und nicht teuerer ais gewöhnliehe Kleidung. Ma&nkieidunf - Fertifkleidtttig - Herrenau*- statttmg - Staendig« Passform kantrolle Auch Junioren kaufen gerne bei Herrenbekleidung M<ápú 404 L TE. 31-7*46 NerrenauttUttwif Mo*»* 9M HL 310367 war. Dr. Werbiowsky erkundigte sich nach dem Namen des Priesters aus Jerusalem. der angeblich sein Unwesen in K'rjat-Gat trieb, und die Neueinwanderer meinten mit gutem Humor dass dies „Le- Père Noël* (der Weihnachtsmann) sei. Sie gaben auch irgendeine jerusalemcr Adresse an, die natürlich rein fiktiv war Dr. Werbiowsky veröffentlichte den Befund seiner Erkundungen und das „Israe lische Wochenblatt“ inder Schweiz druckte diesen Bericht nach. Das führte aber wiederum zu einer Entgegnung aus donigen Jeschiwa- Kreisen und das Ergebnis war, der selbst streng orthodoxe Dr. Werbiowsky, der in der Schweiz weilte, um dort am C. G. Jung-Institut Vorlesungen, zu halten wurde in einer jüdischen Pension in Lugano attakkiert, ja man ging soweit zu veranlassen, dass er nicht zur Thora aufgerufen wurde, da er der „Vernichtung jüdischer Kinder” seijie Hand biete .. Wir wissen, wie schmerzlich wir es empfinden, wenn unverstandene Halbwahrheiten und Märchen über Juden und Judentum verbreitet werden, und wir sollten unsererseits daraus lernen und christliche Fragen nur mit der nötigen Vorsicht und Sachkenntnis behandeln. Hier sei ais letztes Beispiel die antike Synagoge von Ostia angeführt, deren Entdeckung als grosse archäologische Sensation von israelischen Korrespondenten aus Rom gemeldet wurde. Bei den Arbeiten an der Via del Mare anlässlich der Eröffnung des internationalen Flughafens von Fiumincino wurden cie Reste einer antiken Synagoge gefunden. Das war bereits im März 1961. Der Oberrabiner von Rom, Dr. Elio R. j Toaff wies in seiner Jomj Kippur-Predigt auf diese! Ausgrabungen hin, die vermutlich unter Beweis stelj len, dass Juden bereits in vorchristlicher Zeit in Rom ansässig waren, eine- Tatsache, die ja längst bekannt j ist, da schon zu Cäsars Zeij ten die Juden in Rom zehn Synagogen hatten. Bereits 139 v. d. g. Z. erliess der Prätor Hispalus ein Edikt, um die jüdische Missionstätigkeit in der Metropole des! Imperiums einzuschränken, j Und nun behaupten Sensa- , tionsmeldungen in der israe-; lischen Presse, der Vatikan! habe di-e- Meldungen über | die Ausgrabungen von Ostia i unterdrücken wollen, da j dies nicht m die kirchliche j Konzeption passe. Sprecher! der Kirche in Jerusalem i machen darauf aufmerksam dass dies natürlich ein! Israelischer Besuch in Strassburg Strassburg. — Im Verlauf ihrer F rankl eich-Reise weilte eine Gruppe von israelischen Parlamentsmitgliedern auch in Strassburg. Die von David Hacohen angeführte Delegation wurde vom strassburger Oberbürgermeister Pflimlm im Rathaus empfangen. An dem Empfang nahmen auch Vertreter der Präfektur, mehrere Mitglieder des Gemeinderates sowie Grossrabfainer Deutsch, der Präsident des strassburger Konsisto. riums, Dr. Weill, und andere jüdische Persönlichkeiten teil. Strassburg wurde von David Hacohen als Bindeglied zwischen Deutschland und Frankreich und den übrigen europäischen Ländern bezeichnet. Für Israel, fügte er hinzu, sei es eine historische Aufgabe, die Brücke zwischen dem Abendland und dem Orient zu sein. — blanker Unsinn sei, da das Neue Testament seibst von der jüdisenon Gemeinde in Rom spricht. Unkenntnis der historischen Tatsachen hat hier wiederum zu einer „Ente“ geführt, die bereitwillig aufgenommen wurde und Verärgerung in den Kreisen des Vsükans auslösen muss, die keineswegs nötig war. Für IHRE FERIEN in * Bariloche, Mendoza * M. del Plata, Iguazú * Río Honda, Córdoba * Norden Argentiniens * u. Nachbarlaender: vertrauen Sie uns bitte die Zusammenstellung beliebter Ausflugsziele, Passagen- und Hotel-Reservierung, ete. an. VIAJES GLOBUS Alsina 1418, Bs. Aires Tel. 37-2660, 9142, 38-5860 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE W«ehrend der Monat« Januar und Februar Sprechstunden nur Dienstag und Mittwoch von 16 bis 18 Uhr. 4 fTelef. Auskünfte werden NICHT erteilt^ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. PUEYRRED0N 2190 «s* Av. US HERAS — J. E. 03-2613 V * hi;

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