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Jüdische Wochenschau · 1962-02-02 · 1944 (2.2.1962) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1944 (2.2.1962)
Date
1962-02-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU — Vierac$. 2 dt Frbrerti i3* J962 AB« XIII, — Ne. 1944 sei nur gesagt: [¡i, sefardischer (Schluss von Seite 1) 1 Kampfes gegen alle diejenigen. die sich diesen Terj jor - Gruppen widersetzen.; .lelzi könnten noch energische Massnahmen ergrilfen! werden. Aber es geschieht i iich dort nichts. Die deutschen Behörden haben selbst Unterlagen darüber veiölfentlicht, dass noch viele Beamte im Dienst seien, die an dem grausamen Geschehen im Dtitten Reich einen entscheidenden Anteil genommen haben. Vor allem sei ' die Polizei mit solchen Elementen durchsetzt. Man hat t'iso den Bock zum Gärtner 1 gemacht. Das Ergebnis sind die vielen Schändun gen von Friedhöfen und anderen Denkmälern, die an die Opfer de= Nazismus gemahnen. Das Ergebnis sind die spielenden Kinder . Aber unterstellen wir ein- . mal, dass es wirklich spie- I lende Kinder gewesen sind. Haben die Kinder in j Deutschland keine anderen I Spiele und keine anderen Spielplätze als jüdische Friedhöfe? Man kann sogar ■ den Standpunkt vertreten, , dass die von der Polizei ge- 1 gebene Version zp einem 1 noch härteren Urteil über! die heutigen Zustände füh-1 ren muss. Die Verrohung der Jugend ist überall zu beobachten. Aber nirgends : suchen sich die Kinder sol-1 che Objekte für ihre Roheitsakte. Viele berichten über den 1 guten Willen der deutschen Jugend, andere Wege als die j Väter zu beschreiten. Hin-1 Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219« 1* ing nachm. 16—19 Uhr dern die Väter sie etwa da-' ran? Man muss diesen Eindruck gewinnen. | - ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ . REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft - * CORRIENTES 569 ♦ T. E. 49-5850? Í 4 i i Jaime Liebling ti j S. A.; SPERRHOELZER * HOELZER| DIAZ VELEZ 5224 J; Tel.: 89 -9349. 33-9305j ♦ ♦ ♦ yw/.v-v-v.v.v-v.v. > PROPIEDADES Í > FRANKENBERG Í berät Sie kostenlos und *1! \ ¡fanverbindlich beim Kauf J*: i ¡5 oder Verkauf von •} j1 <GESCHAEFTEN ¡' '! J WOHNUNGEN j' J H A E U S E R N \ I \ / Manuela Pedraza '2930 1 i 1 Í pl. b. Dp. B I i, V T. E. 70-7244 . j' III. Servatius Eine andere Zeitungsmeldung lautet: ,.Auf einer Tagung der Katholischen Akademie in München.' unter deren 300 Teilnehmern sich mehrere Bundesrichter befanden, konnte der Kölner Rechtsanwalt Servatius eine Rechtfertigungsrede für den früheren SS-Oberst urmbannfüh rer Eiehmann halten. Servatius sagte: „Der Jerusalemer Prozess kommt mir vor wie ein Scheinkampf. Keiner weiss. was politischer Mord ist. Das Problem Eichmann ist nicht justiziabel. Hier kann keine irdische Gerechtigkeit entscheiden.“ Seinen Aeusserungen setzte Servatius die Krone auf. als er sagte: „Im Falle Eichmann ergaben sieh Situationen, in die wir alle morgen hineinkommen können“. Dieser Hinweis Servatius auf die letzten Konsequenzen einer Notstandspolitik ging den Teilnehmern allerdings zu weit. Sie quittierten die Feststellung mit dem Zwischenruf: ..Unglaublich! “ Wir aber finden unglaublich. dass man in der Katholischen Akademie Herrn Servatius die Möglichkeit bot. den Massenmörder Eiehmann in Schutz zu nehmen und zu verteidigen“. Erst vor Kurzem haben wir uns ausführlich mit einer Debatte über die Nürnberger Gerichte beschäftigt, die ebenfalls vor der katholischen Akademie in München geführt worden ist. Auch dieser Debatte lagen. Ausführungen zugrunde. die nur Unwillen hervorrufen konnten und der Verteidigung wie Glorifizierung der Nazi verbrechen in ihren letzten Konsequenzen dienten. Der Angriff gegen die Katholische Akademie ist damit dutchaus gerechtfertigt. Es bleibt nur unverständlich. dass gerade eine katholische Akademie ihre Tribüne für solche Reden freigibt. Wird sie auch die Naziprozesse gegen die katholischen Priester, gegen Mönche und Nonnen, die mit grossem Pomp abrollten, nachträglich in Schutz nehmen? Servatius hat seinen Mandanten Eiehmann in Jerusalem ruhig und mit Zurückhaltung verteidigt, wenn man von einigen Entgleisungen absieht. Was er in München gesagt hat, bleibt unverständlich. Der Jerusalemer Prozess ist kein Seheinkampf. Er ist ein Verfahren, das nach den eigenen Worten von Servatius korrekt durchgeführt worden ist. Der Prozess hat die Aufgabe, einen Angeklagten zu richten, der schwerster Verbrechen beschuldigt wurde. Ein Mann, der an der Ausrottung von Millionen mitgewirkt hat, der nach seinen eigenen Angaben die Hevdrich-Rede auf der Wannsee-Konferenz, vorbereitete, mit der die grösste Mordaktion aller Zeiten eingeleitet worden ist, soll nicht „justiziabel“ sein? Wenn ein Mann, der kraft seines Berufes verpflichtet ist, der Rechtsfindung und Rechtswahrung zu dienen, solche Meinungen zu vertreten imstande ist, dann muss man sich fragen, wie es möglich ist, dass dieser Mann in einem Rechtsstaat als Organ der Justiz zugelassen wird. Hierüber kann auch das Argument nicht hinwegtäuschen, das gar kein Argument ist, dass in einem solchen Falle wie Eiehmann „irdische Gerechtigkeit“ nicht entscheiden könne. Noch niemals war es für die irdische Gerechtigkeit so einfach, ein Urteil abzugeben. Servatius sagte auch, dass keiner wisse, was „politischer Mord“ ist. Dieses Be kenntnis enthüllt ein« traurige Situation. Mord ist und bleibt Mord, auch wenn er aus politischen Motiven begangen wird. Wortspielereien sind in Anbetracht des Grauens nicht angebracht. Das dürfte auch Servatius verstehen. Deswegen sind seine Bemerkungen erst recht eine bedauerliche Fehlleistung, über die man vor allem in Te. Aviv. — Der Oberrabbiner von Bulgarien, Ascher Hannanel, wurde zum sefardisehen Oberrabbiner von Tel Aviv ernannt. Auf Wunsch zahlreicher Israels war sein Name auf die Liste der Kandidaten gesetzt worden. Dr. Hannanel wurde kürzlich vor. einem bulgarischen Gerichtshof wegen Devisenvergehen verurteilt. In Anbetracht seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er jedoch freigelassen und durfte in seine Wohnung in Sofia zurückkehren. Schliesslich entsprach die Regierung Bulgariens der zahlreichen Ersuchen. ihm die Auswanderung zu gestatten. Das Amt des sefardisehen Obem.bbiners ist seit 1958 vakant, als der inzwiscen verstorbene Rabbiner Jaakow Toledano seinen Rücktritt einreichte. um den Posten des Ministers für religiöse Fragen anzutreten- ÜTA.i M SEMINA ISRAELITA! Eisern an ario — aparece les Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Puevrredón 2190, 1? jsq T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: í IbO.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl.! selbst nicht einfach Weggehen sollte. IV. fentlichungen gehört, be-1 zeichnet diesen Vorgang als j einen neuen Fall Eisele. j Wie erinnerlich, wurde dem Dr. Eisele. einem KZ-Arzt j und Menschenschinder, von den bayerischen Justizbej hörden zur Flucht verhol-; fen, was später — nachdem \ er weg war — festgestellt j worden ist. Dr. Eisele ge-1 hört heute zum Nazistaff Nassers in Aegypten. Wohin Bunke geflüchtet ist, weiss man offensichtlich noch nicht. Vielleicht w’ird auch er dort landen... Wie man weiter erfährt, ist bisher die Verhandlung gegen einen Carl Rasmussen. den dänischen Helfer Bunkes, der von den Nazis in Anerkennung seiner „Verdienste“ die Staatsangehörigkeit verlie- 1 hen erhielt das Verfahren trotz erdrückenden Bej weismaterials nicht eröffnet; worden. Die dänische Pres- Deutsehländ! ** spricht im Zusammen- : ttilitaerregime in Grenzzonen Jerusalem. — Ben Gurion lud die arabischen Mitglieder der Mapai zu einer Aussprache über die in der Militärverwaltung in Grenzgebieten vorgeschlagenen Aenderungen ein. Wie man annimmt. dürfte der Ministei Präsident dem Kabinetj in Kürze Vorschläge zur Annahme unterbreiten. 'ITA) Hadassa-Mitglieder bei Bon Gurion Jerusalem. — Der Ministerpräsident empfing Mitglieder der Hadassa und w urde von ihnen mit Fragen über verschiedene Aspekte des israelischen Lebens und der Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora bestürmt. 'ITA) Pflanzung eines Waldos Jerusalem. — Hundert Mitglieder der Hadassa-Mission aus den USA nahmen an der feierlichen Pflanzung eines Waloes anlässlich des 50jährigen Jubiläums dieser Organisation teil. (ITA) hin- Ein neuer Eisele Wie man in der „Deutschen Rundschau" lesen konnte, haben sich die Dänen über eine Entscheidung des Franktut ter Oberiandesgeriehts heftig beschwert. Entgegen einem Antrag des bekannten Generalstaatsanwaltes Dr. Bauer hat der erste Strafsenat des OLG die Aufhebung der Untersuchungshaft gegen den Zollinspektor Erich Bunke verfügt. Während des Krieges war dieser Bunke Kriminalrat und Leiter der Sicherheitsdienstzentrale in Kopenhagen. Bunke hat 23 dänische Widerstandskämpfer kurzerhand erschiessen und ihre Leichen heimlich verscharren lassen. Empört reagierten alle dänischen Zeitungen. Sie sprachen von einem neuen Skandal. Bunke, so heisst es ter, soll inzwischen schwunden sein und ihm gerichtiich gewährte Möglichkeit zur Flucht“ benutzt haben. Die angesehene und ernst zu nehmende Zeitschrift, die in die erste Reihe der deutschen Veröfhang hiermit von einer ..wohldurchdachten Sabotage“. Wir können und dürfen uns in diesem Fall auch ohne eigene Nachprüfung auf die Angaben der „Deutschen Rundschau“ verlassen. Vielleicht ist es möglich dass ein Eisele gegen den Willen der Justizbehörden entkommt. Dass aber ein zweiter Uebeltäter auch entweichen konnte, lässt bereits auf ein System schliessen. Die Aemter eines Kriminalrates und eines späteren Zollinspektors setzen gewisse Sachkenntnisse und Eignungen voraus. Haben die Behörden die unrühmliche Vergangenheit des Herrn Bunke nient gekannt? Das ist wob] nur schwer anzunehmen. Dieser Fall gleicht in allen Punkten dem Vordeutsche i gehen im Falle Eisele. Immerhin hat ein Senat eines Oberlandesgerichtes. also eines hohen Gerichtshofes, diese unglückliche Entscheidung gefällt. Der ihm gemachte Vorwurf der Begünstigung eines Verbrechers ist der schwerste, der einem Gericht gemacht werden kann. Das kann kein Gericht einfach hinnehmen. Was bat der Strafsenat oder die Vorgesetzte Justizbehörde getan, um die Angelegenheit aufzuklären? Wir sind hieran wie alle interessiert, die sich die Verteidigung des Rechtes und der Gerechtigkeit zur Aufgabe gemacht haben. Bunke selbst ist reichlich unwichtig. Aber hier steht mehr auf dent Spiel als das Schicksal eines elenden Verbrechers. *-****-*#******************■**•****-******-**■# I MALERARBEITEN | * FACHMAENNISCHE AUSFOEHRUNG. SAUBER, * * PREISWERT, SCHNELLSTENS * | ALFRED« STERN Virrey del Pino 2639 í * T. 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