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Jüdische Wochenschau · 1962-01-30 · 1943 (30.1.1962) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1943 (30.1.1962)
Date
1962-01-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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rMarin, ,W dt E»«* de 1S*2 LA SEMANA ISRAELITA Ann XXBBt. — No. 1943 — 7 ISRAELvon MEUi FAERHEli Israel und der EWG-Markt Die Schaffung des Europäischen Einheitsmarktes brachte den Ländern der EWG (Fankreich, Italien, Deutschland, Holland, Belgien und Luxemburg) einen Erfolg, der über die Erwartungen bei der Gründung noch hinausging. Wie immer zieht Erfolg an, und neben England interessieren sich auch weitere Länder, die der „EFTA”, der Europäischen Freihandelszone angehören, dem gegen die EWG errichteten Block der Sieben, für den Anschluss an die EWG. Es ist klar, dass man sich auch in Israel mit den Fragen beschäftigen musste, die durch Schaffung dieses grossen europäischen Wirtschaftsblocks der rund 135 Millionen Menschen umfasst, entstanden sind. Israel betrachtet sich als ein Land, das nach dem Westen ausgerichtet ist, und nahezu 65 Prozent seines Aussenhandels wickelt sich mit den Ländern des Westens ab. Dies gilt in ganz besonders starkem Masse für den Export der Zitrusfrüchte Israels. der für die Wirtschaft des Landes und insbesondere für seine Landwirtschaft von ausschlaggebender Bedeutung ist. Es war daher naheliegend. dass man sich überlegte. ob, wann und in welcher Form eine nähere Bindung Israels an die EWG möglich sein könnte. Aber trotz eines anfänglichen, scheinbaren Entgegenkommens und der Beteuerung guten Willens gegenüber Israel mussten sich die Kreise, die solche Vorfühler auszustrecken versucht hatten, davon überzeugen. dass praktisch kein Interesse bestand, Israel in die EWG aufzunehmen, sei es als Vollmitglied, was , auch der Verfassung der EWG nach schwierig gewe- . sen wäre, sei es aber auch; als angeschlossenes Mitglied, wie etwa Griechen-1 land.! Italien war dagegen, da es ¡ sich gerade für seine Zitrusfrüchte einen Vorteil versprach, wenn einmal auch | die Agrarprodukte in das Abkommen der EWG einge-. schlossen würden, aber auch ' Deutschland hatte seine Bedenken. Man fürchtete, dass ¡ die Araber der EWG gegen- | über sich unfreundlich ein-, stellen würden, wenn Israel | mit von der Partie sein sollte, und wollte sich den Markt der arabischen Länder nicht verscherzen. DIE TRAUBEN SIND SAUER Inzwischen hatte man aber auch in offiziellen Kreisen in Israel selbst die! Dinge durchgedacht und gefunden, dass „die Trauben ¡ zu sauer sind”. Nicht, weil ' man hätte befürchten müssen, dass der Widerstand, ' der einem Anschluss Israels gegenüber zu spüren war, j nicht vielleicht doch hätte ' überwunden werden können, sondern weil ein solcher An- | Schluss die Wirtschaft Israels in eine Lage versetzen ¡ müsste, die sie bis in ihre! Grundlagen hinein hätte er schüttern müssen. | Israel hat in einer verhältnismässig sehr kur- , zen Zeit eine vielseitige In-! dustrie aufgebaut. Dieser Aufbau war und ist nur j möglich unter einem System - einer hohen Schutzzollmauer und einer intensiven För- I derung des Exports, auch mit Hilfe von Subsidien. j Dieses System aber, das unter den gegebenen Ver- | hältnissen berechtigt und notwendig ist, hätte man : Dr. MAX FLFSCH j j j Berater für Investitionen und Finanz- I | geschaefte in Israel — Lang- und kurzt J fristige Anlagen — Auskünfte jeder Art | $ f ♦ TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. I? i ***♦♦♦♦♦♦♦♦ «-« ♦ ♦ ♦ «-*-*-«.*.* 4. 4 4 .4.4.4 V über Bord werfen müssen, | wenn j-s zu einer engeren : Bindung mit der EWG gej kommen wäre.! Natürlich hätte die junge ' und noch schwache Induj strie Israels nur auf sehr i wenigen Gebieten die Kon-' kurrenz mit den Riesenkon-: zernen der Länder der EWG j mit ihrer grossen Massen-1 Produktion aufnehmen können. Ohne Schutzzoll wäre 1 diese Industrie dann der überlegenen Konkurrenz er- | barmungslos erlegen. 1 Auch im Kampf um die ¡ Eroberung neuer Exportmärkte hätte die Regierung kaum mehr die Hilfsstellung einnehmen dürfen, wie sie dies heute der Industrie Israels gegenüber tut. Schwerste Erschütterungen der Industrie des Landes wären daher unvermeidlich gewesen, und es darf mit Recht gefragt werden, ob wir uns mit dem Anschluss nicht das eigene Grab gegraben haben würden. So glaubt man heute in den zuständigen Kreisen und besonders im Handels- und Industrie-Ministerium, dass der richtige Weg für Israel in unserem Verhältnis zu den Ländern der EWG der der direkten Verhandlungen mit jedem der einzelnen Länder der EWG ist und sein muss. Israel ist Mitglied der GATT-Organisation (der internationalen Organisation für Zoll- und Handelsabkommen) und kann solche Verhandlungen auch im Rahmen der GATT führen, wie dies bereits vor kurzem auf der Wintertagung der GATT in Genf geschah, wo z. B. mit Italien eine Reihe von Abkommen getroffen werden konnten, die der Ausweitung des beiderseitigen Handels dienen sollen. Israel hat aber noch eine Waffe in der Hand, die keineswegs eine ganz schwache ist. Israel importiert mehr und besonders auch von den Ländern der EWG, als es in diese Länder exportiert. Es handelt sich dabei keineswegs um unbeträchtliche Beträge, sondern Israel ist dort als ein wirklich guter und kaufkräftiger Kunde angesehen. Dieses Gewicht als guter Käufer gilt es daher ebenfalls, in die Verhandlungs- Wagschale mit zu werfen. Es kommt aber auch weiter dazu, dass Israel keineswegs allein ist mit der For- , derung, dass seinen Produkten der Eingang in die Länder der EWG nicht ver- , schlossen werden darf. Auch I lateinamerikanische Länder sind bereits erschienen und haben ihre Rechte gefordert j und mit Gegenmassnahmen gedroht. So berechtigt die Schaffung grosser Binnen-! markte sein mag. wie es der von den EWG-Ländern geschaffene ist. so darf doch j nicht übersehen werden, ■ dass die Tendenz im Welt- , handel heute darauf aus- I geht, zu einem möglichst freien und unbeschränktem Welthandel zu gelangen. I Diese Tendenz, die auch von anderen betont wird, dürfte : Israel bei seinen Verhand-! lungen zunutze kommen können. Israel after wird nicht mit den Händen im Schoss dasitzen und abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. I Man will hier rechtzeitig den Dingen ins Auge sehen; und die nötigen Umstellun-! gen treffen. Israel ist sich darüber klar, dass es nur auf weni- ■ gen Spezialgebieten die Konkurrenz mit der Massenproduktion der grossen in lerna-! tionalen Konzerne wird aufnehmen können. Aber es zeigt sich auch, dass gewis-' se Kreise des Publikums gar nicht diese Massenprodukte allein kaufen wollen, I sie wollen etwas Besonderes, etwas Spezielles. Hier ist dann Platz für gu- : te Markenartikel, die sich ' durch Qualität und Ge- , schmack auszeichnen. Hier' ist auch der Platz für die; Industrie Israels, die sich ■ schon heute auf einer gan-! zen Zahl von Gebieten einen 1 guten Namen für ihre Er-, Zeugnisse gemacht und gute ' Absatzmärkte gesichert hat.! Inzwischen nimmt Israel; den Kontakt -mit den euro-' päischen Ländern erneut auf : durch Besuche einer Reihe j von Ministern und Wirt-' schaftsfiihrern, die sich be- ¡ mühen werden, dafür zu sor- ' gen, dass die Interessen der! Wirtschaft Israels auch unter den geänderten Verhältnissen gewahrt bleiben. I Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Lid. T E L A V I V 65, Ailenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3463 I iX CO BA INVESTMENT & TRUST Cia. Av, CORRIENTES 1145 j, E, 35-3463 Konten in Auslandswährung Im Ausland wohnhafte Personen können in Israel Kenten in Auslandswährung, sowohl als Kontokorrent wie als Depots mit festem Termin eröffnen. Die Ersteren bringen keine Zinsen, während die Letzteren jährlich wie folgt verzinst werden: auf 3 Monate 3 Prozent, 6 Monate 4 Prozent, 9 Monate 5 Prozent und 12 Monate 5,5 Prozent. Personen, die im Ausland leben und solche Konten eröffnen, können dieselben an jeden Ort transferieren. Während sie in Israel als Touristen weilen, können sie Devisen in bar erhalten oder wechseln und zwar bis zu 1.500 Dollar pro Person und pro Monat. Hierauf erhalten sie eine Barprämie von 20 Prozent im Lauf der ersten sechs Monate. Nach diesen sechs Monaten erhalten sie eine Prämie auf jedwede Summe bis zum Ablauf von drei Jahren nach ihrer ersten Ankunft im Lande. Die im Ausland wohnhaften Personen oder Touristen können auch mit Auslandswährung Konten in blockierten Pfunden erwerbensie Wer ein MüderBeispiel industrieller Entwicklung in Israel kennenlernen will, soll die Rogosin-Werke in Aschdod besuchen. Vor dem Hintergrund der schnell entstehenden Hafenstadt macht die Fabiik. noch schnellere Fortschritte. Hier wird sowohl das besonders widerstandsfähige Grundgewebe für Autoreifen wie auch das besonders zarte Perion-Garn für hauchdünne Damenstrümpfe hergestellt. Die erste Proüuktions- Phase umfasst die Herstellung von Rayon-Garnen. Autoreifenstoff 'Tire - Cordt und Nylon-Garnen. Die Abteilung für Rayon-Garne, die inländischen Webereien geliefert werden, begann im Januar 1959 zu produzieren, verkauft ihre Ware zum Durchschnittspreis von 3.800 1L t. hat eint- Produktions- Kapazität von 1000 Tonnen jährlich und stellt heute 30 Tonnen monatlich her. Ddr Hauptariikel dieser Firma ist Tire-Co. d, ein starkes Gewebe, das von den Autoreifenfabriken als Basis für die Pneus verwendet wird. Ein Druck auf einen Knopf betätigt die ganze, grosse Anlage zur Imprägnierung mit Gummi, Trockenkammer und Spannung der etwa 2 m breiten Rolle dieses ungeheuer widerstandsfähigen Gewebes, dessen Ballen ein Fertiggewicht von etwa 290 kg haben. Im Dez.ember 1.958 bekann diese Produktion, die eine Kapazität von 2.400 t jährlich besitzt, für die durchschnittlich 2.600 IL t eingenommen wird, also eine halbe Million IL monatlich, wobei 75 Prozent von der inländischen Industrie verwendet und 25 Prozent exportiert werden. Der bisher grösste ExDort fand im Mai 1960 nach Rumänien im Betrag von 127.000 Dollar statt, wie überhaupt die Ausfuhr nach Rumänien. Bulgarien und Jugoslawien in den Plänen und Hofinungen der Rogosin-Werke eine grosse Rolle spielt. Die Nylon-Abteilung ist bis heute noch nicht voll in Betrieb, da die Produktion noch mangelhaft ist. So eine Fabiik braucht viel Zeit und Geduld und Anlaufspesen. bis die Qualität der Ware einwandfrei ist. Das minderwertige Material wird an die Mutterfabrik nach Amerika geliefert Nylon 6-Garn, sogenanntes Perlon, für Damenstrümpfe und dgl.. wird seit September 1960 hergestellt. Die Produktionskapazität beläuft sich auf 50 t monatlich. Die Garne werden in Stärken von 60—210 D. erzeugt, zu einem Durchschnittspreis von 60000 IL t verkauft. u. zw. 80 Prozent für Ausfuhr und 20 Prozent im Inland. Der Inlandmarkt kann können solche Konten auch ' verkaufen und dafür Auslandswährung erhalten. Es ' ist auch möglich, mit Ponds; aus Koitor in blockierten Pfunden Besitz in Israel zu erwerben. 1 nicht mehr aufnehmen. Sobald die Fabrik tadellose Waren Betern kann, hofft der Fabriksdireklor, Herr Levin. allein Nylon-Garne für 6 Millionen IL jährlich produzieren zu können. Als B?zugsländer kommen vor allem Südafiika, dann auch Indien und andere asiatische Staaten in Betracht. Momentan beträgt der Export 800.000 IL monatlich, aber bald wird er sich auf eine Million IL belaufen. Das Rohmaterial der Fabrik besteht zum Teil aus Zellulose und zum Teil aus anorganischem Grundstoff, einem petroc-hemischen Abfallprodukt der Erdölraffinerie. Weitere Abteilungen sind in Errichtung, andere in Planung begrifffen, so eine Fabrik für Polyesther, eieren Gebäude bereits stellt und deren Maschinen schon unterwegs sind. Der Betrieb beschäftigt gegenwärtig etwa 380 Leute, davon ca. 200 in der Produktion. darunter 48 Frauen. 100 in der Aufstellung des Unternehmens und 80 in de:- Administration, hiervon 40 Ingenieure, Techniker, Elektromechaniker, Laborantinnen u. dgl. Vom sozialen Verständnis der Unternehmer zeugt die mustergültige Einrichtung des Restaurants für die Arbeiter. in das 250.C00 IL investiert wurden, und das pro Arbeiter monatlich 9 IL Defizit hat. da für eine ausgiebige und schmackhaf.e aber fleischlose Mahlzeit nur 45 Agorot berechnet werden. Der Initiator J. Rogosin, Eigentümer ähnlicher Fabriken in den USA (Delaware) gründete das israelische Unternehmen im Jahre 1958, und 1959 wurde bereits die Produktion aufgenommen. Die Bestätigung durch die Investitionszentrale des Handels- und Industrie-Ministeriums erfo’gie Mitte 1958. Eisher wurden 20 Millionen IL in Gebäude. Maschinen und Ausrüstung investiert, davon 5.4 Millionen IL Anleihen aus dem Entwicklungsbudget 1960 61. Das Rotationskapital von 2 Millionen IL ist zur Hälfte Eigenkapital und stammt zur Hälfte aus einem Kredit des Fonds für Export- Hilfe, auf den die Fabrik am Tage dieses Berichts noch. 700.000 IL schuldig war. Wegen der Verluste der Nylon-Abteilung wurde 1960 und 1961 statt der vorgesehenen 4 Prozent nur 2 Prozent Dividende ausgezahlt. Insgesamt hatte der Betrieb von März 1960 bis Februar 1961 einen Verkaufserlös in Höhe von 6 Millionen IL. Durch die Reorganisation und Eintragung des Unternehmens als öffentliche Gesellschaft soll gelegentlich für späteren weiteren Ausbau die Vorbedingung geschaffen werden. Aktien auszugeben. Die amerikanischen Gründer bekommen bis dahin für die Betriebsleitung und die Fachkenntnisse 4 Prozent vom Netloerlös als Royalties, also Gewinnbeteiligung. HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — ALLE MIT KUEH1 LUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE Kl Ei HE - ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TEFRASSF AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 (Vorherige Zimmerbeste hmg ist unbedingt erforderlich)

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