Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-01-23 · 1941 (23.1.1962) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1941 (23.1.1962)
Date
1962-01-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9612993--1877-9612999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

1' * — Martes, 23 de Euere de 1962 LA SEMANA ISRAELITA T ÄS* XXIII. — Ne. 1MI DIE TOYNBEE-HALLE von Rabbiner Dr. 1SEUFELD Israels junge Generation In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde von dem anglikani sehen Geistlichen Toynbee eine Einrichtung geschaffen, die das Bildungsniveau der einfachen Bevölkerung heben wollte. In leicht verständlicher Weise wurden in England unentgeltlich Vorträge gehalten und zumeist j auch Erfrischungen ge-1 reicht. Diese Einrichtung wurde nach dem 1883 erfolg- I ten Tode ihres Gründers als Toyr.bre-Halle bezeichnet. Um die Jahrhundertwende! wurde sie auch auf die jüdischen Verhältnisse in einigen Grossgemeinden übertragen, zunächst in London, dann in einigen österreichische.! Gemeinden und 1901 in Berlin. Hier stellten sich die Bne Brit-Logen in den! Dienst des gemeinnützigen | Werkes. An jedem Abend ausser Freitag wurden in ei- , nem gemieteten Lokal Vor- Maurr 2125 r. E. 77-8905-6 ELTERNVERSAMMLUNG DES 2. TURNUS SIERRA! Di: LA VENTANA j Morgen, Mittwoch, den 24. 1 Januar, um 20 Uhr 30. findet im Heim, Maure 2325, eine Versammlung der Elj tern aller Kinder, welche im 1 2. Turnus nach Sierra de la : Ventana gehen, statt. Wir j bitten um zahlreiches Er-; scheinen, das wichtige Thej men behandelt werden. träge gehalten, nach einer kurzen Pause, in der Tee und Gebäck gereicht wurde, folgte ein musikalischer oder bellitristischer Teil. Die Mitglieder der Logen betätigten sich abwechselnd bei diesen Veranstaltungen, die Herren als Ordner, die Damen bereiteten die Erfrischungen vor. Meine Eltern waren in dieser Eigenschaft häufig am Sonnabend Abend in der Toynbee-Halle-, und ich kam daher bisweilen mit. Mit den Räumen der Toynbee-Halle verbanden mich schönste Jugenderinnerungen. Sie war zunächst in einer ehemaligen Hutfabrik untergebracht, die einem Mitglied der Loge, Caspar Lichtenstein, gehört hatte. Die Familie wohnte im Vorderhaus, mit dem Fabrikgrundstiick war es durch eine grosse Veranda verbunden, die ein aufklappbares Dach hatte und daher als Sukka benutzt wurde. Das Haus lag in der Kaiserstrasse gegenüber der Gemeindesynagoge. Da die nicht sehr grosse Sukka der Gemeinde bei weitem nicht ausreichte und man dort oft in zwei bis drei Schichten Kiddusch machte, nahmen viele Leute, die nicht so lange warten wollten, gern die Gelegenheit wahr zu Lichtensteins zu gehen Herr und Frau Lichtensein bemühten sieh naeh besten Kräften, das Gebot Hiddur Mitzva zu erfüllen und die Sukka so schön wie möglich zu schmücken. Für meine damaligen kindlichen Begriffe war es die schönste Sukka Soviel Silber, soviel Kastanien, soviel Weintrauben, Aepfel, Honig hatte ich niemals gesehen. Die Fabrik wurde ungefähr 1902 in ein anderes Gebäude verlegt, und daher konnte der leer gewordene Raum den Berliner Logen verpachtet werden In die- , sem Raum habe ich, unge- | fahr in den Jahren 1905 bis : 1910 eine ganze Anzahl wert- ’ voller Vorträge gehört. Ich i denke zurück an den Lite- ' rarhistoriker Gustav Karpeles, der sich besonders der j Heine-Forschung widmete, an Albert Klausner, der die Gedichte der Bibel übersetzte, sich aber auch politisch betätigte und einige Jahrzehnte vorher bisweilen von Bismarck und später von Bülow empfangen und mit manehen Missionen im Interesse der Juden betraut wurde. Ich denke an Arthur Kahn, den Vater von Fritz Kahn (Jerusalem), der gern und angenehm plaudernd aus seiner rheinhessischen Heimat und von seinem jahrelangen Aufenthalt in USA erzählte. Später erwies sich das Fabriksgebäude als zu klein, und die Toynbee-Halle wurde in ein anderes, besser gelegenes und geräumigeres Gebäude verlegt. Die alte Synagoge der Adass Isroel in der Gipsstrasse, war 1904 geschlossen worden, nachdem die neue Synagoge in der Artilleriestra-se eingeweiht worden war. Zwar fand sich bisweilen am Unser lieber Vater und Grossvater, Herr SALLI SCHN00K feiert s. G. w. am 28. Januar 1962 seinen 8«. GEBURTSTAG. Es gratulieren herzlichst im Namen der Familie JOSE und RECHA KARLSBERG Buenos Aires, Juramento 2678, 2?, E. Empfang: Sonntag den 28. Januar, von 17—20 Uhr Confitería Danubio, Pampa 2447. Für die mir anlässlich meines 75. GEBURTS¬ TAGES von Verwandten, Freunden und Bekannten in so zahlreichem Mass erwiesenen Aufmerksamkeiten, danke ich auf diesem Wege herzlichst. N0RBERT0 KORN Tapiales 1780 Vicente Lope. Glückwunsch-, Blumen-, Geschenk- und Beileid- 4BL0ESUNGEN zu Gunsten der Asoc. Filantronica Israeiita 1 Cangallo 147S 1’ 40-4900 — 40.9535 LURCH - (KALENDER) Mor.tag, den 22. Januar Dienstag, den 23. Januar Mittwoch, den 24. Januar Donnerstag, den 25. Januar Freitag, den 26. Januar Sonnabend, den 27. Januar Parschat YITRO 2. B. M. Haftara Yeschayahu VI 1 Sonntag, den 28. Januar Montag, den 29. Januar Dienstag, den 30. Januar Mittwoch, den 31. Januar 17. Schwat 18. Schwat 19. Schwat 20. Schwat 21. Schwat 22. Schwat XVIII 1 — XX 23 — VH 6, IX 5 — 6 23. Schwat 24. Schwat 25. Schwat 26. Schwat Kinder in einem Kibbus, darunter Kinder aas Indien Schabbat ein kleines Minjan i in dem alten Gebäude,! aber im übrigen stand das , Haus leer. Gern nahmen j die Logen diese Gelegenheit wahr und überführten die : Toynbee-Halle ungefähr im . Jahre 1910 in das mit so ■ vielen Erinnerungen verknüpfte Synagogenhaus. \ Manch schöne, inhaltsreiche Abende habe ich dort erlebt. Ich denke an Rabbiner Dr. Ackermann aus Brandenburg, der nicht nur einen leicht verständlichen Vortrag hielt, sondern auch den künstlerischen Teil des Abends als Pianist bestritt. Meine ersten schüchternen Versuche als Vortragender habe ich dort in den Jahren 1911 und 1912 gemacht. Es war für mich ein beson- , deres Empfinden, auf der ' Kanzel zu stehen, auf der! meine Lehrer, Dr. Hildesj heimer und Dr Munk ge-: standen hatten. Das ange- ' nehmste Erlebnis war für | mich ein Vortrag des Au-1 genarztes Dr. Salomon Hil- \ desheimer, der auch in weij teren Kreisen unter dem : Spitznamen „Pom” bekannt: war. Er war der Sohn des i Dozenten Dr. Hirsch Hüdes- | heimer und der Enkel des ' Rabbiners Dr. Azriel Hi! tesheimer, des Gründers der Gemeinde Adass Jisroel. Pom Hildesheimer hielt einen Vortrag und trat ebenso wie Dr. Ackermann auch im zweiten Teil als Vortragender auf. Er trug dort einige selbst verfasste Gedichte vor, von denen eins besonders bekannt geworden ist. Es schildert die Errungenschaften der damaligen Zeit, wie Autobus, Elektrische, Telefon usw. (bis zum Radio und zur Atombombe hatte man es ja noch nicht gebracht) und schloss mit dem Refrain: „Uosere Owaus Awausseuu haben oszer dran gedacht.” Es ist nur ein kurzer Ausschnitt aus der Tätigkeit der Toynbee-Halle, der hier gegeben werden konnte. Weun auch erst später der Name „Winterhilfe” aufkam, so hat man doch damals schon in dieser warmen Atmosphäre seelische Winterhilfe gewährt. Wir wollen unsere Arbeit schnell abschliessen SHSi5«iIii*iiS*iä»aSII3S*SSiäiSMSei!S2äSiSi*SgMiiä*‘:**e W»IHHHIim*«»*M5M*KHMHiS5SfBll»l*MB«««l« Deswegen erledigt SOFORT Eure Beisteuerung für die Einheitskampagne für ISRAEL DIE DREI GROSSEN AUFGABEN DIESES JAHRES: HILFE FUER DIE NEUEINWANDERER AUFBAU NEUER WOHNSIEDLUNGEN ERSCHLIESSUNG NEUER BOEDEN ANNAHMESTELLEN: CAMP ANA UNIDA PRO ISRAEL. COMITÉ CENTROEUROPEO Sarmiento 2376,3*. T. E. 47-3820 und saemtliche Sekretariate der angeschlossenen Organisationen und Gemeinden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.