Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1940 (19.1.1962)
- Date
- 1962-01-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Vkfaw, 19 de Eaere de IMS LA SEMANA ISRAELITA Año XXIH. — Nt>. 194» — S' EIN BESUCH IN ASCHDOD Fünf Jahre ist es Jetzt | her, dass im eintönige» j Sanddünen-Gebiet, das Jetzt j Aschdod ist. der erste Grand- ] stete gelegt wurde. Heute i hat der Ort über 7.00» Einwohner und es wird behaup- | tet. dass er in den nächsten j zehn Jahren eine Stadt von! elfter Vierfcelmillioa Seelen j sei« werde. Um mich davon za überzeugen, dass das keine Phrase sondern eine Richtlinie der Entwicklung ist, schloss ich mich einem Ausflug der Wirtschafts-Kommission der Knesset an, so dass die Be- | siehtigung des Ortes von; persönlichen Berichten der zuständigen Funktionäre und der leitenden Beamten ergänzt einen seriösen Einblick in die Programme und die Zukunftsaussiehten von Aschdod gewährte. Der besondere Aufschwung, de« gerade dieser Ort nimmt, ist auf des Bau des Der Tarifvertrag Der Tarifvertrag der Bekleidungsgewerkschaft läuft am I 2*. Februar ab. Die neuen j Forderungen sind 80 Prozent1 Erhöhung auf die jetzigen; Löhne. | Da Schneider und besonders , gute Fachkräfte dieses Be-1 rufes in aller Welt und besonders in Argentinien ein ausgesprochener Mangelberuf ist, wird die Bekleidungskammer in irgend einer Form nachgeben müsse«'. Das bedeutet dieses Mal (seit; 1» Monaten waren unsere j Preise stabil) eine Preiserhöhung der Mass- und Kon-! fekfcionsarbeit und für Wäj sehe. Ihr Kleiderberater,: immer bemüht, »eine Kun-1 den aufzuklären und Ihnen zu dienen, empfiehlt Ihnen deshalb, Ihren Bedarf an: Kleidung für Herbst und I Winter in den nächsten Wochen zu decken, auch wenn! w« Ihnen Ihre Aufträge erst im März liefern können. Er hält seine Preise für Bekleidung, wenn er in der Lage ist, bis zum 10. Februar 1 oder 2 Anproben machen zu können. Bei der Abfassung dieses Inserates erhalte ich bereits «He Mitteilung des Fabrikanten des bekannten Lavi- Listo-Hemdes, dass der Verkaufspreis ab 20. Januar von 846.— auf 980. heraufgesetzt wird. Ich hoffe, mit diesem Hinweis meinen Kunden einen weiteren Beweis der seit über 20 Jahren korrekt geführten Kleiderberatung gedient zu haben. Ein genereller Saison-Ausverkauf findet nicht statt, doch biete ich Ihnen mit einigen Angeboten aus alten Beständen, weil unsortiert, etwas Besonders. Ein Posten Sommeranzüge i 2.50».—. Ein Posten Wintermäntel ln Langform t 2.80»—. Eta Posten Uebergangsansüge f 2.800_ (Aenderungen in diesom Falle gegen Berechnung). Eta Posten Oberhemde» »■* engl. Poplin nur in beige I 56».—; Lodenmantel „Ttrot" naeh Mass f 5.800__ N. B.: Der neue Arbeitsvertrag wurde bereits unterschrieben und bringt eine Lohnerhöhung von 20 Prozent bis zum 30. 8. und ab 30. 0. weitere 10 Prozent. von MEIR FAERBER grossen Tiefseehafens zurückzuführen. Aschdod hat ein Gebiet von 40.000 Dunam und soll ein Industriezentrum und der Haupt-Uraschlageplatz für den Landessüden werden. Täglich werden Neuankömmlinge aufgenommen und unter gebracht. Die Einwanderer drängen hierher und lassen sieh lieber hier in provisorische« Asbestbütten ohne Stromansehluss unterbringen .als anderswo, weil sie hier der schnellen Entwicklung des Ortes sicher sind. Momentan gibt es 2.300 Wohnungen in Aschdod, aber binnen sechs Monaten wird sieb die Einwohnerschaft verdoppeln. Der gut aus sehende und intelligent wirkende Ortsratsvorsitzende Chaim Robert, der vor fünf Jahren aus Aegypten eingewandert ist, schildert uns die Piäne für die erste Phase der Entwicklung, die bis 1946 abgeschlossen sein soll. Die Sanddünen, durch die die Chaussee führt, auf der unser Omnibus dahinrollt, sollen mit Fabriken, Asphaltstrassen, Pflanzungen und Wohnbezirken bedeckt werden. Abgesehen von den Unternehmungen, die mit dem Hafen Zusammenhängen und rund um ihn entstehen werden, gibt es bereits die bekannte Rayonfabrik von Rogosin mit 360 Arbeitern und Angestellten und die Fabrik Metapic zur Montage von Strickmaschinen, die dreissig Leute beschäftigt; die Lebensmittelfabrik „Vita“ hat einen Fabriksbetrieb bereits eröffnet und will ihre ganze Fabrik hierher überführen; zur Montage von Leyland-Autes wird hier ein Grossbetrieb errichtet werden; zwei Diamantenschleifereien gibt es bereits, ferner eine Schlosserei, einen Betrieb für Betonguss usw. Die 3008 Männer des Ortes sind voll beschäftigt, aber für die Frauen gibt es noch nicht genug Arbeit, kaum mehr als für hundert. Der zukünftige Bürgermeister erhebt Beschwerde gegen das Handels- und Industrieministerium, das Unternehmer, die hier eine Konfekttonsfabrik einrichten wollten, in andere Bezirke, besonders nach Kirjat Schmolte, abgelenkt hat. Ferner fehlt hier an Gesehäftslokalen, die Einwanderer mit 8.000 bis 10.080 IL Kapital mieten könnten, vor allem ältere Leute, die keine schwere körperliche Arbeit mehr z« leisten imstande sind. Die „Gesellschaft Aschdod“ (Direktor Owed Ben- Ami), che zwei Drittel der 40.000 Dunam Bodenfür die Entwicklung des Geländes und den Bau der Stadt erhalten hat, errichtete zwar 50 Geschäftsiäden, die aber selbst für 14600 IL, die verlangt wurden, nicht mehr zu haben sind. Es müsste möglich sein, billigere Läden zu bauen und zu vermieten. Die Häuser sind sehr schön, und es gibt auch bereits acht Bethäuser in Aschdod. Eine Dreizimmerwohnung kostet hier 21.000 IL, und eine Eineinhalbehnmer-Wohnung von der offiziösen Bauspargenossenschaft 14.000 IL. Wer jetzt einzahlt, bekommt seine Wohnung na-ch Ablauf eines Jahres. Die Angestellten und Arbeiter des Elektrizitätswerkes sind in Zweifamilienhäusern untergebracht, deren Wohnungen für 25.000 IL vergeben wurden, was halb umsonst ist, da es in sehr bequemen Raten abgezahlt wird. Das grosse, würfelförmige Gebäude der Stadtverwal- LA SEMANA ISRAELITA B ISEM AN ARIO INDEPENDIENTE Sa. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* íaq. - T. E. 93-28 M 19. Januar 1962 14. Schwa! 5722 VON DEN JUDEN IN BOLIVIEN Bolivien war einst eia Staat der Inkas und hat aus jenen Zeiten noch viele Traditionen dieser alten Bewohner des Landes beibehalten. Sie machen auch heute von der Bevölkerung von drei Millionen, die Mehrheit aus. der Rest sind meistens Mestizen und dann Weisse. Es dauerte lang, bis sich die Weissen an das Klima auf grossen Höhen anpassen konnten, während umgekehrt die einheimische iudianische Bevölkerung karnk wird, wenn sie zur Küste hinabsteigt. Es gibt zwei Haupt- MALERARBEITEN Rosenhain Günter Stern, H. LEANDRO N. ALEM 2538 T. E.: 795-8716 und 74» 1925 MUNRO : Teppkhhaus - M. Höchberg > UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTOPFTEN!; TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN * FUER JEDES GEMU ETLICHE HEIM.; Eig*n« Fabrikation _ Unverbindlich« Vorführung! Auf Wunsch Zahlungserleichternngen; MASCHINEN TEPPICHE IM ALLEN FARBEN UND , GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag u««t Sonntag von 9—19 Uhr im Auestellungshau» Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza Waleunannj MODERNE WOHN- UNO SCHLAFZIMMER- . EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN; SARMIENTO IUT CABILDO 774 HerreahckMnf M«ip« 04 I T£. U -7S4S HgrregggegiaÜMf Ht T.L 81M4T [ AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEN0” BEMO HUTSCHNECEES | > Avd*. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) I T. E. M . stamme der Indios, die Im-aras. die Einheimischen, und die- Cacuas, die das Land vor 708 Jahren eroberten. Die meisten; Einwohner sind katholisch, wenn sie in der Mythologie auch einige Gestalten des Christentums durch eigene Heilige ersetzt haben. — Spanien eroberte das Land im Jahre 1538, womit das Regierungssystem der Inkas ein Ende fand 1824 wurden die Spanier vertrieben, aber an ihre Steile traten andere, die das Land nicht weniger ausbeuteten. Es gab oft Revolutionen gegen die Regierung der Weissen; die feindlichen Gefühle richteten sich auch gegen die Juden, weil diese ebenfalls Weis&e sind. Die ersten Juden kamen sofort nach der spanischen Eroberung in das Land und siedelten sich in der Nähe der Silberminen an. Bolivien und Perü bildeten damalseine spanische Verwaltungseinheit. Die spanische Inquisition erreichte diesen Teil Südamerikas im Jahre 1570, und die Juden wanderten aus, konnten sich versteckt halten oder gingen in der einheimische Bevölkerung auf. Bis zum Jahre 1905 gab es in Bolivien keine Juden mehr; in diesem Jahre kam eine Gruppe ostjüdischer Einwanderer an. Zufolge der klimatischen Schwierigkeiten nahm die jüdische Kolonie nur eine langsame Entwicklung. Im Jahre 1933 lebten nur 35 jüdische Familien in La Paz, wo das erste jüdische Zentrum erst 1935 entstand. Bis 1940 gab es eine Einwanderung aus Mitteleuropa, dann wurde ein Einwanderungsverbot für die Juden erlassen, das bis 1946 galt. Nur einmal konnten jüdische Waisenkinder Visen erhalten;. Viele Einwanderer konnten sich aber nicht an das Hochgebirgsklima anpassen und wanderten in andere südamerikanische Staaten weiter. Im Jahre 1950 gab es 4.000 Juden in Bolivien, heute sind es nur noch 3.000, wovon 2.000 in La Paz und der Rest in verschiedenen Bezirken des Landes leben. La Paz ist heute eine Stadt mit 400.000 Einwohnern. E» ist für Juden schwer, sich dort in die hauptsächlich indianische Bevölkerung einzuordnen. Deswegen kommt dem jüdischen Zentrum, einem dreistöckigen Gebäude in der Hauptstrasse, eine grosse Bedeutung zu. In diesem Gebäude haben alle jüdischen Institutionen und Vereine ihren Sitz tung im Geschäftszentrum ist eindrucksvoll. Demnächst soll auch das Kulturhaus errichtet werden. Neueinwanderer bekommen ihre Wohnung ohne Bezahlung zugewiesen. Ein nordamerikanischer Unternehmer hat sich bereit erklärt, ein Krankenhaus bauen zu lassen, obwohl das Gesundheitsministerium dagegen war, weil gerade erst im nahegelegenen Aschkelon ein neues Hospital eingerichtet wurde. Aschdod gilt beute nicht mehr als Entwicklungsgebiet, sondern nur als Einordnimgsdistrikt. Daher gelten hier keine generellen Steuererleichterungen, aber Kredite zugünstigen Bedingungen sind auch aus offiziellen Quellen für konstruktive Betriebe zuhaben und die Investitionszentrale des Handels- und Industrie- Ministeriums approbiert bereitwillig wirtschafte fördernde Unternehmungen, die dadurch aufgrund des Gesetzes zu- Invesfcitionsförderung. allerlei Erleichterungen gemessen-. Das laufende Budget der Ortsverwaltung, beträgt 700.000- HL und kommt jetzt bereits zu 40 Prozent aus den Steuern der Bürger ein:. Vor Errichtung der Munizipalität wurden keine Steuern ein gehoben, NS-Verbrechen!j§§ werden untersucht ■ London. — Eine „Arbeitsgruppe zum Studium der deutschen Frage“ ist am Historischen Institut der slowakischen Akademie der Wissenschaften in Pressburg gebildet worden. Eine ihrer ersten Aufgaben wird es sein, Material über Verbrechen der nationalsozialistischen Besatzungsmacht zu sammeln. Die Dokumente sollen in einem Sonderband unter dem Titel „Die Besetzung der Slowak-et durch deutsche Faschisten^' veröffentlicht werden- — (AWZ) REISEN ItteM gemaefet dureü Viajes Globus Alsiita I4IB - 6o pis* T. 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