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Jüdische Wochenschau · 1962-01-16 · 1939 (16.1.1962) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1939 (16.1.1962)
Date
1962-01-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Mart««, Iß df Enero dt 1962 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXilf. — Ni'. 1952 — 7 Lebensrnittel - Industrie Rückblick und Ausblick Die israelische Lebensmittelindustrie hat aui dem Inlandsmarki bereits den Sättigungsgrad -.erreicht. und ihr weiterer Ausbau is1 vom Export abhängig. — erklär meinsamer Propaganda. Vermarktung. Verbesserung der Produkte zu befassen hat, da die Konkurrenz auf dem Weltmarkt gross ist und nur unter sachgemäs- 1e J. Masor. Leiter der Le- :’ser Leitung und Planung be- Die Produktion Israel stieg auch im Jahre 1961 in einer Weis«, die in den meisten Ländern als durchaus befriedigend angesehen würde, nämlich um durchschnittlich £ Prozent (Industrie und Bergbau um sogar 10 Prozent. aber Landwirtschaft nur um rund 2 Prozent),! und auch das Nationaleinkommen (netto) stieg vei-. ler, und die Rentabilität der | meisten Unternehmen wuchs. Wenn trotzdem die Ergehj nisse dieses Jahres recht | kritisch betrachtet weroen. so hat dies seinen Grund darin, dass wir auf dem | Wege der Erlangung unse-' rer wirtschaftlichen Unabhängigkeit keine wesentU-1 eben Fortschritte hatten ma-1 chen können, ja im Gegeniejl, die Passivität unserer i Handelsbilanz weiter gestie-1 gen ist. Paradoxerweise steht dem allerdings eine , nicht unbedeutende Sbir-1 kung unserer Gold- und Devisenreserven gegenüber. j Diese Reserven Sind ge-1 genwärtig ausreichend, um 1 die Importbedürfnisse des Landes für fünf Monate zu I decken, wie der Präsident! der Israel-Bank. David Hoj jovitz unlängst in einem j Vortrag erklärt hatte, wobei ' ei daran erinnerte, dass im Jahre 1951, als Israel j eine schwere Wirtsehaftskri-1 se durchzumachen hatte, ‘oft die lebenswichtigsten | Vorräte im Lande, wie Brot I und Treibstoff, nur für wenige Tage ausreichten, während heute unsere Magazine I 3 eich gefüllt sind. Aber — und das ist das Moment, das unsere Wut-! Schaftsführer am meisten besorgt — nahezu die ge-: samte Produktionssteigej : ung der Jahre 1960 und 1961 wurden vom lokalen Konsum jn Anspruch gej Hommen, und der Lebens-, Standard unserer Bevölke-; -ung stieg weiter, ja über-1 stieg sogar prozentual die ' Produktionssteigerung. Die Konsumkraft der Bevölkerung stieg nicht nur durch bessere und höhere Produktionsleistungen allem, nicht nur durch das nahezu völlige Verschwinden der Arbeitslosigkeit — es fehlt heute sogar vielfach an Arvon Dr. KÜRT 0TTENS00SER (Israel) beitskräften — sondern erstmalig hatten die Gewerkschaften (Histadrut) eine i 6-prozentige Lohnerhöhung : zu Anfang des Jahres gefordert und durchgesetzt, die , unabhängig war von Leistungssteigerungen. Diese Zunahme des Konsums wirk- I te sich auf das Preisniveau ' aus, das erneut in einem schnelleren Tempo anstiag. j Im Jahre 1961 war ‘-‘ir.e I Erhöhung der Preise um rund 6 bis 7 Prozent gegenüber einer Steigerung ¡ von nur 3 bis 4 Prozent im Durchschnitt für die vorhergehenden Jahre zu ver- | zeichnen. Dies führte dann . zu einer weiteren zusätzlichen Teuerungszulage, für | alle Löhne und Gehälter. Trotz aller Bremsversuche der Israel-Bank, stiegen die j Industriekredite auch im ' Jahre 1961 weiter, und der . Zahlungsmittelumlauf er- I höhte sich um rund 140 Mil- 1 lionen IL, also eine Steigerung um 16 Prozent, w.'ih- I rend die Produktions-S*ei- | gerung der Industrie nur ea; 10 Prozent ausmachte, j Handels und Industriemi- I nister Sapir. der ebenfalls in einem Vortrag über die | Wirtschaftsentwicklung des Landes sprach, wusste zwar die grossen Erfolge der Wirt- I schaff Israels in ihrer Ent- I Wicklung in den sechs Jahren seiner Amtsführung (Steigerung des Industrie- | Produktes um das Doppelte! und Einstellung weiterer 60.000 Arbeiter) gebührend | hervorzuheben, forderte! aber mit allem Nachdruck eine Verbilligung der Produktion durch ein Herabschrauben der Kosten für die Dienstleistungen, sowie der Bankspesen und Zinsen. ERFOLGE IN ZIFFERN Von 1949 bis 1961 hat sich die Bevölkerung Israels rund verdreifacht (auf 2.170.000 Seelen). Die Industrieproduktion stieg von 460 Millionen IL im Jahre auf rund 2.200 Millionen im Jahre 1961, der Strom ver- \ brauch belief sich 1961 auf; 2.100 Millionen kWh gegenj über nur 329.000 kWh im Jahre 1949, die Exporte erreichten 315 Millionen Dollar 1961 (Steigerung gegenüber dem Vorjahre ca 20 Prozent) gegenüber rund 30 Millionen Dollar 1949, und die Importe wuchsen in die ser Periode von 253 Millionen Dollar auf 570 Millionen Dollar an. Israels Handelsflotte überschritt im Jahre 1961 die Grenze von einer halben Million Tonnen und zählt heute 60 moderne Schiffe der verschiedenen Kategorien. In der Landwirtschaft sind heute 1,1 Millionen Acres unter Bewirtschaftung gegen nur weniger als einer halben Million 1949. und die landwirtschaftliche Produktion belief sich auf 830 Millionen gegen 172 Millionen IL 1949, der Wasserverbrauch betrug 1.2 Millionen Kubikmeter gegen nur 320.000 Kubikmeter 1949. gen mit der GATT konnte i Israel eine Reihe von günstigen gegenseitigen Zollabkommen erzielen. Aber dies setzt auch voraus, dass Israel selbst einen Teil seiner sehr hohen Sehufzzollmauer abbaut, und es wird sich zeigen müssen, wie weit die bensmittelabteiaing des Handels- und Industrie-Ministe-; riums bei Eröffnung der Lebensmittel-Exportausstellung ' im Avia-Hotel in Lod. ln den letzten vier Jahren stieg die Produktion der is-! . raelisehen Lrbensmittelin-! dustrie von 7.5 auf 19 Millionen Dollar und man hofft dieses Jahr auf 26 Millionen Dollar zu kommen. _ I Wein und Weinprodukte. Schokolade und Süsswaren. junge Industrie der Konj Gemüsekonserven und Fetj AUSBLICK JAHR 1962 FUER DAS Dr. MAX FUSCH Berater für Investitionen * und Finanz* geschneite in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israol — 18, Goorgt Elliot Str. ♦♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦ + ♦ ♦ 66444 HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — ALLE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUE4 «E — ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — IUFTIGE TERRASSE AM MEER - ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tal Aviv, Jarkonotr. 90 Tel. 2371 (Vorherige Zimmerbeste long ist unbedingt erforderlich) Auch in diesem Jahr gilt es. die Produktion weiter zu steigern. Die Aussichten hierfür sind durchaus günstig. da zahlreiche neue Betriebe neu anlaufen werden, so insbesondere auf dem Gebiet der chemischen und petrochemischen Industrie, der Textil-, Metall- und Eisenindustrie. Nach den Plänen des Handels- und Industrie-Ministeriums gilt es, die Produktion in den kommenden vier vier Jahren um ungefähr 50 Prozent zu steigern, sodass die Industrieproduktion 1965 sich auf etwa 3 Vè Milliarden IL belaufen wird. Aber diesmal muss diese Produktionssteigerung nur in kleinerem Masse dem lokalen Konsum zugutekommen und in weit grösserem Ausmass dem Export, der in den kommenden Jahren jährlich um weitere 20 bis 25 Prozent erhöht werden sollte. Jedoch um dieses Ziel, besonders auf dem Gebiet des Exportes zu erreichen, gilt es, die Arbeitsleistung zu heben und das Preisniveau zu senken. Dazu haben wir unsere Betriebe auf eine höhere Leistung zu bringen und die unproduktiven Kosten ganz wesentlich abzubauen. Insbesondere die Kosten für die verschiedenen Dienstleistungen müssen stark reduziert werden, und viel hängt dabei vom Staat und den Munizipalitäten selbst ab. Man hat heute in Regierungskreisen diese Notwendigkeit langsam begriffen, aber von dem Verständnis bis zu der Ergreifung der nötigen Massnahmen ist leider noch ein langer Weg. Immerhin wurde jetzt bei der Aufstellung des Staatsbudgets für das Jahr 1962/63 ein erster Versuch gemacht, die Verwaltungskosten herabzudrücken. Bei der Ausweitung unseres Exports wird sehr viel davon abhängen, zu welchem Verständnis Israel mit der EWG (dem Europäischen Einheitsmarkt/ gelangen wird. Die Aufnahme Israels als vollberechtigtes Mitglied in die GATT-Organisation, der internationalen Organisation für die Zolltarife. ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege, auch mit der EWG, zu günstigen Abma chungen zu gelangen. Bei den vor kurzem abgeschlossener. Verbandlunkurrenz des Auslands gewachsen sein wird. DIE FRAGE DER I ABWERTUNG Israel hat seinen Importj handel in den letzten beiden Jahren weitgehend liberalisiert. Aber dies geschah auf j dem Wege der Schaffung eines parallelen Marktes mit verschiedenen gestaffelten i Import - Belastungen (Hete-1 lim). Auf der anderen Seite wurde die Ausfuhr durch ein umfangreiches Prämien-! system unterstützt. Das führte unter anderem dazu, dass man von dem „System | der hundert Kurse” (Mea Sehaarim) sprach. Gerade dagegen aber wen-j det sieh sowohl der internationale Handel als auch : der Internationale Wähj rungsfonds, und Israel wird über kurz oder lang hier Aenderungen vornehmen i müssen. I Ob dies in einer Vereinheitlichung der Kursbewertung geschieht, oder in ei-! ner Abwertung des Israel- Pfundes, steht noch nicht I fest Mit Recht forderte jetzt! der Generaldirektor der , Leumi-Bank, Dr. Förder, ohne auf die Frage selbst, ob : man abwarten solle oder | nicht, einzugehen, dass die Regierung bald eine Ent-1 Scheidung treffen müsse, da-! mit das starke Investitions- 1 intéressé in Israels Wirti schaff, das sich im Jahr 1961, stark ausgewirkt hat, nicht! erneut erlahme. So wird das Jahr 1962 die Wirtschaft ' Israels vor schwere Aufgaben stellen, die aber gelöst werden müssen, um den weiteren Aufbau unserer Wirtschaft zu sichern. te haben im Ausland einen guten Ruf erworben, und das verpflichtet zu weiterer Anstrengung, um auch andere Produkte in guter Qualität zu exportieren. Während die Konservenfabrikation in früheren Jahren die Gemüseübersch'isse und Abfallwaren. die in Israel keinen Käufer fanden, verwertete, ging man in den letzten Jahren dazu über, speziell geeignete corten von Gemüse für die Konservierung zu pflanzen und erstklassige Ware für den Export zu konservieren. Obwohl die Israelis mit Boden. Wasser und Arbeitskräften haushalten müssen, wird doch die Pfian-.ung besonderer Gemüse- und Frucht-Sorten gefördert, um die Konservenindustrie mit dem entsprechenden Rohmaterial zu versorgen. Au« den USA kam Prof. Amihud Kramer von der Maryland University. um die Planungsbehörden diesbezüglich zu beraten. Die Konser venfabriken sollen in einen Verband zusammengefasst werden, der sich mit ge- „Nescher” in Ramie und Haifa getroffen. Die israelischen Glaswerke „Phoenieia” haben ihre Produktion erweitert, um die grossen aus dem Ausland einlaufenden Bestellungen ausführen zu können. Unter diesen Auslandsaufträgen wäre eine in jüngster Zeit aus Holland eingetroffene Bestellung in Höhe von einer Viertelmillion Dollar zu erwähnen. Schällplattonfabrik Eine südafrikanische Schallplattenfabrik. die sich mit der Erzeugung von Platten für erzieherische und Rtklamezwecke befasst, wird ihi-en Betrieb nach Israel Erweiterung; von Industrieanlagen Kürzlich wurde zwischen dem Minister für Handel i überführen. Mindestens zwei und Industrie und der Ge-1 Drittel ihrer Erzeugnisse Seilschaft „Koor” ein Abj sollen im Ausland und inskomme,. über die Erweite-1 besondere in Südafrika abrung der Zementfabrik von 1 gesetzt werden. standen werden kann. Der Wein-Evport stieg von 350.000 Dollar im Jahre 1957 auf 600.000 Dollar im Jahre 1960 und wird 1962 eine Million Dollar erreichen. In den USA gewannen die israelischen Weine ihre Freunde erst unter den Juden und letzthin auch in der nichtjüdischen Bevölkerung. Die Qualität und die Verpackung haben s’.ch in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Der Schokoladen- und Süsswaren - Export erreichte 40.000 Dollar im Jahre 1956 und 1960 fast eine Million Dollar. U. a. sind die Schokolade-Figuren, Zierstiicke für Weihnachtsbäume und Ostereier in vielen christlichen Ländern begehrt, z. B. in Kanada und Deutschland. Wenn die Entwicklung so anhält, wird man bald auf zwei Millionen Dollar Ausfuhr gelangen. Der israelische Ñames- Café wird u. a. sogar in die Schweiz exportiert. Die Ausfuhr dieses „Nescafes” erreichte im letzten Jahr v2 Million Dollar. Israelische geröstete Erdnüsse ih nermetisch schliessenden Blechdosen errangen im letzten Jahr bereits 250 000 Dollar Exporterlös und man hofft, im Jahre 1962 für 750.000 Dollar davon in 15 Länder exportieren zu können. Grosse Läden in Emgland. Schweiz. Skandinavien und Deutschland führen die Erdnüsse ständig. Letzthin werden auch Teigwaren und Trockensuppen immer mehr ausgeführt, und Dörreemüse und gefrorenes Gemüse, letzteres für die Lebensmittelindustrie anderer Länder, sind das jüngste Exportprodukt in diesem Wirtschaftszweig. Die Fettindustrie lieferte 1961 bereits für 4,5 Millionen Dollar ins Ausland, gegenüber 1.5 Millionen Dollar im Jahre 1957. So kommt der israelischen Lebensmittelindustrie von Jahr zu Jahr eine immer grösser werdende Bedeutung im Gesamtrahmen des Exports zu Auf der Ausstellung im Avia-Hotel waren die Firmen Assis. Carmel (Wein). Elite (Schokolade), „Jaffa Gold” (Zitrus - Produkte), ..Matzot Aviv“, Osem. ..Sanlakol”: „Telma“ und „Vita“ vertreten. Sie wurde besonders für eine Einkaufsdelegation veranstaltet die sich im Lande aufhielt, um für England und Schweden Lebensmittel - Exportwaren zu erwerben. Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. T E L A V I ¥ 85, Allenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES A*. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3483 MJVCOBA INVESTMENT & TRUST Cia. Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-3463

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