Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1939 (16.1.1962)
- Date
- 1962-01-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9612975--1855-9612977- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Mohel 1× ep/1006163
OCR text
AB* xxm. — N*. |#38 c?, lt tir Kliere de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCH A U eraenderliche Gebot (Schluss von Seite 1) ' slems. nämlich des Dritten Reiches, handelte, wäre es irn Interesse der Wahrheitsfindung und der Klarlegung alle; Standpunkte wohl durchaus angemessen, ja 1 wäre es sogar erforderlich gewesen, auch den Opfern j der Verbuchen die Möglich- ■ keil zu geben, ihren Standpunkt: auseinanderzusetzen. - Dass dies nicht geschah, ist 1 bedauerlich und nahm der Diskussion ganz sicher viele . wichtige und historisch bedeutsame Aspekte. j ui.! Rechtsanwalt Kranzbiihj Jet legte richtig los. Er „bestritt den Wert der Nürn-j beiger Verfahren unter verschiedenen Gesichtspunkten, vor allem dem strafrechtlij cbm, mit den bekannten , Hinweisen auf die Zusam-! rnensetzung eines „S’>gerge- 1 jichts” über Besiegte und, auf die Anwendung straf-i rechtlicher Normen, die erst j nach der Tat formuliert , worden seien L.nulla poena sine lege”). Er bestritt auch den historischen Nutzen eines solchen Verfahrens, insofern es den Zeitgenossen und der Nachwelt die Augen über den Nationalsozialismus öffnen sollte. Statt dessen sei Nürnberg eine Auseinandersetzung zwischen Siegern und Besiegten gewesen — also eine Art der Fortsetzung des Krieges. Er bestritt. schliesslich den Wert aer Nürnberger Prozesse ais eines Schrittes zur Entwicklung eines Völkerstrafrechts und zur Friedenssicherung", — Wir finden die bekannten Argumente, die von vielen Deutschen, unter ihnen auch Repräsentanten der Regierung, sowie unter manchen Vertretern der ehemaligen Alliierten, bereits vor Jahren ausgesprochen worden sind. Die Darstellung des die Nürnberger Prozesse als Gesamtphänomen der Völkeientscheidung und Völkerbefriedung ablehnenden Herrn Kranzbühler ist inas- FREY ABOGADO i. JA. verreist PUEYKREDON 2190 1iz<P nachm. 16—19 Uhr siv und eindeutig. Er verurteilt diese Prozesse, wie die Richter in diesen Prozessen seine Schützlinge verurteilt haben. Sachliche Argumente kann Kranzbühler nicht vortragen. Die Behauptung. es seien „Siegergerichte" gewesen, ist nichtssagend. Was soll das eigentlich bedeuten, die hohen Tribunale in Nürnberg als Siegergerichte abzutun? Ist ein Gericht deswegen schon ungerecht. weil es ein Gericht der Sieger über die Besiegten gewesen ist? Was soll also diese Behauptung heute in einer ernsten Diskussion über Rechtsfragen? Wer erlaubt sich, mit diesem Slogan, mit diesem Argument einer billigen, auf die Strasse gesprochenen Polemik aufzutriten? Da der Frankfurter Journalisten-Koilege Gillessen diese gebotenen Fragen nicht gestellt und sich mit einem simplen Bericht begnügt hat, seien sie hier aufgeworfen. Jedes Gericht ist ein ..Siegergericht?’. Wenn ein Verbrecher vor den Richter tritt, weil er einen Menschen ermordet hat, so ist dies ein Sieg des Rechtsstaates über den Rechtsbrecher. Nichts anderes waren die Nürnberger Gerichte. Rechtsbrecher wurden von den Wiederherstellern des Rechtes zur Rechenschaftgezogen. Der Sieg auf den Schlachtfeldern und auf der politischen Ebene war die Voraussetzung hierzu. Auch ein gewöhnlicher Verbrecher kann erst vom Gericht abgeurteilt werden, wenn die gleiche Voraussetzung geschaffen isl: wenn man ihn fing. Kranzbiihlers Argument, die Nürnberger Tribunale seien die Gerichte von Siegern gewesen, ist nicht nur polemisch, unsachlich, demagogisch, es ist auch falsch urfd zeugt davon, dass er selbst entweder wider bsseres Wissen sich einer Interpretation bedient, die nur auf Stimmenfang und Stimmungsmache ausgeht, oder dass er noch immer nicht begriffen hat. dass die Aburteilung der schändlichsten Mordtaten der Weltgeschichte nicht die Folge einer politischen Situation, •; MOHEL N. PLAKSIN > Superi 2719 *, T. E. 76-6784 u. 76-2S12 .* J ../ aime Liebling \ s. A. : PERRHOELZER ♦ HOELZERi DIAZ VELEZ 5224; el.: 89-9349. 33-9305 J :¡ JACOB LAPIDUS;! § dipl. Mohel;! NEUE ADRESSE;• VIAMONTE 2037, 4o. «. •! 46 1716 und 48-2124 \ sondern dey Ausdruck der Gerechtigkeit und des gesund erhaltenen Rechtsbewusstseins der demokratischen (Sieger-lWelt gewesen ist. Obwohl es darauf gar nicht entscheidend ankommen kann, wollen wir einmal die Frage aufwerfen, ob ein einziges deutsches Gericht der Bundesrepublik heute auch nur ein einziges anderes Urteil fällen würde, wie es von den „Siegermächten“ und ihren „Siegergeriehten“ ausgesprochen worden ist? — Die Beantwortung dieser Frage dürfte vom höchsten Interesse sein. Denn für uns ist es unvorstellbar, dass ein deutsches Gericht, dass überhaupt ein Gericht, zu anderen Ergebnissen gelangen könnte. Wenn aber ein deutsches Gericht zu anderen Urteilen käme, so würde das einer hiervon erschreckten und authorchenden Welt nur zeigen, dass die Deutschen eben "ihre Vergangenheit nicht überwunden haben. sondern dort stehen geblieben sind, wo der Beginn eines neuen, besseren Zeitalters auch für sie beginnen sollte. Was geworden wäre, wenn die Deutschen (Nazis) den Krieg gewonnen hätten, ist nicht schwer auszumaien. Gewiss hätte es keine Siegergerichte gegeben, in denen den Angeklagten wie in Nürnberg das volle Recht zur Verteidigung gegeben worden wäre. Sie hätten ihre Gaskammer-Anlagen erweitert und neue Henkerstätten errichtet. Sie hätten ihre Mordkommandos auf Hochtouren gebracht, und neue breite Ströme unschuldigen Blutes wäre geflossen. Herr Kranzbühler wäre nicht die unangenehme Aufgabe der Verteidigung seines Chefs zugefallen, er hätte als hoher Marine-Richter im Geiste des Dritten Reiches seine „Arbeit“ leisten dürfen. Der Volksgerichtshof wäre um viele Kammern oder Senate erweitert worden. Sie hätten ihr „Recht“ gesprochen... Es ist nicht allein erstaunlich. dass ein ehemaliger Diener des Dritten Reiches, der heute in der Bundesrepublik unangefochten wirken kann, und der überdies noch von einer Katholischen Akademie zur Diskussion von Rechtsfragen aufgefordert wird, solche Thesen aussprechen darf, es ist auch bezeichnend für manche rückläufige Entwicklungen, die man nicht ohne ein«; gewisse Beunruhigung und ohne ein Bedauern verfolgt. IV. In seinen weiteren Ausführungen tischte uns der Rechtsanwalt und frühere hohe Marinerichter das alte Märchen auf, es seien von den Nürnberger Gerichten strafrechtliche Normen zur Anwendung gebracht worden. die erst nach den begangenen Taten formuliert wurden. Damit machte er den Alliierten den Vorwurf, sie hätten gegen ein altes Rechtsprinzip verstossen das von den Römern bereits aufgesteilt worden ist. Da diese Behauptung von interessierter Seite nicht neu ist. und auch an dieser Stelle des öfteren die Abwegigkeit dieser Themen unterstrichen wurde, brauchen zu diesem Thema keine lang atmigen Ausführungen gemacht werden. Die Nazis haben gemordet und geplündert. Mord und Raub sind Verbrechen. die in den Straf gesetzbüchern aller zivilisierten Völker mit Strafe belegt werden. Der Begriff der „Beihilfe“ zum Mord und zum Raub ist ebenso wie die Begriffe der Anstiftung und der Mittäterschaft bekannt. Sie brauchten von den alliierten Juristen nicht erfunden zu werden. Neu waren lediglich die Formen des nazistischen Vorgehens. Dass eine Regierung des 20. Jahrhunderts sich zum Träger von Mordaktionen machte, das war neu. Dass sich breiteste Teile eines Volkes bereit fanden, an der Durchführung solcher Mordpläne und -aktionen mitzuwirken, war ebenfalls neu. Dass man unschuldige Menschen, unter ihnen Millionen Frauen und Kinder, ausmordete, um die Herrschaft eines „Herrenvolkes“ zu sichern, auch das war neu. Dass man Methoden zur Massenausrottung ausklügelte wie die Gaskammern, auch das war neu. Aber der Mord und der Raub, Verfolgung und Plünderung waren und sind alte Verbreehenstatbestände. Rechtsanwalt Kranzbühler hat im übrigen nur noch einmal wiederholt, was die Freunde Eichmanns und sonstige Nazis vor wenigen Monaten erst erklärten, um den ehemaligen Leiter des Judenreferats der Gestapo zu retten. Dass es befremdend wirken musste, diese Argumente auf einer Aus- ■ spräche in der Katholischen I Akademie in München jetzf wieder zi^ hören, bedarf keii ner weiteren Hervorhebung. J Alle zivilisierten Völker wis-! sen, dass Mord auch dann Einwanderung einer alten Gemeinde Jerusalem. — Die letzten Familien der uralten jüdischen Gemeinden der indischen Stadt Cochin werden in Kürze nach Israel gebracht werden. Dies teilte der Chef der Einwanderungsabteilung der Jewish Agency mit. Er fügte hinzu. dass dort nur noch rund 100 von den 2.000 Juden leben, die vor 1948 in Cochin ansässig waren. Es ist interessant, nochmals festzustellen. dass man nicht mit Sicherheit weiss, woher diese Gemeinde stammt. Unter den verschiedenen Theorien, die hierüber aufgestellt wurden, behauptet eine, dass diese Juden Abkömmlinge von Juden aus fernen Zei ten sind, die mit den Schiffen des Königs Salomo in Indien ankamen. Eine andere Theorie besagtdass sie aus der Zeil der Zerstörung des Zweiten Tempels stammen und nach Indien auf der Flucht über Jemen gelangten. (ITA) I* SEMANA ISRAELITA Bisemanarict — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr, Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: i 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl. Mord bleibt, wenn er als i Massen- oder Völkermord ' von einer „Regierung“ be-; fohlen oder beschlossen wird j Die Nürnberger Gesetze ha-j ben also kein neues Recht geschaffen, sondern der Gerechtigkeit und dem alten unveränderlichen Gebot des „Du sollst nicht töten“ nach dem Sturz des verbrecherischen Naziregimes Geltung verschafft. (Mit Rücksicht auf die Bedeutung des behandelten Themas folgt zunächst ein Artikel ..Die gefährliche Legende“). Hilfe fiirt ORT Stockholm — Die schwedische Regierung hat. der ORT-Weltunion eine Finanzhilfe in Höhe von 100.000 Kronen zur Förderung ihrer Arbeit zur Verfügung gestellt. Die Organisation betreibt Berufsschulen und andere Ausbildungsstätten in 19 Ländern in Europa, Nordafrika. Amerika und dem Mittleren Ostern ln Schweden gibt es keine ORT-Schulen. Das bereitgestellte Geld soll die ORT-Tätrgkeit in den Entwicklungsländern unterstützen. (A..Z) Eine Froundschaftsiiga Tel Aviv. — Im Winegate- InstitUf in Natania wurde die Freundschaftsliga Dänemark Israel feierlich gegründet. Die Gründung erfolgte in Würdigung des heldenmütigen Verhaltens des dänischen Volkes und König Christians von Dänemark vor 18 Jahren, als die Nazis die dänischen Juden dem gleichen Schicksal wie die osteuropäischen Juden zuführen wollten. : VXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX* i sfc X MALERARBEITEN l* FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, I X PREISWERT, SCHNELLSTENS * |* ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 * * T. E. 76-7281 y 76-9088 | j -KXXXXXXXXXXXXttXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX-y Dr. B. Schwanz ZAHNARZT J NERVEN u. GEMÜTS- \ KRANKHEITEN ,í Dr. M. J. KUHN ESTOMBA 2283 52-S214 4 \ REAL PEN! ♦ üllhaiter * REPARATUREN ♦ Spezialgeschält « CORRIENTES 569 * T. E. 49-5850 t ^♦4 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ► ♦ ♦ 4 OPTICA DIPL. OPTIKER ♦ Sarmiento 829* T. E. 35 - 7356 i Í MARTHA 5 } CHAPEA UX\ J - HUTSALON i;! Jetzt in!; í B E L GRANO/ 't MOLDES 2561 .; ff T. E. 73 9229 j 73-9155 L RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG î I iVI? i r prov. | RIVADAVIA 2625 HI , Tel. 48-7524 ' Mont., Mittwoch, Freitag j 17—20 Uhr. Tel. Anmeli düng erbeten. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO i Cardiología — Hospital Fernández * f ♦ I Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me ♦ I ♦ : CUBA 2141 — T. E. 73-8792 h. 73-6817 ♦ ♦ t î Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr ♦ I Sonnabend: 14—16 Uhr j! ■SBl-3S«**ÏSSSl*ÏS15Ç-SS9»MSatSâSSSS*SS*SÎBSSi*ïBSSâaS8*a*lSiSg jîj VARICES-ULCERAS [ i DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS | ■ S S 1 M * ¡ n * î Dr. SAUL U M A N S K Y i ■ ■ 5 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 * *r SÍ r 1 ■ PR0PIEDADES FRANKENBERG } ■ * i berät Si« kostenlos und ¡1 J unverbindlich beim Kauf; oder Verkauf von •, \ GESCHAFFTEN I WOHNUNGEN 'f HAEUSERNl > Manuela PedraZa 2536 j f pl. b. Dp. B , ’f T. E. 76-7244 Restaurant »Paso Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259i 5 Untor Aufsicht U«s Yaad Harabonina der Kehilla J f MITTAGS- und ABKNDUSCH $ »00 jetzt an auch Sonntag abends geöffnet « Anrichten von kleinen Festlichkeiten J und Banketten % ¿ji3âsssiiârâs***sï»sï;i*ïSBs.,9i*saïs»*ï**B*9SiSM3fiS5iïa*sas*BS|i |Dr. BENJAMIN LIPNIZKY¡ g ZAHNARZT | g ROENTGEMSTRAHLEM — ZAHMZIEHEM _ BE- I S HANDLUNG MIT GA8BETAEUBUMG — REGUg g LEERUNG DER ZAHNSTELL (IMG g g Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend B 5 nach vorherig«! Vtmnhanwg. I S JOSE HERNANDEZ 2518 T e. 7t »**3 und 79-MBt g 'gaESiaiassssaaaaasaaaaaiiSBas.saassHfsaasiisMaaa.saaBtiacMsai' BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L KLEIN Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15— M Ub»i Es wird gebeten, Sieh vorher telefonisch anwi melden SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542;