Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1938 (12.1.1962)
- Date
- 1962-01-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 12 de Enero de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1938 — 3 BEER SCHEWA und von MEAR FAERBER Unter einem orangefarbigen, unwahrscheinlich gross wirkenden, langsam aufsteigenden Vollmond steht vor über 3000 Zuhörern und Zuschauern auf einer für diese Feier errichteten grossen Bühne, die mit Staatsfahnen, bunten Wimpeln und Lampen geschmückt und mit Scheinwerfern bestrahlt -ist — ein Schüler-Chor, Knaben und Mädchen verschiedenen Alters, deren Hautfarbe zwischen weiss und dunklem Kaffeebraun variiert in einheitlicher, netter, hl auweisser Kleidung. Die Musikkapelle hat zwei Lieder beendet, und nun singt der Chor einige Volks- und Arbeitslieder. Ich muss gestehen, dass ich mich einer tiefen Rührung nicht erwehren konnte, als ich hier anlässlich der Fünfjahresfeier von Dimona diese Kinder vor mir sah und hinter mir tausende Einwohner der jungen Stadt wusste, einer Stadt, deren Grundsteinlegung ich vor erst fünf Jahren beigewohnt hatte. Damals hatte es hier Wüste gegeben, und das Projekt, hier eine Stadt als Wohnort für die am Toten Meer beschäftigten Arbeiter der Pottasche-Werke zu bauen, war noch höchst umstritten. Viele glaubten nicht daran, dass auf diesem unwirtlichen Felsen eine Stadt erstehen könnte, i Nun sind alle Optimisten. Wenn der Ministerpräsident von 10.000 Einwohnern spricht, die hier nach Ablauf weiterer fünf Jahre leben werden, so verbessert ihn der Vorsitzende des Ortsrates von Dimona: Dies ist seiner Ueberzeugung nach nicht die Zahl der Seelen, sondern die Zahl der Familien, deren Heimat dieser aufblühende Ort bis zu seiner Zehnjahresfeier sein i wird, denn heute gibt es hier I schon 1475 Familien mit 7000 Seelen. In diesen fünf Jahren hat sich eine Revolution der Entwicklung vollzogen. Sie wird vom Ausbau der Werke am Toten Meer, von der Errichtung des nahen Atomreaktors, dessen riesiger Rundbau weithin über das wüste Bergland metallisch strahlt, und von anderen Industrie - Unternehmungen der Umgebung gefördert. Aber Dimona ist nicht nur Wohnstadt von ausserhalb beschäftigten Arbeitern geworden, sondern auch innerhalb der Stadt selbst sind die verschiedensten Wirtschaftbetriebe entstanden. In zwei Fabriken wurden hier 36 Millionen IL investiert, genau so viele Millionen, wie es vor fünf Jahren hier Familien gab. Man darf sich dem Glauben hingeben, dass sich die Bevölkerung von Dimona im Laufe der Jahre auf 15.000 Familien verzehnfacht werde. Binnen eines Jahres rechnet man mit dem Zuzug von noch 1400 Familien, und die Regierung beschloss, jetzt bereits noch 700 Wohnungen bauen zu lassen. Wenn heute plötzlich über Nacht 4000 gesunde Arbeiter hier eintreffen würden, sie könnten binnen 24 Stunden zu ständiger Arbeit eingeteilt sein, so sehr fehlt es an Arbeitskräften. Momentan werden im Negew 4650 Wohnungen für 40 Millionen IL errichtet. Hier wird ganz anders gebaut als im Norden, denn der Negew hat seine eigenen Naturschätze an Baumaterial, die ausgenützt werden. Man verwendet im Negew Gips statt Zement, und in Elat und Sderot werden sogar vorfabrizierte Häuser hergestellt. Einen Ueberblick über die Entwicklung Dimonas und ries Negew gewinnen wir in der Ausstellung, deren feierlicher Eröffnung wir beiwohnen und die mit zu den Fünf-Jahr-Feiern Dimonas gehört, dann aber als Wanderausstellung im ganzen Lande gezeigt werden soll. Als die ersten 36 Familien eintrafen, empfing sie ein Sandsturm in der trostlosen Oede. Jetzt Hess der KKL hier 50.000 Bäume pflanzen, und der Ort hat sein Aussehen völlig, geändert. Das Handels-, Verwaltungs und Kultur - Zentrum, das sich rund um das schone Gebäude der Ortsverwaltung entwickelt, ist voller Leben. Den Besuch in Dimona verbindet man mit einem Besuch in Beer Schewa, der Hauptstadt des Negew, die jetzt 50.000 Einwohner besitzt, und wo man sich von Bürgermeister Tuwjahu über die Entwicklung, die Probleme und die Zukunftsaussichten seiner Stadt erzählen lässt, die bis 1968—69 etwa 100.000 und in der nächsten Generation 160.000 Einwohner haben soll. HERREN- BEKLEIDUNG Modisch richtig — Elegant — Hervorragende Verarbeitung — Erstklassige Stoffe der besten Weber Argentiniens und Europas. FERTIGKLEIDUNG MASSKLEIDUNG Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen. Ständige Passformkontrolle. Auch Junioren kaufen gern bei CARLTON Spezialangebot bereits für Herbst: Lodenmantel “TIROL’* nach Mass $ 5.800.— Kleider und Wäsche für Herren und Ihre Söhne Herrenbe kleidung Mmpé 484 L TE. 31-7845 Herrenanssfattung Mcrfpú 982 TL. 91-0357 jJf*fIIifiSSfiaiIiS£3IIIISgII;IIS5STIfIi£ggs3352 l.-vsttSiBtïsIîf ¡TALLER MECANICO SI SI ä st. tat « HUMBOLDT 2391 Elemer Arpas y Roberto Bails ESPECIALISTAS EN SKODA T. 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Jeder Arbeitsfähige findet seine Existenz. 300 Sozialfälle werden unterstützt, und 300 ältere Leute sind durch ,,IIameschakem” mit Gartenarbeiten beschäftigt. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist das Bauwesen und öffentliche Arbeiten, die 4000 Ernährern Existenz geben. 15—20 Prozent der Leute wohnen ständig im Norden und kommen nur zur Arbeit nach Beer Schewa. Nur Z.OOO -3.000 Arbeiter sind direkt produktiv beschäftigt, etwa 3.000 in Dienstleistungen und Verwaltung und 3.000 im Handel und mit Büroarbeit. Die Stadt hat ca. 14.000 Ernährer. Gesellschaftlich hat Beer Schewa alle Probleme überwunden, das Schulpflichtgesetz wird voll eingehalten. Die städtischen Kindergärten besuchen 400 Kinder und die privaten ebenfalls 40 Kinder. 80 Prozent der Absolventen der 8klassigen Volksschulen lernen in Fortbildungs- oder Mittelschulen weiter, davon 10 Prozent ausserhalb von Beer Schewa, 90 Prozent in der Stadt und in der nahen Landwirtschaftsschule. In diesem Jahr wuchs Beer Schewa um 1.100 Familien, doch schätzt Tuwjahu die Aufnahmefähigkeit seiner Stadt, auf 2.000 Familien jährlich, j Die Investitions-Projekte für den nördlichen Negew belaufen sich in den nächsten zwei, drei Jahren auf über 300 Millionen IL, und Beer Schewa will diese Wirtschaftsentwicklung für sich ausnützen. Bei richtiger Planung müsste es möglich sein, die Stadt wie Tel Aviv zu einem Handels-, Finanz-, Verwaltungs- und Kulturzentrum für ihr ganzes Hinterland zu machen. Zwischen 300 und 500 Familien aus dem Landesnorden j übersiedeln jährlich nach Beer Schewa, lassen sich! hier nieder und heben das! Durchschnitts - Niveau der; Bevölkerung. Alle zivilisatorischen Instrumente sind in Beer ' Schewa vorhanden, aber eine einheitliche Kultur Hess sich noch nicht schaffen, obwohl die Komplexe der Diskriminierung der Angehörigen orientalischer Gemeinden mehr oder minder als überwunden gelten können. Etwa ein Drittel der LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE 8s. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* isq. - T. E. 83-26L T. Schwai 5722 12. Januar 1962 Kinder lernen in religiösen Schulen, in denen 90—95 % niclitaschkenasischen Bevölkerungsgruppen angehören. In den allgemeinen Schulen ist der Prozentsatz der Sefarden und .Orientalen’ geringer. Ein bis zwei Mal im Monat gibt es in Beer Schewa jiddische Theatervorstellungen vor etwa tausend Zuschauern. Auch die hebräischen Theater, „Habima”, ,Ohel”, das Kamertheater gastieren hier, manchmal mit zwei Vorstellungen des gleichen Stückes. Das Theaterpublikum Beer Schewas für hebräische Vorstellungen beläuft sich auf etwa 1600 Leute. Das Israel Philharmonische Orchester hat in Beer Schewa noch nicht gespielt, was der Bürgermeister sehr bedauert. Die hier herangewachsene Jugend hat bereits ihr eigenes Kultur- und Gesellschaftsleben entwickelt. Nach dem Besuch im Rathaus bietet sich uns ein originelles Bild vor dem modernen Gebäude der Arbeiterbank. Zu Hunderten stehen Beduinen herum, zählen Geidnoten oder warten geduldig darauf, den Sub- \entionsbetrag ausgezahlt zu bekommen, den ihnen die Regierung als Entschädigung für die Dürre des vorigen Jahres gewährt hat und der in Monatsraten gezahlt wird. So gut ist es ihnen noch nie gegangen, dass sich eine Regierung um ihr Wohlergehen gekümmert hätte. Auch in dem modernen, prächtigen, grossen Hospital der Krankenkasse sieht man manche Araber. Sie werden hier unentgeltlich behandelt und geniessen aie Wohltaten der modernen Medizin. Das Krankenhaus, das alle Spezialabteilungen hat, verfügt normal über 310 Betten, ist aber momentan überfüllt, da um 20 Patienten mehr aufgenommen wurden, als eigentlich Platz ist. Gerade landet ein Helikopter des Militärs auf der grossen Rasenfläche des Krankenhauses, und binnen weniger Minuten ist der herangebrachte Soldat in ärztlicher Behandlung. Ja, das j Wüsten - Städtchen Beer i Scheewa, das noch vor 14 I Verhaftung: eine« Rabbiners Wien. — Jetzt bestätigten Meldungen aus Sofia zufolge ist vor einigen Wochen der Oberrabbiner von Bulgarien, Dr. Hannanel, verhaftet worden. Die bulgarische Regierung hüllt sich, zu diesen Berichten in Schweigen. Es heisst, dass man dem Oberrabbiner angebliche „Wirtschaftsverbrechen“ vorwirft. (JTA) Schiffskapitaen bestraft Casablanca. — Der Appellationshof von Tanger bestätigte den Urteilsspruch des Gerichtes über Francisco Reinaldo, den Kapitän des Schiffes, das im vergangenen Jahr vor der marokkanischen Küste unterging, wobei 42 Juden, die auf dem Seeweg nach Israel zu gelangen versuchten, den Tod fanden. Die Strafe für Reinaldo lautet auf vier Jahre und zwei Monate Gefängnis für aus Nachlässigkeit begangenen Mord. (ITA) Jahren orientalisch-rückständig war, ist heute ein Musterbeispiel moderner Entwicklung. Für IHRE FERIEN in * Bariioche, Mendoza * M. ds! Plata, Iguazú * Río Hondo, Córdoba * Norden Argentiniens * u. Nachbarlaender: vertrauen Sie uns bitte die Zusammenstellung beliebter Ausflugsziele, Passagen- und Hotel-Reservierung, etc. an. VIAJES GLOBUS Alsina 1418, Bs. Aires Tel. 37-2660, 9142, 38-5860 ^ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTGS EUROPEOS EXCLUSIV AMENTE Waehr&nd der Monate Januar und Februar Sprechstunden nur Dienstag und Mittwoch von 16 bis 18 Uhr. (Telef. Auskünfte werden NICHT erteilt) Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINGS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen — Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. VERREIST BIS 21. JANUAR PtfEYRREDOtt 2190 wq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613