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Jüdische Wochenschau · 1962-01-12 · 1938 (12.1.1962) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1938 (12.1.1962)
Date
1962-01-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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— Vifcift»*, 12 Jtivei« ft« 19*2 3 «• » I S € K E W O C B E K S€ K 1 D •A«e **WI. — Ne. i»ss Die bunte Voelkerfamilie (Schluss von Seite 1) Mächte sein mögen, ob sie über die Mach* verfügen, eigene Losungen zu erzwingen oder nicht Hie UN sollten ras internationale Fausllechf. das \vei‘er nichts als das prinvtiv’ Recht des Stärkeren ist durch feste und eig?ne Rechtsnormen abfösen. Das Vorgehen Nehi us war nicht nur ein Yerstoss gegen diese Prinzipien, sondern bedeutet gleichzeitig eine Erschütterung des Vertrauens aller den Frieden liebenden Volker. Sie haben oitbt mehr den Mut, an die Worte eines Mannes zu glauben, den ahe wegen seiner unbedingten Friedensbereitschaft. geschätzt haben. Auch Nthru war eine Persönlichkeit die seinem Lands Ansehen in der Welt verschafft hatte. Diese seine Autorität hat durch die gewaltsame Okkupation der früheren portugiesischen Besitzungen stark gelitten. Die Reaktion Portugals ist gleichormaesen unverantwortlich. Der Gedanke, aus den UN auszutreten, ist — wenn man dies so ausdriikken darf — unzulässig. Merkwürdig ~enug bleibt, dass immer diejenigen Völker mit ih'-em Austritt aus den UN drohen, die sich mit der Weltmeinung in einen Widerspruch setzen. Hier sei mr an die Südafrikanische Union erinnert deren unver- < »{.wörtliche Rassenpolitik Gegenstand einer universalen Kritik gewesen ist. Immer waes aber die alte koloniale Unterdrückungs- Politik. die der Ausgangs- Dr. FREY ABOGADO 1 z, 2t. verreist ♦ I PUEYRREDON l* iza 2190 nachm. 16—19 Uhr ► ♦ „ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ REAL PEN: Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 >♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦* Jaime Liebling! S. A. SPERRHOELZER H O E L DÍAZ VELEZ 5224 : Tel.: 89-9349, 33-9305* ZER* ♦ Punkt dieser Divergenzen gewesen ist Sowohl in Südafrika wie in Indien — übrigens auch in der Frage Algerien — stand das Problem des Selbstoestimmungsrechtes der Völker und der Freiheit der Entscheidung von Bevölkerungen im Mittelpunkt der Diskussion. Eigentlich söi'ic-n alle Politiker bereits verstanden haben. dass der Gedanke der Freiheit kmne Sehranken verträgt, die nicht durch das sittliche Zusammenleben der Menschen und Völker gezogen sind. Die Fragestellung ist sehr einfach: warum sollen die bisher unterdrückten Völker :n irgendeinem neuen afrikanischen St-.at ihre volle menschliche >d nationale Freiheit g-nie-sen, die der schwarzen Bevölkerung Südafrikas mit einer ersc.hrekrenden Brutalität vorenthalten wird? Di: Antwort ist eindeutig. Es gibt keinen hinieichenden G-und für die südafrikanische Unterdriikkung<-politik, welche Argumente auch immer von der rerrschenden v eissen Minderheit angeführt werden. Das Ende wi d schrecklich sein. Die F.irsichtigen verstehen dies, aber sie verfügen nicht über den erforderlichen Einflu s, um einen vernünftigen Ausweg aus dieser Lage zu zeigen oder durch2useUen Die Reaktion der Südafrikaner auf die einstimmige Haltung der UN wird von der gleichen Grundstimmung und Ges.nnung getragen wie die Urterdrüekungspolitik selbst. Man will sich nicht der Ansicht einer erdrückenden Mehrheit fügen, wie man die Rechte der eigenen Landesmehrheit nicht anzuerkeneen bereit ist. Dasselbe g.’t für die letzten Erklärungen der Regierung ,n Lissabon. War der Schritt Nehrus fa sch. so wurde er doch ohne Zweirel durch die Unverstand.iche Haltung der Portugiesei ausgelöst. Sirherlich d;rf man auch in der internatv.ralen Politik niemals die Geduld verlieten. Aber die indische Regierung hai Jthre hindurch cen vergeblichen Versuch "emacht, zu einer friedlichen Uebernshme der auf ihrem Territorium liegenden tortugiesisvhen Enklaven zu gelangen. i JUDITH ¡; $ SCHENKOLEWSK! } *1 KULTUSSTICKEREIEN ■’ J Schabbosdecken - Tallis-/ i beutel - Käppchen - Maz-.J i zot-Taschen - Hand- und *, i" Maschinenstickerei von ■I Bett- und Tischwäsche ¡« BEBEDjERO ’585 .* T. E. 73-9155 ,■ Dieser wie mancher andere internationale Zwischenfall hätte aicht zu den erlebten Weiterungen geführt, wenn die UN eine stärkere Position Desitzen würden. Dass sie diese Stellung im Bewusstsein der Völker roch nichi haben, liegt an \ ielen Faktoren, vor allem : uch am permanenten Ost— West-Konflikt. Wenn ein einzelner Staatsbürger auf die Idee kommt sich selbst sein Fecht zu suchen, so wird sein ungesetzliches Vorgehen an der Staatsgewalt seine Schranken oder seine Sühne finden Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Rechtsbrecher zur Verantwortung gezogen werden. Niemand, jei er auch noch 3u mächtig wird sich darauf berufen dürfen dass er aus dem Staatsverband austreten werde, wenn man seinen Wünschen nicht willfahrt oder ihm l.ichr seine Handlungsfreiheit nach eigenen Masstäben übetlässt. Der umfass, nde, internationale Staatsverband sollten die UN se;n oder werden. Die einzelnen Länder spielen in eies.'rn internationalen Völkerbund die Rolle des Staatsbürgers im engeren Staats'’erhand. Die Entscheidungen der UN, die durch Mehrheit und durch die zuständigen Organe gefällt werden, müssen auch von den mächtigen Völkern, Ländern und Staaten respektiert werden. Natürlich haben die UN in ihrer heutigen Gestalt roch nicht die erforderlichen Voraussetzungen, um diese Funktionen zu erfüllen. Erforderlich wäre, dass alle Länder oder Staaten wesentliche Hoheitsrechte, die ihnen heute unbestritten zustehen, auf die UN übertragen. Wer Mitglied irgendeiner Gemeinschaft oder Gesellschaft seit: will, kann sich nicht nur darauf berufen, Rechte zu haben und Ansprüche zu stellen. Er muss auch zur Uebernahme von Pflichten und Verbindlichkeiten bereit sein. -Das wäre eine der wesentlichen Grundlagen, auf die man die Tätigkeit der UN stellen müsste. Die Frage der Mitgliedschaft bei den UN müsste auch in anderer Weise als bisher gelöst werden. Ohne Zweifel seiden hierbei heut« jedenfalls — politische und Machtgesichtspunk te eine wicht'ge und nicht immer glückliche Rolle. Man denke nur an die Nicht- . ufnahme Rctchinas. Ein wirklicher Völkerbund kann niemanden ausschliessen. Es ist unmöglich einige Regie rungen, die durch Umsturz zur Macht gekommen sind, anzuerkennen dagegen andere nicht Hier können nur $tip*ndi»R für Journalisten Dar es Salaam (Tanganjika) — In Verfolgung seiner Politik der Freundschaft mit den afrikanischen Ländern, die jüngst ihre Unabhängigkeit erlangt haben, erteilte Israel zwei Stipendien für Journalisten aus Tanganjika, um diesen Gelegenheit zu bieten, ihre journalistischen Kenntnisse zu vervollkommnen. Diese Mitteilung machte der Botschafter Israels in Tanganjika, der betonte. das Angebot Israels sei auf ausdrückliches Ersuchen eines Ministers der Negerregierung ergangen. UTA) Fakten und nicht Kriterien, berücksichtigt werden. \ Vor allem fehlt es noch immer an den festen inter- , nationalen Gesetzen, die für! i Ile ihre Gültigkeit haben.; Das bürgerlich e und staat-, liehe Leben eines zivilisier-, ten Landes verfügt auf al- ' len Lebensgetvoten über die 1 erforderlichen Vorschriften. | die es dem einzelnen Bürger ermöglichen, Recht von Unrecht zu unterscheiden, i Für das Völkei recht fehlen jedoch noch klare Bestimmungen. Selbst die Niirn-j Berger Prozesse, die einen , glänzenden Verlauf genom- ' men hatten boten den inter-j ’ ntionalen Juristen aus poli- I tischen G'-ünden nicht die erforderliche Handhabe, tim , nun 2U verbindlichen Be-1 Stimmungen auf dem Gebiet [ aes Völkerstrafrechtes zu : gelangen. Nur einige weni- \ ge Konventionen wurden be-! chlossen. die allerdings | nicht ohne weiteres interna- : tionales Pecht geworden :- sind, weil -’ie Mitgliedstaa-! ten der UN erst ihren Beij tritt zu diesen Konventionen! erklären müssen, um deren j Verbindlichkeit anzuerken- ' nen. Als tb einem Staats- : oiirger das Recht überlassen; bliebe, seine Zustimmung zu einem Gesetz ’u erteilen. So- .ange die internationalen i Gesetze nicht alle Staaten | schon mit;hrer Annahme in cen UN verpflichten, solange , wird es immer zweierlei! eder mehr Rechte geben. : Mit anderen Worten, der Zuj stand der internationalen Reejbisuneiche beit wird mvßalteu. Man kann dies an zahlreicher) Beispielen beobachten. Wir brauchen nicht nur an Goa oder an Südafrika 2« denken. Jetzt erst entdeckte der Präsident Indonesiens Sukarno. dass er seinem Reiche noch weitere, bisner von den Holländern verwaltete Gebiete einverleiben könnte. Aus welchem Grunde er sich zum Sprecher dieser Völker macht, ist eindeutig. Er spielt in Ferncstasien gern die Rolle Nassers, der auszog, um das Oberhaupt der Muselmanen, wenigstens aber aller Araber zu we-den. Sukarno will der Führer aller Inselvölker im Malayischen Archipel werden; er hat nicht darach gefragt ob sie ihn zum Oberlrmp* machen wollen. wie auch Nasser sich riebt darum kümmerte, was die anderen Länder oder Völker zu seinen Aspirationen sagen. Auch Sukarno rasselt wieder mit dem Säbel. Da es im Augenblick . n verschiedenen Enden der Erde bedenklich brodelt, l äli er die Stunde zum Zuschlägen für besonders geeignet. Auch hier fehlt die starke Hand der UN die übrigens nur dann tätig werden, wenn ihnen ein Fad unterbreitet wird. Richtig wäre es, wenn eie Regierung der ganzen Völkertamv'ie eingreift, wenn es ihi richtig und geboten erscheint. Bei vielen GelegenheJen wäre durch ein rechtzeitiges Eingreifen eine vernünftige Entscheidung erleichtert und ermöglicht worden zu der man nicht mehr kam, weil es zu spät war. Man kr'^siert heute allenthalben die UN. Niemand kann jedoch ihre .Bedeutung U SEMANA BMÜITI Bisemanario — aparece ht Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Veiantv/ortlich: Dr. Hardi Swarseneky Pueynedón 2190, Io i*q. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl. , und Wichtigkeit leugnen, j Auch bemühen sich alle Länder, Mitgliedstaaten der UN zu sein und dort an Einfluss zu gewinnen. Aber alle sind ängstlich darauf bedacht, einen entscheidenden Macbtzuwachs der UN zu verhindern Das Zauberwort. „Souveränität“, im Machtkampf der Grossen um die B< hen-sehung der Erde nur ein Phantom für die meisten kleinerer. Völker, verhindert die unbedingt notwendige Neuverteilung der nationalen und internationalen Berechtigungen. Ohne die radikal« Umgestaltung der internationalen Vöikernrdnung wird es keiner, Frieden und keine Sicherheit geben. Die Generalversammlurg der UN als Parlament der Erdenbewohner wird eine bunte Völkeriamilie repräsentieren, sie wird auch mitunter nützliche Arbeit leisten können, aber das Fundament einer reuen und friedlichen Weltorrinung werden die UN nur dann leget, wenn sie die | Möglichkeiten hierzu durch i Gesetze u.id die sonstigen I erforderlichen Machtmög- I .'chkeiten erhi 'ten. MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, PREISWERT. SCHNELLSTENS ALFREDO STERN Virw.y del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9688 * -4~4--4-4-4 -« ►-4-4 *-*-4-4-4--4-4-4- 4-*4 * I MEDICO t Cardiología — Hospital Fernández t ► 4~4 4-4 4 ais> 4-44-44?*"-!;! Br. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOiWBA 2283 52-S214 : RAYOS X PARADENTOSE i TELEF. » VORANMELDUNG — * Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me; CUBÉ 2141 — T. 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