Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1938 (12.1.1962)
- Date
- 1962-01-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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n SEMANA ISRAEL fïl A«* XXIIL - Ne. 1*3* * — Viorne*. Jî de Enere de »»*2 Gedanken ver einer Europa - Reise kiteraflsShe .N°tîzen «WB va vi W Schriften von Mocm H«m musikalisch« Leben d« Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen, singt Matthias Claudius. Das erste Präsens des vorigen Satzes ist historisch, das zweite futuriseh. Der Satz müsste also heiscen: wenn einer eine Reise getan hat. so wird er was zu e zählen haben. Stimmt — da viele Leute reisen, bekommen wir auch viele Berichte. ,.Es gibt nichts Langweiligeres auf dieser Erde als die Lektüre einer italienischen Reisebeschreibung — ausser etwa das Schreiben derselben — und nur dadurch kann der Verfasser sie einigermassen erträglich machen, dass er von Italien selbst so wenig als möglich d; rin redet.” (Heine, Die Bäder von Lucca. Kap. IX). So -ind wir auf die Idee gekommen unsere Reisebe lichte vor der Reise zu schreiben, ein gewiss originelle? Unternehmen, „und das scheint, ihm sehr probat — ganz besonders vor der Tat” (W. Busch. Abenteuer eines Junggesellen). Schon die vielen Möglichkeiten. Zitate anzubringen, ist recht anziehend. Aber im Ernst: warum soll man nicht, die zwiespältigen Gefühle ein wenig analy-ieren. die einen erfüllen. bevor man in das Flugzeug steigt? Es sind rund 25 Jahre her. das man das letzte Mal in Europa war. Inzwischen sind viele Dinge über Europa hingebraust, und manche auch über das eigene Haupt. Sie haben Narben hinterlassen, in Europa in Gestalt von Zerstörung und teilweisem Wiederaufbau. auf unserem Haupt in Form von weissen Haaren. Als wir herkamen, waren wir jung und zu jedem Opfer bereit, wenn damit die Rettung erkauft werden konnte. Heute sind wir satt und fahren als „wohlhabende Touristen” zurück, von wo wir als Flüchtlinge kamen. Es ist schon eine besondere Situation. die zum Nachdenken Anlass gibt. Ich glaube, man soll in Europa an solche Stellen gehen, die man vorher nicht allzugut gekannt hat; es ist ein Irrtum, in sentimentaler Erinnerung in seine „Heimat" zurückkehren zu wollen, Die Jahre färben die Erinnerung: wahrscheinlich waren die Dinge gar nicht so, wie sie uns heute erscheinen. Aber selbst, wenn sie so waren, sind sie es heute nicht. mehr. Und selbst wenn sie in kleinen Städten und Orten noch so as Leo Baeck Institut sucht folgende Jahrgänge der ZEITSCHRIFT IM DEUTSCHEN REICH 4. Jahrgang. 1898 5. Jahrgang. 1899 6. Jahrgang. 1900 18. Jahrgang. 1912 28. Jahrgang. 1922 Wer diese Jahrgänge besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK.) TURBINGEM SOEBEN ERSCHIENEN: Year Book V I960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU 3MITGLIEB des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen in» Büto der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pueyrredon 2190, 1® iaq, (83 2C13) ■ ähnlich sein sollten — wie j sehr haben wir uns verän-! dert! Wieviel kleiner und enger mag einem alles erscheinen... Damals waren, wir klein, und alles erschien | uns gross. Heute sind wir , sehr erwachsen, gewohnt an! die weiten Gebiete Argenti-, niens. gewohnt auch an die I grosszügige Formlosigkeit : eines sich entwickelnden Erdteils — w'ie muss nicht i das Europa unserer Kind-j heiberinnerungen von den Erfahrungen des reifen Mannes abstechen! Die Landschaft? Ja. Ein I Blick aus dem Fenster der ' Eisenbahn, eine rasche Ausschau aus dem Auto .. die | Berge .stehen noch, der Wald blaut am Horizont, der Fluss strömt mit Kurven und Schleifen. Aber gehen Mir 1 noch in diese Wälder, Blau- 1 beeren und Pilze zu suchen? Wir haben dazu keine Zeit, und das ständige Bücken I fällt uns schon ein bissehen schwer . 25 Jahre haben vir — obschon wir gar nicht so sehr an Essen denken — I von Pfifferlingen geträumtJ und dann Maren sie eine Enttäuschung. Die Erinnerung hatte verfälscht. In : den ersten Jahren hier «a-! ren wir alle der Meinung, das Obst und Gemüse in Europa habe ein ganz andej res Aroma — mag sein; 1 aber wird diese Sensation der neuerlichen Erfahrung standhalten? j Dort — in jener Lichtung ' — stand vor vierzig Jahren I unser Pfadfinder-Zelt. Was ist aus den Kameraden von ] einst geMorden? Ihre Enkel schicken sich an, in eine Ju- ■ j gendgruppe zu gshen. Sie selbst M’ollten einmal Aerzte oder. RechtsanM’älte Meiden, jetzt sind sie Bauern in Israel. Kaufleute in Argentinien. Mechaniker in Australien. und manch einer ist nicht mehr von dieser Welt. Leben ihre Schatten noch in jener Lichtung? Nein, sie leben nicht mehr. Wir müssen uns schon geM’altsam zwingen, jene Zeit heraufzubeschwören. Man spricht von den eigenen Kindheitseribnerungen als handele es sich um einen Dritten', den man einstmals kannte und längst vergessen hat. Wir M’aren dumm, töricht und begeistert. Heute sind wir sehr klug, sehr erfah- , ren. sehr nüchtern. Und I wenn wir auch M’ollten: M’ir ' könnten nicht ein Gramm unseres Wissens gegen die j Irrtümer unserer Jugend I eintausehen. Aber mit achtzehn waren M’ir grosse Leute. heute haben Mir unsere j Zukunft hinter uns. | Ich habe Angst vor Europa. Ich M'erde nur an .'■olche Stellen gehen, die ich | kaum oder gar nicht kann- | te. Ich will nicht nach . Deutschland und am M’enig- | sten nach Berlin. Ich muss immer an den alten Liebermann. unseren Landsmann, denken, der so schnell durch eine Ausstellung moderner Kunst raste: ..Wenn ick mir det Zeuch ankucke, könnt’s mir am Ende jar jefallen.” Gefallen Mird es mir wohl — warum nicht? Aber wenn nach neun Wochen Reise das Flugzeug sich wieder Ezeiza nähert, wird einem doch das Herz klopfen. fünfundzM’anzig Jahre können rehr entscheidend sein für einen ganzen Erdteil — und M’ie viel mehr für einen einzelnen Menschen! Günther Ballin Aus Anlass des 150. G« burtstages wird der Verlag Joseph Melzer in Köln eine AusMahl der jüdischen und sozialistischen Schriften von Moses Hess herausbringen. Ein 75-Jaehriger In Miami beging Dr. Sanel Beer seinen 75. Geburtstag. Früher war er Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde Wien, Begründer des Hochschul - Verbandes „Judäa”, ein bekannter Arzt, der sich insbesondere der ärztlichen Betreuung unbemittelter Kinder geM'idmet hatte. In Miami gründete Dr. Beer ein Sanatorium, das insofern besondere Bedeutung erlangte, als er dort Konzerte veranstaltete, die dem musikalischen Leben der Stadt Aufschwung gaben. Sein Heim ist Treffpunkt ehemaliger Oesterreicher. „Hel Kg es Experiment Fritz Hochwälders „Heiliges Experiment”, das seinerzeit im Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde, gelangt nunmehr in einem neuerrichteten wiener Theater. der „Wiener Boulevardbühne", zur Aufführung. Ernennung zum Richter Abraham Freedman wurde zum Richter am Distriks- Gerichtshof von Philadelphia ernannt. Freedman ist der frühere Präsident der Vereinigten Föderation der jüdischen Wohlfahrtsorganisationen und der Einheitskampagne in Philadelphia. INES RUTH LEERS FREDDY LANGESFELD VERLOETE impiang: Sonntag, den 21. Januar 1962, von 18—20 Uhr, Conde 2722. Zum 75. Geburtstag, den Herr NORBERT KORN am ¡4. Januar 1962 begehen wild, gratulieren ihm herzlichst sein Schn, seine Schwiegertochter und Enkel Sigberte Korn und Frau Edith, geb. Grabenheimer Raul Fernande, Silvia Ruth und Carlos Alberto Tapiale? 1780. Vicente Lopez Empfang von 17 bis 20 Ubr Unserem lieben Onjke], Herrn NORBERT KORN aus Anlass seiner 75. GeburisVages die herzlichsten Glückwünsche. Alfredo und Annie Korn geb. Neiss Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Sonnabend, 20 Januar 1962 Montag, den 19. März Dienstag, den 20. März Mittwoch, den 21 März MittM’Och, den 18. April Donnerstag, den 19. April Freitag, de" 20. April Sonabend, den 21 April MittM’och. den 25. April Donnerstag, den 26. April Dienstag, den 1. Mai MittM-och. den 9. Mai Donnerstag, den 7. Juni Freitag, den 8. Juni Sonnabend, den 9. Juni Donnerstag, den 19. Juli Mittwoch, den 8. August Donnerstag, den 9. August Freitag, den 28. September Schabbat Schira — Chamischa assar bischM-at Neujahr der Bäume Fasten Ester Purim Schuscban Purim Erew Pessaeh 1. Tag Pessaeh 2. Tag Pessaeh Schabbat Chol hamoed 7. Tag Pessaeh 8. Tag Pessaeh — Ac-haron sehet Pessaeh Gedenken des Aufstandes im Ghetto von Warschau Vom Haazmaut Erew Sehawuot 1. Tag Sehawuot 2. Tag Sehawuot Fasten Schiwa assar he Tamus Erew Tiseha be Aw Tiseba be Aw Erew Roseh Haschana Eint Ernennung; Tel Aviv, — Aluf Meir AM’lt wurde zum Chef der Spionageabwehr - Dienst Israels ernannt. Er ist der Nachfolger von Aluf Chaim Herzog, der diesen Posten während der letzten zweieinhalb Jahre bekleidet hat. (ITA). ISRAEL - BRIEFMARKEN j AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEVAUSGA- S BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VLAMONTE 556, I/B — Bueno, Aire», Rep Argentina 2