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Jüdische Wochenschau · 1962-01-09 · 1937 (9.1.1962) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1937 (9.1.1962)
Date
1962-01-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Aber der Grosstoister der mittelalterli- <ton Religionsphilosophie de* Judentums, dieser geistige Antipode des Maimonides, war dem Publikum immerhin ein ehrfurchtgehietender Name, wenngleich Hit Abkürzung RIHAL, deten sich der Referent betonte, weniger bekannt ist. Von Franz Rosenzweig, i«n Mitarbeiter Martin Bub«rs bei der Verdeutschung der Schrift, haben wohl »eist nur die Juden aus Dfutschland eine Ahnung, »ihrend die jungen Sabres u«d Jemeniten, die a.ten Ribbanim und die braven jüdischen Hausfrauen im Saale von dem Weisen und Dslder von Frankfurt wahrscheinlich auch keine rechte Vorstellung haben. Roseuzweigs „Stern der Erlösung“, diese „Summa“ einer „post-assimilatorischen“ jüdischen Philosophie, die allein aus der Ueberwintoag Hegels zu verstehen ist »trde nur mehr gestreift, da die Zeit nicht ausreichte. Nun aber Steinheim? Keine zehn Menschen im Saale kannten, wie gesagt, den seitsamen Einzelgänger unter den jüdischen Reformern i» 19. Jahrhundert in Deutschland. Dieser Arzt,.. Philosoph, Theologe „und P*et dazu“, der aus Westfalen stammte, in Altona, Zürich und Rom lebte, hat in dreissigjähriger Arbeit eia Monstrewerk „Die Offenbarung nach dem Lehrbegriff der Synagoge, ein Sehiboleth“ (1835—1865) verfasst, das in unendlichen Wiederholungen darzutun bemüht ist, dass die Offenbanng nichts enthält, was der Verstand von sich aus erringen könnte, sondern den Einbruch des Supranaturaien, des Uebernatürlichen it die Menschenwelt darstellt. Steinheim war auch im deutschen Judentum vergessen, bis zu Beginn der dreissiger Jahre Hans Andorn und Hans Joachim Sehoeps ihn wieder entdeckien. Davon war in Jerusalem - leider — nicht die Rede. Auch Rosenzweigs Weg an den Rand des Taufbeckens und sein« Rückkehr ins Judentum wurde nicht beberühmt: man versteht diese Denker aber nur aus ihrer Zeit und aus ihrer Biographie. Dr. Schwarz begnügt sich, im wesentlichen, darzustellen, dass für den mittelalterlichen Denker Jelwda Halevi das Wunder die Prophetie und die Offenbarung im Mittelpunkt stehen, durch den Philosophen des 1>. Jahrhunderts aber die Schöpfung als Offenbai ung erfasst wird und für Rosenweig das Wunder keine Durchbrechung der Natur darstellt, was er ja nun eigentlich mit dem religiösen Rationalisten Maimouides gemeint hatte. Prof. Jeschaja Leibovitz, der immer wie ein Prophet des Zornes wirkt, erging sich in temperamentvollen Darlegungen über mechanistischen und religiösen Rationalismus, wobei er vor der Illusion warnte, zu einer billigen Harmonie von Vernunft und Glauben gelangen zu können. Dennoch war er ein feuriger Anwalt des religiösen Rationalismus und lehnte daher die jüdische Mystik ab, die die klare Unterscheidung „bejn kodesch leehol”, zwischen Heiligem und Profanem preisgegeben habe, und in einer „unio mystica“ die scharf getrennten Realitäten verflüchtige. Der weit mildere, wenn auch meist etwas konfusere Dr. David Flussers, brachte dann erfreulicherweise das universelle Element in die Debatte, was besonders wichtig ist, da hier in Israel die Gefahr einer nationalen Verengung des Religiösen latent gegeben ist. Das ist die eine Gefahr, die andere aber ist die der Trivialisierung der Religion: man fragt nicht mehr nach dem Verhältnis von Philosoohie und Theologie, das emsig erörtert wurde, man fragt nicht nach der seelischen Glaubensbereitschaft des modernen Menschen, die von verschiedenen Aspekten beleuchtet wurde. Man erhitzt sich im allgemeinen nur an Fragen der äussersten Peripherie, vom Jerusalemer Famiiien-Sehwimmbad bis zur Haifaer Un‘ergrundbahn: nämlich, ob ein derartiges Bad überhaupt und die Bahn am Schabbat religiös zulässig seien oder nicht. Es war das grosse Verdienst dieser Tagung, das Glaubensgespräch in Israel aus dieser Doppelumklammerung des Nationalismus und der Trivialität zu lösen und auf ein angemessenes Niveau zu heben. Dabei wirkten ausgezeichnete Männer mit, wie Rav Elimelech Bar-Schaul, einer der Kandidaten für das aschkenasische Oberrabbinat, Prof. Dov Sedan, der hervorragende Kenner hebräischer und jüdischer Literatur, aber auch ein Mann der Wirtschaft wie Dr. Nebenzahl, Vorsitzender des Beirats der Staatsbank Israels. Sein Referat über „Ideelle und reale Grundlagen der Wirtschaf tstheorien“ wurde von einem Beobachter mit der päpstlichen Enzyklika „Rerum novarum” verglichen, die s. Zt. ebenfalls versuchte, die Doktrinen der Kirche mit den Gegebenheiten der Moderne in Einklang zu bringen. Dr. Nebenzahl wies darauf hin, dass sich im rabbinischen Traditionsgut ungehobene Schätze zu einer ethischen Wirtschaftsgestaltung befinden, die den Beitrag Israels zur gegenseitigen Förderung der Völker darstellen könnten. Jugend und Vertreter der älteren Generation. Orientalen und aschkenasische Juden -- durchaus nicht nur orthodoxe — folgten den Referaten dieser denkwürdigen ael - Marken ~ Neuigkeiten — “Tematice«*' „.watil:»;- VIERERBLOCK* — MARKEN MIT PLATTENuaVnMIT »AND - KOMPLETTE BOGEN (pl.nohtu) - rc SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ßffcTE 08HANDEN — VERTRAUEN8WUERDIGE BERATUNG jjöRllZSOPi QiMfi4ie«che 2961, 2 •elplflfc'j- «mi. CABILDO NEUE BUECHER tung. bewahrt jedoch eine WiMitm J. Bossenbrook: The German Mind Wayne Siate University, Detroit 1961 Immer und immer wieder wird die Frage aufgeworfen, wie in einem der zivilisiertesten Länder der Welt wie Deutschland das grauenvolle Regime des Nazismus sich durchsetzen konnte. Viele Bücher sind darüber geschrieben worden, um den Ursachen de» Nazismus nachzugehen und sie in der Vergangenheit Deutschlands zu suchen. Diesem Zweck dient auch das Werk des amerikanischen Gelehrten Prof. W. Bossenbrook, der in seinem Buch „Das deutsche Denken” nachweist. dass führende deutsche Philosophen w:o Fichte und Hegel den allmächtigen Staat verherrlichten. Prof. Bossenbrook sieht auch Nietzsche mit seiner Theorie des Uebermenschen und ,1er Verachtung oer Demokratie als Vorläufer des Nationalsozialismus *n. Eine echte Demokratie hat sich in Deutschland nie durchsetzen können, nach, dem die Revolution von 1848 gescheitert wai. Der Verfasser hat eine grosse Literatur in seinem reit grosser Sachkenntnis geschriebenen Werk vereinigt, das verdient, gelesen und diskutiert zu werden. The American Scholar. — Die Vereinigten Staaten sind heute die führende Macht der freien Welt. Es ist daher von höchster Wichtigke.t, die Meinungen und Ansichten seiner im Geistesleben führenden Männer kennen zu lernen. Die Zeitschrift „The American Scholar” hat sich diese .Aufgabe gestellt; in ihren Seiten die Ansichten bedeutender Professoren und Schriftsteller über Probleme der Aussen- und Innepolitik, über Sozialpolitik und Arbeiterfragen, darüber hinaus auch über Literatur und Philosophie zu Worte kommen zu lassen. Wir finden interessante Aufsätze über Kennedy und seine Berater, über dH Revolution in Lateinamer-ka und viele andere mehr. Die Lektüre dieser interessanten Publikation sei jedem empfohlen. Dr. C. Y**ei „Zur Geschichte der Juden in f zernowitz”, von Prof. Dr. H. Sternberg. Reiehillustriert. — Verlag ..Olamenu” Tel Aviv, POB 3002, In knappen Strichen zeichnet der Verfasser die Geschichte der Juden in Czernowitz. Auf eine topographische Einleitung folgt ein kurzer Ueberblick über die äusseren Geschehnisse im Zusammenhang mit deren Bedeutung für die Geschichte der Juden dieser Stadt. Ausführlicher wird die Entwicklung von der kleinstädtisch-konservativen Lebensart behandelt bis zur wirtschaftlichen Blüte uod dem nationalen Erwachen unter dem Einfluss des Zionismus. Die durch die Konstitution vom Jahre 1867 den Juden des Reiches gewährte Gleichberechtigung unter dem österreichischen Regime bedingte ihren Aufstieg auch auf politischem Gebiet. Doch der erste Weltkrieg unterbrach diesen Prozess. Da* Jahr 1918 brachte die rumänische Herrschaft und mit ihr die Systematisch betriebene Nullifizierung der Juden bis zu ihier physischen Vernichtung im zweiten Weltkrieg. Die Schrift nimmt stellenweise der Charakter eines Nekrologs an. Der Verfasser beklagt den Untergang eines jüdischen Zentrums von einzigartiger Bedeu- Tagung. Im Vorraum lagen die Publikationen der Abteilung des Erziehung«- und Kulturministeriums auf, die diese Konferenz veranstaltete: im Mittelpunkt stehen da populäre Auszüge aus dem Lebenswerk von Oberrabbiner Kook s. A. dessen Gedankentiefe noch der Erschliessung harrt. objektive Einstellung zu den Menschen, die im Mittelpunkt der Ereignisse standen. Den Absch uss bilden die Quellenverzelchnisse und persönliche Erinnerungen, — alles in allem, ein überaus lesenswerter und wertvoller Beitrag zur Zeitgeschichte. H. — :o: — „Israel und die Juden der Welt” von Prof Kamillo Landmann. Verla? Alamenu, Tel Aviv 1 POB 3002) 2 Dollar. Die einzelnen vorn Autor behandelten Problem, wie das Alija-, Wirtschafts-, Finanz- und Kulturproblem, bilden ein einheitliches Ganzes, das mit psychologischem Scharfblick und einleuchtender Klarheit, den Fragen - Komplex entwirrt, der der jüdischen Nation mit der Entstehung des Staates Israel erwachsen isf Da.-; Buch bezweckt, ."“Ine Brücke der Verständigung zwischen Israel und dessen in oer Weil zerstreuten Brüdern herzustellen. die Entwicklung eines nationalen Bewusstseins der gesamten Judenheil zu lörderr, sowie Israel zu einem natürlichen Mitte.’punkt im Konzern der ökonomischen Kräde der ausserisraeHsehen Judenzentren zu gestalten. Der Autor tritt für eine grundlegende Aer.derong der politischen Linie der Medir.at Israel, insbesondere auf den Gebieten der Alija, Wirtschaft und Finanz, eir, und bietet ein durchaus realistisches Projekt für den ökonomischen Neuaufbau der altneuen Heimat, welches das Fundament für ein neuartiges Wirtschafts- Programm zu bilden geeignet ist und den Weg der israelischen Wirtschaft z.ur Unabhängigkeit von ausländischem Kapital weist. Eine verantwortungsbewusste elbische Politik im Sinne dieses Buches würde das politisch - historische Schicksal Israels gänzlich nmgestalten und ein mustergültiges demokratisches ‘daaUgebilde mit einem stabilen Wirtschaftssystem im Nahen Osten schaffen. Das Buch ist konstruktiv und oefasst sich eingehend mit den derzeit unlösbar scheinenden Fragen der jüdischen Nation, um dieser mit Hilfe eines 50-Jahresplanes zu einer Renaissance zu verhelfen, die es dem Judenstaaj ermöglichen würde, seinen Kampf, allen Juden eine gesicherte Heimstätte zu bieten, erfolgreich zu Ende zu führen. Das Buch, das im Dien^fre der Weltjudenheit für ein starkes und selbständiges Israel geschrieben ist, sollte von jedem guten Israeli und jedem bewussten Juden in der Welt: sowie namentlich von den politischen und geistigen Führern dei jüdischen Nation beachtet werden. HEBREO SIN MAESTkv, por AHARÓN ROSEN vendo (m.s.) «oic .3 6 6 campo mir .3 61 nw-jer so-di V T depósito ]Cnn.36 7 ¿i mismo iDSU .3 6 2 maj-sán T atz-mb producción mxlfl .3 6 8 agarro (m.s.) npp1? .3 6 3 to-tzé-ret lo-ké-aj P°r *iSJ3 .3 6 9 b'ad construcción bi-nián paa .3 6 4 ÍTVW0.3 7O despensa mjD">2.3 6 5 thu-rA T - Uar-ja-niá T* T S " Di?1? lonan d«?- t : tv * t : “ t mD1? 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