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Jüdische Wochenschau · 1962-01-09 · 1937 (9.1.1962) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1937 (9.1.1962)
Date
1962-01-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Martes. 8 de Enere de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Schicksal und Verfolgung Ernennung einer Kommission (Schluss von Seite 1) | ctem Tode seines Sohnes an einem Anfall von Angina | pectoris stirbt, zweifelt nie- 1 mand daran, dass beide Ereignisse eng miteinander I verknüpft sind. Aber wenn j ein Berliner Ladeninhaber, der plötzlich — nur weil er Jude ist — Tag für Tag von! der SA bedrohj und erpresst wird, Ohnmaehtsanfäll« und «ach wenigen Monaten eine i iireparable Halbseitenläh-' mung erleidet, rechnet ihm der ..Aerztliche Dienst" des Entschädigungsamtes vor, dass die nur wenige Monate (.!) dauernden seelischen Belastungen nicht zu diesem Krankheitsbild führen könnten. Denn körperliche Misshandlungen oder Haft habe dieser Mann ja nicht durchgemacht. Einer Frau, die als einzigen Ausweg die Auswanderung nach Shanghai vor sich sieht, dort auf die elementare Unsicherheit und das ihr unzuträgliche Klima mit Asthma bronchiale reagiert, muss sich sagen lassen, eine hundertprozentige Erwerbsminderung liege erst dann vor, wenn ihre Atemnot so gross sei, dass sie nicht mehr imstande sei. sich auch nur ruhig und flach ausgestreckt aufs Bett zu legen. — Hier geht es ganz offenbar nicht mehr nur um überholte Lehrmeinungen, sondern um die alte, keineswegs überwundene Missachtung des Menschen, also um Terror.” Neues Unrecht Die Praxis der Entschädigungsämter und der Gerichte in vielen Fällen, wo es um die Beurteilung der Gesundheitsschäden geht, bezeichnet die Deutsche Rundschau als Terror. Das ist ein hartes Wort und ein vernichtendes Urteil, das zu denken geben sollte. Ohne jede Wertung können wir nur binzufügen. dass in einer übermässig grossen Anzahl der Fälle neues Unrecht dem Unheil hinzugefügt wird. Dr. FREY ABOGADO : ♦ t. Zt. yerreist ♦ ♦ PUEYRREDON 2190 ♦ 1’ izo. 4 4 nachm, 16—19 Uhr ♦ Es gibt viele Faktoren, die : hierbei mitwirken. Es sind I keineswegs nur die Entschii- ' dignngsämter oder die Gerichte, die zu solchen Fehl- . entscheidungen gelangen, j weil sie von Aerzten bera-1 ten werden, die ihre Weis-1 heiten dazu benutzen, um , die Anträge ä tout prix zu) Fall zu bringen. Den Aerzten nun generell Böswillig-1 keit zu unterstellen, wäre j ebenso verfehlt wie unge-' recht. Denn auch diese Aerzte sind an „Richtlinien" gebunden. die schon deswegen i unbrauchbar sein müssen.! weil säe den verwegenen Versuch machen, das Leben der Verfolgten nach bej stimmten Normen regeln zu wollen. Welcher Mensch konnte die Schrecken der nazistischen Verfolgungen, j die Ghetti. Zwangsarbeitsla- ' ger, Konzentrationslager und sonstigen Marterstätten überleben, ohne an Körper ( und Seele fürs Leben ge-! schädigt worden zu sein? — Welcher ehemalige KZ-Häftling. der nicht nur schwer-1 ste Arbeit bei völlig unzureichender Ernährung und, elender Unterbringung hat leisten müssen, der vieli mehr misshandelt, geschun- ' den und in seiner Menschen-1 würde aufs schwerste verletzt worden ist, kann heute i ruhig schlafen, bald 17 Jah- | re nach der Befreiung? — Gibt es wirklich auch nur einen, der nicht des Nachts | schweissgebadet aufwacht, weil er die Schrecken noch einmal und immer wieder durchlebt? Sind die Leiden und Krankheiten dieier Menschen wirklich dazu geeignet, zum Gegenstand langatmiger | ärztlich - wissenschaftlicher Ausführungen gemacht zu werden, um schliesslich zu . „beweisen", dass die Folgen des KZ bereits im Jahre 1948 überwunden waren, und; der heutige Krankheitszustand. der im übrigen die gleichen Symptome aufj weist, nicht mehr auf die | Verfolgung, sondern auf Veranlagung zurückzuführen sei? Es gibt eine Vielzahl solcher ärztlicher Gutachten, die dann von den Entschädigungsämtern zur Grundlage ihrer eigenen Entscheidung gemacht wer- MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 •; i. e. Jaime.. f s. a. : SPERRHOELZER H O E L Z E R< DiAZ VELEZ 5224 76-6784 H. 76-2S12 ■ JACOB LAPIDUS J dipl. Mehel NEUE ADRESSE v YTAMONTE 2037, 4o. ft.!' ¡I 46-1716 und 48-2124 || den. Wahrscheinlich muss sich der Beamte, der den Fall bearbeitet, an die Feststellungen des Vertrauensarztes hallen, um selbst nicht von seiner übergeordneten Stelle zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn er eigenmächtig das ärztliche Gutachten beiseiteschiebt. Die von der Deutschen j Rundschau gewählte Ueber- ’• Schrift ..Pflichterfüllung" umschiiesst bereits das ganze Problem. Berufen sich; nicht auch die Kriegsver- | breeher und die Henkers-; knechte der KZ auf ihre Pflicht, die sie getan und er 1 füllt haben? — Aber worin I besteht eigentlich die Pflicht der Entscheidungsorgane? — Besteht sie darin, fiskalische Interes en wahrzunehmen oder die Belange und Ansprüche der Verfolgten zu befriedigen? — Diese Gegenüberstellung entspricht durchaus nicht einer polemi sehen Formulierung, sondern trifft einen Kern dieser Probleme. Ist es wirklich nur ein Zufall, dass z. , B. in Bayern die Finanzmit-' telstelle als Klägerin oder i Beklagte auftritt? — Was hat die Frage der Rechtsfindung mit der Finanzmiftelstelle. was mit fiskalischen Gesichtspunkten zu tun? — Der bayerischen Finanzmittelstelle kann man j vielleicht keinen Vorwurf daraus machen, dass sie alle Mittel anwendet, um die finanziellen Interessen des j Landes Bayern zu hüten. I Aber müssen diese ..Interessen” gegenüber den Geschädigten des Naziregimes ( verteidigt werden? — Auf diese Frage haben wir noch , niemals eine Antwort erhal- 1 ten. obwohl wir sie gerade | an diese Stelle wiederholt gerichtet haben. Nicht selten sind auch die i Fälle, in denen der Vertrau-1 ensarzt zur Feststellung einer 20prozentigen Minderung der Erwerbsfähigkeit des Verfolgten gelangt, die , zur Begründung eines Ren- I tenanspruchs nicht aus-1 reicht, weil im Gesetz 25; Prozent verlangt sind. Dass es sich bei der Fixierung der Erwerbsfähigkeit durch einen Arzt meist um eine! subjektive Stellungnahme handelt, die von einem anderen Arzt nicht geteilt zu werden braucht, dürfte ausser Zweifel stehen. Bewundernswert bleibt nur die Treffsicherheit des vertrauensärztlichen Urteils, die genau den Anspruch abschnei- Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion kündigte an. er beabsichtige eine Kommission zu ernennen. die aus hohen Offizieren des Generalstabs gebildet sein soll, um die Aenderungen zu prüfen, welche für das heutige Militärregime in den von Arabern bewohnten Grenzgebieten angezeigt erscheinen. Verschiedene politische Parteien haben ihre Unzufriedenheit mit den gegenwärtig bestehenden Bestimmungen erklärt. Deswegen wurde nun beschlossen. die wichtigsten Führer dieser Fraktionen, ausser denen der Kommunistischen Partei, zu einem Gedankenaustausch über diese Frage einzuladen. Ben Gurion vertritt den Standpunkt, dass aus Gründen der Sicherheit das jetzige Miiilärregime beibehalten werden mü:«e. Das israelische Kabinett sprach sich inzwischen einstimmig dafür aus. dass die strengen Bestimmungen in den Gebiet, in denen die nationale Sicherheit nicht bedroht ist, gelockert weiden sollen. (ITA) ASo XXIII. —, No. 1937 it SIMAM ISRAELITA Bjsemanario — -parece los Martes y Vie rnes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarseasky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise: Argentinien: I 100.— pro Quartal Ausland I 600 — jährl. Röntgenaufnahmen stützen, die von der anderen Partei, j dem Berechtigten, nicht in diesem Umfang und mit die-, ser Ausführlichkeit und Gründlichkeit beigebracht ' werden können. Denn der■ Berechtigte ist meist mittel-; los. Sein behandelnder Arzt 1 kann ohne entsprechendes; Entgelt, das aufzubringen I den meisten Antragstellern | nicht möglich ist, keine um- \ fassenden gutachtlichen Aeu- | sserungen abgeben, die für; den Vertrauensarzt selbst-1 verständlich sind, weil er hinreichende Mittel hierzu : vom Amt erhält. Interessant und sachlich nicht zu begründen ist auch , die übliche Praxis der Agn ter (und der Gerichte) der vertrauensärztlichen Gut- & ehren gegenüber den ovlvatärztlichen Gutachten den Vorzug zu geben, auch wenn die privatärztlichen Gutachten von anderen deutschen Aerzten abgegeben worden sind, die den Ar-- nsgsteller seit Jahren und zu einer Zeit bereits als Hausärzte behandelten, als an eine Geltendmachung von Ges-undheits * Schäden noch garnicht zu denken war. Auch in dieser Hinsicht sollte eine Korrektur in der bisherigen Haltung vorgenommen werden, zumal die Ausschaltung der Privat- und Hausärzte mitunter einen beleidigenden und die ärztliche Würde verletzenden Charakter an nimmt. Die von der Deutschen Rundschau angeschnittene Frage sollte eine sehr ernsten Prüfung unterzogen werden. Hier gilt es schon wieder, ein neues Unrecht, wiedei gutzumachen. 4 4 4 4 4 4-4-4-4-4-4-4-4 4-4 Dr. B. Schwär« t ZAHNARZT! ♦ ESTOMBA 2283 52-8214 det. Es gibt auch Fälle, in denen der Vertrauensarzt : auf Veranlassung des Gerichts (im Klagefall) zur er- 1 neuten Stellungnahme aufgefordert. seine Meinung revidiert und die fehlenden 5 Prozent zulegt, wo dann der Obergutachter, aber bei den , ursprünglichen 20 Prozent j bleibt, ohne auch nur den Berechtigten (Patienten) ge-1 sehen zu haben. Diese Art der vertrauensärztlichen und obergutachtlichen Urteile sind wertlos.' Sie müssen zu einer tiefen ) Enttäuschung und Verbitterung der Verolgten führen, sie müssen aber gleichzeitig das Vertrauen in die gesamte Wiedergutmachung erschüttern. Wenn jetzt an ein Sehlufsgesetz gedacht ist, so sollte man auch darüber naehdenken. in welcher Form alle bisher bearbeiteten Gesundheitsschäden einer erneuten Ueberprüfung unterzogen werden, soweit sie rechtskräftig abgelehnt worden sind. Sicherlich werden alle Kenner der Materie vor einer solchen Forderung zurückschrecken. Würden doch hierdurch die Aemter und Gerichte noch einmal mit einer grossen Fülle neuer Arbeit belastet werden. Die Auswirkungen dieser Massnahme würden auch zu einer fiskalischen Belastung des Bundes und der Länder führen. Aber trotz dieser Einwendungen und Bedenken wäre ein sol-, eher Schritt nur ein Akt ech-1} ter Gerechtigkeit. Man sollte noch das folgende Argument prüfen, das bisher niemals Berücksichtigung gefunden hat. Auch die vertrauensärztliche Untersuchung ist ein Parteigut , achten. Die Aemter geben 1 J den vertrauensärztlichen , ♦ Gutachten meist deswegen_ den Vorzug, weil sie sich j auf eine Reihe von Nebenun- : 5 tersuchungen, Analysen und ¡j.*************************************** * MALERARBEITEN i FACHMAENNISCHE AUSFCEHRUNG, SAUBER, | PREISWERT. SCHNELLSTENS * ALFRED« STERN Virrey del Ptno 2638 % T. E. 76-7281 y 76-9088 ■a***********************-*-*************-- •VON DER REISE ZURUECK Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernand« Radi« X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me CUBA 2141 — T. E. 13-6782 n. 73-6817! t Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr S 33-9305 REAL PEN*: ♦ Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 0-0 0-0 -0 0.0 0+0 0-0 OPTICA i DIPL. OPTIKER; Sarmiento 829; T. E. 35-7356! MARTHA \ ¡CHAPEAUX}. HUTSALON I* Jotzt in E L G R A N 0 MOLDES 2561 J T. 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