Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-01-05 · 1936 (5.1.1962) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1936 (5.1.1962)
Date
1962-01-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9612948--1829-9612951
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Viernes, 5 de Enero de 1962 LA SEMANA ISRAELITA AUS DER HITLER-ZEIT Vor genau 14 Jahren wurde mir der damals 57jährige Ministerialrat Bernhard Lösener aus dem früheren Reichs - Innenministerium nach Nürnberg zur Vernehmung als Zeuge gebracht, um über seine Tätigkeit als Judenreferent in der Gesetzgebungs - Abteilung des Reichs - Innenministeriums auszusagen. Es war eine eindrucksvolle Vernehmung, weil Lösener, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht mit der Wahrheit hinter, dem Berg hielt, offen seine Tätigkeit als Judenreferent zugab, einwandfrei nachweisen konnte, dass er sich aus dieser Tätigkeit hatte wegversetzen lassen und ebenfalls beweisen konnte, dass er später wegen seiner Verbindung mit den Attentätern vom 20. Juli 1944 bis zum Zusamenbruch des 3. Reiches von der Gestapo verhaftet gewesen war. In den seinerzeit nicht veröffentlichten Zeugenaussagen hatte Lösener schon damals erklärt, dass Eichmann der Haupthetzer in Judensachen war, und dass er und sein Amt bei der Einführung des Judensterns in Deutschland eine entscheidende Rolle gespielt haben. Bevor Lösener im Jahre 1952 starb, hatte er auf Veranlassung des jetzigen Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Dr. Walvon ROBERT M. W. KEMPNER ter Strauss seine Erlebnisse und seine Erfahrung über die Rassegeaetzgebung niedergeschrieben, die kürzlich als wertvoller Beitrag in dem Juliheft der „Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte” von Dr. Strauss veröffentlicht wurden. .Nach diesem Protokoll im Zusammenhang mit den Nürnberger Vernehmungen steht eindeutig fest, dass Reinhard Heydrich schon nach der sog. Kristallnacht vom November 1938 den Judenstern einführen wollte. Dies scheiterte damals merkwürdigerweise am Widerstand von Hitler selbst. Hitler war der Meinung, dass die Einführung des Judensterns in Deutschland vielleicht in Amerika und in anderen Ländern Kennzeichnungen „anderer Gruppen” hervorrufen könnte. Etwas Derartiges wolte er aber vermeiden. Die Befürworter des Judensterns warteten über zweieinhalb Jahre, bis sie nach dem Einmarsch Hitlers in Russland im Sommer 1941 einen neuen Vorstoss machten. Sie steckten sich hinter Goebbels. Dieser berief am 15. August 1941 im Propagandaministerium eine Sitzung von Gauleitern und einigen Ministerialbeamten ein. Der Staats- ¡TALLER MECANICOl S m S S I Elemer Arpas y Roberto Bails » I ESPECIALISTAS EN SKODA Í . jfj UN j¡ HUMBOLDT 23W. T. E. 772^ - 352« .5 w S ¡ MALERARBEITEN f $ Günter Stern, H. Rosenhain * * LEANDRO N. ALEM 2536 MUNROÎ * T. E.: 795 8710 n. 740-1925 * I AmUAnMIM i opptcuitaHS UNERRXICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen!! MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—10 Uhr im Ausstellungshaus. Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urqui« >♦♦♦♦♦♦♦♦♦» Muebles . »WaWimjQnnj MODERNE WOHN- UND SCHLAFZIMMER EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN SARMENTO 1147 CABILDO 774 I ¡ AUTQ - REPARATUR - WERKSTATT j „BEÑO” BEÑO HUTSCffNECBER Avd«. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 . 2206 1 *Wfi IíjTmEi» ihívtt rd*i ~ ni* Sekretär Gutterer vom Propagandaministerium erklärte in der Sitzung, wie Lösener berichtete, die Juden Berlins bildeten eine Hetzzentrale. Sie kämen beim Einkauf trotz der besonderen Einkaufszeiten noch in zu starke Berührung mit der Arbeiterschaft; darüber hätten sich auch Fronturlauber beschwert. Wie jetzt besannt wurde, hielt bei dieser Sitzung der damalige Sturmbannführer Adolf Eichmann vom Re!chssicherheitshauptamt ein Referat und teilte mit, dass seine Behörde bei Göring die Einführung des Judensterns beantragt, dieser aber zurückgeschrieben habe, so etwas müsse der Führer entscheiden. Seine Behörde, erklärte, er, habe nunmehr den Antrag auf Einführung des Judensterns umgearbeitet und dem Reichsleiter Bormann vorgelegt, damit Hitler die Entscheidung treffe. Tatsächlich entschied Hitler auf diesen von Eichmann ausgearbeiteten Vorschlag, so dass das Tragen des Judensterns kurz danach angeordnet wurde. Leider ist die volle Mitwirkung Eichmanns bei diöser Massnahme erst jetzt bekannt geworden. Während des Prozesses hatte er versucht, die Schuld von sich auf andere Behörden abzuschieben. DIE ENTSTEHUNG DER NUERNBERGER GESETZE Die Vorgeschichte der Entstehung der Nürnberger Gesetze war bisher ziemlich in Dunkel gehüllt. Jetzt wird durch Löseners Bericht bekannt, dass er am Freitag, den 13. September 1935, plötzlich zum Fluge nach Nürnberg befohlen wurde; es handele sich um Judengesetze, er solle Akten mit- FUER DAS FÜR BERUF, REISE UND SPORT DIE FEDER¬ LEICHTE Stabiloform- Fertigkleidung aus Dacron (nur mehr vorrätig in Grössen 42, 44, 46 und 48), aus Leinen, Alpacca. Tropical und der 1000-G RAMM-ANZUG Freizeit-Kleidung, Regenbekleidung. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! Auch Junioren kaufen gern bei uns Ständi/r-' —<ko-\trolle. Herrenbekleidung Maipu 484 I. TE. 31-7. „ Herrenausstattung Mcripü 9B2 TE. 31-0337 nehmen. In Nürnberg habe er von den Staatssekretären Pfundtner und Stuckart erfahren — die beide inzwischen verstorben sind —, der Führer wünsche zum Abschluss des Parteitages ein Blutschutzgesetz gegen die Juden so wie ein Sondergesetz über die Staatsangehörigkeit. Die Haupthetzer für möglichst scharfe Gesetze und Verordnungen seien, so berichtet Lösener, ein Ministerialrat Sommer aus der Parteikanzlei von Rudolf Hess und der Reichsärzteführer Gerhard Wagner gewesen. Er selbst habe mit grösster Mühe versucht, wenigstens das Schicksal der Mischlinge besser zu gestalten, denn die Scharfmacher hätten auch sogenannte Ein-achtel-Mischlinge in die Gesetzgebung einbeziehen wollen. Hitler habe eine Presse-Notiz über „das Werk” verlangt, obwohl die juristische Fassung noch garnicht bekannt war. Lösener erklärte: „Wir mussten uns deshalb im Bamberger Hof aufhalten und so wurden die Arbeiten und die Gewinnung von Gesinnungsgenossen (für eine mildere Fassung) im Früh,- schoppenlärm und Getümmel der engen Schankstube fortgesetzt. Ich versuchte, Pressenotizen zu entwerfen und schrieb sie auf alte Speisekarten, da am Sonntag kein anderes Papier zu beschaffen war.” Lösener erzählte dann interessante Einzelheiten, wie es ihm bis zum September 1942 gelungen sei, 991 Mischlinge zu Ariern zu „schlagen”, und wie er bis zum Verlassen seines Postens zusammen mit anderen durch Warnungen über bevorstehende Massnahmen gewisse Hilfe leisten konnte. Bankett für Dr. Eliav New York. — Bekannte jüdische Persönlichkeiten veranstalteten ein Abschiedsbankett für Dr. Benjamin Eliav und seine Gattin, um sich von dem Generalkonsul Israels zu verabschieden, der nach Israel zurückgekehrt ist. Die Festlichkeit fand im Israel-Konsulat statt. Botschafter Abraham Harman, der eigens aus Washington gekommen war, befand sich unter den Anwesenden. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA BISKMANARIO INDEP INDIENT* fl«. Air«« — PUEYRREDON 2190, 1* i*q. — T. E. 83-2*1: 5. Januar 1962 29. Tewel, 5722 Aus aller Welt Kehilla-Praesident von Bombay Bombay. — Der Präsident der Kehilla von Bombay, Prof. J. Aaron, starb im Alter von 68 Jahren. Er war der Vorsteher der Gemeinde der Bne Israel in Indien und Professor an der Universität von Bombay. Prof. Aron, ein glühender Zionist, gehörte dem Jüdischen Weltkongress an und nahm an den Konferenzen in Stockholm und Genf teil. Er hatte mehrmals Israel besucht, wo er ein grosses Interesse an der Erleichterung der Bedingungen für die Einwanderung von Juden aus Indien nahm. (ITA) Die Einheitskampagne in USA New York. — Die nordamerikanischen Juden haben 60 Millionen Dollar im Jahre 1961 für die Einheits. kampa^ne gesammelt, um den Einwanderern in Israel und bedürftigen Juden in Uebersee zu helfen Jetzt wurden sie aufgefordert, angesichts der Notlage der Juden in verschiedenen Ländern und der verstärkten Einwanderung nach Israel und anderen Ländern 90 Millionen Dollar im Jahre 1962 aufzubringen. Tausende jüdischer Leben hängen von unserer Fähigkeit, Gelder zu sammeln, d. h. diese Erhöhung von 30 Millionen Dollar im kom- Golda Meir wieder in Israel Jerusalem. — Aussenminister Golda Meir ist aus New York nach Israel zurückgekehrt. Sie erklärte sich von den Resultaten der Beratungen der Generalversammlung der UN über das Problem der arabischen Flüchtlinge befriedigt. Sie fügte hinzu, sie hätte es begrüsst. wenn die Resolution der 16 Nationen, die sich für direkte Verhandlungen zwischen Is~. rael und den Araberstaaten einsetzten, angenommen worden wäre. Doch könne man für alle Fälle behaupten, so betonte sie, dass es für die Araber eine Niederlage bedeutete, als ihre beiden Vorschläge zur Abänderung des nordamerikanischen Antrags abgelehnt wurden. (ITA) menden Jahr zu erreicr.en, ab, so führte Joseph Meyer-, hoff, Vorsitzender der Ver-’ einigten Kampagnen vor, 1.500 jüdischen Führern aus : dem ganzen Lande in deri Eröfnungssitzung der dreiil tägigen Jahreskonferenz der j Einheitskampagne aus. Erj machte den Vorschlag, die-] sen zusätzlichen Betrag] durch einen „Sonderfonds” zu sammeln. (ITA) {< Dr. MAX FLESCH | Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. : ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL! Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE Waehrend der Monate Januar und Februar Sprechstunden nur Dienstag und Mittwoch von 16 bis 18 Uhr, (Telef. Auskünfte werden NICHT erteilt,) Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen.* VERREIST BIS 21. JANUAR PUEYRREDON 2190 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.