Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1936 (5.1.1962)
- Date
- 1962-01-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9612948--1830-9612952- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
LA SEMAK A 1SI AE LITA An«, JXIII, — N*. lftW DHISTISCHEN KLOSTER Israel - Enzyklopaedie Die Reise des israelischen Premierministers nach Burma war nicht nur eine Slaatsvisite. Nachdem zwei burmesische Ministerpräsi-! denten den israelischen Staat, der Präsident Israels j Ben Zwi die befreundete I Nation Ostasiens besuchte, war nun die Reihe an Ben i Gurion; doch sprach ein j ganz eigenes Anlieg* n mit; Ben Gurion ist ein persdnli-; eher Freund U Nus, mit i dem er religions-phaosophi- ' sehe Gespräche führte, privat und auch für das nord- ■ amer:kar.ische TeUmisionsnetz. Mehr als das. die Privatinteressen des '.sraeli- . sehen Ministerpräsidenten i sind weitschichtiger Natur, i Neben der rein jüdischen Wissenschaft — Ben Gurion j ist der eigentliche Inspirator der internationalen Bibel- ' „Wettkämpfe” die ausserordentlich beliebt sind in Is- | rael, aber auch von der ka- | tholischen Kurie wie von massgebenden protestantischen Persönlichkeiten beachtet werden — neben diesen jüdischen Int-ressen, hat er Interesse für Hellas und den Buddhismus. Ben von Dr. COIS RAD N. ROSENSTEIN Gurion war in früheren Jahren ein gern gesehener Student bei griechischen Kursen in der Hebräischen Universität. Man klaschte ihm Beifall. Er verbat es sich. Er erscheine nicht als „offizielle Persönlichkeit”, sondern als Lernender, der seinen Platz im Auditorium einnimmt, wie jeder andere. Bei seinen Besuchen in England und Frankreich ist Ben Gurion oft Besucher bekannter Buchhandlungen. Er fahndet nach Lektüre über antike Wissenschaft und Buddhismus. Als die bedeutendsten Quellenaller , Kultur betrachtet er — wohl nicht zu Unrecht — Palästi-; na. Hellas, Indien. So stand von vornherein fest, dass I der „Staatsbesuch” mit einem kurzen Klosteraufentj halt von etwa zehn Tagen j verbunden sein würde, vollj kommen der Betrachtung | hingegeben, unter Anleitung U Nus dir selbst ein buddhistischer Mönch und ein hervorragender Kenner seiner religiösen Tradition ist. Ben Gurion ist ein Mann der „Realitäten”. Als solj ehen kennt ihn die Welt. E« j wäre sonst nicht verstand- ' lieh, wie er als Miniiterprä. i sident gleichzeitig Verteidij gungsminister sein könnte, i Dieser Sinn für die „Realitä- | ten” bedingt aber nicht, j dass er in der grauen All- | tagsmisere untertauchen! müsste. Ein religiös-mysti- 1 sches Element brennt im Grunde. Es überwuchert i ihn nicht. Er führt kein i mystisch-weltfremdes Thea-! ter;m heiligen Lande auf; , aber er weiss sehr gi t, dass 1 er nicht in einem histori- I sehen Vakuum regiert. Das . Land die Geschichie der! Juden, sind „einzigartig”,! sind nicht zu verwechseln mit vielen anderen histori- I sehen Prozessen. Beflügelt j von dieser Ueberzeugung! zog sich Ben Gunon vor Jahren von der OefrVntlichkeif zurück; er ging in einen Kibbuz, nahe der Gazagrenze, am Wüstensaum. Gewiss war das politisch gemeint. Er wollte damit sagen. unsere wahre Zukunft ist und bleibt Pion ertum. Umgestaltung der 'Wüste in Fruchtland, konstruktive 1 I^eistung im Sinne kollekti- I ver Verantwortlichkeit des! Einen fiir alle, und aber für den Einen. Und dennoch wä- I re es töricht zu glauben, j Ben Gurion sei „nur” Propagandist. O nein! Ben Guidon ist Pionier geblieben, bescheiden in seinem Privatleben. im Grunde durch aus zu Hause, wenn er mit dem Vieh auf die Weide ging, von seiner Gattin derweil unterstützt, die in der Kibbuzküche das Essen kochte. In seinem Holzhäuschen. hinter seinen Büchern, wenn der Teekessel auf dem Petroleumöfcher kocht, ist er zufrieden. Der Besuch des burmesischen Klosters ist deshalb nicht als theatralische Geste zu werten, er liegt auf der Linie eines Mannes, dem das Protokoll, die leere Geste höchst zuwider ist. der immer wieder gegen die Diplomaten-Formalitäten „verstösst ’, dem | Etiquette nichts bedeutet, i Snobs schütteln oft den i Kopf: Menschen mit innerer j Würde wissen seine Vorm— 1 teilslosigkeit, seine innere I Freiheit zu schätzen! Ursprünglich hatte David . Tidhar versprochen, seine Enzyklopädie der Chaluzim und Erbauer des Jiscluiw' bis auf zehn Bände zu bringen. Nachdem er dieses I Versprechen vor zwei Jahren erfüllt batte, sah er ein dass dieses sein Nach-1 Schlagwerk schon deshalb | nicht abrupt abgeschlossen werden könne, weil ja das Leben weitergeht und noch viele Persönlichkeiten grösseren oder kleineren Formates in diesen weit ge- I streckten Rahmen mit hercingehören. So entschloss er sich, das Werk fortzusetzen, und gab nun, wenn man so sagen kann, den fl- Band seiner 10-bändigen Enzyklopädie heraus. Manche der darin angelührlen Personen erscheinen nach den über sie wiecergeg-ebenen Angaben nicht interessant genug für dieses Werk, doch finden wir hier immerhin nicht wenige bekannte und der Veröffentlichung ihrer Lebensgeschiehte würdige Leute, wie z. B. Generalstabschef Rav-Aluf Zwi Zur, Jeschurun Schiff. Josef Nachmias, die Maler njnjr, x jx ITT nq* l» "i«r, ni3i?tr .3 5 6 t : •pt' 3IT33 .3 51 T * : tv*r?ni3\3 5 7 •?»T( D'02? .3 5 2 * “ T BWTiRRB . »133 .3 5 8 pKRsr. p-os: 3*712.3 5 3 pn«307n D33 .3 5 9 3'On .35 4 4 T PR”: T D'3"7-X .3 ♦> 0 . VRt H 3 .3 5 3 ornas nima vfi sä oxn ,X3D : 3*7*3 | 0*3:233 p "133 nrx n^na *o ,33102 30*7 i» jota 3Pp 3Pp rra-w? ¡ nxi 0:02*3 nx 3to» o*3Vx??inn*r | 3fr» *noi *?xs* .TI?!? 3*7* \3**3 32?X2 ,p :X20 v V * t v " ’ 44 T ~ 33sn ,*2?x3 nx nsm *oxi T 4 v T “J t : P nrnn x^tf *n*x3 Tfix’p-pn nx T } '313 - **?tf 3133?]3T3 - 7|*?2* 3133 ,3*3330 32303 3*712 *31X t : : v t ~ .3*7i3ä 3-sn 3ps x1? 3isn X3 0*22? 3237"|3 3*3 32?X3 .D**72?13*3 1313 HX 3,33*? .1313",’33,7l 1313*7 n02? X13 1313 - i*?tf 3133 , 42313 - 12*72? 3133 ¡ 3nX*?1 ,1p 32£ ,inni2? 03 02313 - 03*?tf 3133 j :*31X 03*7 30X 30"pt 0313 - 33*72? 3133 i 31X3*7 32SÍ3 *2X ,1X13 12?3¥1 '313! - 3133 1 3’"*?S7 m ■5|3i3 - IJ*?«' 3133 ri313 - 3*7¿ 3133 D,’233 * T “ 42313 - 12*72? 3133 | |D313 - 15*72* 3133 D2‘*X T 44 Í313 - ]3*?f 3133 •DI» X .. ,3*33? 0*3330 ,1ikv r>kl D'ttév M 320 c '3 331p.? •:tt v: *“■»— V TT « v. T- -▼ ‘JR’IDDNT! IRK RI JtTNinUPn löT,P‘7Nj7Nn 1ÖD1’-? N j’K WU)ÜNm»,v? RB"« IRH jlllll Ü"?B0Ü)1)JRJ T’K 1BR RU7’UI lDBÜ’lUlBJJdB INS;LS jllBll IR ÜBE TN 1B11 1BJN ^SNIRNJIN 1BIB'NB'13BF1 RB7NPN7 .■PNÜIB1 ^’■PUIIT ,7111 .J.n /ITTI^IB n’RTB fPJJ vtr-is r’R3j? jv-d re py-'rcRiK Hebraeisch ohne Lehrer 351 Witz 352 Himmel 353 geboren 354 immer 355 Mund 356 Haare 357 wäscht 358 warum? 359 Weinberg 360 G tt Hirszenberg, Mosche Castel, Es hat eine gewisse R°-j David Gilboa; Dr Benjamin mik. dass der Oberrabbiner von Israel eifernden Proauch im Ausland lebende Juden, die Fonds - Arbeit oder sonst für Israels Aufbau etwas in Amerika leisten. in dieses Buch der Chalii7im aufzunehmen, und ob man ein solches Werk abwechselnd in hebräischer und englischer Sprache führen kann. Wir finden da z. B. die ganze Familie Bronfmann Allan, Harry, Gerald und Aba) jeden gesondert iti englischer Sprache. Auch wenn sie für allerlei jüdische Aktionen Zeit und Dollars übrig haben, gehören diese Leute wohl doch nicht in diese Enzyklopädie, ebensowenig wie Dr. Phillip Joseph der nach einer gewissen Anfenthaltszeit in Israel in seine Geburtsstadt Montreal nach Kanada zurückgekehrt ist. Ein anderer wurde als „Jored” missachtet; weil er ein Joseph ist, gebührt ihm der Titel „Chaiuz“ auch in Kanada? Jacob Blaustein mag ein wichtiger Vertragspartner Ben Gurions sein. aber unter Cbaluzim ist dieser betonte; Niehtzionist aus Baltimore | «USA) fehl am Platze. Mit : Isaac Wolfson, der gewiss | nicht wenig in Israel investiert hat, könnte man sieh evtl, noch abfinden, aber wir Halevy Dr. Felix Teilhaber , tindeR hier auch ’ ph. M. Berl Koralnik, Richard test einlegte, dass Ben Gu- Lichtheim, Berl Locker. Jurion sich — wenn auch nur für Tage — in ein buddhij stisches Kloster begibt. Er | sei. so hiess es in der Ver- I lautbarung, eine „offizielle” i Persönlichkeit. Er sei Missdeutungen ausgesetzt. Ein 1 jüdischer Mann seiner Position hätte nicht ins Kloster zu gehen. Heute sei es ein J buddhistisches, morgen kön-! ne womöglich ein anderer i in ein katholisches Kloster j gehen. ... Traditionen seien; gefährdet! Wie klein ist die- 1 ser ganze Ausblick’ ...! Die jüdische Religion ist i gefährdet? Es stände übel; um sie. wenn sie dadurch ■ gefährdet werden könnte! i Eine Glaubensüber/.eugung i von mehr als dreitausend I Jahren, in Freude und noch j viel mehr in Leid geprägt, I wird nicht gefährdet durch : das Interesse, das der I Mensch seinem Nebenmeni sehen entgegenbringt, selbst! 1 wenn er Nichtjude ist. Tau- 11! sende kommen heute nach | ♦ | Israel, Christen, Buddhisten, i f I Anhänger afrikanischer,! J j asiatischer Kulte; Studenten * j aller Hautfarben sitzen in J den Hörsälen der Universi- | J ' tät, lernen Hebräisch, zei- \ gen sich aufgeschlossen, in- 1 teressiert; ein Austausch i von Ideen zwischen Mosj lems, Juden, Christen, ein lius Löwy, Jizschak Herzberg, Prof. Schmuei Klein, i Dr. J. H. Jewin. Dr. Sch. Junitschmann. Prof. Josef j Asehermann, Prof. Norman Bentwich, Prof. J. L. Tal-1 mon, Prof. R. Bachi. Rav. 1 Z. A. Rabbiner. .1. D. Herzog. Ephraim Hin und Ing. Oren. Fraglich ist. ob Tidhar den richtigen Weg gegangen ist, als er sich entschloss, anders hat. Und so wie U Nu mit Ben Gurion Menschheitsanliegen aus seiner Sicht behandelt, so steht es auch Ben Gurion zu, die an-1 ka als Klutznick. den früheren Bne Brit - Weltpräsidenten, gewiss keinen Israeli — und roch viele andere, deren Namen unbekannt sind und die anzuführen daher überflüssig war. Leider sind diesmal auch Bilder durcheinander geralen. So erscheint als Bild vbn Dr. Josef Kastein irrtümlich das Bild eines Funktionärs des Lehrerverbandes namens Josef Kasztan, und als Jeehiel Selinger erscheint das Bild eines ungarischen Journalisten namens Barsilai. Man sieht dem 11. Band seiner Enzyklopädie zu sehr an. dass sieh Tidhar in der letzten Zeit mehr in Ameriin Israel befindet; eiere Seite kennen, achten zu lernen und zu eigenem Urteil zu gelangen. man kann so ein Werk anscheinend nicht anders finanzieren. ♦♦♦♦♦♦♦, NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES „OLAHENU rr TEL AVIV POB 3062 ISRAEL iProf. Dr. H. Sternberg: \ Zur Geschieht« der Juden in Ciernowitz Reich illustriert Kart. 3.— ' t t t neuer geistiger Brennpunkt, t auf den die Israelis stolz sein können und um den sie so manche heute beneiden; und ich kenne deutsche Studenten darunter, amerikanische Professoren! Das Judentum wird sich ständig bewähren; ständig erneuern durch den Kontakt mit der Welt der Ideen. Diesen Kontakt zu pflegen, ist eine der vornehmsten Aufgaben des jungen Staates, hei vorgegangen aus der Revolution gegen den „Städtgeist”, gegen das Elend jüdischer Ghettoexistenz, — bei allem Respekt für den Mut seiner Bekenner. Da wir stets unter dem Geist | a der Intoleranz litten, gei ♦ ziemt es uns, Toleranz zu I? beweisen! f Ben Gurion wird in der! t klösterlichen Abgeschieden- J heit Rangoons kein Buddhist j J geworden sein, wie ein Jude j j noch kein Katholik wird, 1 wenn er gotische Kathedralenkunst liebt oder Bachs H-mo)l messe oder eine der Passionen hört. In Freiheit seine Tradition zu hüten, im menschlichen Respekt für die Werte dies anderen den Respekt fiir das Eigene zu fordern, das ist das Anliegen, das der freie Jude heute in Israel — mehials irgendwo ♦ Prof. Kamilo Lanthnunn: Israel und die Juden def Welt Kart. 2,- Í DEMNAECHST ERSCHEINT: T Geld: Geschichte der Juden in der Bukewinai II. Band 20,- x IN VORBEREITUNG: * Gold Hugo: GESCHICHTE DER JUDEK IN WIEN Vor Erscheinen 15,- Nach Erscheinen 25.— FESTSCHR IFT zum 70. Geburtstag de* bekannten Historikers Dr. N. M. GELBER (Jerusalem) in hebräischer und englischer Sprache unter Mitarbeit der grössten Gelehrten in Israel und der Welt, Luxusband 12 Die Preise sind in USA-Doliar angegeben. j»M|A her Naehdem j IS. z rf den . cai-edo , «nndt um gende die Hause^ denen hebrai!mdimlnn« Inplitutionen Bäumlie***1*1 leidigen*.1' schmiert; i« Habonim J to»'Bomb« ereigneten sr dere Ausseh umso schwer sie absict verursachten densbruch b« lu ihrem > chef gerieI drückt die I wunderung sorgnis über Ausbruch Ausschreitung Fortsetzung sehen Haiti »eiche v°r ,er. festzuste schon damal Protesten <k t« Dieses betont die diese Attent angewandter (.WWW H( RIO CEE Wim Per unter A CHASCI letaf. Ai ***** ®HMi Am ME