Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1934 (22.12.1961)
- Date
- 1961-12-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA Añe XXII. — No. ir.14 \ it! . -i m Lie em'i.re do lMíf In Nazaref kann man nur unter dem Ladentisch, aber i'egen den doppelten Preis das Buch des libanesischen Autors L. Baalbeki „Ich lebe“ erstehen — es erschien im Verlag der israelischen Gewerkschaft „Hisladrut“: im letzten Augenblick entdzekte man in ihm i.nti-israeiisehe Tendenzen und es wurde aus dem Buchhandel zurückgezogen. D.eser kleine Zwischenfall beleuchtet zwei Tatsachen; «¡ass die Intellektuellen unter den 225.000 Arabern Israels ausgehungert nach Autoren ihres eigenen Kulturkreises sind, und dass ein Buch, um von HERBERT FREEDEN (Jerusalem) sie sich befinden; als Bürger Israels haben sie dem Staat loyal zu sein — und als Angehörige des arabischen Volkes sind sie ihren Stammesbrüdern in den Nachbarländern nahe, die erklären, mit Israel im Kriegszustand zu sein, und deren Hasspropaganda sie tagtäglich über den Rundfunk erreicht. denten der Hebräischen Schulen erstreckt; weil ara- Universität in Jerusalem;! bische Mädchen, trotz der I Abdul gehört zu jenen zwan-' Schulpflicht, überhaupt zig arabischen Studenten, j schwer in die Schule zu brindie vom Erziehungsministej gen sind — und weil es nicht , rium ein jährliches Stipen-; genügend Lehrer gibt. I dium von 300 israelischen Zwat. ist die Zahl der ara- Pfund erhalten weil sie Leb bist.heil Lehrer seit Staats- : ier weiden W'ollen. Sein la-j griindung von 243 auf 1265 i ter ist Gemeindebeamter in; gestiegen, aber nur wenige : einem mohammedanischen sjn(j akademisch vorgebili Dorf an der transjordani- | Mehrzahl ist durch ,AVir leben in einem geitehen Grenze. Schnellkurse und Seminare j stigen Ghetto", klagt Salim Es war nicht leicht. Ab-; des Erziehungsministeriums aus Nazaret, ein junger dul zum Sprechen zu brir,- j gegangen. Und selbst bei : christlicher Araber, der gegen. Er wohnt im Studentendem fühlbaren Lehrermanrade einen schmalen Band . heim im Universitäts-Cambei ihnen zum Bestseller zu , lyrischer Gedichte veröfj pus. Ausser ihm gibt es noch w erden, eine besondere Inj fentlieht hat. Er arbeitet bei! ca 80 arabische Kommilitogrjdienz haben muss —! der Steuerbehörde im west- . nen unter insgesamt 8.000 i'ämüch eine Israel feindliliehen Galil. ..Ich meine, wir Studenten. „Die arabische che Haltung. sind abgeschnitten von der j Bevölkerung Israels macht In der Tat ist die kleine! Welt unserer Sprache, von; über 10 Prozent aus. die ara- Schicht der Intellektuellen den strömungen einer lebische Studentenschaft nur das Sorgenkind unter der arabischen Minderheit in Israel. Den Bauern — und sie machen 63 Prozent der Minorität aus — °eht es besser, denn ihr Viehbestand! Hebraii\che übersetzt, bat sich in den letzten zwölf1 WJr Slnd lsollert Und Jahren verdoppelt, die bewässerte Bodenfläche ist um oas Zehnfache gestiegen, viele bestellten ihr Land statt mit Kamel oder Esel mit Traktoren und mechanisierten Pflügen. Auch die nomadenhaften Beduinen haben ihren Anteil am wirtschaftlichen Aufstieg — wenn Dürre ist und sie keime Weide für ihre Tiere finden können, erhalten sie Kompensationen von der Regierung; Kliniken und Krankenpflege sorgen für ihre Gesundheit und die ihier Kinder. Nur die arabischen Intellektuellen bilden ein Problem für sich. Sie fühlen den echten Konflikt, in dem bendigen arabischen Kultur. Hier und da gibt es den Nachdruck von ein paar Büchern, hier und da wird ein arabisches Werk auch ins aber auch zahlenmässig zu wenige, um eine grössere Verlagsproduktion rentabel zu machen“. Tatsächlich gibt es einige wenige Verleger arabischer Literatur, aber in einer Bevölkerung von unter einer Viertelmillion, mit einem hohen Prozentsatz von Analphabeten, fehlt es an der 1 Prozent“, sagte er ohne Vorwurf, aber mit einer deutlichen Tendenz. Ich versuche zu erklären, dass auch - unter der jüdischen Bevölkerung der Prozentsatz der Westjuden auf den Hochschulen höher ist als der der Einwanderer aus orientalischen Ländern. In den dreizehn Jahren seiner Existenz konnte der Staat nicht den Kulturunterschied von Jahrhunderten ausgleichen. In Palästina unter dem britischen Mandat gab es auf fünfzehn Araber einen Schüler; heut. otwendigen Resonanz. Eine in Israel ist das Verhältnis Tageszeitung und zwei Wochenschriften in arabischer | Sprache geben dem arabij sehen Schriftsteller in Is-1 rael eine Plattform, die jedoch nicht zu genügen scheint, um ihn von dem Ge-j fühl der Isoliertheit zu befreien. Zur gleichen Zeit sprach ich mit Abdul, einem Stu- 1:5, besser als in Aegypten, Irak und Tunis, wo es 1:10 ist, oder gar in Saudiarabien, w’o ein Schüler auf 75 Einwohner kommt. „Von den 37.000 arabischen Schulkindern in Israel gehen weniger als 1000 auf die höhere Schule“, gibt Abdul zu bedenken. gel war es nicht immer | möglich, alle ausgebildeten Kräfte einzusetzen, da manche Lehrer ihre Schü]er gegen den Staat Israel aufhetj zen und ihre Loyalität als ' junge Staatsbürger untergraben. Abdul gibt keine direkte Antwort. „Es ist wahr, dass ' es uns in Israel besser geht, als unter den Engländern — unser Gesundheitsstand ist | höher, unser Einkommen ist 1 gestiegen, unsere Dörfer: haben Elektrizität und Was ser — aber unsere w;iiver-| zweigten Familien sind jen-1 seits der Grenzen, und jenj seits der Grenzen liegt man im Krieg mit Israel“. , Welche Karrieren stehen! also den arabischen Intellektuellen in Israel offen? Die Möglichkeiten für freie j Berufe sind zahlenmässig1 äusserst begienzt und das Problem wird dadurch nur schwieriger, dass die Re-1 gierung alle Anstrengungen 1 macht, um das Bildungsniveau der jungen Araber zu heben, und somit mehr und j mehr Intellektuelle heran- ' zieht. Die Jugend, die die Gymnasien absolviert, will nichts lizei. im Finanzmini?ferium. im Arbeitsministerium, in der Gesundheitsfürsorge, im Ministerium für religiöse Angelegenheiten und in der Sozialarbeit. Trotzdem sind die Arabej im israelischen Beamtenapparat von über 45.000 Beamten nicht entspreehen" ihrem Bevölkerungsanteil von 10 Prozent vertreten. Wie alle Probleme der Minderheitenfrage, ist auch das eine Folge der Feindschaft der Nachbarstaaten.Was die Amerikaner „securify risk“ nennen — die politische Zuverlässigkeit und unbedingte Loyalität eines Beamten — ist natürlich in Israel, an dessen Grenzen nur zu oft geschossen wird, von überragender Bedeutung. Aus diesem Grunde dienen, als einzige Nichtjuden nur die Drusen — eine Minderheit von 23.000 Seelen — in dev israelischen Armee. All? Posten, auf denen Staatsgeheimnisse verraten werden können oder ein Sicherheitsrisiko auf dem Spiel steht, sind deshalb von vornherein für Araber ausgeschlossen. Auf der anderen Seite aber bietet der private Sektor keine Kompensation: jüdische Unternehmungen zögern nach wie vor, Araber als technische oder wissenschaftliche Kräfte anzustellen, selbst wenn sie den jüdischen gleichwertig sind. Offenbar sind die aus der Mandatszeit stammenden Vorurteile noch nicht überwunden oder mehr noch, die unaufhörliche Spannung zwischen der arabischen Welt und Israel hindert die wirt* schaftiiehe Integrierung der arabischen Intellektuellen im Lande. Kein Wunder, dass ein grosser Teil von ihren ins politisch extreme Lager geht — entweder dem rabiat-nationalistischen Nasserismus verfällt, oder dem Kommunismus, oft jedoch einer gefährlichen Mischung rus beiden. Diese Radikalisierung ist das Resultat einer schwierigen, in indixiduellen Fällen manchmal ausvxeglosen Situation. Ein Ausweg wäre Erniaration in die arabischen Länder. Das klingt leichter als es ist. Natürlich kann der, der es wünscht, Israel verlassen; Auswanderung ist Irei — ab?r nicht in Feindesland. Unter den Opfern der Grenzzwischenfälle sind sicherlich nicht nur Spione und Schmuggler, sondern euch junge Leute, die heimlich über den Gazastreifen nach Aegypten oder über die Nordgrenze in den Libanon wollen. Um legal auszuwandern, müssten sie erst mit dem Schiff nach Zypern reisen, und von dort in ihr Bestimmungsland — aber Schiffsfahften kosten Geld, und gerade das ist bei jenen unbeschäftigten Inlellektucllen recht knapp. Nur der wirkliche Friede im Mittelosten dürfte die arabische Minderheit in Israel aus ihr?r Zwitter- und Zwischenstellung befreien: sie politisch und staatsbürgerlich voll integrieren — zu einem Austausch geistiger Güter mit den Nachbar- .ändern führen — und den arabischen Intellektuellen r.icht nur das Tor zur Welt ihrer Kultur, sondern auch die Tore zu Karriere und Wohlstand im Lande öffnen. NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES „OLAMENU t f : ♦ TEL AVIV POB 3002 ♦ rr ISRAEL \Prof. Dr. H. Sternberg: Zur Geschichte der Juden in Czernowitz Tatsächlich gibt es nur \ mehr von der Landwirt-! sechs arabische höhere 1 Schaft ihrer Väter und Vä- ■ Schulen im Lande, weil es j ters-Väter wissen, die seit Zeit beansprucht, ein sol- | je das arabische Erbteil | ♦! ches Erziehungsnetz aufzuj war. Die beste Chance sieht ■ j! bauen; weil die allgemeine | sie im Verwaltungsdienst. f j Schulpflicht, die ohnehin! Araber im israelischen ♦ schon auf Opposition unter j Gegenwärtig stehen 1700 ♦ ' den Arabern gestossen ist.! Staatsdienst — im Erzie- '! sich nicht auf die höheren i hungsministerium, in der Po HOTEL LAGO LEO KAHN Saisoneroeffnung 1. Dezember ANMELDUNG ERBETEN RIO CEBALLOS Casilla Correo 34 Reich illustriert Kart. 3, — If : t ♦ * :i: Pension Familiar M Flamm “ieo unter Aufsicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. 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