Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1933 (19.12.1961)
- Date
- 1961-12-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII. — No. i»33 1. —•Mirles ]' tir llicitmbri tit IJK,J dent Urteilsspruch Immer noch - Rasse (Stbiuss von Seite 1) in am! bisher den Po'en das j lischt abgestntten die brau- ' nen Kriegsverbrecher aozuj ui teilen, deren sie habhaft' Vierden konnten N;emand hat gesagt, es habe dan-als ' keinen polnischen Staat gei geben, obwohl ep oamals vedei de facto noch de jure j beslanden hat. j Wa.um soll, neben viel' anoe.-en Argumenten, die r-ccb überzeugender sind. ls_ aei nicht in gleicher WVKei behandelt werden? Soll die | Tatsache, dass es zur llit er- . ^ei einen israelischen Staat, nicht gab, zugunsten der ' Henker des jüdischen Vol- ces gewertet werden? Sie naben doch selbst mit dem Gertankengespielt. einen jüdischen Staat in Madagaskar zu schaffen, sammelten i für die ..Einbahnstrasse ' nach Palästina” und spra-! siens von Westdeutschland i behauptet. I Es mag dahingestellt biei- , ben. ob es Eichmann vorge zogen haben würde, in Polen anstatt in Israel zur Aburteilung zu gelangen. W~.hrscheinlich hätten die Polen I einen weit kürzeren Prozess : mit ihm gemacht. Das ist! bisher wohl noch nicht bej rücksichtigt worden. Es könnte durchaus sein, dass Israel nach dem Lrtt-ilsspruch seine Bereitschaft den. .Zu dem Haupteinwand Eichmanns, er sei nicht ver ' antwortlieh. sondern nur Befehlsempfänger gewesen, seien nur wenige Worte wiederholt. Man kann dem ei klären vviirdö, den Eich I Eichmann nicht zugestehen, mann an Polen oder einen 1 ein Soldat gewesen zu sein, andeien europäischen -Staat Er war tatsächlich kein Solwie der CSR, in der er auch | dat; er war niemals in einer gewütet hat, wie Ungarn | Kampfaktion; er gehörte ei- Als am diesjährigen deutschen Volkstrauertag, dem 19. November, in Anwesenheit vieler Vertreter des öffentlichen Lebens im Bundeshaus in Bonn eine Feierstunde stattfand, führte Wal- , . , , , ter Trepte, der Präsident herein ausgeschlosen werj des Volksbundes Deutsche,- Kriegsgräberfürsorge, u. a. der gesetzt noch Sonder bestimmungen irgendwelcher Alt erforderlich. Deswegen kann die Möglichkeit einer ungerechten Anwendung von ad hoc geschaffenen neuen Bestimmungen von voinestandzuuaiten and die Wahrwo er als regierender Fürst sufuat, oder an Rumänien auszuliefern. Es sind noch hinieichend viele Veivrechentatbestände nicht in Betracht gezogen worden, so dass noch für ein weiteres Verfahren in Warsenau cnen gern von der Judeme-i Prag. Budapest oder Bukapiibiik. Die Nazis haben be- ~ . stimmt, nicht angenommen oass eine solche jüdische Republik für den Nazismus I sein werde. Völlig abwegig und unernst ist das Argument, oass die Juden Opfer und Partei zugleich seien. Bieiben wir bei dem Vergleich mit den Polen. Unterstellen wir den Fall, Eichmann wä_ le in irgendeinem Lande von den zuständigen Polizeibehörden festgenommen werden, weil er dort die Mehrzahl aller ihm zur Last gelegten Verbrechen bedangen hat. Welchen Unterschied würde man in einer Aburteilung in Polen zu der in Israel erblicken künnnen? Sind nicht die Polen auch Opfer der EichmannscLen Massnahmen gewesen? M'ären sie nach diesen fadenscheinigen Thesen nicht aul Richter und Partei zugleich? Gerechter weise müssten wir dann dieselbe Klassifizierung für eine Aburteilung in Westdeutschland verlangen Denn 1er westdeutsche Staa, ist ein mindestens ebenso scha>fer Gegner der Eichmann wie Israel, so wird es we.,:grest Raum wäre. Vielleicht wäre das für Israel und die mit her Verkündung der Todestrafe über Eichmann zusammenhängenen Probleme die einfachste Lösung. Ein angesehener Ju ist, der Dekan der juristischen Fakultät der bonaerenser Universität hat in einer ßr. ner. vielleicht nach militari sehen Gesichtspunkten aufgebauten Sonderorganisation an. die ganz spezifische Aufgaben im nazistischen Machtstaat zu erfüllen natte. Hierüber braucht man nur nachzulesen, was der Katholik Dr. Eugen Kogon in seinem Buch ..Der SS- Staat” 7.u diesem Thema zu sagen hat. Wer zu die.-er Organisation gehörte ra. | Bicht8lätten te genau, was dies bedeutete. Er unterstellte sich freiwillig einer Disziplin deren Befolgung bewusst aus eigener Verantwortung die Bereitschaft der Aneraus, dass neben den Millionen. die sich in zwei Kämpfen opferten, abermals Millionen treten, die geopfert wurden: „Ebensowenig wie wir von der Grösse des Lebensopfers der Gefallenen etwas abstreichen dürfen”, so erklärte Trepte, „ist es uns erlaubt, an diesem Tage, soll er wirklich das trauernde Gedenken an alle Kriegsopfer zum Inhalt haben. über das oft so grauenvolle Ausgelöschtwerden derer hinwegzugehen, die als wehrlose Frauen, Kinder und Greise in der Heimat starben... “ Und noch ein Weiteres dürfte um der Wahrheit willen nicht verschwiegen. werden: das furchtbare Sterben auf den und in den Konzentrationslagern, in den Folter- und Gaskammern, „Das dunkelste Blatt der deutschen Geschichte schlagen wir auf, wenn wir dieser heit zu hören. Schuld muss i Schuld. Verbrechen muss ' Verbrechen genannt werden. auch dann, wenn es mit | dem deutschen Namen verbunden ist... Wir gedenken , ebenso, und senken dabei das Haupt, aller, die als Anj gehörige einer damals ver- ■ achteten Rasse Angst und ] Qualen in unvorstellbarem [ Ausmasse ertragen mussten und auch in den schlimmten Stunden einander aufrecht zu trösten suchten. | Auch um sie ist von Eltern, j Frauen und Kindern bitteres Leid getragen worden, und dies bis zum heutigen Tage. | Es muss uns Anliegen und , Pflicht sein, sie am Tag der ' Volkstrauer in unser Geden- , ken miteinzuschliessen.. “ j Wir zitieren diese inhaltlich nicht unsympathische (weil gerecht gemeinte) ] Aeusserung des Volksbund- ' Präsidenten, selbst wenn am Ende seiner Rede der Begriff „Rasse“ bedauerlicher- | weise im Sinn einer verklungenen Terminologie ge-; braucht wird. In dem abi wertend - diffamierenden ' Sinn nämlich, in dem das Wort 12 Jahre lang, aber ’ auch vorher pseudowissenj sehaftlich benutzt und pro- LA SEMANA ISRAELITA üisemanario — aparece ¿os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Di. H. Swartentky PueyrreJón 2190, 1? iaj. T. &. 83-2613 80.6030 Mit dein gleichen Recht kann man auch sagen: ei ier „höheren Verantworklärung ausgefübrt, die ^von kennung einer „höheren” der Zeitung ,,La Nación” in | Verantwortung einsch'., ss. Form eines Interviews veröffentlicht worden ist, es sei richtig, dass die Kriegsverbrechen ungeheuerliche Schreckenstaten darstellen und eine entsprechende Bestrafung verlangen. Man dürfe aber nicht iiberseoen, dass das Fehlen einer internationalen Strafgeriehtsbar, keit zu besonderer Vors'cht zwinge, damit nicht anderes Unrecht begangen w'erde. Dieses wie ähnliche Argumente haben ohne jeden Zweifel ihre Berechtigung, sobald über allgemeine Prinzipien der internationalen Strafjustiz diskut ert 1 genommen, bei welcher sein wird. Bei diesen Kriegs er- I Chef aufgrund eines von brechen, die Eichmann zur Eichmann verfassten Expo Last gelegt werden, han lelt! sées die Mitteilung über die es sich nicht um Fragen des j -Endlösung der Judenfrage“ internationalen Strafrechts machte, d.h. über di^ beab- Unglücklichen gedenken, die pagiert wurde, sollte es. in gleieher Weis« wie die , schon aus volkserzieherigefallenen Soldaten Opfer | sehen Erwägungen, eigentdes Krieges sind.“ lieh längst, aus dem Sprach- Der Redner meinte, dieser schätz unserer Tage vertungslosigkeit”! Wer sich I T°n *n einer Gedenkfeier am , sehwunden sein. Wäre es freiulliitr c^inor v^rintiv-nr-1 Volkstrauertag könnte vielen ' nicht, auch in Anbetracht tung bejibt. bleibt dennoch' »1* "» schrill im Ohr k.in- — -- — — gen. „aber wir sind in dieser ernsten Stunde aufgerufen, verantwortlich. Man kann nicht seine Verantwortung abw.älzen, indem man einfach unterzeichnet, dass man ohne eigene Verantwortung handeln werde. Dass Eichmann nicht zum führenden Kreis gehörte ,st eine glatte Erfindung, die durch die Tatsachen widergasungen gegeben hatte, ist erwiesen. Hier liegt ein Abweichen vom Befehl ''or, aber eine Auflehnung gegen einen Befehl, der zur Einstellung und nicht zur Volllegt wurde. Er hat an der j Streckung von Mordtaten ge- Wannsee-Besprechung teildes Mottos der Rede „Die Wahrheit. hören!“, nicht klarer, offener gewesen, die Dinge völlig unumschrieben beim Namen zu nennen und zu sagen, dass Hunderttausende auch deutscher Juden. wehrloser, entrechteter Männer. Frauen und Kinder, Opfer der berüchtigten KZ s, der grausamsten Deportation, dy systemati- Abono-Freia: Argentinien: $ 7f>.— pro Quartal Ausland $ 456.— j8.hr!. Au$H«ferungsv«rtrag Wien. — In Wien ist kürzlich ein öestereich-israeliseher Auslieferungsvertrag unterzeichnet worden. (ITA) sehen Aushungerung und schliesslich auch der Gaskammern wurden? Und man hätte sich sogar nicht zu scheuen brauchen hinzuzufügen, dass eine tödlich wirkende Verfolgung bereits vor Kriegsausbruch einsetzte. Ist es wirklich noch —■ oder: schon wieder? —■ notwendig, sich für die Erwähnung von Tatsachen, die einfach nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind, zu entschuldigen? Ob und wem sie „schrill im Ohr klingen“, dürfte kein entscheidender Gesichtspunkt sein. Es fragt sich, ob man bei einer offiziellen Voikstrauerfeier den Mut haben kann, den Kreis der in den Tod Gejagten beim Namen zu nennen, oder nur verbrämt umschreiben darf, wer gemeint ist. Eine Reaktion der Oeffentlichkeit auf das Hören der ganzen oder nur der teilweisen, unvollständigen Wahrheit wäre ein interessanter Prüfstein für Gesinnung und Stimmung im Volk. E.G.L. ‘4 Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2199 V iz<*. nachm. 16—19 Uhr jJaime Liebling-, s.*. j SPERRHOELZER ♦ HOELZER* DIAZ VELEZ 5224; t Tel.: 89 9349. 33-9305; oder des internationalen Sfrafrechtsptozesse. Denn die Straftaten fallen unter das Gesetz jedes zivilisier ten Staates. Zur Aburteilung Eichmanns sind weder Son.;! M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719!i T. E. 76-6784 h. 76-2S12 sichtigte Ermordung alle- Juden im Machtbereich Hitlers. Und ein Mann wagt seine eigene Schuld und Ver antw-or tung zu bestreiten, der an einer solchen, wahrscheinlich in der Geschichte einmaligen Konferenz teilgenommen hat. Dass Eichmann noch ¡m. mer auf der Ausführung von Mordbefehlen bestand, als geben war. Die Sachlage ist also klar; sie kann nicht mit Argumenten verschüttet werden, die ad hoc produziert werden. Und schliesslich soll niemand vergessen. dass unsere Rechtsordnungen. die nationalen wie die internationalen, auf bleibenden Grundsätzen beruhen, die einen stärkeren An. Spruch auf Beachtung haben als die formellen Bestimmungen, die heute vorgeschoben werden, um einem Menschen Hiifssteilung zu leisten, der sich gegen alles vergangen hat: gegen Recht und Sittlichkeit, get ♦ ♦ ♦♦♦♦♦♦•«. . ♦♦♦♦♦♦.-*♦♦♦* JACOB LAPIDUS dipl. Mohel :j NEUE ADRESSE!; VIAMONTE 2637, 4o. B. J 46 1716 und 48-2124 > s : REAL PENH MARTHA \CHAPEAUX). - HUTSALON {! Himmler, sein Vorgeestzter, * gen die göttliche wie die! den Befehl zur Einstellung menschliche Ordnung, gegen der Deportationen und Ver-; seine Opfer wie die ganze T.T. ♦7.—V. ♦ . ♦ eTe ♦ Menschheit._ t Dr. I B. Sthwarcz l ZAHNARZT ESTOMBA 2283 RAY OS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Ab Mittwoch, 20. Dezember, WIEDER VON DER REISE ZURUECK Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiologia — Hôpital Fernandei Radio X — Durchleuchtung — EleCtsocardiofframme CUBA 2141 _ T. E. 73-8782 i. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr ■VBl*WaSSat9»BMM«»ä*eSlSW»SS»»SP*SB»SSSaS3»«B3«B9MBMSS@HI ■.--.-.-.-.“.■.-.-.-.-.-.-.-.-.-.------I. NERVEN u. GEMÜTS V KRANKHEITEN l Dr. M. J. KUHN 52 8214 t I II?. ♦ 11 *J < VARICES-ULCERAS DE LE PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL U M AN SK Y Sarmienta 3116 T. Es 87-1362 4fi99V3S8Mi91ESSi31?13899S31i§?gfV£*;4HI8f5*'--iB9MHIïfl3V&BM«41fe * >9 Füllhalter * REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft , CORRIENTES 569 X T. E. 49-5850 X ■* ♦ « * . » *-* ♦-» ♦ ♦ ♦ Jetzt in .B E L G R A N 0 •; MOLDES 2 S S 1 J T. E. 73-9229 93-9155 > Restaurant »Paso A ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦- + ♦ ♦ ♦ ♦ Paso 452 (al fon<lo) — T. 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Anmel- |? düng erbeten. % ’ ' ~ iDr. BENJAMIN L1PNIZKY| ZAHNARZT | HOENTGENSTRAHLEK - ZAHKZ1EKEK — WC- £ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - »EGO S L1ERUNG DER ZAHNSTELLUNG S Sprectwtundea: Diemuc — Donnerttag — Sennahotid | S im6 vor höriger V eroNthonong. | «JOSE HERNANDEZ 2518 T. e n mra ««d n-9999 t 's3e3*SH9i*SBRsaRH3(£S03Bi«A0s«acsaaaBBa9saaaaMaaHBHaa*a9ip; i s 5 1 “ BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung wtmtlichtr MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L KLEIN Médico Magren, und Darmkrankheiten Röntgen -U nterswehungen 8PRECHSTUNDÍ36: J Montag, Dienstag, Mittwoch «. Freitag een 1*—M Ub* 4 Es wird gebeten, sieh vorher telefonisch aasownetden l SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542;; > 4.« . ♦♦♦« . ».♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦««♦ »♦♦♦♦-<