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Jüdische Wochenschau · 1961-12-12 · 1931 (12.12.1961) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1931 (12.12.1961)
Date
1961-12-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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MstiH. 12 dt Diciembre dt 1961 WOTCBAFÎS - NACBRKBlfN imiçeleiît von INC0GA Das Budget der neuen Regierun Ais Ministerpräsident David Ben Gurion seine neue Regierung der Knesset vorstellt*, gab er kein neues Wirtschafte - Programm bekannt. begnügte sich vielmehr mit der Bemerkung, dass die diesbezüglichen Richtlinien. wie sie für die vorige Regierung galten, auch für die neue Regierung gültig sind. „Massgebende Politiker ans einigen Ländern Südamerikas, Englands und der USA haben mich besucht und mir dabei auch ihre Bewunderung für die von uns erzielten Fortschritte zum Ausdruck gebracht“, antwortete Ben Gurion der Opposition in der Knesset, die kritisiert hatte, dass kein Wirtschaftsprogramm der Regierung dargelegt worden war. Ben Gurion selbst zeigte nur zwei Grund iinien muss' von Dr. KURT OTTENSOOSER (.Israel) WOHER DIE NEUEN MITTEL? Wie nun gedenkt das Finanzministerium die zusätzlichen Gelder aufzubvingen? Zu einem Teil rechnet das Finanzministerium damit, dass auch für das kommende Jahr eine natürliche Steigerung der Steuern und Abgaben zu erwarten ist, umsomehr, da das Wirtschaftsjahr 1960/61 ein sehr gutes war und dadurch, wie auch durch die Gehalts- und Lohnsteigerungen. sich erhöhte Einkommensteuer - Veranlagungen von selbst ergeben dürften. Darüber hinaus sollen die Einkommen _ Steuern um j durchschnittlich 7 Prozent | anstelle der im laufenden; Jahre erhobenen Einwande- ' auf. „Der Negew j rungssteuer <Mas KlitaV die I forderte er, „.auch als Zuschlag zur Einkorn- 1 mit dem Einsatz grösster j Mittel erschlossen werden, I denn wir können es nicht j hinnehmen, dass 60 Prozent des Staatsgebiets Wüste hleibt. Und jedem Kind in Israel muss die Gelegenheit geboten werden, sieh eine gründliche Bildung anzueignen — selbst bis zum Universitätsbesuch. DAS NEUE BUDGET Der erste Prüfstein für die wirkliche Einstellung der neuen Regierung zu Wirtsehaftsfragen wird die Debatte zum neuen Budget für das Finanzjahr 1962/63 sein, die am 1. April 3962 beginnt: und jetzt vom Finanzminister Levi Eshkol der Regierung vorgelegt wurde. Die Höhe des neuen Budgets von 2,2 Milliarden IL ist diesmal in besonderem Masse von den Bedürfnissen einer wieder stärker ansteigenden Einwanderung bedingt. Schon das Budget für das laufende Finanzjahr batte sich mit seinen 1,869 Millionen als unzureichend gezeigt, da die Einwanderung die im Budget vorgesehene Ziffer überstieg und für eine weitere Einwanderungswelle Vorsorge getroffen werden musste. So wird die Knesset ein Nachtragsbudget in Höhe von rund 150 bis 180 Millio- »«en IL zu verabschieden haben. Rechnet man diese Summe zum ursprünglichen Budget hinzu, so kommen wir auf einen Betrag von rund etwas über 2.050 Millionen IL. Das neue Budget bringt also eine erneute Ausweitung um ca. 10 Prozent, ««mit eine Steigerung, wie wir sie bereits gewöhnt sind. Die Milliardengrenze für das Budget war erstmals 3957/58 erreicht worden. J mensteuer gefordert wurde, erhöht werden. Dazu aber soll die Wertzuwachssteuer für Böden und Gebäude (Mas Schewach) nicht nur beträchtlich erhöht werden, sondern man will versuchen, die grossen Lücken zu schliessen, die bestehen und die es vielen ermöglichten, die Steuer zu umgehen. In der letzten Zeit stiegen die Preise für Grundstücke, Häuser und Wohnungen sehr beträchtlich. und die Besteuerung dieser Gewinne, zu deren Erzielung nicht der Einzelne, sondern die Gesamtheit durch die Entwicklung des Landes beitrug, erscheint besonders berechtigt und dürfte nicht unwesentliche Beträge ergeben. Umsatzsteuer soll auf eine Reihe von Dienstleistungen erhoben werden. Einen solchen Vorschlag hatte Finanzminister Levi Eshkol bereits zum vorjährigen Bud get machen wollen, kam aber damit infolge der Auflösung der Knesset nicht durch. Schliesslich sollen alle diejenigen, die bisher weder als Arbeitnehmer, noch als Arbeitgeber einer/Pensionskasse angeschlossen sind, als Zwangssparmassnahme gehalten sein, sich bei der Nationalversicherung zu versichern. Hierdurch sollte diese dann in der Lage sein, dem Finanzministerium aus ihren Reserven weitere 20 bis 30 Millionen IL für Entwicklungszwecke zu leihen. DIE AUSGABEN-SEITE Auf der Ausgabenseite nehmen natürlich die Posten für die Errichtung von Wohnungen für die Neueinwanderer und deren Einord, nung einen besonders grossen Platz ein. Da es dem Finanzministerium schwer fällt, für alle mit der grösseren Einwanderungswelle verbundenen Ausgaben, wie für die Gesundheitsdienste, für die Schulen zur Aufnahme der , Oiimkinder. für zusätzliche i Arbeitsbeschaffung etc. die! Mittel aufzubringen, ver- , sucht er auch durch Ein- | sparungen einen Budgetj Ausgleich herbeizuführen.; So ist der Wegfall eines j Teils der bisherigen landwirtschaftlichen Subsidien; vorgesehen < wogegen der j i Konsument höhere Preise j! für landwirtschaftliche Pro- ' dukte zu zahlen haben wird) i wie auch solcher, die der i Industrie zufiossen. Auch an den laufenden Ausgaben der Ministerien machte der Finanzminister Abstriche, und er wird mit seinen Kollegen darum noch zu. kämpfen haben. KEINE PRINZIPIELLEN ANEDERUNGEN Wenn auch über diesen und jenen Ansatz im Budgetentwurf sicherlich noch hart debattiert werden wird, so lässt sich doch schon heute erkennen, dass irgendwelche prinzipiellen Aenderungen darin nicht zum Ausdruck kommen. Dem einen Koalitionspartner, der Achdut Awoda mussten bei der Einkommensteuer gewisse Konzessionen gemacht werden. Den unteren Einkommensgruppen werden Erleichterungen zugebiiiigt. während in den hohen Einkommensstufen Zuschläge verlangt werden und der bisherige Höchstatz für die Einkommensteuer von 60 auf 70 Prozent erhöht w:ird. Die Vergünstigungen für den ausländischen Investor bleiben unverändert, wie auch die Erleichterungen bei der Einkommensteuer, die solchen Gesellschaften gewährt werden, die ihre Gewinne nicht bar ausschütten, sondern zu Neuinvestitionen verwenden. DU staatlichen •1INKUENFTE | Die Einkünfte d-r Hegic j rung aus 'oka^en Quellen erreichten im Jahre 1980/61 ' 450 Millionen IL gegenüber | 1.384 Millionen im Jahr j 1959 '60, wr. * eine Erhöhung i von 25 Prozent in einem j Jahr darste/t, in dem die; Staatseinkünfte nur um 11; Prozent stiegen. Die staatlichen Einkünfte aus auslän- . dischen Quellen sanken von j 292 Millionen IL auf 255 Milj 15 Prozent der Gesamteinfach zu beantworten. Es kommt darauf an. wie das | Budget real durehgefiihrt | werden wird. Steigen Kredite, Lohne i und Konsum weiter schnei- | kuJTt,e- . , .. ... , . . ler als die Produktion, so 1 D'f El"k.n"“« au'l ’“k£len wird auch ein ausgegliche- Q»e beinhalten AnJeih« nes Budget, selbst wenn es I von Zinsen’ USW' durch zusätzliche Steuern und bis zum Jahre 19ö6 aut 30.000 Kilowatt steigen ürlic. Die (tu) chschniLlihen T)-: i-c hei ragen gegen vürtig 4,88 Agoiot p O Kilo watt-Stunde. Der Strom Dir Hausgebrauch kost! 6,27. liir kommerzielle Zwecke 8.26 und für die Industrie 2,87 Agoiol. FORTSCHRITTE IM BAUWESEN Die Einkünfte und Abgaben Kaufkraft abschöpft, die Stabilität des Preisniveaus nicht aufrecht erhalten können. In einem kürziiehen Vortrag wies der Präsident der Israel-Bank, David Horowitz, darauf hin, dass auch c-ine zu schnelle Entwicklung, die über die finanziellen Kräfte des Landes hinausgeht, die Stabilität der Wirtschaft gefährden kann, wobei er das Jahr 1958/59 als Beispiel dafür anführt, dass bei einer gebremsten Entwicklung gute Fortschritte auf dem Gebiet der Aufreehterhaltung der Stabilität des Preisniveaus auf der einen Seite, eines gewissen Abbaus des Handelsdefizits auf der anderen Seite gemacht werden konnten. 1960 /61 dagegen stieg mit der Beschleunigung der industriellen Entwicklung der Umfang der Kredite um 16 % demgegenüber aber der Produktionszugang nur um 10 Prozent,, eine Bewegung, die auch zur Zeit noch anhält. Weder Entwicklung noch Export sind Ziele in sich, erklärte Bankpräsident Horowitz, sondern nur Mittel, um das Endziel zu erreichen, nämlich Israels wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ist das kommende Budget ein Schritt in dieser Richtung? Dies wird sieh erst bei der Debatte zeigen, wenn das neue Budget vor die Knesset kommt und dann in seinen Einzelheiten erörtert werden wird. Steuern stiegen von 919 Millionen IL aut 1.099 Millionen <19 Prozent'. Vergleicht man den Steuereingang mit den Staatseinkünften, so ist festzustellen, dass Israel die hohe Proportion von 25 Prozent erreicht hat. Die industrielle Produktion Israels erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 13 Prozent bei laufenden Preisen und um 10 Prozent bei festen Preisen. Von den 10.000 Industrieunternehmen in Israel beschäftigen nur 400 fünfzig Arbeiter oder mehr, aber sie benutzten 48.5 Prozent der Arbeitskraft: 32 3 Prozent entfallen auf die Unternehmen. die zwischen 10 und 29 Arbeitern beschäftigen. Die jährliche Kapazität der Erzeugung von Elektrizität beläuft sieh auf 485.000 Kilowatt, d. h. 18 Prozent mehr als im Vonahr. Man erwartet. dass diese auf 645.000 Kilowatt bis 1964/65 Der erste Wo-kenkmizer in Tel Aviv wird jetzt gebaut. Kr wnd 32 Stockwerke besitzen. Der Bau windt der Rassco übertragen. Solei Bone, die Baufii ma der Histadrut, wird eine Bi aus lokalen i ]anz vorlegen, die eine 15- BUDGET UND STABILITAET Trägt das Budget sein Teil bei zur Aufrechterhaltung des Preisniveaus und der Stabilität unserer Währung? Neue Unternehmungen Diamantenindustrie Die Gesamtzahl der In der Diamantenindustrie Beschäftigten belief sich im Januar 1961 auf 5,802. Hierin sind 300 Mann nicht inbegriffen, die Genossensehaf ten angehören, welche sich im Stadium der Organisierung befinden und noch keine Konzession erhalten haben. Die Zahl der Betriebe war 203. hiervon 173 Diamantenschleifereien. Prozentjge Erhöhung ihres | Nutzens für das Jahr I960! ergibt. Nach Abzug der Zinsen und Reserven steigerten sich ihre Verdienste von ' 3.3 Millionen auf 3,8 Millionen IL. Für dieses Jahr ei-! wartet das Unternehmen - noch bessert Resultate.! Vor einigen Jahren hätte niemand vorausgesagt, dass Israel Arbeiter aus dem .Ausland tür die Bedürfnisse seines hochentwickelter: Bauwesens kommen lassen würde. Doch die Wobnban- Abteiiunp des Arbeitsministeriums erwägt jetzt diese Möglichkeit, als einzige Losung der Nachfrage nach Arbeitern für die Erstellung von Wohnungen. Der Wohnungsbau bat einen erheblichen Aufschwung genommen. rfa sich die Notwendigkeit ergeben hat, für die 60.000 Immigranten, die in diesem Jahr erwartet werden. Wohnungen bereit zustellen. ln den Jahren 1958, 3959 und 1960 waren annähernd 65.000 Arbeiter 5m Bauwe sen beschäftigt. Diese Zif fer blieb in diesen Jahren unverändert, obzwar sich die Zahl der in anderen Industrien beschäftigten Personen beiräehtlich erhöhte. Andererseits erfuhr das Bauwesen im Jahre 3960 eine gewisse Depression. Jetzt ist wieder ein entschiedener Auftrieb in dieser Industrie zu verzeichnen, was dazu geführt hat, die Anstellung von Arbeitern aus dem Ausland zu erwägen. HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — AI.LE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUEIHE — ANGE NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TERRASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkenstr. 90 Tel. 2371 (Vorherige Zimmerbestellung Ist unbedingt erforderlich) Die Investitions - Zentrale . Í erteilte in den Monaten Ja- : * nuar bis Juni 1961 ihre Ge- * nehmigung für die Errichtung, bzw. Erweiterung, von 2<9 Betrieben mittels Investitionen von 85,5 Millionen Dollar und 117,5 Millionen i IL; die Ziffern für die ent-1 * sprechende Periode des Vor- I ♦ Diese Frage ist nicht ein-: jahres sind 227 Betrie3>e, 48,4 i t __ i Millionen Dollar und 37,4! ♦ , Millionen IL. I t Ein 6ast aus Israel 1- Aus New York kommend, traf Herr Chaim Golan. der Direktor der Ausländsabteilung der israelischen Finanzgruppe Federman in Buenos Aires ein, um hier mit Kreisen des Handels, Bankwesens und der Industrie die Verbindung aufzunehmen und gemeinsame Operationen mit seiner Gruppe einzuleiten. Der Gruppe Federman gehört in Israel die Dan Hotel Corporation, die bedeutendste Hotel - Gesellschaft des Landes. Sie ist ferner Besitzerin der grössten Asbest-Fabrik Isasbest sowie anderer wichtiger Industrieunternehmen. Weiternin kontrolliert sie die Feuchtwanger-Bank. ein altes und angesehenes Bankhaus mit Büros in Israel uni Zweigstellen in der Schweiz und den USA. Herr Golan wurde bei seiner Ankunft von verschiedenen Industriellen sowie Vertretern der Argentinisch-Israelischen Handelskammer begrüsst. Dr. MAX FLESC Berater für Investitionen und Finanz,- geschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, Gttrgt Ellitt $tr. 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