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Jüdische Wochenschau · 1961-12-12 · 1931 (12.12.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1931 (12.12.1961)
Date
1961-12-12
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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®a £ e * fe « i n«a W tm 4J FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 12 DE DICIEMBRE DE 1961 No. im EL EJEMPLAR en Mi hi Repüblfei 4,- PUEYBREDON 2199 1* isq. T. E. » - 26U Buenos Aires DER KAMPF DER KURDEN von DEBORA OFFENBACHER Das Heulen der Düsenflugzeuge, die ihre Dörfer angriffen, ist nicht der erste Sehlachtenlärm, den die Kurden im nördlichen Irak vernehmen. Dieses Volk, das einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich selbst und den anderen Nationen des Mittleren Ostens zieht und oftmals sein „Ariertum” betont (obwohl es sich darin kaum von den Persern unterscheidet), hat bereits in unzähligen Aufständen versucht, einen eigenen Staat zu erkämpfen. Bisher sind all diese Versuche gescheitert, da die Kurden auf dem Gebiet von vier Staaten wohnen: Irak, Persien (Iran), Türkei und Sowjetunion. Sehr vorsichtige Schätzungen geben die Zahl der Kurdemit insgesamt fünf Millionen an. Sie selbst sprechen von mehr als 15 Millionen. Mehr als zwei Wochen hindurch meldeten die Radiosender und Zeitungen Aegyptens kürzlich Erfolge des Kurdenaufstandes in Nordirak. All diese Nachrichten mussten mit Vorsicht aufgenommen werden, wusste man doch, dass die VAR ein Interesse daran hatte, das Regime des Generals Kassem herabzusetzen und seine Schwierigkeiten zu betonen. Trotzdem war eines sicher: Es gab einen Aufstand im Kurdenbezirk des Irak, und an der Spitze der Rebellion stand Mulla Mustafa Barasani. Die Persönlichkeit dieses Kurdenführers ist der Welt nicht u bekannt. Als im Oktober 1945 nach sowjetischer Intervention in Asserbeidschan im nördlichen Persien eine kommunistisch gefärbte Republik errichtet wurde, war es derselbe Mulla Mustafa, der zum Militärkommandanten ernannt wurde. Mustafa hat mehr als ein Jahrzehnt hindurch militärische Ausbildung in der Sowjetunion erhalten und schloss diese Ausbildung mit einem hohen militärischen Rang ab. (Angeblich brachte er es bis zum General). Er kehrte 1958 nach dem Irak zurück, nachdem die Monarchie gestürzt worden war und General Kassem die Regierung übernommen hatte. Damals sprach man von einer „irakischen Republik, die Arabern und Kurden gleichermassen dienen wird.” Diese Versprechungen sind kaum eingehalten worden. Kassem wandelte seine Politik im Laufe seiner Regierungszeit, und die Kurden wurden wieder zu dem, was Die Zollkonferenz in Genf Genf. — Ein israelische Delegation beendete nunmehr die Verhandlungen mit elf Ländern und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, welche die gegenwärtigen Tarifbestimmtingen über israelische Exporte in diese Länder erniedrigen oder aufrecht erhalten werden. Die innerhalb der GATT geführten Verhandlungen aahmen sechs Monate in Anspruch. Die elf Länder sind Oesterreich, USA, Dänemark, Grossbritannien, Japan, Norwegen, Finnland, Portugal, Kanada, Schweden und die Türkei. Die im Jahre 1959 ausgeführten Produkte deren Wert auf über 20 Millionen Dollar beziffert wird, genossen die niedrigsten Zollsätze. Die Sätze für israelische Exporte an diese Länder in Höbe von über 70 Millionen Dollar werden nicht erhöht werden. Ueber zwei Drittel aller israelischen Exporte gingen an Länder, mit denen neue Uebereinkommen getroffen wurden. Die wichtigsten Produkte waren Zitrusfrüchte, Zitrussäfte, Brompräparate, Phosphate, Erdnüsse, Diamanten, verschiedene Textilien und landwirtschaftliche Maschinen. Die Abkommen haben für Israel den Weg geöffnet, um als aktives Mitglied in die GATT aufgenommen zu werden. Die israelische Delegation wurde von Israel Gal angeführt. ALS MITGLIED AUFGENOMMEN Genf. — Israel wurde als Vollmitglied in die GATT, die internationale Organisation für die Senkung der Zollschranken unter den Mitgliedstaaten, aufgenommen. Mit Zustimmung von 32 der 35 Mitglieder wurde Israel, das bisher angeschlossenes Mitglied war, der Status eines Vollmitglieds zuerkannt. Pakistan stimmte gegen Israel. Die zwei Stimmenthaltungen waren geheim, doch man erfuhr, dass eines der beiden Mitglieder Indonesien war. Der Brasilianer Barbossa da Silva, der Präsident der jetzigen Versammlung, begrüsste Israel und sprach die Hoffnung aus, dass seine Mitarbeit für alle Mitglieder von Nutzen sein möge. Er würdigte die positiven Beiträge Israels seit seiner provisorischen Teilnahme an der Arbeit der GATT seit dem Januar 1959. Mosche Bartur, der Chef der israelischen Delegation, gab der Ueberzeugnug Ausdruck, dass die Beziehungen zwischen Israel und der GATT vom Geist des Verständnisses für alle Probleme getragen sein werden. Wie man annimmt, werden die ökonomischen Vorteile für Israel beträchtlich sein, da fast alle westlichen Länder dieser Organisation angehören. Inzwischen wurde bekannt, dass die Mehrzahl der arabischen Länder, einschliesslich Aegypten und Syrien, um ihre Zulassung zur GATT gebeten haben. (ITA) sie seit Jahrhunderten ge. wesen waren: zu einer unterdrückten Minderheit. Bereits im ottomanischen Reich bildete dieses Volk eine Quelle ständiger Unruhe. Der nunmehr zusammengebrochene Aufstand hatte zweifellos fast ausschliesslich nationalistische Ziele. Zwar gibt es weite Kreise, die behaupten, die Sowjetunion habe hinter diesem Aufstand gestanden — und diese Kreise dürften im allgemeinen auch recht haben, — aber das bedeutet keineswegs, jedenfalls nicht in dieser Phase der Entwicklung, dass die Kurden Kommunisten sind, oder einen kommunistischen Staat errichten wollten. Die Sowjetunion hat sich zwar im Laufe der letzten Jahrzehnte mehrere Male eingehend mit dem Problem der Gründung eines kurdischen Staates beschäftigt, sie stand sogar schon einmal vor der Schaffung eines kurdischen Staates in Armenien (wo es etwa 100.000 Kurden gibt), sah aber letzten Endes immer davon ab. Dennoch ist die Aversion der Kurden gegen das Regime in Bagdad nicht gering zu schätzen. Schliesslich stellen die Kurden im Irak etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Wir stehen auch hier vor einem der vielen Nationalitätenprobleme des Orients, die ungelöst weiter bestehen. Die allgemeine Tendenz zielt darauf ab, solche Probleme im Kompromisswege, meist durch „Teilung” zu lösen, und diese Tendenz ist dem Osten wie dem Westen gemeinsam. Ob eine solche Lösung auch Kurdistan einschliessen wird, ist vorläufig nicht abzusehen. U\ Avivs Füntrgtamt Tel Avn. — Die Fürsorge der Stack Tel Aviv betreut mit 12.00t* Familien nahezu 50.000 Personen und hat «in Budget von über vier Millionen IL. Beinahe ein Achtel ihrer Einwohnerschaft benötigt nie Fürsorge des Amtes. Die Arbeit wird in neun über die Stadt verteilten Büros verrichtet; eine andere Einteilung gilt bei der Fürsorge für Kinder, für Kranxe, für die Betreuung der Alten und der körperlich Fehinderten und für die wirtschaftliche Hilfe. Die Wnhlfahrts-Abte. ung ist eine dn ältesten von Tel Aviv und musste jetzt umorganisieri werden; e$ erfolgt eine stärkere Zentralisierung ¿.ui nur vier Büros. Erstmals wird auch ein Klub für Aeltere, die mit der Fürsoige in Berührung stehen, eröffnet werden der 50 Personen, die keiner Arbeit mehr nachgehen können, ein Plätzchen für Puhe und zugeich Werkstätten für eine Beschäftigung bietet. Das Fürsorgeamt wird zusammen mit Malben und der Hebräischen Universität eine Untersuchung über die Lage der betagten MenoAtuRn /iupphfühfAn. Der bedeutende humanistische Denker Lanza del Vasto, fasste den Entschluss, den Kampf gegen den Rassenhass auf zunehmen. Dies tat er auf seine persönliche Art und Weise. Er machte sieh mit einer Gruppe von Freunden daran, die von den argentinischen Nazis mit Teer beschmierter. StrassenschBder in der Estado de Israel-Strass« abzuwaschen. Die Zeitung; “La Nación” brachte diese Nachricht an bevorzugter Stelle. STREITER GEGEN ANTISEMITISMUS mm wzm Schwere Vorwürfe gegen Reinefartti Ia wenigen Wochen wird sich der ehemalige SS-General und derzeitige Bürgermeister von Westerland- Sylt, Heinz Reinefarth, vor dem Landgericht Flensburg wegen seiner Teilnahme an Massenerschiessungen bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes im Spätsommer 1944 verantworten müssen. Reinefarth, der am 28. September 1958 über die Landesreservelist« des Gesamtdeutschen Blocks BHE (jetzt Gesamtdeutsche Partei) in den Landtag von Schleswig-Holstein gewählt wurde, soll als Kampfgruppenkommandeur, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei an der rechtswidrigen Tötung von Zivilisten beteiligt gewesen sein. Die der Anklagebehörde vorliegenden neuen Belastungsdokumente erstrecken sich ausschliesslich auf Reinefarths Tätigkeit in der Zeit vom 1. August bis zum 2. Oktober 1944 ia Warschau. Der Verdacht, dass Reinefarth an der Ermordung von Zehntausenden von Männern, Frauen und Kindern mitverantwortlich ist, geht insbesondere aus dem erst kürzlich aufgefundenen Kriegstagebuch der 9. Armee hervor. Nach diesen Aufzeichnungen unterstanden Reinefarth ausser seinen zwei Polizeigruppen auch noch die berüchtigte Dirlewanger-Einbeit und die sogenannte Wlassow-Brigade, die der Erste Staatsanwalt Alff als „Plünderbande und gedungene Mörder“ bezeichnete. SS-Obergruppenführer und General der Polizei Erich von dem Baeh-fZelewski, im Spätsammer 1944 als Kommandeur der gesamten deutschen Streitkräfte in Warschau, Reinefarths Vorgesetzter, sagte im Januar 1946 vor dem Internationalen Militärgericht in Nürnberg unter Eid aus: „Himmler, der bei Ausbruch des Aufstandes in Posen weilte, hat den SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei, Reinefarth, mit Polizei- und SS-Einheiten nach Warschau geschickt. Bei meiner Ankunft in Warschau habe ich festgestellt, dass man die nichtkämpfende Bevölkerung sowie Frauen und Kinder zusammentrieb, und dass die Reinefarth unterstellte Mannschaft diese wehrlose Zivügruppe niedermachte". Die schweren Beschuldigungen gegen den SS-General hinderten den Landeevorsitzenden der Gesamtdeutschen Partei, Asbach, nicht daran, von seinen Koalitionspartnern CDU und FDP zu verlangen, Reinefarth als Amtschef des Innenministeriums (dem der Verfassungsschutz und diö Polizei unterstehen) einzusetzen. Bezeichnenderweise ist Reinefarth im Kieler Landtag als „Experte für Polizeifragen“ tätig. Registro de 1« Propiedad Intelectual No. 656.6« impreso M 1« Imprenta POLIGLOTA — Rtvadavla 8».

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