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Jüdische Wochenschau · 1961-12-12 · 1931 (12.12.1961) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1931 (12.12.1961)
Date
1961-12-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Marte«. It Ae iMtItielW LA («MAMA Illii Ut A AS» mi. — Ne. tm — l Die Flüchtlinge und die Toleranz Der Sonderbeauftrage der Palästina _ Ausgleichskommission Dr. Joseph Johnson wurde von seiner Orientreise ebenso enttäuscht wie alle seine Vorgänger. Die Intransigenz der arabischen Staaten einerseits und — sagen wir es offen — die Verschleppungstaktik der herrschenden Partei in Israel in der brennenden Frage der arabischen Flüchtlinge liess seine Mission so wenig gelingen, wie die entsprechenden Friedensboten in all den Jahren, in denen nun um diese Frage beraten wird. Der magische Kreis lässt offenbar keinen Ausweg zu: die Araber verlangen immer und immer wieder die bedingungslose Rücknahme aller Flüchtlinge, und Israel betont immer wieder, dass über dieses Problem nur im Rahmen allgemeiner FriedensVerhandlungen geurteilt werden könne. Das ist der nüchterne Tatbestand, und kein Mensch weiss, wie man aus diesem unheilvollen Zirkel herauskommen toll, und wann und wie man doch herauskommen wird, denn alle Probleme finden durch die Zeit irgendeine Losung. Gerade von wohlmeinender Seite hört man bei uns aber sehr oft das Argument, dass die Massen der arabischen Flüchtlinge sicher anders denken als ihre Führer, als die arabischen Könige und Diktatoren, die nur politisches Kapital aus der Not der landlos gewordenen Fellachen schlagen wollen und sieh an den UNRWA- Geldern der Vereinten Nationen bereichern. Ist das wirklich so? Gewiss, ein Mann wie Dr. Jovoa SCHALOM BEN-CHORß Glaubens erreicht werden. Gerade Nasser geht neuerseph Johnson, der in hochofsende im Libanon, der es fiziellem Aufträge kam, hat nur mit den Staatsober-, häuptern verhandelt, aber schlichte europäische Studenten, die aus den arabischen Gebieten nach Israel kommen, hatten Gelegenheit, bevor sie durch das Mandelbaum-Tor den Boden Jerusalems betraten, mit dem „Mann auf der Strasse” in Alt-Jerusalem, mit Flüchtlingen in den riesigen Lagern von Jericho, in Damaskus und Beirut zu sprechen. Ich hatte wiederum Gelegenheit, gerade in letzter Zeit mehrere solcher Studenten zu sprechen: ka-, thollsche Priesterseminaristen aus der Schweiz und aus Deutschland. Die zwei jungen Schweizer stellten zunächst den grossen Unterschied zwischen Libanon einerseits und Syrien und Transjordanien andererseits fest, was gewisse Rückschlüsse zulässt. Im Libanon ist der Einfluss Nassers geringer als in den anderen arabischen Nachbarländern Israels, und daher ist die Stimmung dort ganz anders. Die Libanesen machen im allgemeinen einen weit gemässigteren Eindruck als ihre syrischen und transjordanischen Zeitgenossen. Man fühlt sich im Libanon kulturell-zivilisatorisch überlegen und bringt dem Palästina-Problem eigentlich nur eine Art Loyalitäts- Interesse entgegen. Man kann und wlU nicht gegen den breiten (Nil) - Strom schwimmen, um nicht in den Verruf zu kommen, weniger .national' als andere Araber zu sein, aber der Red- MALER A*R BEITEN Günter Stern, H. Rewnlnin I LEANDRO N. ALEM 2524 J T. E.t 795-8714 «. 740-1925 XXX KgtHHHHHHEtHHUC ttKX««»*** MUNRO| * leppkttaos - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTÜPFTEN1! TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMU ETLICHE HEIM. EfpoM Fabrikation — UnverbfatdllelM Vorth kenn? Auf Wunsch Zahlun&serleichternngen; MA8CHINEWTEPPICKE IN ALLEN FARBEN UND OROESSEN. AUSLEGER TON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Da die beiden Studenten nur über eine sehr schmale Reisekasse verfügten und der Schwarm der Bettler allzugross war, konnten sie aber nicht dem Begehren willfahren, und das hatte zur Folge, dass man ihnen „Yahud” (Jude) nachrief und begann, sie mit faulem Obst und Melonenschalen zu bewerfen, sodass sie schliesslich in der Polizeistation Zuflucht suchen mussten und unter Legionsbedeckung das Lager schleunigst verliessen, — ein unvergessliches Erlebnis für sie. In der Jerusalemer Altstadt warnte man die Reisenden, die dort gar nicht wagten von ihrem beabsichtigten Grenzübertritt zu sprechen, vor einem Besuch bei den „Räubern und Mördern in Israel“, deren Land kein Tourist, der nicht Jude ist, lebendig verlasse... (Ob die Leute das selbst glauben kann man nicht feststellen.) Weder die zwei Schweizer noch die vierzehn Deutschen hatten auch nur einen Araber gesprochen, der es gewagt hätte, eine Stimme des Friedens und der Verständigung zu erheben. Nur ein transjordanischer Student, der seine technische Ausbildung in Europa erfahren hatte, gab der Möglichkeit Raum, dass es eines Tages z« irgendeinem politischen Abkommen zwischen Israel und den arabischen Ländern kommen könnte, aber von einer menschlichen Verständigung könne einfach keine Rede sein. (Das war die friedlichste Stimme von allen ...) Die Deutschen sehen sich immer wieder in einer besonders prekären Lage; sie werden jubelnd begrüsst, da man sie natürlich für geschworene Nazis hält, und zahllose Araber versichern dem deutschen Touristen, das« Hitler bei ihnen im Orient nleht vergessen sei, and dass Nasser vollenden werde, was Hitler „leider“ nicht vergönnt war: die totale Lösung der Juden frage. Um so erstaunter sind die Leute dann, wenn deutsche Studenten doeh ganz vorsichtig andeuten, dass das Dritte Reich zuende sei and heute eigentlich kaum mehr jemand in der Bundesrepublik sieh tu den Idealen der Nazis bekenne, — znmai aber angehende Priester hier nicht einstimmen könnten. Selbst bei grösster Sommerhitze kühlt sich da das Gespräch sofort ah. Touristen, die aus diesen Ländern eines ungezügelten Hasses nach Israel kommen, sind nicht nur von dem zivilisatorischen und kulturellen Unterschied beeindruckt und vom Tempo und Umfang des Aufbaus in Israel: ich habe die Erfahrung gemacht, dass der grösste Eindruck für diese Reisenden der politische Klima-Wechsel ist. Sie sprechen mit zahlreichen Menschen in Israel und hören auch manches harte Wort über die Araber, aber aHgemeia ist doch der Friedeaswille des Israelis spürbar. Sie brauchen Frieden um ihr Werk weiterführen zu können, und sie wollen Frieden, da sie wissen, dass auch Siege das Problem nicht lösen können, solange der Nachbar nach jeder verlorenen Runde auf eine neue Revanche-Runde sinnt. Während Dr. Johnson mehr oder minder unverrichteter Dinge wieder abgereist ist, weilte ein weiterer amerikanischer Botschafter des guten Willens noch länger im Lande: Lewis Webster Jones der Präsident der National Conference of Christians and Jews in den USA. Sein Weg führte von Rom, wo er führende Kardinale sprach, nach Jerusalem, wo ihm im Hause des Prorektors der Hebräischen Universität Prof. Benjamin Mazar ein Empfang namens des Israël-Comités für Interkonfessionelle Verständigung bereitet wurde. Dr. Jones ist kein Geistlicher und seine Organisation wird auch mehr von Laien getragen als von kirchlichen Würdenträggern. Die Zusammenarbeit der Konfessionen, die in den USA m vorbildlicher Weise funktioniert und wichtige Beiträge zur Ueberwindung der Rassengesetze zwischen Schwarz und Weiss leistete, ist auch für Israel, das klassische Land der Religion, von vitaler Bedeutung. Und hier liegi eine Bewährungsprobe für die Israelis: während das Judentum in allen anderen Landern als Minorität Toleranz fordern muss, um in einer christlichen Umgebung sein Eigenleben führen und entfalten zu können ist es in Israel die Aufgabe, der christlichen und moslemischen Minorität mit echter Toleranz und tiefer gehendem Verständnis zu begegnen. Jones konnte sich in Israel davon überzeugen, dass führende Geister der Gesellschaft in dieser Rieh tung bemüht sind, wenngleich auf dem Gebiet der Volkserziehung zu echter Toleranz noch viel Arbeit leisten ist. Und hier eröffnet sich vielleicht eine Hoffnung, ein Schimmer Lichts im Dunkel: was den Politikern bisher nicht gelang, könnte vielleicht auf der Ebene des dings davon aus zu behaupten, dass der Staat Israel als jüdischer Staat grundsätzlich intolerant ist, keinen Platz für Nichtjuden habe und deshalb für die Welt untragbar sei. Die Israelis müssen der Welt das Beispiel echter interkonfessioneller Zusammenarbeit in ihrem Herrschaftsgebiet dartun und so Nasser seinen Trumpf aus der Hand schlagen. Vielleicht kann Dr. Jones der Welt auf diesem Wege eine Botschaft bringen, die Dr. Johnson nicht vermitteln konnte. ftrmarktnng v*i Salz in tsraal ' Vor kurzem wurde der 5» millionste von der Salzgesellschaft in Atlita erzeugte Sack Salz auf den Markt gebracht. Der Verbrauch von Tafelsalz in Israel betrug 1960 etwa 9.000 Tonnen, während sich der Bedarf der Industrie auf 30.000 Tonnen belief. Die obige Gesellschaft erzeugte in diesem Jahre 25.000 Tonnen Salz. Ausser den Anlagen in Athlit betreibt die Gesellschaft eine Versuchsstation in Elat zur Erzeugung von Salz für den Export, sowie Salzbergwerke bei Sodom, Im März dieses Jahres wurde dort eine besondere Anlage zur Herstellung von Viehsalz in Betrieb genommen. SCHECKS ODER UEBERWEISUNGEH IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise. Man spricht deutsch CASA PIANO s.A. 347- SAN MARTIN 128 ■u' INDUSTRIAS YUVENA S.A Fábrica de calzado j zapatillas ANDONAEGUI 1270 T. E.: 51 Buenos Aires 4810 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE Sproohsitinden: Dienstag, Mittwoch und Frtiinf von 15—ia Uhr Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen — Veriraege — Verwaltungen — Miets-, Zivil- und Handelssachen. BUEROZEIT: 16-19 UHR PVEYRREDON 2190 A*. LAS HERAS — T. E. 83-29(3

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