Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1921 (3.11.1961)
- Date
- 1961-11-03
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Vimw«, 3 de Ne*iei»fc(re de- 1961 A»« XXII. — Ne. IM! ilglieder bilden die HIN JÜDISCHE WOCHENSCHAU f (Schluss von Seite 1) stimmt. Man darf sich deshalb nicht wundern, wenn ■die Folgen dieser scharfen und unversöhnlichen Spaltung in zwei sich feindlich gegenubersbebende Lager -das Paronama beherrschen unddie Zukunft verdunkeln. Der grosse Stautsrechtslehrep' und amerikanische Präsident, Professor Woodrow Wilson, hat nach dem Ersten Weltkrieg dem Grundsatz zur Verwirklichung verholfen, der unter dem Motto „Selbstbestimmungsrecht der Volker’’ bekannt geworden ist. Unter dieser Parole erhielten nicht •nur eine Reihe europäischer . Volker wie die Polen, Tschechen oder Ungarn ihren autonomen und souveränen ■ Staat, sondern — um nur ein weiteres Beispiel zu nennen—.wurdedas gleiche Recht auch für arabische Länder anerkannt, die über den Weg der,Mandate ihre Selbständigkeit bekamen ln der. Tat ist das. Selbstbestimmungsreeht der Voll er nur eine logische, Fortsetzung der grossen und schonen Idee der Freiheit, die jedem Individuum, jeder „Klasse”, jedem Volk zusteht. Mit der Befreiung der bisher unterdrückten oder bevormundeten Völker wird ein Prozess gekrönt und abgeschlossen, der seinen Ausgangspunkt in den amerikanischen Freiheitskriegen und der Französischen Revolution gehabt hat. Immerhin dürfte die Zahl der 103 Mitgliedstaaten einen Grund zum Nachdenken ABOCADO PUEYRREDON 2190 1« Í14, nachm. 16—19 Uhr REAL P Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 S. A. SPERRHOELZER HOELZEH' DIAZ V/ELEZ 5224 Tel.; 89-9349. 33-9305: über eine Entwicklung geben, die in ihrem Verlauf manche Widersprüche aufweist und einer Analyse wert ei scheint . In der berühmten UN-Abstimmung, die im November die Teilung Palästinas ’beschloss, stimmten 33 Länder dafür, 33 degegen und 30 Staaten enthielten sich eines Votums. Damals gäb eg also 56 Mitgliedstaaten der UN. In den nur 14 Jahren, die inzwischen vergangen sind, wurden nicht weniger als 47 weitere Länder in die Vereinten Nationen aufgenommen, Aus dieser Entwicklung kann man den Schluss ziehen, dass sich der Prozess der Selbstbestimmung des eigenen Schicksals mit einer elementaren Kiatt und überraschenden Schnelligkeit durchgesetzt hat. Das Kolonialsystem wurde beinahe völlig überwunden und ausgeschaltet. Die ehemaligen Imperien bestehen in ihrer alten Fotm nicht mehr. An *nre Stelle sind zwar einige Zweckverbände getreten, die auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhen, wie das Baltische Commonwealth oder Oie Arabische Liga, deren politische und wirtchaftliehe Bedeutung jedoch im Rückgang begriffen ist. - Bei diesen vielen neuen Staaten handelt es sich häufig um „künstliche” Gebilde, da die Grenzziehung willkürlich ist. , In vielen Fällen hat man diese autonomen Länder geschaffen, um interne Auseinandersetzunge-n zu vermeiden. Es wurden Teilungen vor ge» nommen, die weder ethnisch noch soziologisch vertretbar sind. Hierbei waren meist die unglücklichen politischen Umstände massgebend, die unser gesamtes Leben durch den Ost-West-Gegensatz beschatten. Der noch immer aktuelle und. nicht gelöste Fall des Congo, der möglicherweise zu einer Anerkennung von zwei Staaten, nämlich Congo und Catanga führen kann, beweist das zur Genüge. Aber es handelt sich hierbei nur um ein Beispiel unter vielen. Während also die Bewegung zur Schaffung selbständiger, von Kolonialmächten unabhängiger Staaten mit einer nie vorausgesehenen Vehemenz vor sich JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallis r I beute] - Käppchen - Mazi zot-Taschen - Hand-und ¡i Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche i BEBEDERO *¿85 i T. E. 73-9155 ging, 5n Asien und in Afrika eine unerwartet hohe Anzahl von souveränen Ländern entstanden, überschneidet sich diese Tendenz mit der Zweispaltung der Erde in die östliche und in die westliche Macbtsphäre. Im Osten tritt damit eine weit stärkere rückläufige Bewegung ein, die im Westen zwar auch vorhanden ist, nicht aber zu den gleichen Konsequenzen geführt hat. Soeben selbständig gewordene Staaten wie die CSR, Polen, Ungarn, die baltischen Länder und andere haben einen wesentlichen Teil ihrer Souveränität vielleicht nicht de lege, sicher aber de facto eingebüsst, weil sie sich freiwillig oder gezwungenermassen in den 3Scwjetblok einordneten. Damit nahm ihre Souveränität einen völlig neuen, von den bisherigen Vorstellungen und Terminologien des international gültigen Staatsreehts abweichenden Charakter an Es wurde nicht etwa nur das kommunistische Weltbild übernommen und zur Grundlage des nationalen Lebens gemacht. Es wurde eine bestimmte, von der zentralen Leitung der kommunistischen Internationale festgelegte, von anderen als den nationalen Kräften geprägte kommunistische Doktrin dem gesamten nationalen Leben der Satehitenländer zugrundegelegt. Damit wurde das nationale Leben dieser Staaten internationalisiert. Aber nicht nur insoweit liegt eine erhebliche Einschränkung des Gedankens der Souveränität vor, weil jeder Reformismus oder jede Abweichung von der offiziellen Linie der Zentrale im Kreml einen Abfall von der kommunistischen Idee bedeutet oder als solcher angesehen wird. Das besondere Merkmal des „souveränen Satelliten” besteht darüber hinaus darin, dass die Zentrale unter Gewaltandrohung und Gewaltanwendung die Anerkennung und Durchsetzung der von ihr diktierten Doktrin kontrolliert und erzwingen, kann. Einen Höhepunkt dieser Tendenz konnte man in der Ernennung eines russischen Marschalls zum polnischen Kriegsminister erblicken. Allen Beteiligten war es klar, dass dies eine besonders deutliche und radikale Massnahme zur Einhaltung der kommunistischen Auffassungen in Polen war, wie sie den Russen richtig und notwendig erschienen. Damit erfuhr die Souveränität des Staates Polen eine Einschränkung, die schon nicht mehr mit dem Gedanken der Souveränität in Einklang gebracht werden kann. Gegen diese Strömung rebellierte bis heute eigentlich nur Tito mit Erfolg, der sich die von den Russen als selbstverständlich betrachteten Interventionen des Kreml verbat und den Drohungen Stalins und Krutsehews zu widerstehen vermochte. Damit verteidigte Jugoslawien erfolgreich die Idee seiner Autonomie und Souveränität, seines Selbstbestimmungsrechtes in allen nationalen Fragen dieses Lande'«. Damit ist die Lage der Satehitenländer jedoch hoch nicht hinreichend gekennzeichnet. Nicht nur die inneren Angelegenheiten dieser Staaten werden von Moskau aus ferngelenkt; dies gilt in einem verstärkten Masse auch von der Aussenpolitik. Gerade auf diesem Gebiet tritt die Souveränität, das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes, besonders klar hervor. Noch niemals in den letzten 16 Jahren hat ein Satellitenstaat eine Aussenpolitik betrieben, die von der Linie abweichen würde, die der Kreml festiegt. Alle aussenpolitischen Aktionen der Ostblockländer sind von Moskau bestimmt. Im besten Fall dürfen sie sich öffentlich dafür einsetzen, dass gewisse russische Forderungen vom Westen zu erfüllen seien. Die Aussenpolitik der Satelliten ist keine Ausstrahlung ihres nationalen Wollens oder ihrer Souveränität, sondern eine Fol- Dr. B. Sdiwaru ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ge ihrer Abhängigkeit vom Kreml. Dass die Chinesen mitunter eine eigene Meinung vertreten, beweist nur die Diskrepanz mit Moskau, die Rivalität mit der Sowjetunion oder die persönliche Spannung zwischen Chou En Lai und Krutschew. Wir stehen also einer recht widersprüchlichen Entwicklung gegenüber. Zur gleichen Zeit, in der viele Völker ihre Unabhängigkeit erhalten, fallen sie in Wirklichkeit in tiefste Abhängigkeit, um nicht nationale Versklavung zu sagen, zurück. — In einer ähnlichen; wenn auch kaum vergleichbaren Situation befinden sich manche neuen Länder, die sich der westlichen Hemisphäre zugehörig tühlen. Dort sind die Beschränkungen der Souveränität nicht so krass, bestehen nicht in einer politisch - polizeilichen Unterdrückung, sind aber dennoch in ihren wirtschaftlichen Auswirkungen spürbar. Man könnte das viel leicht so formulieren, dass in Wahrheit die Souveränität der Satelliten nur eine Illusion ist oder eine Scheinexistenz bedeutet, während die Unabhängigkeit westlicher „Satelliten” durch ihre wirtschaftliche Verschul düng oder ihre politische Abhängigkeit de facto starken Begrenzungen oder Rücksichtnahmen unterworfen wurde. Eine Reihe von Staaten betonen ihre Unabhängigkeit von den beiden Blökken, indem sie sich rühmen neutral zu sein. Keines die ser Länder ist aber von den Einflüssen unabhängig, die heute durch die Zweiteilung der Erde hervorgerufen werden. In Wirklichkeit dür fen diese Regierungen sich auf ihre freie Entscheidungsmöglichkeit nur in ge legenüichen Proklamationen 'berufen, während sie Wahrheit ebenso stark wie alle anderen von der einen oder anderen Blockseite abhängen. Manche „neutrale” Staaten sind in der politischen Praxis sogar von beiden Blöcken abhängig, was 14444444444 4-4-4-I Mwwuvwuvuwwwr 5 U SEMANA ISRAELITA Bisemanarlo — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortllch: Dr. H. Swarsenaky Pueyrrejón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. im Grunde genommen nur ihre politischen Aktionen erschwert, an dem Aulgeben weiterer Souveränitätsrechte jedoch nichts ändert. Zu dieser Gruppe gehören insbesondere Indien und Aegypten, die in ihrer Entscheidungsmöglichkeit so abhängig sind, dass sie nicht auf einen Block sondern auf beide Rücksichten nehmen müssen. Damit wird ihre Souveränität von verschiedenen Seiten begrenzt. Hier geht es nicht um Wertungen, sondern um das Phänomen, dass mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker die erhoffte Souveränität nicht erreicht wird, da auf der anderen Seite die Blockbildung zu einer starken Bevormundung politisch, militärisch und wirtschaftlich schwächerer Völker geführt hat, die sich entweder völlig unter das Kommando der Blockmächte stellen müssen oder weitgehende Konzessionen zu Lasten ihrer eigenen Souveränität zu machen haben. So paradox dies auch klingen mag: von den 103 Mitgliedstaaten der UN sind nur gezählte wirklich souverän, und nur wenige haben das Gesetz des Handelns in ihrer eigenen Hand. Auch diese Entwicklungen mit all ihren Widersprüchen gehören in unsere Zeit, die von Unsicherheit und Unruhe bestimmt wird, ohne die Möglichkeit zu finden, aus klaren Erkenntnissen die richtigen Entscheidungen treffen zu können. iWOU’WVWJ’.VWJWj I Jacofco M. LAPIDUS; dipl. Mohel ■ TUCUMAN 2396, 4’ J Ï ¡ T. E.: 48-2124 J lAvw.’yww NERVEN n. GEMÜTS KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN iprov. % RIVADAVIA 2625 UI { Tel. 48-7524 < 5 Mont., Mittwoch, Freitag S i 17—20 Uhr. Tel. Anmel- ¡J i düng erbeten. % PROPIEDADES FRANKENBERG berät Sie kostenlos und I unverbindlich beim Kauf , oder Verkauf von f!GESCHAEFTEN WOHNUNGEN IÍAEUSERN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E, 70-7244 MARTHA CHAPEAUX HUTSALON Jetzt in BELGRANOt MOIDES 25 6 1 Í T. 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