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Jüdische Wochenschau · 1961-10-21 · 1920 (21.10.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1920 (21.10.1961)
Date
1961-10-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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t 4 * 2 — Mart«». 31 dr Octubre de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aña XXII. — Na. 19M und wollen keinen Krieg ¡Schluss von Seite 1) westdeutsche Wirtschaft aut. Die Westdeutschen wollten sogar anfangs keine Soldaten. Ihnen gefiel es, sich ihren Geschäften hinzugeben, während die Tommys und Yankees sie beschützten. Dafür verwandelten sie sich aber zu verwegenen Verteidigern antikommunistischer Redereien, die in der an sich völlig lächerlichen und verfehlten Hallstein- Doktrin ihren sichtbaren Ausdruck fanden. Hallstein hat zwar Karriere gemacht, dürfte aber aufgrund seiner gehässigen Einstellung einer der Verantwortlichen für die heute völlig verfahrene deutsche Situation sein. Jedenfalls sind die Deutschen auf die Ost-West-Antithese in einer Weise eingegangen, die zur Zerstückelung des deutschen Volkes geführt hat. Niemand hat so abfällig von „Pankow” wie Bonn geurteilt, und niemand so gehässig über Bonn wie die Ostdeutschen gesprochen. Ohne es zu merken, haben sieh die Deutschen nicht allein zu den Paladinen der beiden entgegengesetzten Welten aufgeworfen, sie haben inzwischen auch selbst die Frontlinie mitten durch Deutschland errichtet. Anstatt von Gegebenheiten und Fakten auszugehen, haben sie durch hochgezüchteten Hass eine sichtbare wie unsichtbare Feuerlinie quer durch das deutshe Volk errichtet. Politik aber konnte niemals durch Hass c-der Unversöhnlichkeit zu brauchbaren Resultaten führen. Die Zeiten sind vorbei, wo man die Kanonen entscheiden lassen kann oder einseitig auf die militärische Kraft vertraut. Im Grunde genommen zeigt sich gerade hierin, dass sich cler Charakter, die Eigenartigkeiten und die Leidenschaften des deutschen Volkes wenig oder garnicht geändert haben: dieselben menschlichen oder unmenschlichen Kräfte, die von Hitler gegen .minder- Dr. FREY j ABOGADO l PUEYRREDON 219« 1' izeu nachm. 16—19 Uhr * Jaime Liebling S. A.; SPERRHOELZER H O E L Z E R; DIAZ VELEZ 5224; Tel.: 89-9349. 33-9305 J REAL Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 f OPTICA? DIPL. OPTIKER | Sarmiento 829 j T. E. 35 - 7356 j « « « ♦ ♦ ♦+■*■*■*. 'wertige oder unliebsame” Rassen und Völker gezüchtet wurden, werden jetzt bewusst oder unbewusst von Deutschen gegen Deutsche mobilisiert. Hierin liegt eine ungeheure Gefahr, nicht etwa nur für die Deutschen selbst, sondern für den Weltfrieden. Wie weit diese Entwicklung vorgeschritten ist, beweist ebenso die Haltung Bonns wie die Pankows, wenn auch die Sympathien der Juden und Israels eindeutig auf der Seite Bonns stehen mögen. Alle Regierungen sind bereit, des Friedens wegen mit der ostdeutschen Satelliten-Regierung zu verhandeln, nur Bonn nicht. Aber selbst wenn durch Verhandlungen die Gefahr der „Anerkennung Pankows”, wie es in westdeutscher Phraseologie heisst, tatsächlich liegen würde, könnten durch eine beweglichere Politik die sich vertiefenden Unterschiede gemildert und eine weitere Zerklüfung verhindert werden. An sich würde in einer permanenten Teilung Deutschlands eine Abschwä chung der sogenannten deutschen Gefahr liegen. Dass diese Hypothese jedoch unrichtig ist, zeigt die Gegenwart. Ein geteiltes Deutschland ist für die Aufrechtertung des Weltfriedens noch gefährlicher. Um den zentraleuropäischen Hexenkessel haben die Gegner lauernd Stellung bezogen, während die Menschheit bereits wieder auf das Niveau herabgedrückt wurde, vom Morgen zum Morgen zitternd auf die weitere Gestaltung der Lage zu warten. Es fehlt ti'ie starke Hand, es fehlt die Autorität. die alle Beteiligten zur Ordnung ruft, und sie auf den rechten Weg zuriiekbringt. Wenn auch die Bedrohung des Friedens sich wie ein Gewitter über Zentraleuropa konzentriert, sind anderwärts starke Kräfte am Werk, die innerhalb der beiden gespaltenen Weltteile auf eine Umorientierung drängen. Im östlichen Lager vollzieht, sich ein Zweikampf zwischen dem roten China und der Sowjetunion, der von Mal zu Mal schärfere Formen annimmt, ohne dass sich die Westmäehte fähig zeigen, aus dieser Rivalität eigene Vorteile zu ziehen. Der chinesische Dichter und Diktator Chou En Lai ist mitten in den Verhandlungen aus Moskau abgereist und hat seinen kommunistischen Genossen damit sein Unbehagen und seine divergierenden Ansichten klar zum Ausdruck gebracht. Die unerwarteten Angriffe auf das kleine Albanien, das sogar wagte, Widerstand zu leisten, sollten zwar vom Schwerpunkt der Diskrepanzen ablenken, rissen aber die Kluft deutlicher auf. die innerhalb des Ostblocks kaum noch zu verbergen ist. Demgegenüber brodelt es überall im Westen. Hierüber sind wir besser unterrichtet als über die Schwierigkeiten, die Russland mit seinen Satelliten hat. Das beste Beispiel liefert heute der südamerikanische Kontinent, der bisher ein Pol der relativen Ruhe gewesen ist. Es mag sein, dass Kuba der Ausgangspunkt der wachsenden Unsicherheit in Lateinamerika ist; es wäre jedoch verfehlt anzunehmen, dass nur von dieser kleinen Insel in Mittelamerika eine Gefahr oder Bedrohung der heute bestehenden Systeme und Ordnungen ausgehen würde. Das grösste Land Südamerikas, Brasilien, stand am Rande des Bürgerkrieges, und niemand weiss, wieweit die Stabilisierung der Verhältnisse nur an der Oberfläche gelang. Die Gegensätze innerhalb der Länder wachsen bedenklich. Extreme Kräfte gewinnen an Gewicht. Der bisher durch die demokratischen Mittelparteien gehaltene Ausgleich des bürgerlichen Lebens, der Sinn der breiten Bevölkerungsschichten für Demokratie, bürgerliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit, die zwar nirgends erreicht, überall aber angestrebt wurde, werden allmählich von den Extremisten unterminiert. Wieder MGHEL N. PLAKSIN Superi 2719 E. 76-6784 u. 76-2512 T. v.v-v-p./; Jacobo M. LAPIDUS! dipl. Mohel •; . r j, t TUCUMAN 2396, 4’ J!' T. E.: 48 2124 J MARTHA 1 CHAPEAUX \ HUTSALON I- B E Jetzt in LGRA N 0 MOLDES 2 5 6 1 Í T. E. 73 9229 5 93-9155 j i PROPIEDADES };j FRANKENBERG Í berät Sie kostenlos und J í anverbindlich beim Kauf Í oder Verkauf von j ’ GESCHAEFTEN Í WOHNUNGEN •, HAEUSERN } Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B , T. E. 70-7244 Dr. 4f B. Schwär« ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 < RAYOS X .PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Entweihung heiliger Staetfen Jerusalem. — Oberrabbiner Jizehak Nissim von Israel protestierte formell höchst energisch gegen die „vorsätzliche Entweihung” des Oelbergs und des Raehel-Grabes durch die transjordanische Regierung. Diese den Juden heiligen Städten befinden sich auf gegenwärtig transjordanischem Gebiet. Der Protest Rabbi. Nissäms erging nach Erhalt glaubwürdiger Nachrichten, dass die Transjordanier den Friedhof in einen Park und das Grab Rachels in ein Mausoleum verwandeln wollen. Der Oberrabbiner beklagt, dass den Juden der Zutritt zu dem Heiligtum und zum Friedhof verwehrt ist, und appelliert an die „aufgeklärte Weltmeänung”, damit sie ihre Stimme gegen die geplante Entweihung erhebt. Auf dem Oelberg liegen seit, vielen Jahrhunderten die Grabstätten berühmter Juden, u. a, das Grab des Maimonides. (ITA) tauchen die alten Schlagwörter von Rechts und von Links auf, die keine Lösung bringen können. Wieder haben viele den Eindruck, dass nur ein Diktator Hilfe, Rettung, Ordnung und Brot bringen werde. Vielleicht noch niemals konnte man mit dieser Berechtigung davon sprechen, dass die rechte wie die linke Reaktion aufmarschiert. Plötzlich zeigt sich eine verhetzte Jugend auf den Strassen, in den Schulen und auf den Universitäten. In Werkstätten und Fabriken dringen Ideologien ein. die bisher noch niemals ihre giftigen und gehässigen Parolen in der Arbeiterschaft durchsetzen konnten. Dabei wird mit Methoden gearbeitet, die in Europa zu einem guten Teil überwunden sind. Streiks und Ausstand sind dort heute weder politisch noch wirtschaftlich wirksame Waffen, wie sie ein wenig antiquiert in Lateinamerika benutzt werden. Es ist noch nicht, gelungen, die sozialen Prableme einer noch weitgehend einfachen Bevölkerung ernsthaft einer Lösung näherzubringen. Der Einsatz der Massen erfolgt deswegen von beiden Extremen allein für einen Kampf um die Macht, an der die Bevölkerung als solche garnicht beteiligt werden soll. Die Amerikaner, die sich bemühen, Hilfe zu leisten, werden mit Misstrauen empfangen. Der grosse Freiheitswillen der südamerikanischen Völker kommt in dieser Ablehnung der reichen Vettern aus Nordame- •^-.■.■AV.V.VVUVWV'JVj i NERVEN a. GEMÜTSf i KRANKHEITEN •[ l Dr. M. J. KUHN £ prov. *« R1VADAVIA 2625 III Tel. 48-7524 < Mont., Mittwoch, Freitag J 17—20 Uhr. Tel. Anmel- £ düng erbeten. % Avwwviwjvvjtfivvi JURIDICO — Dr. OSCAR RABEO ADOS ESTUDIO Dr. iSIDORO KRAUT A B O G Ehescheidungen — Erbschaftssachen — Konkurse und Vergleiche — Verträge — Inkasso — etc. WIEDERGUTMACHUNG MONTEVIDEO 451 46 - 0901 plso 5, ofic. 53—54 46-2796 — 46-2823 Restaurant »»Paso" itrs!■ Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259;; Unter Aufsicht des Vaad Harabonn» der KelüHa MITTAGS- und ABENDTISCH von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN CONDE 2318 T. E. 73-1 148 — 76-7533 rika deutlich zum Ausdruck, auch wenn diese Einstellungweniger mit Gründen der Vernunft als des Gefühl« motiviert ist. Hier müsste das politische Genie der amerikanischen Führung einsetzen. Aber es ist nicht vorhanden, um einen Ausgleich zwischen den objektiven Notwendigkeiten und den subjektiven Nöten Lateinamerikas zu schaffen. Plötzlich wird es immer deutlicher, dass die nationalen Gegensätze unserer Gegenwart gegenüber den weltanschaulich-sozialen an Gewicht verlieren. Früher standen sich die Völker viel schärfer als Gegner gegenüber, heute laufen die Fronten quer durch die Nationen. Der Bürgerkrieg, die primitivste und abscheulichste Form aller Kriege, droht jetzt viel stärker al« dies jemals der Fall gewesen ist. Wenn es auch früher Bürgerkriege gegeben hat, so konnte man doch niemals von einer Weltkrankheit sprechen. Nicht nur Deutschland ist zweigeteilt, auch Korea, Vietnam und andere Gebiete. Vielleicht gehört diese Phase der allgemeinen Entwicklung zum Gesundheits - Prozess der Menschheit, die sich anschickt, in nationalen Gegensätzlichkeiten keinen prinzipiellen Grund für Feindschaften zu erblicken. Wir wissen es nicht. Der Weg zum Frieden dürfte dennoch ein sehr weiter U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martas y Viernes. Editado por ‘ Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2.190, 19 izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 78.— pro Quartal Ausland $ 450— Jährl. und dornenreicher sein, weil schliesslich dieselben Leidenschaften und Beweggründe die HJenschen in ihrem Bann halten, die Vernunft unterdrücken und die elementaren Kräfte auslösen, wie wir das mit grösserer Objektivität, wenn auch nicht mit den gleichen Entartungserscheinungen in der Tierwelt zu beobachten pflegen. Technik und Fortschritt haben nicht zur Erkenntnis geführt, dass der Frieden eine absolute Notwendigkeit ist, und dass bestehende Ge-r gensätze auf andere Weise als durch Krieg geklärt werden müssen. Und wo die Erkenntnis sich bereits durchsetzte, fehlt die Fähigkeit, der Mut und die Ausdauer, um aus dem Gedanken des unbedingten Friedens eine Wirklichkeit werden zu lassen. Das erschrekkendste Beispiel für den mangelnden Willen oder die erforderliche Einsicht der Weissen, die Welt heute dominierenden Rasse, durch friedliche und ausgleichende Massnahmen eine neue Friedensordnung zu' schaffen, aber liefert die südafrikanische Regierung. Das sehen, verstehen und wissen alle. Ueber die Folgerungen dieser schändlichen Politik sich eines Tages wehklagend zu beschweren, haben die Weissen schon kein Recht mehr. Sie haben es verwirkt. Denn sie alle haben sich durch ihr Schweigen zu Mitschuldigen kommender Katastrophen gemacht. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO A. SANGUINETTI T. E. 76 2406 Vertreter: CABILDO 2464 Or. AKIVA HERZK0WICZ MEDRANO 1066 T. E. 86-9646 part. 70-4484 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 §113111133111 SDr. BENJAMIN LIPNIZKY| jj JAHNARZr s 5 ROENTGENSTRAHLEN - ZAHN ZIEHER - BE- SS H HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - *EGÜ- - S LIERÜNG DER ZAHNSTELLÜNG g S Sproehatundea: Dienet«* — Donnerstag — Sonnabend g jjj nach vorherig« Vereinbaren*. S Ctl ¡S Ä JOSE HERN ANDEZ 2514 T. E 70-WTI und w-ssee « Dr. L KLEIN Medieo Magen, und Darmkrankheiten ¡Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: 3 t Montag, Dienstag. Mittwoch tt. Freitag von 15—19 tTlu< j Es wird gebeten, tuen vorher telefonisch anaumelden , T. E. 44-9493 u. 44-1542;; SANTA FE 1391 ♦♦ 4 v ♦ ■*++-+-* ♦♦ ♦ ♦ »♦ ♦>♦ •¡•ä V*"

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