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Jüdische Wochenschau · 1961-10-27 · 1919 (27.10.1961) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1919 (27.10.1961)
Date
1961-10-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 27 de Octubre de 19*1 L A S E MT A N A ISRAELIT A Año XXIÏ. — Na* 191#— 3 Liberales Judentum - heute! „Die zwölfte internationale Konferenz der World Union for Progressive Judaism beschüesst, alle Möglichkeiten -,u erwägen. . um die nächste Weltkonferenz in Israel abzuhalten. So ungefähr iaute.e (frei übersetzt) die etwas vorsichtig gehaltene Resolution, welche die vor kurzem in London tagende Konferenz angenommen hat. Nicht die israelische Delegation brachte diese Resolution ein, sondern das vorbereitende Resolutions-Comité selbst l°gte namens des Präsidiums die Resolution der Konferenz vor. Natürlich hatte die israelische Delegation diese Resolution vorbereitet, aber es ist immerhin bezeichnend für die heutige Situation, dass sich kein Wider- ' sprueia im Plenum erhob. Freilich gab es eine bange Anfrage: Wird man oenn die Vertreter des progressiv-liberal-reformierten Judentums in Israel auch willkommen heissen? Wie auf allen jüdischen Konferenzen heutzutage dovon SCHALOM BEN-CHORIN ruinierte auch und gerade auf dieser das amerikanische Element. Seit der vorigen Konferenz ist ja das Weltzentrum nach New York verlegt worden, und die führenden Männer kommen aus den USA, wo es heute 700 Reform-Gemeinden gibt, die über eine Million organisierter Mitglieder in der Union of American Hebrew Congregatiors zählt. Trotzdem kehren oft Fragen .vieder, die men nachdenklich stimmen. Eine Dame der israeliscr.-n Delegation wurde beehrt, im Festgottesdienst in der alt-ehrwürdigen West-London-Synagoge den Prophf-tenabschnitt im Original vorzutragen, während der Rabbiner der Synagoge vorher den Inhalt in englischer Schmierfinken verurteilt Wien. — Fünf Jugendliche sind nach dem Bericht, einer ungarischen Zeitung in der westungarischen Stadt Gyuere wegen „nazi- Attscher Umtriebe’' zu Gefängnisstrafen bis zu fünf /ähren verurteilt worden. Die „Bande junget Krimineller” — wie die Zeitung schreibt — hatte Hakenkreuze auf sowjetische Kriegerdenkmäler und Gräber sowjetischer Soldaten gemalt sowie den jüdischen Friedhof beschmiert. Wie die Zeitung berichtet, benutzten die Jugendlichen nationalsozialistische Gruss¬ und Sprucbformen wie „Heil Hitler” und „Sieg Heil”. Das Gericht berücksichtigte das jugendliche Alter der Angeklagten als Milderungsgrund. (AWZ) j Sprache umriss. Die schöne hebräische Vorlesung machte tiefen Eindruck auf die Anwesenden, deren einer mich dann allerdings fragte: „War das Iwrit oder Hebräisch?” Bbi diesem Gottesdienst hielt Rabbi Dr. Maurice Eisendraht, Präsident der American Union of Hebrew Congregations eine beachtliche Predigt, in der er scharf Front machte gegen den Primat - Anspruch Israels. Gilt denn nur noch rsrael?, fragte er. Ist das gewaltige Erbe Babylons, des seiardischen una aschkerasisehen Judentums des Chassidismus in Osteuropa, der jüdischen Rfeformbewegung in Deutschland und des grossen amerikanisch-jüdischen Potentials vergessen? Judentum ist mehr als Israel, ist eine weltweite Religion für ein weltaltes Volk mit einer Botschaft a: die Welt. Damit gab Dr. Eisendrath eine Antwort «n Ministerpräsi ient- Ben Gurion, der bei seinem letzten Besuch in New Yorkerklärt hatte, dass man entweder Jude oder Amerikaner sei, aber nicht beides zusammen: es lässt sich denken, dass er da nicht auf offene Herzen stiess .. Und, weder: Israels Ministerpräsident soll in New York erklärt haben: „Wenn ich Juden in der Diaspora treffen will, dann! gehe ich in die Synagoge; aber nicht in einen Reform- Tempel oder in eine konservative Synagoge, sondern in eine orthodoxe Schul’’. Auch das hört man ment gerne im Kreise der Cc itral Conference of American Rab¬ bis. Es war sicher licht staats. männisch gedacht v >m Ministerpräsidenten so einseitig Partei zu nenmen, noch dazu in einer politischen Situation, in der ei seibst gegen das orthodoxe Oberrabbinat in Israel einiges auf dem Herzen hat, das sich nun wiederum in einer Resolution der Konicrenz ausdrückte, die scharf gegen die Diskriminierung der indischen Bene-Israei durch das Oberrabbinat in Jerusalem Stellungnahm. Die Bene-Israe* seihst waren uurch Mr. Eiija vertreten, einen würdigen indischen Herrn mit eepfiegtem Barte, der sich unter den Vertretern der USA und Südamerikas. Rhodesiens und Australiens Ncu-Seelands und der europäischen Länder und Israels besonders eindrucksvoll abhob, beweisend, dass progressives Judentum nicht an eine bestimmte bürgerlich-europäisch - amerikanische Schicht gebunden ist. Eben dieser Blick auf das ganze Judentum gab auch die Resolution, die für die religiös-kulturellen Rechte der Juden der Sowjetunion eintritt, die kürzlich übrigens von einer G uppe amerikanischer Refomv-Rabbis besucht wurde. Das Progressive Judentum will aber nicht nur Klall-Israel erfassen, sondern weiss um seine Botschaft an die Welt. Da., löste die Proseiytendebatte auf oieser Konferenz aus, anschliessend an ein Referat von Raboi Dr. Sheldon Teppd&ns - ft HoeM UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKT’ÜPFTEN! TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM* Eigen« Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen \ MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT HEIN WOLLENEM VELOUR. 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Zwei junge englisch-jüdische Rabbis kamen sich in der Diskussion dibei geistig- I geistlich in die Haare: wähj rend der liberale Rev. John Rayner die Aufnahme von Proselyten emofahl, trat ihm Rabbi Dr. Miller von der englischen Reform entgegen. sich auf wenig positive Erfahrungen mit Proselyten terufend. Es gibt heu* i te jedenfalls dieses Pro-! blem in erhöhtem Ma; se, ■ und die amerikanische Re-1 form geht hier im Gegeni satz zur Orthodoxie den poj sitivan Weg, erle.ehtert Uej bertriite, um so Mischehen zu vermeiden urd Kinder i aus solchen Ehen dem Ju- > dentum zu erhalten. j Das festlich, ti aditior:elle I Dinner im Trocadero Restaurant am Picadiiiy Ciri cus gab dem Schreiber die- 1 ser Zeilen nochmals die- Gelegenheit, das alte , Leshana Habbaa bi.ushaiajim” auszubringen, in einer neuen Form freilich, den Wert einer solchen Tagung in Israel unterstreichend, das ja yiogressives Judentum kaum kennt. ,Wu sind Künstler des Judentums”, sagte Dr. Freehof in einer seiner Ansprachen... und dag bewiesen die eindrucksvollen Gottesdienste dieser Konferenz. Nicnt.s ist hier Routine, nichts wird pflichtgemäss hergesagi Immer wieder neu wird das Gebet gestaltet. Jede Si zung wird mit Gebet begonnen, wobei die freie Improvisation regiert. Man kann keinen Bericht über feine Work',-Union-Tagung schliessen, ohne der First Lady dieser Bewegung zu gedenke i; Miss Lilly Montagu, die mit inren 88 Jahren noch immer alle Fäden in der Hand hält, das Programm der Tagung ausarbeitete und mit jedem Delegierten und Referenten die Probleme seiner Gruppe besprach. Eine moderne Debora, eine „Richterin in Israel”. LA SEMANA ISRAELITA B IS EM AN ARIO INDEPENDÍENTE ß*. ARm — PUETRHEDON 2190, 1* teq. — T. E. 93-2013 17. Marcheschwan 5722 27, Oktober 1901 Eddie Cantor wird boykottiert Holllywood. — Der Filmstar Eddie Cantor nahm amüsiert zur Kenntnis, dass die Arabische Liga angekündigt hat, alle seine Filme würden in den der Liga angeschlossenen Ländern boykottiert werden, weil Cantor „Zionist” sei und den Staat Israel unterstützt habe. Cantor, der in Kürze seinen 70. Geburtstag feiert, wiederholte eine Erklärung, die er im Krieg über das Hitlerregime gemacht hatte, als er sagte: „Ich hege nicht den Wunsch, Menschen zum Lachen zu bringen, die mein Volk zum Weinen gebracht haben.” Am 60. Geburtstag des jüdischen Schauspielers vor 10 Jahren wurden Israel-Bonds in Höhe von 2.616.000 Dollar verkauft, und auch an seinem 66. Geburtstag wurde ein aussergewöhnliches Resultat durch den Verkauf von Staatsbonds erzielt. An. dere, von der Arabischen Liga aus gleichen Gründen boykottierten Schauspieler Zusammenarbeit mit Tanganjika Dares Salem. — Zwei israelische Aerzte trafen in Tanganjika ein. um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit der Gesundheits- Ministerien beider Länder zu untersuchen. Dr. I. C. Michaelson, Augenspezialist vom Hadassa-Universitäts- Krankenhaus, und Dr. Rafael Gredzin, Präsident des israelischen Aerzte-Vereins und Direktor des Rambam- Hospitals von Haifa, werden ungefähr einen Monat in Tanganjika bleiben- —« (ITA) Geld- und Gefaengnisstrafe Brüssel. — Zu einer Geldbusse und 15 Tagen Haft mit Bewährung verurteilte ein brüsseler Gericht kürzlich eine Frau, weil sie ihrem Vorgesetzten in einer staatlichen Behörde gegenüber ein antisemitisches Schimpfwort gebraucht hatte. Newman. Jerry Lewis und Edward Robinson. (ITA) RESTAURANT KOSHER Israel-Marken! SPEZIAL-SAMMLUNG SUCHT TEILHABER zu verkaufen Pert, Angebote an T. E. 76-4157 von 19—21 Uhr ¡í Paso 452 Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanigeschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Sir. I AUTQ - REPARATUR. WERKSTATT „BEN0” BENO MJTSCHNECKER Avd«. 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