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Jüdische Wochenschau · 1961-10-27 · 1919 (27.10.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1919 (27.10.1961)
Date
1961-10-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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— Vitro»-»;.?; «I» flrfohrf «1,- 1^) JÜDISCHE WOCHENSCHAU AB# XXII. - Ne. lj»9 Das steht nicht in den Akten ■ Schluss von Seite 1) 1nng £,««fragen, um einmal festzustellen, was dort. über »lie schwachen Leisturgen vei merkt sei, kann doch nur auf dem Boden einer böswilligen Entschädigungsfrinoiichkeit gewachsen sein. Wer hätte damit rechnen dürfen, dass eine fiir die Entscheidung wesentliche Begründung überhaupt i« den Schulakten enthalten ist. Sceinfältig cmd doch selbst bayerische Richter nicht, dass sie solches mit gutem Grunde und einem et» liehen Gewissen hätten annebmen können. Die Nazis pflegten nicht, senriftlich nicderzulegen, wenn sie etnen Juden verdrängten, vertrieben und totschlugen, dass sie es aus antisemitischen Gründen getan haben. )m Gegenteil! Sie haben alle ihre Verbrechen, die kleinen wie die grossen, getarnt. Sie schickten die Urnen aus den KZ mit dem Bemerken, der Verstorbene habe Selbstmord oegangen, habe einen Herzschlag erlitten oder sei auf der Flucht erschossen worden; sic pflegten in solchen Fällen übrigens auch eine Gebührenabrechnung beizulegen .. Das wussten die bayerischen Richter nicht? Das haben sie inzwischen?ueh nicht gelernt? Diese Herren scheinen wirklich die rechien Männer zu sein, das nationalsozialistische Unrecht wiedergutzumachen, eine edle Ergänzung des Bayerischen. Landesentscbädigungsamtes. Uebrigens FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 F »za. nachm. 16—19 Uhr i: REÄL PEh] Füllhalter 4 REPARATUREN I Spezialgeschäft | CORRIENTES 569 t T. E. 49-5850 * < 4-4-4-4~4 4-4-4 ♦♦♦♦ ♦-♦♦♦♦♦ < L^4 4> 4-44-4^4 4-4-4 444-44/ [Jaime Liebling! S. A. * SPERRH OELZER * hoelzer! 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Vielleicht an« Gründen der Höflichkeit stellte es der Glossen- Aufor darauf ab, dass nun das arme Schulmeisterlein, das jetzt: die fragliche Auskunft gegeben hat. möglicherweise ein einstiger Träger des NS-Parteiabzeicbens gewesen sei. Wozu ist es erforderlich, den Ler-rer zu untersuchen und nur in Parenthese „und andere Beamte“, anzudeuten, dass vielleicht auch die Justiz noch nazistisch durchsetzt ist! Jedenfalls kann man bei dieser Entscheidung nicht mehr von Recht und von Gutgläubigkeit oder Objektivität sprechen, da zu schwere Argumente gegen diese Fehlentscheidung angeführt; werden können, die vom Bundesgerichtshof an gedeutet und vom Glossen- Autor nui kurz gestreift worden sind. Dass die Lehrer die eigentliche Kerntruppe des Nazismus gewesen sind, dürfte bekannt sein. Jeder, der in den Jahren zwischen 3923 und 1933 in Deutschland zur Schule gegangen ist, weiss hiervon ein Lied zu singen. Der Nazifaschismus wäre überhaupt niemals in Deutschland gross geworden, wenn es nicht die Lehrer gewesen wären, die jenes Gift, des Hasses und des Rassenwahnes in die Herzen der heranwachsenden Jugend gespritzt hätten, ln hunderten deutschen Schulen wurde den jüdischen Schülern bereits vor 1933 das Leben verbittert, ihre Leistungen herabgesetzt und ihre Isolierung systematisch versucht. Wie leicht war es jenen Helden des Katheders, ein jüdisches; JUDITH 5 SGHEM0LEWSKI Í Kind zu verletzen oder dem SpoU preiszugeber Gewiss, in einigen Städten wie Berlin oder Hamburg kamen solche Fä.le seltener vor. Aber in der naziverpesteten Atmosphäre in Ostfriesland, in Thüringen, Bayern (Coburg!) und anderwärts waren diese Zwischenfalle an der Tagesordnung, auch in der Zeit vor der sogen. Machtergreifung. Das wissen die Herrschaften nicht, die jetzt zu Gericht, sbzen. Wir fragen, ob diese Richter geeignet. sind, ihr Amt auszuüben, wenn sie nicht einmal mit den bekanntesten und einfachsten Sachverhalten vertraut sind oder sein wollen!? Noch gravierender allerdings wirkt die Unkenntnis der ehemaligen Gesetze und Verwaltungsverordnungen oder, was dasselbe ist, das Ue'bersehen von Bestimmungen, die für die nazistische Schulpolitik von den ersten Tagen der Naziherrschafi: an entscheidend gewesen sind. Bereits am 25. April 1933 wurde ein Reichsgesetz gegen die Ueberfüllung von deutschen Schulen und Hochschulen erlassen; wichtiger als die einzelnen Bestimmungen, die das zahlenmässige Verhältnis zwischen „arischen” und „nichtarisehen” Schülern bestimmt, war die eindeutige Tendenz, die jüdischen Schüler aus den deutschen Schulen auszuscbliessen. Diese allgemeine Tendenz der Ausschabung der Juden aus dem bürgerlichen Leben in allen seinen Auswirkungen war bereits durch 12 andere gesetzliche Erlasse oder Verordnungen von den Nazis zum Ausdruck gebracht worden. Falls die heutigen Richter jene Zeit nicht selbst miterlebt haben sollten, was wohl nicht anzunehmen ist, so hätten sie aus diesen Gesetzen entnehmen können, mit welchen Mitteln die Nazis ihre mH voller Lautstärke seit Jahren proklamierten antisemitischen Ziele realisierten. Zunächst waren Bestimmungen gegen Notare und Rechtsanwälte in Preussen ergangen, dann folgte das Berufsbeamtengesetz, das mit einem Federstrich alle jüdischen Beamten mit einigen Ausnahmen eliminierte. Allein im Monat April KULTUSSTICKEREIEN <\ £ Schabbosdecken - Taliis- [» *, beute] - Käppchen - M.oz-| £ J» zot-Tasehen - Hand- und ¡ J Jaccbo M. L.AFIDUS Jipi. RAohel TUC'UMAN 2396, 4’ J T. E.: 48-2124 Masehinenstiekerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO r585 T. E. 73-9155 New York. — Ein neuer und sehr freundschaftlicher Ton wird in dem Band über Judentum angeschlagen, der als Teil der „Enzyklopädie des Katholizismus im 20. Jahihundert” veröffentlicht worden ist. Der Verfasser des Werks ist R. P. Paul Demann, eine bekannte Autorität auf dem Gebiet der Geschichte der Theologie. Demann vertritt den Standpunkt, dass die Feindschaft zwischen Juden und Christen, nie in den ersten Jihren des Christentums entstand, eines Tages überbrückt werden könne. Er toidert die Katholiken auf, die Juden als ihre „älteren Brüder” anzusehen und „das Leben und die Tradition der Juden zu verstehen”. Er erinnert die ha iholisehe Welt daran, dass die Juden auch heute noch die wahren Kinder Israels sind, jenes Israels der Bibel, welches „die Wurzel des Christentums” bildet. Demann analysiert, die Frage: „Was ist ein Jude”, indem er fragt: „Sind die Juden eine Rasse, ein Volk oder Bekenner einer gewissen Religion?” Seine Antwort lautet, dass es verschiedene Arten gibt, ein Jude zu sein, was jedoch kein Hindernis dafür bildet, dass die- Juden eine Einheit darstellen, deren Zusammenhang, Beständigkeit und Merkmale stark hervorfrefen. Der Pater verlangt von den Christen, die Juden ohne Vorurteile, mit Verständnis und Achtung zu betrachten und sie als „ältere Brüder” anzusehen. die so Schweres erlitten und trolzdem „ihren Teil der Erbschaft” treu bewahrt haben. Er gibt eine Zusammenfassung der Geschichte der jüdisch-christlichen Beziehungen und beschreibt mit Wärme den Verlaut der Geschichte de« Judentums. Demann vertritt die Ansicht, dass das Judentum aus den - NaziverfoJgungen gefestigt hervorging und durch die Gründung Israels gestärkt worden ist. Eid jedes dieser beiden Ereignisse, so betont er, haiie ein Erwachen de* jüdischen Gewissens unter den Juden z.m Folge, das durch ein Jahrhundert der Assimilation eäwgeschläfert worden war. Diese beiden Geschehnisse haben seiner Meinung nach dazu beigetragen, die Solidarität unter den Juden zu beleben und den Juden von heu te dazu zu zwingen, seine Position, und seine Zukunft, von einem neuen Gesichtspunkt aus zu revidieren. Dies, so unterstreicht, dev katholische Geistliche, trifft im besonderen auf «len Fall «¡er USA-Juden zu. Demann geht auf die Beziehungen zwischen Israel und den Juden in der Diaspora ein sowie auf die wichtigsten Richtlinien «les jüdischen Glaubens und der Religionsausübung, um den Christen den Inhalt «les Judentums verständlich zu machen. BORIS SM Ol,AR 1933 sind 15 solcher- Bestimmungen, unter ihnen das Schulgesetz, ergangen. Das alles blieb unberücksichtigt, um einem Exgymnasiasten nach über 25 Jahren die 5.000.— DM Entschädigung vorzuenthalten. Aber man braucht nicht auf ZAHNARZT ESTOMBA 2283 ■ 52 8214 RAYOS X PA RA DENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ^v.w.v.vv.’vwwvwy »; NERVEN u. GEMÜTS- £ KRANKMETTEN \ i; Dr. M. J. KUHN >. J prov. % i R1VADAV1A 2625 HI > ■. Tel. 48-7524? JMont., Mittwoch, Freitag ¡2 517—20 Uhr. Tel. Anmel- 5 > düng erbeten. 3 'jV'ASAfWWlfWVJWU%rf£ .V.-UVW í MARTHA \ \ CHAPE AUX\ > *. •I - HUTSALON > Í B Jetzt in ELGRAN MOLDES 2561 < T. E. 73 9229 93-9155 > »B Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría i. ■ Conde 2020 76.0286 w ESTUDIO JURIDICO } Dr. ISIDGR0 KRAUT — Dr. OSCAR RA6EC v ABOGADOS < Ehescheidungen — Erbschaftssachen — Konkurse « und Vergleiche — Verträge — Inkasso — etc. V WIEDERGUTMACHUNG j MONTEVIDEO 451 4« - «NH .' pis« 5, ®Hc. 53—54 46 2796 — 46-2823 i AVWWWWA*. LT ¿•••••••«•••••••••••••••••«••••••••••••ft : H. ROSENZWEIG j t TAIL0R HENRY l TUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913; l Grtf jste Auswahl in imp. n. hiesigen Steffen l %••••••••••••••••••••••••••••••••••••••' 4 « •* « « ♦♦ ♦ < BERNARDO STERN sind JUAN JULIUSBERG i Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN CONDE 2318 T. E. 73-1148 — 76-7533 diese Gesetze zu verweisen. Schliesslich halte der Boykott-Tag am 1. April 1933 der ganzen Weit das schändliche Treiben der Nazis vor Augen geäübrt, deren Volksverhetzung ihren ersten Höhepunkt erreicht batte. Im übrigen kam es damals bereits überall in Deutschland zu unerhörten Exzessen, vor allem wiederum in München. Die bayerischen Richter, die sich an diese Tage nicht mehr er- U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — apare«» Jos Martas y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Di. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. innern oder erinnern woden, hätten nur in dem Buch „Der gelbe Stern” des Deutschen Gerhard Scboenberner nachzuschlagen brauchen. Sie hätten dort bereits auf Seite 15 das Bild eines jüdischen Rechtsanwaltes finden können, den die SA durch die Strassen in Wünschen führte, und der ein Schild „Ich werde mich nie wieder bei der Polizei beschweren” tragen musste. So sah es damals in München 1933 aus. Auch das ist den Richtern heute nicht mehr bekannt. So wurde ein Mensch behandelt, der bei der Polizei vor dem Terror Schutz suchte. Das war damals. Und heute?: so wurde ein Exgymnasiast behandelt, der bei den Enfscbädigungsbehörden in Bayern sein Recht verlangte... Was schrieb der ..Völkische Beobachter” am 3. April 1933 über den Boykolt- Tag: „Der Boykott vom Sonnabend ist lediglich als eine Generalprobe für eine Reibe von Massnahmen zu betrachten, die, wenn sich die Meinung der Welt, die •im Augenblick gegen uns ist, nicht endgültig ändert, durchgeführt werden.” — Die Drohung wurde wähl gemacht. Das haben wir alle am eigenen Leibe «riebt. Gewiss können wir mit Genugtuung feststellen, dass sich die Meinung der Welt über die Nazis bis beute nicht geändert hat. Offensichtlich aber hat sich auch die Haltung der Nazis nicht geändert... MEDICO Vertreter: Dr. A. SAIGUINETTI CABILDO 2464 T. E. 76 2406 Dr. AKEVÄ HERZK0WICZ MEDRANO 1066 T. E. 86-9646 pari. 70-4484 VARICES-ULCERAS DE U PIERO* — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAL Sarmiento 3(16 «»■i*B5í«s3íir*rssfss:-íí T. E. 87-1362 3?: t SISI BiSiiib Í0r. BENJAMIN LIPNIZKY« 5 ZAHNARZT £ S ROENTGEN STRAHLER — ZAHNZIEHEN — BE- £ £ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGO- S S LISRUNC DER ZAHNSTELLUNG g £ Sprechstunde«: Dienatag — Donnerstag — Sonnabend 8 S nach vorheriger Vereinbarung- 8 £ JOSE HERNANDEZ 2518 T. E?« MT3 «»4 73-«« S ,+-+4 6 ♦ 4-4-4-4-4 4 Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dleaatag, Mittwoch XL Ft*Hag von 15—19 Uhl Ea wird gebeten, Bich vorher telefonisch anzunsehlen SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542 1 '!*.

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