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Jüdische Wochenschau · 1961-10-17 · 1916 (17.10.1961) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1916 (17.10.1961)
Date
1961-10-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Marte«, 17 de Octubre de 1961. L A LITA XXII. — No. 1916 — 7 ISRAEL - Aktuelle Probleme des GESTEIGERTE EINWANDERUNG Die Zahl der neu einge «offenen Einwanderer in »len ersten acht. Monaten de« Jahres 1961 überstieg die Zahl der Neuankömmlinge in der gleichen Periode de« Vorjahres um das Doppelte, wie der Leiter der Efnwanderungs - Ablesung der Jewish Agency bekannt geben konnte. Und er fügte hinzu, dass man zuversichtlich damit rechnen dürfe, dass sich diese Zahi in der nächsten Zeit weiter er hüben wird. Es ist klar, dass zusätzliche Einwanderung zusätzliche Finanzmittel erfordert. Deswegen erschien bered* Arbeitsmänäster Br. Giora Josephthal anfangs September vor der Leitung des United Jewish Appeal in New York und forderte zu verstärkten Leistungen auf. Tatsächlich wurde eine zusätzliche Aktion beschlossen, durch die weitere 35 Milionen Dollar in diesem Jahre aufgebracht werden soffen, unter der Voraussetzung, dass auch in Israel selbst ein grösserer Teil der nötigen Mittel beigesteuert weiden wird. 266 MILLIONEN FIER BEHAUSUNG Da« dringendste Erforvon Dl, KDffiT dernis für die Neuankömmlinge ist natürlich die Behausung, d. h. ein Dach über dem Kopf. Aufgrund der Erfahrungen der frühen 50er Jahre ist man davon abgekommen, die Neueinwanderer zunächst einmal in vorläufigen Unterkünften, wie Uebergangslager mit Zeiten oder Baracken aller Art, unterzubringen. Die Errichtung solcher Lager erfordert ebenfalls nicht unbeträchtliche Mittel, erschwert die schnelle und glatte Einordnung des Neueinwanderers in der neuen Heimat und hält den Prozess, den Olc in das Wirtschaftsleben des Landes so schnell wie möglich einzuordnen, nur unnötig auf. Man bringt daher heule den neueintreffende» Einwanderer und seine Familie sofort in feste Behausungen an Orten, wo nach Möglichkeit auch schon Arbeitsplätze bereitstehen, wenn auch dieses System anfänglich vielleicht mit grösseren Kosten verbunden ist, so machen sie sich doch im Verlauf des Einordnungsprozesses gut bezahlt. Israel muss für dieses Jahr mit 20 bis 25.000 Familien rechnen, die behaust werden müssen. Die Kosten i'ür eine Wohneinheit für eint Familie — einschliesslich Schulen, Kliniken und anderen öffentlichen Institutionen — werden heute auf 10.000 IL berechnet. Nehmen wir die Kosten nur fiir 20.000 Familien, so stellt, dies einen Finanzbedarf von 200 Millionen IL dar. Was bisher an Mitteln dafür im Staatsbudget, in dem der Jewish Agency und auf dem Kreditwege bereitgestellt werden konnte, einschliesslich der Hilfe, die aucll diesmal die Weitjudenbeit gewährt, wird zusammen etwa 130 Millionen IL davon decken können. Es bleiben also noch rund 70 Millionen IL und der Ausschuss der Wirtschaft sminister der Regierung beschloss, der Regierung und der Knesset ein Gesetz vorzulegen, das die Aufbringung von 75 Millionen IL im Wege einer Zwängsanleihe sichern soll, die vom israelischen Steuerzahler aufzubringen ist. Der Steuerzahler soll in den nächslen Monaten durch einen 12piozentigen Zuschlag zur Einkommensteuer — wobei die unteien Einkommensteue) kiassen ausgeschaltet bleiben — diese Anleihe bezahlen. So wichtig die Finanzierung der Bauprojekte ist, so ist es damit noch nicht allein getan. Es müssen die nötigen Baumaterialien bered gestellt werden, und es müssen die entsprechenden Arbeitskräfte bereitstehen. Besonders aber auf letzterem Gebiet bestehen aDer heute Schwierigkeiten, ln den letzten Monaten ist auf dem Arbeitsmarkt eine grosse Aenderung in Israel eingetreten. Die- Arbeitslosigkeit ist. fast völlig verschwunden. Bei ein paar tausenden Arbeitslosen, die noch bei den Arbeitsämtern gemeldet sind, bandelt es sich überwiegend um Elemente, die wegen ihres Alters oder physischer Beschränkungen nur noch schwer in den nor malen Arbeitsprozess eingeordnet werden können. Bäufacüarbeiter fehlen und werden daher sehr hoch bezahlt, weit über den offiziellen Tariflöhnen. Der Leiter des Wohnurgsbauwesen« im Arbeitsministerium, David Tenne, hat nun Vorschläge gemacht, dass für alle Bauprojekte eine Präferenz-Staffel einge- Der Hafen von Tel Aviv Keine Arbeitslosigkeit Jerusalem. — Trotz einer e-hebliehen Zunahme der Einwanderung in den ersten sechs Monaten des Jahres 1961 erfreut, sieb Israel einer Periode m der keine Arbeitslosigkeit herrscht und sogar ein gewisser Mangel an Arbeitskrätlen bemerkbar ist. Dies teilte die Regierung mit. . Die Gesamtzahl der beschäftigten Personen streg um 4 Prozent in der Zeit zwischen Januar und Juni, und die Zahl der Ar beitslosen sank um 7 Frezent. Wie es in dem Bericht heisst, sind alle Arbeitnehmer' ausser den chronisch Arbeitslosen und solchen, die aus bestimmten Gründen nur schwer Arbeit finden, beschäftigt. Seit Beginn des Jahres haben die Vermittlungsbüros im Durchschnitt 1.400 Personen menailicb gestellt, einschliesslich geiernte und haibgelernte Arbeiter. (ITA) richtet, werden so)). An erster und oberster Siede stehen dabei die Errichtung der Häuser für die Neucinwanderer, an der untersten öffentliche Bauten des Staates,.der Munizipalitäten und anderer öffentlicher Institutionen. Gegen diesen Plan wird vom privaten Baugewerbe heftig Sturm gelaufen und es kann-mit mindestens einer Milderung der Pläne gerechnet weiden. EIN RUHMESBLATT ISRAELS Abschliessend soll nur darauf bingewiesen werden, ♦ *-♦ «t«« e < CO Milliarden Dollar ßwslamdsSiiilfe Washington. — Die Vereinigten Staaten haben seit dem letzten Krieg 40 Milliarden Dollar anderen Ländern zur Verfügung gestellt, urn ,,hungrige Kinder zu sättigen, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben, die Möglichkeit für Gottesdienste zu schaffen und vielleicht auch zur Erholung“. Dies erklärte der amerikanische Vizepräsident Johnson. (AWZ) dass die Wobnungsbaupolitik Israels eines seiner von allen anerkannten Ruhmesblätter dar stellt — wewn natürlich auch aui diesem Gebiet Lehrgeld bezahlt w>erden musstet Die Bevölkerung Israels hat sich seit der Staatsgründung um das 2’,¿fache vermehit und stand bei der diesjährigen Volkszählung auf 2.181.159 Seelen (Vu-ksyäbJung vom 22. 5. 61). Trotzdem fiel in den letzten Jahnen die Wohndichte ständig, und sie steil! sich heute auf 1,9 Personen pro Zimmer, ein Siand, der sich auch mit dem in viel reicheien und entwickelteren Ländern vergleichen kann. Natürlich ist es mil der Wohnung allein nichi getan. Die Einordnung der Olim verlangt darüber hinaus «ehr beträchtliche Mittel al- ler Art und besonders fiir die Schaffung immer neuer Arbeitsplätze; doch darüber soll ein anderes Mal gesprochen werden. Das im Jahre 1909 gegründete Tel Aviv entwickelte sich schnell nach dem ersten Weltkrieg und wurde das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes Es war jedoch jmmer von Jaffaer Hafen abhängig der sich in den Händen der Araber befand, die sich weijerten, mit. den jüdischen Hafenarbeitern zusammenzuarbeiter.. Nach Ausbruch der arabischen Unruhen im Jahre 1936 erklärten die Araber einen Generalstreik der zur Schliessung des Jaffaer Hafens führte und die wirtschaftliche Entwicklung Tel Avivs bedrohte. Die Juden, an die enormen Schwierigkeiten des Auf- 4>aus gewöhnt, gingen nun daran, sich in Tel Aviv einen eigenen Hafen zu bauen. BESCHEIDENE ANFAENGE Nachdem die Mandatsregierung die Erlaubnis erteilt batte, eine provisorische Vorrichtung am Meeresstrand zu treffen, um gewisse Waren abladen zu können, wurde ein Lan- «lungssteg gebaut, „nd Ende Mai 1936 konnte das erste, im offenen Meer ankernde Schiff mit Hilfe von Booten und unter'begeisterter Teilnahme der Jugend, die den Zement in Säcken auf dem Rücken durch die Fluten trug, ausgeladen werden. Nach kurzer Zeit schon ging von diesem .,Hafen“ der erste Zit.rustransport ab. Erst nach einem Jahr wurde die Erlaubnis zur Landung von Passagieren erteilt. Allmählich wurden Wellenbrecher und Lagerffüume sowie verschiedene zum Hafenbetrieb notwendige Einrichtungen errichtet. Am 23. Februar 1938 konnte Tel Aviv die offizielle Eröffnung des Hafens („Tor Zions“) feiern, und die vom Keren Hajessod und der Stadtverwaltung von vom Dr. MARKUS KRAEM.ER Tel Aviv gegründete Ak tiengeseilschaft ,,Otzar Mifalej Hajam“ übernahm die Verwaltung des Hafens. Die gleichzeitig gegründete „Meer-Liga“ (Cbewel Jami Leäsrael), der im Laufe der Zeit mehr als 20.000 Mitglieder beitraten, hat es verstanden, im Lande und in der Diaspora Verständnis und Interesse für jüdisches Seewesen zu erwecken, dem sieh das jüdische Volk In den Jahrhunderten der Verbannung entfremdet hatte. Die „Meer-Liga“ mag als Vorgänger der Israel-Marine betrachtet werden. DER ZWEITE WELTKRIEG Durch den te’aviver Hafen der sich über 80.000 m2 erstreckt, wurden im Jahre 1936 28.000 Tonnen (3.1 Prozent des Gesamtimporls des Landes) importiert; im Jahre 1939 stieg der Import auf 158.000 Tonnen. In den Kriegsjahren 1940 bis 1944 war das Landen von Schiffen verboten, und der Hafen wurde stiilgelegi. Die 1.000 ausgebildeten Hafenarbeiter zerstreuten sich im Lande. Einige folgten dem Ruf der britischen Armee und bildeten Abteilungen für Hafenarbeit in Tobruk und Griechenland. Die Armee hat auch verschiedene im Hafen vorhandene Einrichtungen zur Ausrii. stung kleiner Häfen in Nordafrika übernommen. Doch wurde der Hafen nicht vollständig geschlossen. Man begann mit dem Bau kleiner Schiffe, besonders von Fischerbooten, denen eine wichtige Aufgabe in der Lebensmittelversorgung oblag. Auch kleine Landungsboote für die britische Admiralität wurden gebaut. Wohlverdiente Anerkennung der Engländer erwarb sich der Hafen durch die Konsti uktion zweier Minensucher — ein beredtes Zeugnis für den Arbeitseifer und die technischen Fähigkeiten der Pioniere. Nach Kriegsende wurde der Hafen wieder in Betrieb genommen. Schon 1945 wurden 400.000 Kisten Zitrusfrüchte exportiert, und im Jahre 1946 gingen durch den Hafen bereits 5,4. Prozent des Imports und 10,9 Prozent; des Exports. Von der Mandatsregierung keineswegs gefördert, arbeitete der Hafen — mit Ausnahme des Jahres 1946 — mit einem Defizit, doch bat sieh dies ständig vermindert. Der erste Generaldirektor Van Vriesland und der erste Präsident des Verwaltungsrates Hoofien, Bürgermeister Rokasch und andere angesehene Mitglieder deF Verwaltung laten il>r Bestes um die Hafengesellschaft auf eine gesunde Wirtschaft liehe Basis zu steilen. Die seit Errichtung des Hafens an die Mandalsregie-ung stets wiederholte Forderung um Erlaubnis zum Ausbau eines Tiefseehafens fand kein Gehör, angeblich um Konkurrenz mit dem Haifaer Hafen zu vermeiden. Aber auch die Regierung Israels, die nach Uebernahme der Aktien des Keren Hajessod die entscheidende Mehrheit in der Gesellschaft besitzt, ist dieser Forderung nicht zugänglich, hauptsächlich aus dem Grunde, um einen weiteren Zuwachs der Bevölkerung Tel Avivs, das heute schon 400,000 Einwohner zählt, zu vermeiden, weil sie den Gesichtpunkt vertritt, dass die Bevölkerung und die Industriebetriebe über das ganze Land, besonders nach dem Süden hin verleite werden sollen. Zu diesem Zweck ist mit dem Bau eines Tiefseehafens in Aschdod-Jam begonnen worden, den eine französische Gesellschaft in Zusammenarbeit rpii Solei Bonne mit einem Kostenaufwand von 30 Millionen Do31ar ansführen soll. Der telaviver Hafen wird weiterhin der Stadt und ihrer Umgebung dienen. Ei bat eine Kapazität von 300.000 Tonnen, wovon im letzten Jahr 220.000 Tonnen (Import) erreicht wurden. Er ist also nicht nur ein Denkmal jüdischer Pionierarbeit, sondern erfüllt auch eine wichtige Funktion im Wirtschaftsleben Israels. Der Hafen beschäftigt ständig €00 Arbeiter «nd Angestellte, d. b. dass mindestens 2000—3000 Menschen ihren Lebensunterhalt von ihm beziehen. Nach der dramatischen Gründerepcche und der Notlage der Kriegszeif kann nun die HafengeSeilschaft einer ruhigen Entwicklung entgegenseben. r C Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Isrsel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jjeder Art TEL AVIV, Israel — IS, George Elliot Sfr« HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — Al.LE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUEfilE — ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TERRASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkonsfr. SO Tel. 23711 (Vorherige ZümmerbestrJwng ist «unbedingt erforderlich) .ISRAEL TEL « V I V LATIN AMERICA) Ltd. €5, AHenby Read neue böeros in Buenos aires Av. C0RRIERTES 1145 T. e. 35-3463 (GA LERiA DEL OBEL3SCO) I JVC OB A INVESTMENT & TRUST Cia. CORRIENTES 1145 T. E. 35-3463 r . ..

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