Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1916 (17.10.1961)
- Date
- 1961-10-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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2 — Martes, 17 de Octubre de 1961 Diplom (Schluss von Seite li sche-i Indien und Israel keine Differenzen gibt. Uebrigens dürfte Indien nicht: das einzige Land sein, flas — wie Nehru sich ausrlrückle — den Zug verpasste. Der Mangel an Zivilcourage, den man bei der indischen Haltung kritisieren muss, belastet auch andere Bemühungen der israelischen Aussenpolitik. Vor einigen Monaten hatte Israel Verhandlungen in Brüssel geführt, um seine Einbeziehung in d« Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, nach den heute üblichen zahllosen Abkürzungen kurz EWG genannt, vorzubereiten und zu beantragen. Wie das Beispiel Griechenlands beweist, nehmen diese Verfahren für diese Form des Beitritts lange Zeit, in Anspruch. Für Israel wäre diese Verbindung mit der EWG von einer ausserordentlichen Bedeutung, vor allem für den Absatz seiner landwirtschaftlichen Produkte, zumal jetzt auch England diesen Schritt unternommen hat. Bekanntlich ist England der Hauptabnehmer der israelischen Zitrus-Erzeugnisse. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ist aber keineswegs nur ein mtei nationaler Wirtschaftskörper, sondern eine internationale Behörde von grosser politischer Bedeutung, die ihren Sitz in Brüssel hat. Bei dieser Behörde ist übrigens auch Israel durch seinen Botschafter akkreditiert. Der Vorsitzende der EWG ist der deutsche Professor Hallstein, womit g’eVT.zeitig auch zum Ausdruck gelangt dass heute die Bundesrepublik der stärkste Faktor in der EWG ist. Nun ergibt sich das groteske Bild, dass zwischen Israel und der Bundesrepublik keine diplomatischen Bcziehun-' gen bestehen, und oass die Verbindung Israels mit der EWG, die auf viele Schwierigkeiten stösst, auch die Fragder deutsch-israeiilischen Beziehungen wiederum auf die Tagesordnung gesetzt hat. Einige Mitgiie- Dr. FREY! JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII. — No. l»íí e Beziehungen der Cer EWG haben gegen eine Aufnahme Israels nicht, aus politischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen Einwände erhoben. Hier ist zunächst Italien zu nennen, das im allgemeinen freundschaftliche Beziehungen zu Israel hat, jedoch durch die Aufnahme Israels in die EWG eine scharfe Konkurrenz iür den Absatz seiner eigenen Zitrus - Produktion befürchtet. Derselbe Hallstein, der heute Präsident der Wirtschaftsunion ist, gab einer Grundthese der bon .er Aussenoplitik seinen Namen, der sog. Hadstein-Doktrin, die zur festen Richtschnur der deutschen Haltung im Kampf gegen die sowjetische Politik der Existenz zweier deutscher Staaten, nämlich der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik, geworden ist. Die Konsequenz der Hallstein-Doktrin gipfelt darin, dass jeder, der die Deutsche Demokratische Repuolik anerkannt, mit dem Abbruch der Beziehungen zur Bundesrepublik rechnen muss. Bonn hat diesen Schritt bereits einmal im Fall Jugoslawien vollzogen, was allerdings seinei zeit zu nerdeutsehen geführt hat. Dieser Sachverhalt musste vorausgeschickt werden, um die Schwierigkeiten zu verstehen, die sich der Herstellung von diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland ergeben, jedenfalls vc-n Bonn aus gesehen. Es gab eine Zeit, wo die Bonner Regierung d-wan interessiert war, solcht diplomatischen Beziehurigen zu Israel herzustelien. Damals wollte Israel nicht. Die Deutschen sind aber inzwischen politisch und vor allem wirtschaftlich so stark geworden, dass diese Frage lür sie zu einer zweitrangigen geworden ist. Heute, so erklärt, man auf deutscher Seife, kann man diese Beziehungen aus politischen Rücksichten auf die arabischen Staaten nicht aufnehmen. Denn die Bundesrepublik muss damit rechnen, dass die Araber hierin einen unfreundlichen Akt erblicken und nun ihrerseits die Deutsche Demokratische Republik anerkennen werden. Gegenüber diesem Argument. wurde von israelischer Seite darauf verwiesen, dass die arabischen Länder diese Drehung nicht wahrmachen winder, da sie sich cer Gefahr nicht aussetzeu könnten, dass Bonn im Verfolg der Hallstein- Doktrin die Beziehungen zu den verschiedenen arabischen Staaten aubricht. Israelische Diplomaten haben erklärt, dass sogar Aegypten, ganz abgesehen von den anderen arabischen Ländern, bereits wirtschaftlich so weitgehende Hilfe der Bundesrepublik erhalten habe und noch zu empfangen hoffe, wodurch die Verwirklichung der allgemeinen arabischen Drohung, die ostdeutsche Regierung anzuerkennen, ausgeschlossen werde. Gewiss müsse man mit. sehr heftigen Protesten der Araber rechnen, aber diese seien auch im Fell des Reparation;abkommens von der Bonner Regierung abgeschlagen worden, ohne da*s sich hieraus irgendwelche Konsequenzen trotz viel schärfelebhaften in-' rer Kampfansage ergeben Kontroversen i hal>en würden. | Eilen völlig anderen Siandpuknt vertreten die deutschen Repräsentanten in den arabischen Ländern. Sie *01 d der Meinung, dass Bonn garnieht erst in die Verlegenheit ge’angen werde, die Hallslein-Doxtrin anzuwenden, da die arabischen Staaten von sich aus di« Beziehungen zur Bundesrepublik abbrechen würden. Gegen die deutschen Botschafter in den arzbi- Dr. } B. Schwartz j ZAHNARZT 1 ESTOMBA 2283 52 8214 4 RAYOS X : PARADENTOSE J TELEF. J VORANMELDUNG } sehen Ländern liegen schwere Anschuldigungen wegen ihrer Vergangenheit vor. Sit sollen durch ihre Beteiligung am Hitler Regime stark belaslei sein. Unter diesen Umständen macht ihre Ernennung zu Botschaftern in den Israel feindlichen arabischen Ländern einen doppelt peinlichen Eindruck .. In Bonn will man aber heule kein Risiko laufen und nimmt deswegen auch nicht zu der Frage Stellung, welche Wirkungen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel haben werde, noch wagt man die Möglichkeiten ab, die sich aus einem solchen Schritt ergeben würden. Man begnügt sich mit dem 11 in- W'eis, dass (he Russen die einzigen sein werden, die aus einem solchen Konflikt gewinnen. Obwohl die Araber nach Bonner Auflassung nicht als kommunistenfreundlich anzusehen sind, haben sie bei allen westlichen Schrillen, die sie als gegen die arabischen Interessen gerichtet tezeichneten. stets die Hilfe Moskaus gesucht. Es sei sogar erstaunlich, wie gering bis heute der russische Einfluss trotz dieser Aktionen im Mittleren Orient sei. Immerhin könne man die Gefahr nicht sbieugnen, die durch neue arabische Schotte und sowjetische Interventionen im Orient, in Noidafrika und bei allen jungen afrikanischen Nationen heraufbesehworen werde. Damit sei auch Europa gefährdet, von dessen Zukunft die Existenz Israels weitgehend abhängig sei ... Die — unausgesprochene — Konsequenz dieser Ueberlegungen dürfte diejenige sein, dass Israel der Bundesrepublik dankbar sein solle wenn heute nicht an die Herstellung dipiomati-!; NERVEN u. GEMÜTS- ¡5 % KRANKHEITEN > { Dr. M. 4. KUHN i f prov. % i R1VABAV1A 2625 III ¡* > Tel. 48-7524 •[ •“ Mont., Mittwoch, Freitag % ■i 17—20 Uhr. Tel. Anmel-!> J düng erbeten. % ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izo. nachm. 16—19 Uhr : MOHEL N. PLAKSIN i Superi 2719 í T. E. 76-6784 u. 76-2312 ¡I J. LIEBLING : FOURNIERE — ♦ SPERRHOELZERJ DIAZ VELEZ 5224 al 46 I V. E. 43-2349, 034« y 30211; j piso a, Otic. 34—D4 ESTUDIO JURIDICO •: Dr. ISI0QB0 KRAUT — Dr. OSCAR RABEG } A B O G A D O S % Ehescheidungen — Erbschaftssachen — Konkurse und Vergleiche — Verträge — Inkasso — etc. WIEDERGUTMACHUNG MONTEVIDEO 451 46 - ©901 > piso 5, ofic. 53—54 46 2796 — 46-2823 V REAL PEN: * Füllhalter * REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft « CORRIENTES 569 l T. E. 49-5850 } ♦♦♦♦♦♦♦♦♦’ Jacobo M. LAPIDUS dipt. Mohel \ i :*! TUCUMAN 2396, 4* J ¡5 T. E.: 48 2124;| j \ MARTHA \ Í CHAPEAUX] HUTSALON Jetzt in E L G R A N 0 M OPTICA t DIPL. OPTIKER | Sarmiento 829j T. E. 35 - 73561 MOLDES 2 5 6 1;! C T. E. 73 9229 J 93-9155 I;; PROPIEDADES \;; FRANKENBERG v I berät Sie kostenlos und |« * unverbindlich beim Kauf ¡ oder Verkauf von \ f GESCHAEFTEN i WOHNUNGEN % > HAEUSERN I; ■ Manuela Pedraza 2530 *. 1» pl. b. Dp. B .* í T. 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Frankreich werde heute gehasst, England vei achtet und ule Amerikaner würden mit Misstrauen betrachtet werden. Die einzige westliche Macht, die noch mit einem gewissen Vertrauen und Ansehen in Mittelost rechnen kann, sei die Bundesrepublik. Hierzu schrieb die Allgemeine Fiankfurter Zeitung, eines der führenden deutschen Organe: ,.So sonderbar auch mitunter die Ursprünge des .deutschen Ansehens’ (nicht, von uns in Anführungszeichen gesetzt) in den Araberstaaten sein mögen, sc -st doch davoi auszugehen, dass es als politischer Faktor vorhanden ist und auf die Bundesrepublik ohne abfärbende Reminiszenzen übertragen wird.” Eigentlich ist diese Argumentation erschreckend, besonders dann, wenn man bedenkt, dass solche Gedankengänge von einer demokratischen Z eitung geäussert werden. Denn diese Darstellung bedeutet mit anderen Worten: die Ursprünge der ai »bischen Sympathien und ihres Respektes vor dem deutschen Ansehen’ datieren aus der Zeit der hitlerislisch-aräbischen Kollaboration. In ihrem Schatten erntet das demokratische, neue Deutschland, vertreten durch alte und bewährte Nazis in der Rolle westdeutscher Botschafter, nunmehr die Früchte des arabischen Vertrauens.... Diese Politik jst zu hoch, als dass man ihr fingen könne. Unter solchen Umständen wird man doch erkennen müssen, dass vielleicht nicht Bonn, sondern Jerusalem an der Hersiel- M SEMANA ISRAOITA Bisemanario — aparece los Marios y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dz. H. Swaxaensky PueyrreJón 2190, 1« izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. Auf dem „Dichtertag” Düsseldorf. — Auf dem Grimmschen Klosierbof in Lippoldsberg/Weser trafen sieh vor kurzem anlässlich des ,,19. Dichtertages” elwa 300 Jugendliche zu einem europäischen Jugendtreffen. Hauptsprecher auf diesem Treffen ultranationalistischer Kreise war der ehemalige NS - Luftwaffenoberst und DRP - Wahlkampf - Redner Hans-Ulrich Rudel. Er und der Schriftsteller Erich Kern wandten sich scharf gegen eine ,,Verunglimpfung des deutschen Volkes”. Der Enkel des „Volk ohne Raum” _ Dichters Hans Grimm, Arnulf Grimm, erklärte, Lippoldsberg sei zu einer Stätte der konservativen Revolution geworden, die heute in allen Ländern Europas spürbar werde Zu dem Jugendtreffen war ein starkes Polizeiaufgebot erschienen, das den Jugendlichen verbot, einheitliche Kleidung, Fahrtenmesser und Abzeichen zu tragen. Einigen Jugendlichen, die daraufhin mit entblössiem Oberkörper den Tagungsraum betreten wollten, wurde von der Polizei der Zutritt verweigert. Zu Zwischenfällen kam es nicht. lung diplomatischer Beziehungen uninteressiert ist, es sei denn, der Bruch mii einer rühmlosen Vergangenheit wird ernstlich durebgeiührt. GOLDSTEIN MEDICO Vertreter: CABILDO 2464 A. SANGUINETTI T. E. 76 2406 Dr. AKBVA MERZKOWICZ MEDRANO 1666 T. E. 86 9646 pari, 70-4484 iissriiüssiisisiiisiii f VARICES-ULCERAS | ¡ DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡ i Dr. SAUL UMANSKY i 5 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 2 láíPEHlííiceviSíSvraifíB'-iiiie.SiSfíi'! ÍSSK*I«lsíHMi*SiS6,J,*SBíaSíS*ISSassS*-Sfi»SSi lii k r; i!. ¿ sDr. BENJAMIN LIPNIZKYs 3 ZAHNARZT g S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BEj¡ S HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG - REGU- 3 3 LiERUNG DER ZAHNSTELLUNG ¡¡ S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnaoeaö ■ jjjj nach vorheriger Vereinbarung. S 5 IOSE HERNANDEZ 2518 T E 76-a«^ und Ta-waiJ "*Sä!SIiiISSi»«iS*»S5‘SSSf«5.»?-li*8fiSi*SäJiI!iaSSSSSS“BSS*HTUtr_i 4 ♦ ♦ ■»-♦-< Dr. L KLEI N Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhi j Ec wird gebeten, sich vorher telefonisch anmmetder. ,, SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1545; j 4