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Jüdische Wochenschau · 1961-10-13 · 1915 (13.10.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1915 (13.10.1961)
Date
1961-10-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Vim»«, 13 d*. Octubre de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afí» XXII. — Ne. 1915 Christlicher Antisemitismus i Schluss von Seite 1> vvismus wie der Kommunismus das jüdische Volk, die jüdische Religion und Kultur verfolgte und unterdrückt:'. Natürlich haben die Russen keine Gaskammern i’.chaii.j wie es die Nazis tun sollten, aber s!e hatten stets dne eigenen Methoden. Hier li gt die Gefahr, die auch heule den Juden, und besonders denen in Lateinamerika droht, zumal gerade hier der kirchliche Einfluss auf die politischen Verhältnisse ausserordentlich stark ist. Hinter einem Rauchschleier, ■•egen den Kommunismus in Latetnamerika zu kiimplen, machen sich beachtliche und starke antisemitische Kräfte i.emvikbar, die ihren angeblichen Kampf gegen den Bolschewismus und das Vor dringen kommunistischer Einflüsse in Südamerika da- ¿u benutzen, antisemitische Allacken zu reiten. Man trifft genau den Kern, wenn man behauptet, dass diese Entstellung der Zusammenhänge systematisch erfolgt, obwohl gerade die allerhöchsten krichlichen Stellen, insbesondere der Papst, eine völlig andere . Linie in ihrer Haltung gegenüber den Juden verfolgen und versuchen, Fehlerder Vergangenheit ausvugleichen und eine breitere Front der Gottgläubigen gegen die Nichtgläubigen berzustellen. Für die Antisemiten gibt es eine uralte Spielregel: da sieh unter den kommunistischen Studenten auch Juden befinden, werden die Juden schlechthin zu Kommunisten erklärt. Die Verallgemeinerung ist die bewährteste Waffe des Antisemitismus. Das führle im- ABOGADO PUEYRREDON 2190 1" izo. nachm. 16—19 Uhr mer zu vielen grotesken Gegenüberstellungen. Die Nazjs behaupteten, beispielshalber, dass die Kommunisten Juden und die Juden Kommunisten seien; das störte sie keinesfalls auch den Begriff .Kapitalisten’ einfach mit Juden gleiehzusetzen. Da Hass keinen Vernunftsgründen zugänglich ist, hat das Volk einiaeh alles geglaubt, was gegen die Juden gesagt worden ist. Niemand hat einen Grund für die Vermutung, dass sich diese soziologischen Phänomene grundsätzlich geändert haben würden ln dieser Hinsicht ist bestimmt alles beim alten geblieben. Deswegen würden die Juden und deren Führung politisch kiug handeln, wenn sie solchen Tendenzen entschieden entgegentreten würden und rechtzeitig gegen eine Bewegung Stellung nehmen, die über Nacht zu einer ernsten Gefahr werden könnte. Betrachten wir nun auch dre Haltung, die von der evangelischen Mehrheit des deutschen Volkes während der Zeit der Naziherrschaft eingenommen wurde, und welche Position heute von evangelischer Seite hierzu bezogen wird. Ohne Zweifel ist vvedei der Einfluss noch die Organisation der Evangelischen Kirche mit der Katholischen Kirche zu vergleichen. Deswegen liess der Nationalsozialismus keine tiefen Spuren bei der Katholischen Kirche zurück und konnte selbst während seiner höchsten Machtentfaltung nicht in das innere Gefüge der Kirche eingreifen. Selbstverständlich spielte hierbei der internationale Charakter der Kirche eine ebenso wichtige Rolle wie die Macht, welche die Katholische Kirche repräsentiert, ln der Evangelischen Kirche, die ohnehin keine einheitliche Körperschaft dar stellt, traten dann auch 'bald Spaltungstendenzen zutage, die natürlich von der nazistischen Führung mit allen ihren Möglichkeiten unterstützt worden sind. Zu welchen merkwürdigen Ergebnissen diese gewiss unnatürliche Mischung von altgermanischen Gottvoj-stellungen, wie sie die Nazis interpretierten, mit dem Christentum gelangte, ist ein Kapitel für sich. Hatte doch schon Dinter versucht, 8 í JUDITH ■! reTl peh] Füllhalter t REPARATUREN i Spezialgeschäft 4 CORRIENTES 569 $ y T. E. 49-5850 I Í KULTUSSTICKEREIEN < ♦ e* £ Schabbosdecken - Ta!lis-¡> beute] - Käppchen - Maz- J zot-Taschen - Hand- und Í Maschinenstickerei von J Bett- und Tischwäsche BEBEDERO?5S5 *.! T. E. 73-9155 j aus Christus einen Germanen zu roaehen und alles zu leugnen, was für den Christusglauben wesentlich sein dürfte. Der Zehnte Deutsche Kirchentag, der vor einigen Monate« in Berlin zusammengetreten war, hatte eine besondere Arbeitsgruppe zusammengestellt, die sich mit dem Thema „Juden und Christen’ beschäftigte. An der Arbeitsgruppe nahmen auch einige Juden teil. Nach langen Beratungen und Diskussionen wurde dem Präsidium des Kirchentages eine Erklärung für die Oeffentliehkeil übergeben. Das Präsidium forderte nun seinerseits die evangelischen Christen in Deutschland auf, sich intensiv mit den Fragen einer neuen Begegnung zwischen Juden und Christen zu beschäftigen. Darin heisst es: Juden und Christen sind unlösbar ver bunden. Aus der Leugnung dieser Zusammengehörigkeit entstand die Judenierndschaft in der Christenheit Sie wurde zu einer Hauptursache der Judenveriolgung. Jesus von Nazareth wird verraten, wenn Glieder des jüdischen Volkes, in dem er zur Welt kam. als Juden missachtet, werden. Jede For m von Judenfeindschaft ist Gottlosigkeit und führt zur Selbstvernichtung. Der gegenwärtig in Jerusalem geführte Prozess geht uns alle an. Wir evangelischen Christen in Deutschland erkennen, dass wir darin schuldhaft verwickelt sind .. Es lolgen dann eine Reihe von Thesen und Empfehlungen ,,im Zeichen des Umdenkens und der Umkehr”. Hierbei wird es u. a. als ein religiöses Postulat bezeichnet', alles zu tun, „was dem Aufbau und dem Frieden des Siaaies Israel und seiner arabischen Nachbarn dient.” Selbstverständlich finden wir auch den Satz, dass die materiellen Entschädigungen .mit besonderer Dringlichkeit und Grossziigigkeit aufgenommen bzw. beendet werden” sollten. Diese Forderungen, die der Kirchentag an die Christen gestellt hat, sind als wohlgemeinte Ratschläge für eine echte Wiedergutmachung eines langen Unrechts anzusehen. Wesentlicher als das ist die Erkenntnis, dass die „Wurzeln des Antisemitismus in einem im Eichmann-Prozess Jerusalem. — Die Urteilslällung im Prozess gegen den ehemaligen Obersturmbannführer Adolf Eichmann ist provisorisch für den Monat November fesL gesetzt worden, wie der Pressechef der Regierung mitleilte Diese Nachricht wurde im Zusammenhang mit dem Beschluss des Pressebüros bekannteegeben, mit TV-Geselischaften in Uebersee über die Aufnahme der Urteilsverkündung zu verhandem Die Capital Cities Co., die noidamerikanische Firma, welche das ausgedehnte Gerichtsverfahren von seinem Beginn am 11 April bis zu seinem Abschluss am 14. August im Bildfunk aufnahm, wild sieh nicht beweiben, da sie durch diese Aufnahmen finanziellen Schaden erlitten hat. Wie es heisst wird möglicherweise ein „Pool” von den grossen nordamerikanischen TV-Gesellsehaften gebildet weiden, um die Aufnahme der Urteilsspiechung zu finanzieren. (ITA) missdeuteten und falsch verstandenen Christentum liegen.” Hierfür wird zugleich eine theologische Begründung gegeben, die wahrscheinlich nur für die Zweifelnden wichtig ist. Entscheidend jedoch dürfte nur eines sein: die Tat, die aus solcher Erkenntnis und aus solchen Geständnissen erwächst. Die Deutschen haben vor allem der christlichen Wel) das abschreckende Beispiel eines Antisemitismus gegeben, der die physische Ausrottung des jüdischen Volkes umschloss und vor keinem Verbrechen zurüeksehreekte. Jetzt, könnten sie ihre warnende Stimme erheben, um die anderen vor den eigenen Irrwegen zurückzuhalten und damit zur inneren Befriedung der Nationen beizulragen. Ohne Zweifel kämpfen die Kirchen um einen stärkeren Einfluss auf die Jugend; in vielen Ländern ist die Erziehung weitgehend in den Händen der Priester, von denen es abhängt, ob Völkerverständigung oder Hase gepredigt und in die Herzen der heranwachsenden Generation gesenkt wird. Wir alle wissen aus eigenem Erleben, wie leicht Í SCHENK QLEWSK! r 4-4HE 4-A ZAHNARZT ■ ESTOMBA 2283 ■ 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Í NERVEN n. GEMÜTSes ist, Jugend für extreme Auffassungen und zum Kampf gegen andeie aulzuhetzen. Hiergegen muss rechtzeitig Front gemacht werden. Wenn Jugend bereits wieder auf andere Jugendliche zu sehiessen bereit ist. nur weil sie von falschen Propheten auf gehetzt, wurde, dann ist die Stunde der Besinnung gekommen, in welcher die Kirchen als erste ein Wort zur Umkehr, zum Frieden, zur Verständigung zwischen Völkern, Rassen und Religionen sprechen sollten. Ihre warnende und mahnende Stimme ist noch nicht erhoben worden. Wiederum verschanzt man sich hinter dem Gespenst des Bolschewismus, um einem Nationalchauvinismus zu frönen, dessen blutige Saat eines Tages aufgehen wird und sich auch erneut gegen die Kirchen richten muss. Ein Kirchentag hat die Wurzeln des Antisemitismus auf ein falsch verstandenes Christentum zurück geführt. Wir werden abwaiten müssen, ob die Christen ihr Christentum in Zukunft richtig zu interpretieren in der Lage und willens sind LA SEMANA ISRAELITA Hi.semanano — aparece Jos Martas y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dz, H. Swarsensky PueyrreJón 2190, 1’ izq. T, E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. Verfahren gegen einen Zahnarzt Tiier. — Der Moosburger Zahnarzt Werner Fenchel, der vor kurzem verhaftet wurde, -steht unter dem dringenden Verdacht, hei der Ermordung von siebzig sowjetischen Kommissaren mitgewirkt zu haben. Der Verhaftete soll nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft als SS-Angehöriger in einer Sanitätsabteilung beschäftigt gewesen sein. Der Zahnarzt war bereits einmal verhaftet und gegen eine Kaution von 10.000 Mark wieder auf fielen Fuss gesetzt worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Trier hat. der Amtsrichter des Amtsgerichts Hermeskeil im Kreis Trier jedoch erneut einen Haftbefehl erlassen, (AWZ) Nlruma besuchte Auschwitz Wien. — Der Staatspräsident von Ghana. Dr. Kwame Nkruma, hat kürzlich während einer Fahrt durch Sudpolen auch das ehemalige KZ Auschwitz besichtigt und einen Kranz für die Opfer niedergelegt. (AWZ) ^'JWi%WAWiV.W.Vli,V í Jaccbo M. LAPiDUS % Mohel i ► ♦ ♦ 4 ♦ 4 »f J. LIEBLING £ j FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 T. E. 43-2349, 0340 y 3021' PROPIEDADES FRANKENBERG MARTHA } CHAPEAUXÍ HUTSALON Jetzt in E L G R A ESTUDIO JURIDICO $ i Dr. 1SID0R0 KRAUT — Dr. OSCAR RABEC 5 abogados - Ehescheidungen — Erbsehaftssachen — Konkurse und Vergleiche — Verträge — Inkasso — etc. WIEDERGUTMACHUNG MONTEVIDEO 451 4fi - . piso 5, ofic. 53—54 46-2796 46-2823 J •.r.rj’.r-r-“**' MOLDES 256 T. E. 73 9229 93-9155 1 berät Sie kostenlos und 1 unverbindlich beim Kauf I oder Verkauf von 1 GESCHAEFTEN 1 WOHNUNGEN . HAEUSER N%! Manuela Pedraza 2530 * pl. b. Dp. B! T. E, 70 7244 JUWW’AVA". Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.0286 N 0 TUCUMAN 2396, 4* J > T. E.: 48-2124 [ ^vwwinjwuwvftjwww KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN Jprov. > RJVAOAVIA 2625 III / V Tel. 48-7524 », J Mont., Mittwoch, Freitag S .* 17—20 Uhr. Tel. Anmel- > ¡f düng erbeten. 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