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Jüdische Wochenschau · 1961-09-29 · 1912 (29.9.1961) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1912 (29.9.1961)
Date
1961-09-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Vierais:, 28 dt- Septiembre de Iflfl LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1912 Grosse Schauspieler im Soleil Das „Soleil“ brachte eine neut' Premiere ihrer New Yorker Gäste, der Familie Burstein. die sien wie üblich ihr Stück selbsl zusammengesloppelt hatten Es hi?ss diesmal „Der goldene Scbiddach“ und begann wie bei Burstein gewöhnlich. Zwei alte Jüdinnen keilten, dann sangen Burstein und Liiian Lux sehr routiniert ein Duett. Auch die eingängige Musik ist aus alten Schlagen:. von denen diesmal „Wublitschki“ hervorragte, zusammengei iigt. Dann gab es zwei junge Menschen, dargest-ellt von den Zwillingen Burstein, die einander heiss liebten und nicht heiraten konnten. Das bekannte Schema. Dnnr. kam es aber ganz anders und gut. sogar sehr gut. Zuerst erschien ein zum Schreien komisch von Max Kloss dargestellter Chc-ssid. der erste Gehilfe eines Wunden abbi, und war sofort der Harscher der Buhne. Dann wechselte die Szene und der grössere Teil des Abends spielte im Hause des c-hassidischen Rabbis, der sieh mit einer prachtvoll gesungenen Dawdaiah einführte und der inzwischen seinen verloren gegangenen und vviede?gefund-enen Enkel als seinen Nachfolger erzogen habe. (Der junge Motte e Burs1 ein mit Bart. „Pajoth" und weisseidenem Kafianl. Was sieh hier im Heim des Rabbi abspielte, war grossariiges Theater, teils ernst teils sehr komisch. Wenn Mottele Burstein und Max Klose aus ihren interessanten, lustigen thassidisehen Tänzen zum Rock and Roll überleite cn. wälzte man sich vor Lachen . Lillian Lux sang sehr wirkungsvoll ein ergreifendes Chanson vom Schmerz der verlassenen Mutier, fiurstein erheiterte sein Publikum mit einem brillant gebrachten Couplet Vielleic-h; ereignet sich doch ein Wunder“, und sein Sohn legte seine bisher bedeutendste schauspielerische Leistung hin. Wie ein Grosser brachte er die Zuschauer dazu, sein Lied vom Rabbi, das mit modernsten politischen Spitzen gespickt war fröhlich mitzusingen. Vor allem aber stand er in den ersten Auseinandersetzungen mit dem Rabbi neben Stramer voll und ganz seinen Mann. Und das will wirklich sehr viel besagen. Mottele Burstein ist bisher wohl der einzige junge Nachwuchsschauspieler des Jiddischen Theaters, der wirkliches Format besitzt. Die ganz grossen Leistungen des Abends beten aber die einheimischen Schauspieler Salomon und Clara Stramer und Max Kloss. wobei Eise Rabinovich und Bein Ais, die ein hässliches und deshalb ungeliebtes Mädchen sehr schön charakterisie: te. nicht vergessen sein sollen. Salomon Stramer. der eins1 den R:mbam (Maimonides) hier gespielt hatte, sang, betete und sprach seinen alten Rabbi so ergreifend menschlich und eindringlich, dass man seine Leistung nur mit al'erhöchsten Mssstäben messen kann. Seit Jahren hat Saloman Stramer, mit einer bei Thea terdirektoren sonst kaum unzutreffenden Bescheidenheit. alle wahrhaft grossen Rollen seinen Schauspielern und vor allem seinen Gästen überlassen. Der Rezencsnt fragt sieh nach diesem alten Rabbi, ob es nach dem Tode von Maurice Sclnvartz wirklich unmöglich ist, den ..Psalmenjuden“ noch einmal aufzuiühren, oder ob Stramer dazu nicht der gegebene Mann ist. Sein Zusammenspiel mii Clara Stramer. Max Kloss und Mottele Bursiein war schauspielerisch vollendetes Theater. Mein ka-n man beute nicht verlangen. Br. Karl Kost Der Tod des Handlungsreisenden ARNOLD ZWEIG * t- MARGARETE SUSMAN w MräKrfe äilf-lÄÄSfil: j;.:!§i IIÜÜ --rr'WM: Frauen der Romantik i veränderte und erweiterte Ausgabe 178 S mit 16 Siiomssen aul Kunstdruckpapifr. in Leinen gebunden 12,80 DM. Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZ AHTSTR ASSE 13 „Und verlasseuns nicht, wenn unsere Kraft schwindet!” Nicht mit der Demut eines gläubigen, gottergebenen Menschen tritt Willy Lomann seinem Alter gegenüber, sondern mit dem Trotz des in seinen jüngeren Jahren geistig und seelisch steekengebliebenen Besserwissers und Haustyrannen. 1 Als seine körperlichen j Kräfte mit den zunehmen- I den Jahren abnehmen, sucht | Loman überall die Schuld,! nur nicht bei sich und dem! natürlichen Lebensablauf. Er sieht alle Menschen und Dinge schief, ist erstaunt über die wirkliche und eingebildete Ungerechtigkeit, verliert dann zusehends und noch den letzten Rest eines vorgetäusehten Sflbstbe-; wusstseins und eilt seinem : eigenen Untergang und Verfall unaufhaltsam entgegen! Wenn der Dichter, denn es , handelt sich unzweifelhaft um ein dichterisches Werk etwas klar ausdriieken wollte. dann, dass der innere Zerfall eines Menschen unserer Zeit nur aufgehalten und besiegt w-ercen kann, wenn man seinem Mitmenschen volle Gerechtigkeit gegenübsr seinen Fehlern und Vorzügen zukommen lässt. Mit einem Wert, wenn man mit einer vom Judentum immer verlangten Toleranz sein Dasein fünrt.; und nicht in falscher Selbsti iosigkeit gegen seine Nächsten wütet. Wenn man nicht in falschem Stolz, wie Willy j Loman, die ausgestreckte 1 Freundeshand zurüc-kw -ist, : um einsam zugrunde zu gei hen. "! Dieses Drama beruht nicht . auf einer soziologischen Kritik, sondern einzig allein 1 TEATRO COLON .Sábado 30. a las 21 hs.: Octava Función del Abono1 a Sábados Noctu nos: “La Mujer Silenciosa” de Ricardo Strauss. Domingo 1 a las 17 hs.: Segunda Función del Aboj no a 3 Vespertinas (Cielo Extraordinario de Ballet). Actuación de Nathalie Krassovska a Igoi Yeuskevitch, con el Cuerpo de uaile Estable del Teatro Colón y Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. auf der Tragödie eines Menschen, der sich für besser und wichtiger als seine Umwelt hält. An dieser Einstellung muss er scheitern. Mit etwas Demut und Selbsterkenntnis wäre Loman eines natürlichen Todes gestoi-ben. Diese Gnade blieb ihm verwehrt. Ja, selbst in der Vorbereitung seines selbstgewählten Sterbens fliesst er von Eitelkeit über und verwandelt sogar den ausgeführten Versicherungsbetrug zu Gunsten seiner Familie noch in ein Zerrbild des vorsorgenden Familienvaters. Alfred Schnös spielt diesen Willy Loman. die schönste und tiefste Leistung seines Gastspiels. Er verwandelt die Bühne zum Tiibunal einer unbestechlichen göttlichen Gerechtigkeit.Wie er zwischen den Spukbiluern seiner Vergangenheit und der Wirklichkeit hin- und hergerissen wird, wie sein Gesicht sich im ohnmächtigen Zorn verzerrt, um gleich danach in tiefen Pessimismus zii fallen, wie er zu Hause den Ungebrochenen mimt, um als demütiger Bittsteller bei seinem Arbeitgeber beiseitegesehoben zu werden all das, diese ganze Skala der Hoffnungen und Enttäuschungen, der vorgetäuschten Illusionen vor sich und seiner Umwelt, spielt Sehnös mit einer so natürlichen Einfachheit und doch völlig überlegen, dass wir nur Mitleid und Bedauern mit ihm empfinden und zu der Erkenntnis gelangen, dass er. wie seine Frau sagte, doch nur ein Mensch, eben ein Mensch, ist. Dasselbe kann man von der Linda sagen, die von Cissy Henckell verkörpert wurde. Im wahrsten Sinne des Wortes verkörpert, denn ihre ganze Erscheinung trug dem Charakt:r der Rolle in Bewegung und in jedem Ton Rechnung. Wir haben diese führende Schauspielerin unseres ständigen Ensembles lange auf der Bühne vermissen müssen, und steilen heute fest, dass ihr Können in jeder Beziehung reifer und noch prägnanter geworden ist. Cissy Henckell ist eine DarslePerin, die sich völlig mit ihren Rollen identifiziert, sie bis in die kleinsten Details durch arbeitet und nicht als Komödiantin leichthin auf die Bretter stellt, sondern mit einer menschlichen Wärme erfüllt die auf dem heutigen Theater so selten geworden ist. Am Schluss der Handlung, die der Autor ..Requiem“ nannte, wächst Cissy Hcnkkell zu der grossen Tragödin auf, die an beste Vorbilder, wie Straub und Dorsch erinnerte. Die beiden Söhne, Wolfgang Priewe und Klaus Jage], vom Dichter als Spiegelgestalten der Hauptperson gesehen, hatten das starke Profil, das wür von ihnen aus früheren Leistungen gewohnt waren. Besonders Wclfgang Priew-e wuchs mit seiner Rolle von Auftritt zu Auftritt und war Klaus Jägel. der am Schluss seine grosse, meisterhaft ausgzspielte Szene hatte ein ebenbürtiger Partner. Kar) Ewald als „steinerner Gast|| von einer fast erschreckenden Uebereinstimmung mit der allgemeinen Vrrstelung von einem Geist und Max Wächter als Charlry waren die Vertreter des Wah-is und der Wirklichkeit. Max Wächter hatte einen bedeutenden Anteil am Erfolg dieses Abends. Er erreicht« mit sparsamen Mitteln und behutsamen Gesten die Leie Wirkung, welche von einem wahren Freunde ausgehen muss, und sein Charley gehört zu seinen besten Leistungen. Manfred Rahn war als Streber und Arrivierter ein wenig bizarr und eckig, während Jacques Arndj den kalten Howard naturgetreu darstellte. Eine den Ansprüchen der Rolle in jeder Beziehung völlig gerecht werdende Leistung bot Lilly Wiehert als „Das Weib“. Gspensf und doch so lebensnah, tauchte sie aus der Kulisse auf. um. völlig homogen in Stimme und Erscheinung. das schlechte Gewissen zum Leben zu erwecken. Ursula Bredin und Sissy Adams waren zu farblos, um ihre Absichten glaubhaft erscheinen zu lassen. Frank Rose und Jacob Kaufmann erledigten sich ihrer Aufgabe mit Geschick und Sicherheit. Die Regie lag in den Händen von Jacques Arndt. Wir hätten gern im ersten Teil die Verteilung des Tempos differenzierter gesehen, und die langen Abgänge waren etwas störend. Jedoch hielt er das Spiel geschickt zusammen, wobei ihm die überragende Qualität der beiden Hauptpersonen zugute kam. Ob die technischen Bühnenmittel ausreichfen, um die Uebergänge von den Wahnvorstellungen Lomans und der wirklichen Handlung sichtbarer durehzufiihren, entzieht sich unserer Kenntis. Wir dürfen nie vergessen, dass moderne Stiikke für modern eingerichtete Bühnen geschrieben werden, die z. B. in Buenos Aires noch in hoffnungsloser Minderheit sind. Derselbe Vorbehalt bezieht sieh auf das sonst sehr geschickt aufgebaute Bühnenbild von Reimundo. Am Schluss der Vorstellung setzte erst zögernd, der Beifall ein, was auf die tiefe Ergriffenheit der Zuschauer zurückzuführen war, um dann in ungewöhnliche Stärke und Dauer einzumünden. Eine Vorstellung, die sich als bestes „Deutsches Theater“ bezeichnen kann : vv ledig, nicht nur der Ankündigung, sondern auch der Ausführung nach, auf ers^n Bühnen Europas gezeigt zu werden. If. D. Teafro Solei CORRIENTES 3150 T. E. 86-2307 Täglich um 22 Uhr Sonntag 18 und 22 Uhr Mottele und Siissele BURSTEIN mit ihren Elt:rn Paul Burstein Liiian Lux in der jüdischen Operette DER GOLDENE SCHIDDACH n" 2 Die glückliche Geburi ihrer Tochter J AE L zeigen hocherfreut an Arnoldo Horenczyk und Frau Raquel geb. Stemmer Ciudad de la Paz 1132 JACK SALMONA ELENA HERZ grüss»-n als VERMAEHLTE Die Trauung findet s. G. w. am Sonntag den 8. Oktober um 18 Uhr, in der Synagoge Cbaim Weiznasnn. Ai cos 2319, statt. Ilumfer ¡i Guanaeache 2351, Dto. 11 Buenos Aires LU ACH (Kalender) Freitag, den 29. September Chol Hameed Sukkot Sonnabend, den 30. September Sbabat Chol Hamoed Sukkot Sonntag, den 1. Oktober Hoschana Rabba Montag, den 2. Oktober Schmini Atzeret Dienstag, den 3. Oklober Simehat Tora Mittwoch, den 4. Oktober Donnerstag, den 5. Oktober Freitag, den 6. Oktober Sonnabend, den 7. Oktober Parschat BRESCHIT 1. B. M. I 1 - Haftara Yesehayahu XL1I 5 — XLIII 10 Neumondankül’idigung MARCHESCHWAN 19. Tischri 20. Tischri 21. Tisehr 22. Tischri 23. Tischri 24. Tischri, 25. Tischri 26. Tischri 27. Tischri VI 8 IM TEA 1 KU UlltUM Freitag, den 23. September, um 19,45 Uhr DER TOD DES rr1 ir! Schauspiel von ARTHUR MILLER « < Regie: JACQUES ARNDT B; WIEDERHOLUNGEN: “! Sonnabend, den 30. 9., um 20.15 Uhr. und ¡3! Sonntag, den 1. Oktober, um 15.15 Uhr. «X » g ¡Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmera.da 367,5 «T. £. 45-3591, werktags von 10—12 und 15—19 Uhr.“ < Samstag von 10—13 Uhr ¡3! a . üj|j IFT BOLOGNE SI R MER 547 T. E. 88 9420 VIERNES V SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ESTRENO BERTQLD0 EN LA CORTE de MASSIMO DURSJ. Traducción ATÍLIO DABIN1. Dirección Y1RA1R MOSSIAN ISRAEL - BRIEFMARKEN j AjN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- J BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial l del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Bueuo, Aire», H#p. Argentina ,

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