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Jüdische Wochenschau · 1961-09-19 · 1910 (19.9.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1910 (19.9.1961)
Date
1961-09-19
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Maiíe?, 1.» de Senilem!>re < e 1ST JÜDISCHE WOCHENSCHAU Die schlagen hoch Año XXII: — Nt. tajo (Schluss von Seite 1) rum Westen. Es wurde gegen alle historischen Erfahrungen und in der Geschichte wirkenden Gesetze versiossen, wenn man unterstellen wollte, dass die — nicht natürliche Scheidewand zwischen den beiden deutschen Staaten, für alle Z:iten bestehen bleiben sollte. Dass das westliche Deutschland mit dem Osten Zusammengehen und sich freiwillig vom Westen trennen würde, erscheint ausgeschlossen. Dagegen liegt es nach dem heutigen Stand der Dinge und Erfahrungen durchaus im Bereich des Möglichen, dass Ostdcutschand versuchen könnte, sich aus der russischen Klammer zu befreien. Wahrscheinlich würde eine solche Entwicklung Krieg jedeuten, weil auf diesem ¡Vcge die gesamte Front in Be.v.gung geraten könnte. Aber das muss nicht unbedingt sein, weil auch Buss-! and durch einen Krieg heuj e nicht nur mit dem Leben ron vielen Millionen seiner Bürger spielt, sondern ver- Tieidcn muss, dass wci.ere Jnsieherheitsfaktoren aus zeiöst werden. Ein Auf- ■ stand der Ostdeutschen gej äe:i die Sowjetmacht könnt? ihnliche Reaktionen der Ar- I x'iter in anderen Satelliten-! Staaten herausferdern. | Vielleicht sind diese Konst.ilationen und Entzückungen noch nicht klar sichtoar, aber sie sind dennoch icrhanden. Hiergegen wendet sich die russische Politik, deren lärmende und beeidigende Deklarationen nur aus der Unsicherheit entstehen. die solche Befürchtungen hervorrufen. Heute kann Nikita Krutschew auf den Tisch schlagen, und alle IVelt erschreckt sich. Ob das »her morgen noch der Fall sein wird, ist nicht absolut sicher. Aus dieser Unsicher- J-it aber erwächst die Kriegsgefahr. IV Militaertribunal Wie kurz der Schritt von höchster Machtfülle zur Erniedrigung und zum Tod st, haben die Türken in diesen Tagen bewiesen, die der abgeselztcn Menderes-Regie- ********'^ r. FREY t ABOGADO rUEYRREDON 2190 1’ ÍZCL nachm. 16—19 Uhr J. LIEBLING i FOURNIEKE — t l SPERRHOELZER ♦ i DIAZ YELEZ 5224 al 46 f * T. E. 43-2249, 0310 y 3021 J 7» ♦ e ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦•»•!REAL PEN $ Füllhalter t REPARATUREN * Spezialgeschäft i T. E. 49-5850 ******** * * * * * * ♦ < : OPTICA « ♦ DIPL. OPTIKER ♦ i Sarmiento 829 j I T, E. 35-73561 S MARTHA CHAPEAUX- B HUTSALON Jetzt in ELGRA N 0 MOLDES 2561 ■; T. E. 73 9229!> 93-9155 Í i PROPIEDADES i : FRANKENBERG >( « < berät Sie kostenlos und ¡unverbindlich beim Kauf,' Í oder Verkauf von •! GESCHAEFTEN!* ■. WOHNUNGEN \ haeusern;. ‘. Manuela Pedraza 2530 *¡ f pl. b. Dp. B J T. E. 70 724' rung den Prozess gemacht haben. 15 höchste Funktionäre, unter ihnen der greise Landespräsident Bayar und der frühere Ministerpräsident Minderes, wurden zum Tode verurteilt, aber 12 dieser Todesstrafen wurden im Gnadenwege umgewandelt. Da es sich um ein Sondergericht gehandelt hat, gab es keine Berufung. Zwei der zum Tode Verurteilten, der ehemalige Aussen- und der frühere Finanzminister wurden kurz nach der Urteilsverkündung hingerichtet. Menderes hatte wahrscheinlich versucht, sich zu vergiften. Jedenfalls war er nicht imstande, sich hinlichien zu lassen. Dieser Prozess mit allen seinen Begleiterscheinungen gibt Veranlassung genug, über irdische Macht nachzudenken. Jeder, der einmal die Gelegenheit hatte, die Türkei zu besuchen, wird sich dessen erinnern, dass an allen Ecken der Name und in allen Amtszimmern das Bild des Menderes zu sehen war. Mit Respekt und echter Hochachtung spraihen die Türken von diesem Ministerpräsidenten, der bis zu seiner Amtsenthebung, Verhaftung und Verurteilung als der gegebene, würdige und tüchtige Nachfolger des Kemal Attatürk, des Vaters und Erbauers der neuen Türkei, galt. Wir werden gewiss nicht dazu Stellung nehmen, ob die Regierung Menderes „Verrat“ geübt hat, oder nicht. Dass aber in einem demokratischen Lande, andere, legale, von der Verfassung vorgeschriebene Wege vorhanden sein müssten, als politische Gegner vor Sonder- oder Militärtribunale zu stellen, dürfte nicht diskutierbar sein. Immerhin haben die Türken bei allen Bedenken, die man gegen diese Art Justiz zum Ausdruck bringen muss, eine Beseitigung von Massen ihrer Gegner durch Volksgerichte vermieden, die meisten Todesstrafen im Wege der Begnadigung in Kerkerstrafen umgewandelt und damit die Möglichkeit zur Usberbrückung von Gegensätzen gegeben. Diese Haltung steht in einem wohltuenden Kontrast zur Praxis der bärtigen Kubaner, die ganz offensichtlich die Lösung ihrer Probleme in der Ausrottung der kubanischen Bevölkerung erblicken. Hier wird eine Blutjustiz auf dem amerikanischen Kontinent geduldet, die ein schlechtes Beispiel für die Unmenschlichkeit, die Rohheit und die Hemmungslosigkeit menschlicher Leidenschaften bietet. Ziele und Hoffnungen eines Volkes können berechtigt, ernst und heilig sein. Wer aber durch solche Blutmethoden seine Programme zu verwirklichen trachtet, verletzt damit die höheren Ideale1, die allen gemeinsam sind und die gerade von den amerikanischen Völkern vertreten werden: die Ideale der Freiheit und der Gerechtigkeit. Andere zu knebeln und zu liquidieren kann niemals gerecht sein. So wird aus einer guten Sache eine schlechte gemacht. Hiergegen wenden sich aber die anderen Nationen nicht in einer Kundgebung von menschlicher Solidarität, wie die Demokratien bisher immer geschwiegen haben, wenn ihre treuesten Anhänger gemartert und verfolgt wurden. V. Das Gebot Das Gebot lautet einfach und klar: Du sollst nicht tö ten. Dieses Gebot ist von der ganzen Menschheit a's ve SIND TRAURIG angenommen worbindüch den. Christentum wi? Islam haben das Gebot übernommen. Es gehör' zum Sittenkodex der zivilisierten Welt Ausserdem hat es Eingang in. alle Strafgese.zbücher gefunden. Es ist also nicht nur ein ethisches Gebot, dessen Erfüllung im Willen und im Ermessen des einzelnen Menschen liegt, sondern ein Staatsgesetz, auf dessen Nichterfüllung härteste Strafe steht. Die Kubaner sind Christen, sie sind christlich erzogen, auch wenn sie heute ihren Kampf gegen die Kirche ausfechten. Sie ersticken — ähnlich den Kreuzfahrern und der Inquisition, die ebenfalls den Namen Gottes missbrauchten und seine Gebote missachten, — Ethik. Moral und Sittlichkeit in Blut. Du sollst nicht töten!, das gilt nicht nur für den einzelnen, es gilt ohne Einschränkung und ohne Vorbehalt. Sicherlich gibt es — wie für jede Regel — auch gelegentlich Ausnahmen. Aber Bluturteile am laufenden Band gegen politische Gegner ver- Bosion — Das jüdische Leben in Sowjetrussland „liuilt Gefahr zu erlöschen und scheint zu verschwinden wie Louis P. Smith, der Präsident des Jüdischen Hilfsvereins von Boston, berichtete. Smith kehrte soeben von einer Reise nach Russland und Polen zurück; ei war auch in Israel, wo er als Mitglied der Studienkommission weilte, die von der Föderation jüdischer Wohiiahrtsverbände organisiert worden war. Smith äusserle, „in der Sowjetunion scheint es nur eine Gemeinde aus alten Männern und Frauen zu geben, die sich mit aller Kraft an das letzte Band klammern, das ihnen noch geblieben ist, d. h. die jüdische Religion. Das einzige, das sic noch besitzen, ist die Synagoge, denn es gibt heute weder jüdische Gemeindeorganisationen noch jüdische kulturelle Institutionen irgendeiner Art.” „Nur alte Leute wohnen den Gottesdiensten bei”, erzählte Smith. „Ich habe wenig* gefunden, was zu einer Hoffnung auf das Ueberleben des jüdischen Lebens, so wie wir es in der freien Welt kennen, berechtigen könnte. Die Lage ist bedrückend. Die jüdische Jugend Russlands entfernt sich immer mehr von jüdischen Fragen, und viele junge Menschen, zu viele, heiraten Nichtjuden. Die sowjetische Regierung stellt sich taub in Dingen. die das jüdische Bewusstsein beleben könnten und erteilt keine Erlaubnis zur Veröffentlichung von Büchern, Zeitungen oder Zeitschriften in jiddischer Sprache. Sogar an Gebetbüchern ist ein fühlbarer Mange] vorhanden.” (ITA)!■ Jacobo M. LAPIDUS ■! :j ¿¡pi. Mohei ■: í TUCUMAN 2396 , 4’ J ’! £ T. E.: 48 2124 M0HEL N. PLAKSIN } Superi 2719!; T. E. 76-6784 u. 76-2312 stossen gegen das Gebot des „Du sollst nicht töten“. Dasselbe muss für die Entfesselung des Krieges gelten. Sicherlich werden die grossen Führer der Nationen lächeln. Moral, was ist das schon. Moral ist wichtig für cie schönen Worte und die Appelle, aber für die Politik gilt nur die Macht. Wozu aber „Macht ohne Moral“ führt, haben wir in der nazistischen Aera erlebt. Deswegen ist es gut, wenn die Menschen, die den Frieden wünschen, immer wieder daran erinnern, dass die Grundlagen des Lebens das Sittengesetz, das Gebot des „Du sollst nicht töten“ ist. Deswegen stehen Blutjustiz und Massenmord durch den Krieg auf der gleichen un sittlichen Ebene... Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ■ ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVEN u. GEMÜTSf ■. KRANKHEITEN j: Dr. M. J. KUHN J prov. *, i RIVADAVIA 2625 HI > *. Tel. 48-7524 .; 1" Mont., Mittwoch, Freitag V J 17—20 Uhr. Tel. Anmel- J ji düng erbeten. imel-? 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Rademacher war Im Jahre 1952 von einem Nürnberger Gericht wegen Mittäterschaft am Mord von 1300 serbischen Juden zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er befand sich damals in Erwartung des Berufungsverfahrens auf freiem Füss und ergriff sodann die Flucht, Seitdem ist er verschollen, doch wird vielseitig behauptet, dass Cf in einem arabischen Land Zuflucht gefunden hat. 1A SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky PueyrreJón 2190, 1<? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75,— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. Flottenbesuch in Haifa Tel Aviv. ■— Eine 'britische Flotille von fünf Kriegsschiffen stafieie dem Hafen von Haiia einen fünftägigen Höflichkeitsbesuch ah. Der Kreuzer Ausonia war das Flaggschiff unter dem Kommando von Kapitän J. W. Morrow. Zwei Zerstörer, ein Unterseeboot, und ein Tankschiff vervollständigen das Geschwader. Einsatzgruppen! tihrtr verhaftet Berlin. — Beamte der berliner Polizei haben in Oldenburg | Ostfriesland den Syndikus der örtlichen Handwerkskammer Heinrich Tummat verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, im Jahre 1941 als SS-Unterschariübm und Angehöriger des SD Einsatzkommandos IX da? jüdische Ghetto in Newei (Sowjetunion) aufgelöst und sämtliche Insassen liquidiert zu haben. Nach Angaben des berliner Oberstaatsanwaltes soll Tummat von Juni bis September 1941 als Kommandoführer des Waffen-SS-Begleitkommandos des Einsatzkommandos IX auch an mehreren Exekutionen in den Städten Wilna. Grodno und Witebsk beteiligt gewesen sein. f VARICES-ULCERAS ¡ ¡ DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡! Dr. SAUL UMANSKY ¡ M ni s Sarmiento 3116 I« E. 87-1362 « m m Kffl «n §Dr. BENJAMIN LlgNIZKYs : ZAHNARZT | ROENT GENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- « S HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- 5 5 LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG jjj B Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend B 5 nach vorheriger Vereinbarung. 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