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Jüdische Wochenschau · 1961-09-15 · 1909 (15.9.1961) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1909 (15.9.1961)
Date
1961-09-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — V/erne«, 15 de Septiembre de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXll. — No. 1909 NEUIGKEITEN A US JERUSALEM Musik in Buenos Aires Wovon man in dieser heissen Jahreszeit in Jerusalem spricht? Zunächst einmal über die neue Autobusstalion. Man muss Jerusalemer sein, um die ganze Bedeutung dieses Problems zu begreifen. Entwicklungen im ganzen Lande, in oft überstürzendem Tempo, fallen federn Israelbesucher auf. Auch Jerusalem hat an dieser Entwicklung teilgenommen. obgleich die Abtrennung der Allsladt natürlich hemmend wirkte. Jerusalem verlor dadurch an Prestige, an eir./r Art historischen Dimension. die eben nur diese Stadt hat. Groteske Grenzziehungen taten das ihre, so dass noch heute der Skopus-Berg mit ah seinen bewundernswerten Instituten j und Sammlungen ausserha.'b ..Israels*' liegt, zwar von haschemitischer Seite genehmigten. israelischen Wächtern bewacht, aber d< ch nur als .einstiger“' u'-eroberter Besitzstand, der einer Zukunitslosung harrt. Trotz all dieser Kalami- 1i'1en wächst Jerusalem ste- 1ig_ Industrien wurden neu gegründet. Stadtviertel wurden neu gebaut, Neusiedler wurden ansässig gemacht. Aber bei wachsendem Verkehr, in relativ engen SLassen. blieb di< Autobuszentrale immer die gleiche In einer lebensgefährlichen Enge fuhren sich die Wagen buchstäblich fest, mussten vorsichtig „gelotst“ werden, während sich Mütter. Kinder, mit Gepäckstücken in der Hand, in enge Hausflure flüchteten, oder irgendwie an die Wand pressten. Der Schalterverkehr, die Auskunffsstelle, die Gepäckannahme spielten sich in einer Diele ab, die «►n Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN der einer normalen Familienwohnung entspricht. Riesige Menschenschlangen standen auf einer Strasse, vor besagter Diele. Die Autobusse parkten selbst in Schmutz und Dunst eines nicht-asphaltierten Platzes, einer Art grösserem Hinterhof. Dazwischen Hausierer. Bettler, die einen unentwegt belästigten. Und das seit Jahrzehnten! Mochte Jerusalem Sitz der Mandatsregierung oder des Staates Israel sein. nichts konnte daran geändert werden. Das öffentliche Aergernis konnte nicht weggeräumt werden wegen der unentwegten Streitigkeiten der städtischen Koalitionspartner, 1 denn es ging um Sabbatru- ‘ he. bei völlig brachgelegtem Verkehr. um Schwächung einer sehr bedeutenden Arbeiterkocperative; um Böden: ein endloser Streit! Ist die neue Lösung nun die „Lösung“? Sie könnte es sein. Es heiss, aber, sie sei auch nur eine Interimslösung. Da es eben einfach nicht mehr weiterginge, — die Strassen z. T. Verkehrshindernisse — geworden sind, mit grotesken „Verkehrsumleitungen“, — so fand sich schliesslich ein Platz am Stadteingang, direkt neben dem Kongresszentrum. Eine sehr kluge Planung. Der Fernverkehr — soweit er durch Omnibusse bewältigt wird —braucht garnicht mehr bis in die innere Stadt geleitet zu werden. Er spielt sich an der Peripherie ab. Dennoch wird durch einen guten 2ubringerdienst die Verbindung in alle Stadtteile ge-1 ne«e HOTEL ARMON ¡ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL] ELEGANTE ZIMMER — ALLE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUECflE — ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TERRASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 2371 1 (Vorherige Zimmerbeste Jung ist unbedingt erforderlich) Pension Familiär M. Flamm ffc/W unter Aufsicht der Herren Rabbiner Dr. FINK und Dr, OPPENHEIMER CHASCOMUS 1 Quader von der Laguna i F. C. N. G. R. 1 Sukkof offen roo Zimmer mit priv. Bad CHASCOMUS CORDOBA 38 T. E. 2910 Inf. in Buenos Aires: T. E. 76-2312 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 22. September | währleistet. Die neue Station entspricht dem „Budget“, d. h. man hat klüglicherweise auf Prunkhauten verzichtet, ist aber praktisch. Nun heisst es, die „fabelhafte Geschichte“ werde noch kommen. Wozu, das ist unerfindlich! Es ist noch ausreichendes Terrain vorhanden, um die Station allmählich zu erweitern, und das würde genügen, da Jerusalem für lange Zeit kein Verkehrszentrum werden wird wie es Tel Aviv ist als topographisches Landeszentrum mit weit grösserer Verkehrskapazität. Doch ist es eines der Kuriosa in Israel: Dinge Können Jahr und Tag auf eine gradezu skandalöse Art verschleppt. werden, wie z. B. der jahrzehntelang unfertige Bau des Habima-Thea lers in Tel Aviv, wie der „Pyramiden! au“ des Kongresszentrums ln Jerusalem _; ein übe proportioniertes Unternehmen —, um dann plötzlich in irgendetwas „Grandioses“ auszumünden, das die Kapazität dieses kleinen Staates weit überfordert! Man sollte daher die neue „Eggedstation“ erweitern und in em ständiges Domizil um wandeln, anstatt nun abermals em Riesenprojekt zu starten, das Jerusalem nicht notig hat. Andererseits: neben dem Kongresszentrum, direkt neben de- Endhaltestelle der städtischen Omnibusse, den neuen Regierungsgebäuden und am westlichen Stadtteil, wo /'ich ohnehin neue Entwicklungsprojekte anbahnen, irt diese VerkehrseinrK-iJung am richtigen Platz. Jede Aenderung des Platzes bedeutet Riesenausgaben, die nicht berechtigt sind. Ein nur kleiner Teil der Bevölkerung nimmt von einer Ausstellung Notiz, die von allerbedeutendster Wichtigkeit ist; ein Grossteil des graphischen Werks von Picasso wird im Bezalel-Nationalmuseum gezeigt Tel Aviv „rennt“ zu solchen Ausstellungen. Gewiss ist dabei ein guter Teil telaviver Snobismus im Spiel, aber dennoch hat Tel Aviv eine gewisse „Kunstgemeinde . Jerusalem dagegen ist eng, ist auf das „Antibildliche , auf das Abstrakte im rem Gedanklichen eingeschworen Die fromme Tradition wirkt als stete Bremse jeder künstlerischen Unternehmung. Man hätte sonst auf weit mehr Zuspruch rechnen müssen, wenn von Picasso die Rede ist. lm übrigen: eine wunderbare Ausstellung, möglicherweise ein „Endpunkt , und dennoch keine Anarchie. IlSSIIIsiilIIIIIïIl GEBETBUECHER \ für die hohen Feiertage i mit Uebersetzungen in 5 zwei Bänden. 3 Neujahrs-Ausgabe j Larnroth Hakol $ 150.— j Neujahrs - Glückwunsch- 5 karten 3sprachig: Hebrä-S isch, Spanisch, Deutsch,« auch für Luftpost. 2 5 Alle Neuerscheinungen - ■wwwwwwwwwwwwwwwww Restaurant »Paso “l&D Paso 452 (al fondo) — T. 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Möglicherweise inhuman, nicht genügend von innerer Wärme durchpulst, — indessen; hiesse es nicht die Weit düpieren, wollte man in der Zeit der Atombomben, der zerstörten Ideale, der Fithmann-Affäre eine „humanitas“ Vortäuschen, deren Mangel wir in unseren Herzen spüren? ..Und dann fällt denn auch der Name Eichmann. Natürlich waren die Gerichtssitzungen in Jerusalem immer überfüllt und für Tage waren die Karten ausgegeben. Es ist gut, wenn man Deutsch versteht. Nur dann nämlich wird der ganze Ekel offenbar, wenn dieses Individuum spricht: dieses sentimentale Salbadern vom „Innenleben“, vom „Kampf mit seinem Ich“, dieses Kleinleutegewäsch über Bücher, die er nie gelesen oder nur halb begriffen bat. Mal ist’s Herzl, dann gar Immanuel Kant.. Und dann wieder dieses Akfeudeutsch, dieses Tiradengerasse! von „Oberdienststellen" und „Ueberleitungs - Schwierigkeiten”, vom Jargon der „eleganten Massenvernicbiung...” Und das' in Jerusalem; auf dieser Folie! Günter Stern, H. Rosenbain * EANDRO N ALEM 253« MUNRO* T. E.: 795 871« u. 740-1925 * 5 Tucumán 413 , S Corrientes 424 (Hoflok. 5) Ï £ Belgrano: Sacre 2990 g a T. E. 32-1366 — 73-9803 9 S 49-8257 — 49-248« ja . 5 TEATRO COLON Viernes, 15 a las 18.30 hs.: 8« y último concierto del abono a 8 de Grandes Solistas y Conjuntos de Cámara. Recital del violinista Michael Tree. Sábado 16 a las 17.30 hs.: 6« y último Concierto de Abono a 6 Vespertinos. Orquesta Filarmónica de Bs. Aires. Director: Washington Castro. Solista: Fanny Ingold (Pianista). Domingo 17 a las 17 hs.: Función Extraordinaria. “El Rapto en el Sera lio”. Lunes 18, a las 21.30 hs.: 18: concierto del Abono a 20. Orquesta Sinfónica Nacional. Director Carlos F. Cillario. JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TALESSIM, MACHSO¬ RIM (span. Uebersetzg.) LUACH 5722, Neujahrs- Glückwunschkarten G. KAPLANSKY CORRIENTES 2883 T. E. 87-8753 „DIE ENTFUEHRUNG AUS DEM SERAIL” VON MOZART IM COLON Die „Entführung” leihet die grosse Opernperiode Mozarts ein. Die einzige be deutende Vorgängerin war „Idomeneo”. Wir finden in dieser „Turquerie” vieles, was der grosse Salzburger seinen späteren Meisterwerken vorausnimmt; wir hören Sarastiro und Fanima, wir lauschen Susanna, und wir nehmen schon dm Canzonetta Don Giovannis wahr. Seine geniale Linie zeichnet sich bereits ah. 1936 brachte uns Kleiber eine musterhafte „Entführung” als argentinische Erstaufführung. Karl Böhm wiederholte sie 1951 lärmhaft und langweilig. Der Wiesbadener Generalmusik direktor Heinz Wallberg, der hiermit bei uns debütierte, darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, in Kleibers Fusstapfen zu wandeln. Seine entscheidenden Faktoren in der Konzertierung der unsterblichen Oper sind ein auf ein Minimum reduziertes, klug gruppiertes Orchester, seine absolute Unsenlimentalität, sein Hang zu straffen Mozart-Tempi und sein „Ueber-der-Saehe-siehen”. Der Regisseur Frank De Quell, ebenfalls neu fü>r hier, Hess eine unaufdringliche, nichts Neues offenbarende Regie walten, welche die veralteten Bühnenbildner und Kostüme Robert Kautzhys auszunutzen hatte. Der wie immer grossartige Bassist Kurt Böhme macht seine Roll« — Osmän — zum Gegenstand einer durchdachten und restlos ausgespielten Kabinetts-Leistung. Neben dem hier ansässigen Tenor Eugenio Valori, der einen ausgezeichneten Pedrilo gab und sang, war der einzige Bekannte des sich für uns aus neuen Kräften zusammensetzenden „east”. Der Tenor Fritz Wunderlich sang mit seiner warmen und kultivierten Stimme einen perfekten Belmonte und war auch schauspielerisch seiner Partie restlos gewachsen. Anneliese Rothenberger bot mit innigem und vollendet geschultem, warm llmbrierten Sopran, welcher ein keineswegs alltägliches Register umfasst, eine vorbildliche Konstanze, die sie mit ihrer bezaubernden Schönheit und Anmut auch szenisch glaubhaft machte. Die charmante und quicklebendige Renate Holm, hochmusikalisch, die eine perlenreine Koloratur ihr Eigen nennen darf, war ein rassig-animiertes und animierendes Blondchen. Sie ist eine hübsche und kapriziöse Opern-Soubrette „par cxcellence”, die trotz ihrer Jugend mit Temperament und Biihnensieherheit frappierte. Victor Parlaghi in der Sprechrolle des Selim Pascha blieb glanz- und re sonanzlos. Der nur kurz in Erscheinung tretenede Chor war von Tullio Boni mustergültig vorbereitet worden. Die Wiederkehr von Mozarts „Entführung” im Co- 16n ist als voller Erfolg zu werten, dem sich ein beifallsfreudiges Publikum anscbloss. Unsere Beanstandungen: Man sollte die in aller Welt nur zwei Stunden dauernde Aufführung (Pausen eingerechnet) nicht künstlich um die Hälfte verlängern. Und es erscheint uns unangebracht, in ein und dei selben Saison zwei Opern ungemein ähnlichen Inhalts auf die Bühne zu bringen wie die hier kritisierte Oper und Rossinis „Italienerin in Algier”. Welche Opernbiihne würde es sieh einfaJlen lassen, beispielsweise den Gounondschen .,Faust’' und den „Mefistofele” von Boito in derselben Spielzeit zu produzieren, oder etwa die Puecinische „Manon Leseaut” und gleichzeitig jene von Massenet? Teairo Solei! CORRIENTES 3150 T. E. 86-2307 Letzte 4 Vorstellungen Freitag und Sonnabend um 22 Uhr Sonntag um 18 u. 2.2 Uhr Mottele und Stissele B U R S T E I N mit ihren Eltern Paul Burstein Lilian Lux in der jüdischen Operette „BEI MIR BIST DU SCH0EN” IM TEATRO ODEON PREMIERE MONTAG, DEN 25 SEPTEMBER, UM 21 UHR IT TOD DES Ff 5 Schauspiel von ARTHUR MILLER S Regie: JACQUES ARNDT 5 WIEDERHOLUNGEN: ■ Donnerstag, den 28 9., um 19.45 Uhr, Freitag den S 29. 9.; um 19.45-Uhr, Sonnabend, -den 30. 9.. urr 20 15 5 Uhr -und Sonntag, den 1, Oktober, um 1515 Uhr. 'S Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, ST. E. 45-3591, werktags von 10—12 und 15—19 Uhr., g Samstag von 10—13 Uhr * <£BSiaS333SmSSS2!35a33SIS323*:E5SaS2I331£§ES3S8n2;r*:;;-' - *~**?*X Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — “Tematicos” ln groeseter Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN¬ NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON 4 Guanacache 2351, dep. 2 esq. CABILDO

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