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Jüdische Wochenschau · 1961-09-15 · 1909 (15.9.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1909 (15.9.1961)
Date
1961-09-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 15 de Septiembre de 1961 JÜDISCHE WOCHEN SCHAU Von der Rolle der Neutralen Año XXII. _ No. 1909 SSI (Schluss von Seite 1) flie Kolonialherren und die Fiemdlinge, die in erster Linie nur ihre eigenen Vorteile im Auge gehabt haben, trn Gninde genommen aber isi der Westen dem indischen Volk fremd geblieben. Diese Argumente sind durchaus nicht nur als Agitation zu verstehen, da sie sehr viel Wahrheit enthalten Nur wird vergessen, die Gegenseite dies?r Rechnung aufzuLih en und zu sagen, was Indien dem Westen zu veuianken hat. Ohne die wesLic-he Kultur wäre niemals ein Mann von der Grösse eines Ghandi aufgeslanden, der im Westen er zegen und geformt worden ist. Dies gilt auch für Nehru und die meisten anderen indiseben Politiker und Wirischaftsfübrer. Aber die- Entstehungsgeschichte und die Formung der führenden Schichten bedeuten noch nicht, dass Indien einen westlichen Kurs einschlagen müsste. Dies gilt auch für manche anderen Völker, die aus dem kolonialen Zustand allmählich zur Souveränität und Unabhängigkeit heranwuebsen. Alle ihre führenden Persönlichkeiten haben fast ausschliesslich west'iche Schulung erhalten. Das. was sie' im Westen Ier-,ten, befähigte sie erst dazu, gegen den Westen aufzustehen Indien gehört heute aber du ehaus noch nicht zum Osten. Es bestehen noch ausserordentlich feste Verbindungen zum Westen, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Trotz dieser Situation wäre es aber auc-h unzuireffend, in Indien eine unabhängige oder neutrale Macht zu erblicken. Ist schon die Frage berechtigt, ob in diesem wel'umfassen- Df. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—19 Uhr E den Konflikt ein Mensch, geschweige denn eine Menschengruppe. ein Volk oder ein Staat wirklich neutral bleiben können, so dürfte das indische Beispiel eine besonders treifende Antwort auf diese Fragestellung geben, die zugleich die grosse Tragödie unserer Zeit widerspiegeit. Kleine Völker werden leicht gezwungen, sich in diesem Weltkonflikt zu „entscheiden". Blicken wir auf Israel. Niemand kann behaupten. dass Israel ein erklärtes Interesse an den Auseinandersetzungen zwischen den grössten Blockmächten hätte. Machtpolitik spielt iiir Israel keine Rolle. Es müsste eigentlich darauf bedacht sein, sich aus den Diskussionen herauszumanövrieren. Da es keine grosse Macht repräsentieren kann, hätie es schon deswegen ein vitales Interesse, mit den beiden Blöcken zu einem freundschafdiehen Einvernehmen zu gelangen, durch welches die Sicherheit des Staates Israel garantiert werden würde. Die besondere Lage im Mittleren Osten veranlasste den Ostblock, einseitig für die Araber Stellung zu nehmen. Hierdurch wurde Israel gezwungen, sich dem Westen anzuschliessen, um nicht, vollends zerrieben zu werden. Eine genaue Analyse dos israelischen Poblems würde sicherlich ergeben, dass die Beziehungen und , Bindungen zum Osten nicht j schwächer als zum Westen sind, jedenfalls noch bei der heute führenden Schicht, die allein die Geschicke des Landes Israel bestimmt. Israel wäre prädestiniert, die Rolle einer „orientalischen Schweiz" zu spielen. Aber hierzu gehört nicht nur der gute Willen Israels zur Neutralität. sondern auch die Haltung der anderen Mächte, die bereit sind, in Israel eine „orientalische Schweiz“ zu respektieren. Man könnte einwenden, dass allein der Gedanke der Freiheit dafür ausreichen müsste, damit sich Israel eindeutig auf die Seite des Westens stellt. Das Argument erscheint bestechend. Kein Zweifel kann daran herrschen, dass Israel in seiner Auffassung und auch in seiner Struktur sowie in de.- praktischen Politik ein Hort. aller menschlichen Freiheiten mit sämtlichen, Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 J. 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In dieser von Widersprüchen zerrissenen Welt gibt es keine scharfen Grenzziehungen, die sich nach ideologischen Gesichtspunkten orientieren würden. Alleinbestimmend ist die Macht. Deswegen steht Israel auf der westlichen Seite, während Indien sich den Luxus erlauben darf, „neutral“ zu sein. Wenn man aber die Dinge näher untersucht, w:ird man unsehwer erkennen können, dass auch Indiens Position nicht allein vom Willen seiner Staatsmänner abhängig ist, sondern von ganz anderen Faktoren mitbestimmt wird. Hierbei muss man in erster Linie die geographische Lage - Indiens berücksichtigen, das sich in der reichlich unbequemen Nachbarschaft der Sowjetunion und Chinas befindet. Vom permanenten Grenzkrieg, den Indien - auszufechten hat, hört man wenig. Aber die Bedrohung durch die kommunistischen Nachbarn besteht. Indien kann nicht gegen den Osten sein, selbst wenn seine Führung dies wollte. Die „Souveränität“, d. h. das Recht der Selbstbestimmung über sein Schicksal, hat für Indien — wie für die meisten anderen Völker — einen reichlich relativen Wrert. Von einer echten Neutralität kann im Falle Indiens niemals die Rede sein. Indien oder Nehru betreibt keine doppelziigigc Politik. Indien versucht mit allen seinen Möglichkeiten, sich aus dem offenen Konflikt herauszuhalten. Dies wird den Indern auch nur solange gelingen, wie die anderen, die mächtigeren Reiche, die Amerikaner auf der einen, und die Russen und Chinesen auf der anderen Seite, ihnen das gestatten. Das muss man berücksichtigen, wenn man den Wert einer Intervention des neutralen Nehru in Moskau bewerten will. Der Eindruck dieser Friedensmission war nicht stark. Man kritisierte Nehru, und diese Beanstandungen an seinem lauen i Jacobo M. LAPIDUS i > dipi. Mohei •: Í TUCUMAN 2396, 4’ J Í í T. E.: 48 2124 ¡* l'.WW.W.V.WAW Kubitschek wird Israel besuchen Rio de Janeiro. — Expräsident Juseelino Kubilschek gab bekannt, dass er im Oklober als offizieller Ga'st der Regierung Israel zu besuchen beabsichtige. Seine Ankunft ist iiir den 7. Oktober vorgesehen. Kubiisehek plant, auch nach Japan, Indonesien und anderen Ländern zu reisen. (ITA) Verhalten, das niemand beschönigen kann, bestehen sicherlich zu Recht. Aber Nehru tat, was er konnte. Mehr zu riskieren, wagte er nicht, weil dies seine indischen Interessen unmittelbar geschädigt hätte. Dieselbe Erscheinung finden wir im Verhältnis zwischen Indien und Israel. Der Ireiheiiskampf Israels und die Bewegung für die indische Unabhängigkeit fallen zu einem guten Teil schon zeiiüch. zusammen. Sie weisen auch andere Gemeinsamkeiten auf, z. B. richteten sie sich gegen die gleiche Weltmacht, nämlich gegen Grossbritannien. Israel und das jüdische Volk haben ein grosses Interesse an Indien bewiesen, sie bewunderten Ghandi, sie schätzten ihn und erblickten in ihm einen der grossen Apostel der Menschheit, dessen Postulate unterstützt werden müssten. Obwohl es keine Gegensätze zwischen Indien und Israel gibt, haben sich die Inder bisher geweigert, diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen, obwohl sie hierdurch allein schon einen beruhigen Einfluss auf die arabischen Staaten ausüben könnten. Aber Indien bleibt reserviert. Von einer Neutralität im israelisch-arabischen Disput kann keine Rede sein. Soweit geht die indische Neutralitätsließr. ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 SAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVEN k. GEMÜTS- 5 '! KRANKHEITEN < Dr. M. J. KUHN J ¡? prov. Ji RIVADAVIA 2625 III .■ •i Tel. 48-7524 ■,*?Mont., Mittwoch, Freitag J ¿17—20 Uhr Tel. Anmel-/ J düng erbeten. .■.V.WAV.VJWWJ > MOLDES 2561 i Í T. E 73 3229 l[ } 93-9155 i»!v.W.W.VV.V.V.Wif .» ♦ « « ♦♦♦♦«♦♦♦•*♦♦•* < Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.0286 \ ESTUDIO JURIDICO ’í l Dr. ISIDORO KRAUT — Dr. OSCAR RABEC } ", ABOGADOS *¡ í Ehescheidungen — Erbsehaftssachen — Konkurse *¡ í und Vergleiche — Verträge — Inkasso — etc. \ £ WIEDERGUTMACHUNG I¡¡ \\ MONTEVIDEO 4SI 46 - 1*961 1' piso 5, ofic. 53—54 46 2796 — 46-2823 \ H, ROSENZWEIG j TAIL0R HENRY : TUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 324)913; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN be nicht. Hierbei kann man auch keine Begründungen finden, die für die vermeintliche indische Neutralität { im internationalen Ringen zwischen den Blöcken sprechen. In diesem konkreten Fall hat Indien eindeutig und ohne eigentliche Motive gegen Israel Stellung genommen. Wahrscheinlich brauchen die Inder di« arabische Hilfe, um die sie bangen, für die Rolle, die Nehru immer wieder in der internationalen Arena als Vermittler, als Friedensengel, als Neutraler spielt. Die allgemeinen Forderungen, die von der Konferenz der Neutralen in Belgrad aufgestellt worden sind, gelten für alle Völker; denn niemand will einen Krieg. Die Aufgabe, die Ne hm in Moskau übernommen hat, konnte er nicht lösen, weil er Moskau gegenüber durchaus nicht neutral ist, sondern aus gegebenem Anlass immer die russische Position berücksichtigen muss. Wenn man die Haltung Indiens bei den Vereinten Nationen beobachtet, wird man ebenfalls bestätigt finden, dass Indien bei den meisten Abstimmungen auf der Seite des Ostens stebt. Nehru machte sogar in der Berlinfrage Vorbehalte und leichte Rechtfertigungsversuche für das einseitige Vorgehen der ostdeutschen Regierung, worauf in diesem Zusammenhang zum besseren Verständnis der Weltlage und der indischen Position hingewiesen werden muss. In dem internationalen Konflikt kann niemand neutral bleiben. Das Wort „neutral“ ist reichlich dehnbar und missverständlich. Wenn man damit sagen will, dass die „Neutralen“ nicht unmittelbar an den Auseinandersetzungen interessiert sind, die zu einem Kampf um den wirtschaftlichen und politischen Einfluss zwischen Russland und Amerika führen, dann gibt es viele Neutrale, unter ihnen nicht nur Israel und die meisten kleinen und jungen afrikanischen Nationen, sowie auch die Skandinavier und viele andere. Wenn es aber um die Entscheidung LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martos y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky PueyrreJón 2190, 19 izq. T. S. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. Ghetto-Urteil’’ aufgehoben Bamberg. — Der Erste Strafsenat des Bundesgerichtshofes hat auf die Revision der Staatsanwalt, schaff und des Ve;urteilten das Urteil des Bambeiger Schwurgerichts im sogenannten Ghetto-Prozess vom 24. November I960 aufgehoben und den Fall zur neuerlichen Verhandlung »ns Landgericht Bamberg zuriickverwiesen. Das Bamberger Schwur geeicht hatte den früheren Polizeibeamten Georg Schlosser wegen Toiscldags in einem Fall zu zehn Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust und in den übrigen fünf Fällen aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte sechsmal lebenslänglisch wegen sechsfachen Morde beantragt. Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleachtang — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Ubr I VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY s Sarmiento 3116 T. E. 87-1362;£)r. BENJAMIN LIPNIZK) j ZAHNARZT! ROENTGENSTBAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE- \ HANDLUNG MH GASBETAEUBUNG - REGO- H LIERUNG DEB ZAHNSTELLUNG ■ Sprechstunden- Dienstag — Donner»tag — Sonnsoeno * nach vorheriger Vereinbarung. S JOSE HERN ANDEZ 2518 T e Dr. L KLEIN Metüm Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15— 1® UW > E»_wird gebeten, «eh vorher telefonisch anrumeiclen CONDE 2318 T. E. 73-1148 — 71 FE 1391 ¡>j* T. E. 44 9493 u. 44-1542 ¡I i zwischen Freiheit und Sklaverei, zwischen Demokratie und Kommunismus oder Faschismus geht, dann kann es überhaupt keine Neutralen geben. Wer sich in dieser Auseinandersetzung „neutrai“ verhält, unterstützt jene Kläffe, die Demokratie, - Gerechtigkeit und Freiheit zerstören. Israel ist in diesem Sinne durchaus nicht neutral, «sondern wird immer seine Stimme für eine Well des Rechtes, der Freiheit und des Friedens erheben, mögen auch die Gegner noch so stark und mächtig sein. m J und 73 1*36* S f

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