Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1908 (8.9.1961)
- Date
- 1961-09-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612726--1614-9612736- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Grosse Fortschritte in der politische Lage Im vergangenen "ahr beging Israel den 13. Jahrestag ..einer staatlichen Existent. Diese Barmitzwa- Feier war Veranlassung genug, einen Rückblick auf die vo.'lb achten Leistungen zu werfen, gleichzeitL aber sich der grossen Aulgaben bewusst zu werden, die der junge Staat in nach ter Zukunft zu erfüllen haben wird. Das le'zte Jahr war — und hierin unterscheidet es sich nicht von den früheren — dem Aufbau der staatlichen Institutionen und der Entwicklung der Wutschaft gewidmet. Wenn nan das Erreichte auf einen kurzen Renner bringen will, darf man sagen, dass dieres Jahr eine weitere und beachtenswerte Stabilisierung der Ve: hiiltnisse gebracht hat. Auf polit.schein Gebiet konnte Israel wohl verschiedene wichtige Erfolge erzielen, wenn es auch immer noch nicht gelungen ist, der notwendigen u..d von allen Israelis erhofften Frieden mit den arabischen Nachoarstaaien herzustellen. Selbstverständlich hat aur diese Bemühungen, zu irgendeinem erträglichen Ausgleich mit den Nachbarn zu gelangen in grossem Umfang die unglückliche Entwicklung der Weltsituation einen gravierencen Einfluss gehabt. Israels grosser Verbündeter, Frankreich, ist selbst in schwere Konflikte verwickelt, die seine Staatsmänner und Wirtschaftler vollkommen in Ansp uch nehmen Frankreich kann nicht da'an inteiessiert sein, durrh eine einseitige Begünstigung Israels neue Konfliktstoffe zu scha'ien u.id damit seine eigenen Probleme zu verschärfen. Dennoch darf man mi Genugtuung fes'. stellen, dass das Ve-hältnis Frankier hs zu Israel in mancher Hinsicht voi erheblichem Einfluss auf den eigenen Weg des jungen Staates im Gewirr der vielfach verwikke-ten Interessen gewesen ist Wan hatte gehoPV dass depolitische Führungswechsel in den Ve einigten Staaten von Nordamerika mit dem Antritt Kennedys günstige Folgen fü Israel haben würde Hiervon war bisher allerdings nicht viel 2u bemerken Die MSA haber ihre freundliche, aber in .ntscheider.den Augenblikken lasche Haltunc gegenii-Rr Israel bewahr* ohne da-s bishe: irgen iwelche e itscneidenden Bern hungen Kennedys um die Herstellung des Fricoens im Mittleren Osten zu verzeichnen gewessi sind. Es gR politische Augenbucke, w\ es erke r bar wurde, dass der ne* e amerikanische Aussenminister Dean Rus-1 offensici Pich im Fahrwa-ser des ve. rtorbenen Dull-.s den Ar .bern vor allem len Aegyptern, Kor.zessio; en auf Kosten Israels zu machen bereit ist. Dies gilt vor allem für seine Vorschläge in der Flüchtlingsfrage, die bekanntlich von den Arabern als ein immer erfolgtieferen Gründe dieser ägyptischen Politik gegen Israel ment weiter eingegangen, sondern nur die Tatsache als solche festgesteiit werden Erst in allerle4zter Zeit hat Nasser einen Tcumalister entlassen, der es gewagt hatte, für einen Plan eimutreten, der de. Schaffung eines neutralen mittelöstlichen Blocks un'er Einbeziehung Israels propagierte Immerhin sind Anzeichen Vorhanden, die den Abschluss eines Abkommens mi arabischen Ländern in de.1 Bereich der Möriichkeiten ziehen. Ohne Zweifel wären gewisse arabische Staaten bereit, ernen rr.cdus vivendi mit Israel zu linden, wei.n sie nicht der. Groll Na-sers mit für s'c recht nachteiligen Konsequenzen fürchten würden. Lrae] körnte im verlange;en Jahr seine Beziehungen zu einigen jungen afrikanischen und asiz-ischen Nationen ausbauen und neue Verbindungen ankniipfen. Ditse Länder sind nicht mit antsemitischen Ressentiments vorbelastet. Sie stehen in keinem Inturessenkoi fiikt mit Israel. Die Gefahr fiir Israel besteht darin dass Nasser mit all'r Mitteln versucht, sich einzudie diesem israelischen Wunsch entgzgensttLen, vor allem die feindliche arabische Haltung. Immerhin dürften sich im Laufe einer längeren Zeit Möglichkeiten fincien, die Israel an dieses mächtige Wirtschaftsnetz ansthliessen. Uebrigens kommen Widerstände auch von anderer Seite, da Israel mi-, seinen Oranger, für einig.- Mitglieder der EWG einen ernsten Konk irrenten darstellt. Diese Ent v cklung dit im ’?3rrangen?n Jahr ausgelöst wurde, sobte man mit grösster Aufmerksamkeit verfolgen. RUHE AN DEN GUN6 DER WIRTSCHAFT - AUSUEHBOlU EINWANDERUNG - DIE STDEU1ÜN Der Aufbau Trotz des Nich'iriedens urd der immer ges.-annten Lage an Praels Grenzen gehl der Auftau mit grossen Senritten vor sich. >c Israel wiic fiebernaft ge-rbeitet. Das soll am Beisp1"' Elats n,it wenigen Worten gezeigt werden. Als der Negew zu Istaels Staatsgebiet geschlagct. wurde, v.ar er e.ne hoffnungslose Wüste. Er ist es bis heute, zum grossen Teil gefciieben. Aber Israp) ging ans Werk, diese Wüste zu kutivieren, ein wahrhaft kühnes und vvaghals!ges Unterfangen. Was eine Wüste Im Lande hergestellter moderner Sportwagen reiches politisches Instrument benutzt wird, um Vorstüsse gegen Israel zu lanzieren. Trotz dieser für Israel nicht erfreulichen Haltung in vereinzelten Punkten muss man anerkennen, dass die Amerikaner, auf denen heute gewaltige Sorgen und Lasten ruhen, ailes dazu getan haben, damit wenigstens der augenb'ickliche Zustand eines ,re'ativen” Friedens bewahrt oleibt. Lie sowjetische - tihrung hat ihre Haltung gegenüber Israel im Lauf' der letzten Janre nicht geändert. Wenn auch keine allzu scharfen Attacken gegen den kleinen Stait erfolgten, waien die Russen nicht geneig , eine positivere Stellung e.nzunehmen, die sicherlich von grösstem Einfluss auf die arabischen Länder gewesen wäre. Die diplom* tischen Beziehungen sind kühl. Alle Bemühungen Israels, das Verhältnis zur Sowjetunion freundlicher zu gestalten, blieben unbeachtet. Zweifellos bedeutet die eirseitige Unterstützung der arabischen Forderungen eine ungewöhnliche Belastung für Isr: el. Hierdurch bheb die La :e im Mittleren Osten ernst. Auch die Arist.engunger die von Israel und den Junen in der Galut vor allem vom Jüdisch n Weltkor,g-ess, gtmacht worden sind, eine Lockerung der Auswanderungs ■> Bestimmungen für Juden aus der Sowjetunion zu erwirken, haben zu keinem EHolg geführt. r je arabischen Länder ha.en sich bis heute unversöhnlich gezeigt. In erster Lin e war es — wie stets. — Nasser, der jeden Versuch einer Annäherung brüsk abge>bnt hat. In diesem Zusammenhang soll »ui die schalten und Israel rus den bereits errungenen Positionen zu verdrängen. Tn diesen Ländern leistet Israel eine konkrete Arbeit. Israelische Experten helfen diesen neuen Staaten bei ihrem Aufbau Viele von ihnen haben erklärt, dass sie die israelische Entwicklungshbfe derjenigen aller anderen Länder vorziehen. Wichtige Erfolge für Israel lagen in der Herste1.1 ung diplomatischer Beziehungen zu zwei Ländern, die in der Einflussphäre von Nasser stehen: zu Persien (Iran) und zu Cypern. Der Schah und seine Regierun; erklärten gegenüber den Nasser’ sehen Drohungen, dass nicht beabsichtigt sei, duwieder au genommenen Beziehungen unter arabischem Druck zu -ösen. Der neue Staat Cypein hat ebenfalls gegen die Ve-suche Nassers die Verbindung mit Israe. aufgenommen. Cypern, das in unmivclbarer Nähe von Israel gelegen ist stellt sozusagen eine Brückt zur Weh einen Ausweg aus der israi .ischen Isolation dar. Schliesslich sei auch daran verwiesen, dass die Bezie* ungen Israels zur Bunde 'republik nach v.e vor freundliche sind. Zwar bestehen keine offizieJen diplomatischen Verbindungen, aber der politische Kontakt -ist dennoch stark. Die Bundes: epublik wird wenn nichts Unerwartetes dazwischen tritt, nach dem bald bevi rstehenden Abschluss der Reparationszahlungen die israelische W! tschaft durch erhebliche Kreu te fördern. Israel hat beant agt, in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft aufgenommen zu werden. Es giut sehr starke politische Argumente, ist kann eigentlich nur derjen.ge beurteilen, der einmal in der Wüste gewesen ist: totes Land, Steine, kahle Beige und Hügel, Sand. Uebei allem brennt unbarmherzig die Sonne. Die Temperatur bewegt sich um 40 Grad. Der vollständige Mangel an Wasser lässt Hoff- •nu::gslosigkeh aulk .mmen. De Macht der N >*ur erstickt die Initialive der Menschen. Wer wird n diese Wüste gehen um sie urbar zu machen? Wer k-.;:n dort leb'-n? Am äusseisten Südende Israels stossen sein? Grenzeans Rote Mce^ Dort liejt Fiat. Als die Israelis dor hin kamen, stara kein Ha-is dort. Heute fincen wir einkleine Stadt, in oer mit ein.m heiligen Ern.J gearbeitet wird, bei meh: als 40 Grad... Wir finden dort neben den ausgebauten Hafenan.rgep moderne Däuser, Fabriken, Hotels. Natürlich macht alles noch den Eindruck des Anfangs Wer in EU durchhält, wh u sich selbst eine grosse Zukunft eröffnen. Nicht alle werden od?" können dort Lieiben. Aber dass Eiaj sich entwikkelt' steht fest. Es ist ein herrliche Platz in der Wüste. Die Farben der Berge Efraim, .'es Meeres des bunten Wüstensandes sind pitoresk. Elat liegt an einer Drsiländer.’cke, die Grenze mit Trans j-rdanien ist nur einen Kilometer entfernt. Man sieht die Tanks der Oelstation Saudiarabiens. Ueorigens auch ni .ht weit von Elat entfernt liegt die ägyptische Grenze Aber es ist ruhig dort. W-~nn man die Grünflächen unu die erstei landwirtschaftlichen Anpflanzungen siebt, spürt man die Energie, die von Israels aufgel rächt w rd. Was Elat aber wirklich bedeutet, kann man erst verstehen, wenn man mit dem Wagen auf der grossartige' Chaussee fährt die von Elai nach Berschewa, der Hauptstadt des Negew führt. Nu . mit Bewunderng kann man diese Strasse beiahren, die durch die Wüsto, durch Felsen und Berge führt. Dort liegen die Mimn des Körigs Salomon, die wieder in Betrieb gesetzt sind, und in denen trotz der u lerträglichcn Hitze prodnziert und ge; ’-Leitet wird. Mitten in der Wüste liegen eiruge Kibbazim, Gemeinschaftssiedlun-en wirklicher Idealisten, die W’under voltbrrcht haben Sie haben grür.z Felder pflanzen Palm°c und err4en bereis die vfrsehiedensten la.ndwirtsch ,Blichen Produkte. Des-sind W under, die durch Mensch n vollbracht worden sind Dann hält der Wagen inmi'ten der Wüste: Sde Boker, me Siedlung, in der Ben Gu.ion geleb. und gearbeitet hat, als er sich für einige "Hit von seinen politischen Aemtern zui ickzog. Weite Grünflächen setzen joden, oo Israeli oder Tourist, in Erstaunen. Am Wege werden die Pfirsiche von See Boker verkauft die grössten und bester die in Israel gezüchtet werden; sie können 'ich mit den Früchten aller Länder vergleichen, obwohl sie Produkte der Wüste sind. Der Wäger klettert einen hohen Berg hinan; diese Fe.«strasse ist ein v\underwe k der Tecnnik. A! er Felsenstrassen gibt es auch anderwärts. Ob aber jemals eine Strasse dieser Art unter einer prallen Sonne und mit über 40 Grad im b hatten gebaut worden ist, das weiss ich nicht. Das haVn alles unsere Israelis geschaffen. Oben angelangt, hat, man einen weiten Blick in die Wi’-ste, in dit Leere in die Einöde, die ihrer Eiichliessung harrt. Dann ab^ - findet man eine neue Stadt, die erst vor Jahrefrist ange’egt wurde. Moderne Häuser mit allem Komfort, Schu_en und sonstige Institutionen sind dort errichtet worden, um neues Leben für neua Menschen zu bereiten Und dann kommt man nach Berschewa, Hauptstadt unu nördlichster Punkt der Wüste. Dort war das israelische Hauptquartier im Sinai- Feldzug. Alte Häuser, ungepflegte Strassen, verstaubtes Lehen bot sieh damals. Und heute? Berschewa ist in diesen nur fünf Jahren zu einem modernen; Çtim: Eine riesige Oelpresse, die grösste ihrer Art, wurde kürzlich in der Speise«*ifabrik „Etz Hazait” in Petach Tikwa installiert. Die neuen Maschinen werde« dem vor dreissig Jahren von M. Leibowitz errichtete« Unternehmen ermöglichen, seine tägliche Kapazität von 150 auf 450 Tonnen Oel aus Soyabobnen zu erhöhen und die Qualität und Reinheit des Produkte zu verbessern. WOidM. ZU bauptsti P:iV.hzb: n*n ausg«debîî dienMf^é zr't Hotels. CäK HuciliäuserD, ui a.j den n?J«t er^erichtet;!* t um to ms.n;« te cie Wüsten d“ k5-nf Rri)3j\vâcbït. W mit Bers au-k der we.te ntj seiner 1 harrt, weiter en de Dieser Willen sfmt aus alle kher, Landes, Knien oder oir Ln Jerusal Air ist zu ei S-:ea Grosstad «"Zentrum ( des Handels, a1 K-rste und der t« mit dem ii Beehowo Weizm des vei bete Jerusale s« Aufbau-Ge Zt'heu hiertü Had e;* ganz gro; s^6. die aus Zusamir Ga-ut und Isra man du ltfc» Teil“ de vielet 10 “senhainf mann ai] hier v0r •fcnJahrzej, war a£Cht 2u ^sentwiexe!Lster wird Buscha- | Än Ja "UV“ d-.T be:i' ci; Pr»d? Laödest lc“d.i D»St] b!,./ortschr: ■fsamen S^Lanc dieS hsi ter1 landen Sie Wrd'! T'ijhall sotvei, IaUî Uni