Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1907 (5.9.1961)
- Date
- 1961-09-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Die gute Erde Israels LITERATUR .„Bt'-nn der Herr, lieün Gott, Hifoxet dich in ein ütiic?: Lfnd. ein Land, da Büche »r.d Bt«innen wnd Seen innen sind, die an den Befper. wr.d in den Auen fLesseir, ein Land, da Weisen, Geiste, Weinstoche, Feigenbüume »nd G. anatüpfel innen s'nd; ein Land, da Otibi ifnit »nd R’nrif irnen wächst; ein Land, da du Biet geewp iu essen hast, da auch nichts mangelt”, (Bewi. 8, 7—fl).. Kieuzial am Rande Jeiusalems gibt cs noch Oelbäume, deren Früchte zur Zeit der Zerstörung des zweiten Tempels geerntet wurden, in der Nähe hat man ■versuchsweise Pflanzungen von OstbiiumeD angelegt. Dei isiaeljsche Bauer der bei Sonnenaufgang auf's Feld geht, jr, den Bergen Judäas, in dei- Schart neben ode. in den Tälern GaJiiäas, ist sich immer ßewussl. dass er auf demselben Boden sieht, zu dem seine Ahnen nach jahrelangem Umheiwandern ln der Wüste gelangten. Gelegentlich, wenn er ein neues Feld urbar matht, stüsst er auf archäologische Funde, die ofl seil käbiischer Zeile , als unsere Vorfahren zum t.slen Mal dieses Laue pflügten, kein Tagesiicht gesehen habt n Nicht etwa, dass solche Hinweise aut die ferne Vctgangenh-it nötig wären. Die Bauern, die heule den fruchtbaren Bc-tlen des Jordentafs pflüge« können diese Landschaff nicht besser besch: eiben, als die Bibel es tut: ,,Da heb Lei seine Augen auf, und besah die ganze Gegend, am Jcrdan. Denn ehe der Heu Sodom und Gomorra verderbete, war sie wasserreich als ein Galten des Herrn.” (Gen. 13, 10). Die jungen Leule, die vor zwei Jahren auszogen, um die Einöde von Ein Gedi wieder fruchtbar zu ' machen, br-vtehen nvi das Hohe Lied aufzuschlagen: ..Mein Freund ist mir ein Rebenzweig ,n den Weingärten zu Engedtr”. (Das Hohe Lied: Das Jahr des bib’ischen \ut ii begann im Herbst mii; der Oiivenernte. Das O-ivenöl wardamals das hauptsächliche Kecbfett. Im Das Getreide wurde im November zu Beginn der Regenzeit gesät Im Gebirge musste der Boden eTSt vorbereitet werden, indem man die Steine entfernte untl sie an den Rändern der Felder anbä.ufte und dadurch Terrassen schuf, von denen einige noch heute verbändesind. Da? Getreide, z. B. Weizen, Roggen und Mais, wurde von dem Sämann ausgestreüt. Gleich nach dem Säen w urde die Saat eingepflügt, und in den Ecken, wohin der Pflug nicht-gelangen konnte wurde sie mit oer-Hand eingegraben. Im ävjnlej, von Januar bis März, wurden die Sommerf: iiebt« -angebaut: Hirse. Sesam, ■ Kicbererb sen, Linsen, Melonen und Gurken. Nach dem Regen nstitut soc folgende Jahrgänge der ZEITSCHRIFT IM DEUTSCHEN REICH 4. Jahrgang. 1898 5 Jahrgang .. .. 1899 6. Jahrgang .. .. 1900 18. Jahrtrang. 1912 28. Jahrgang. 1922 Wer diese Jahrgänge besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES IEO BAECK INSTITUTES SCHR1FTENKJE1HE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J C B MOHR (PAUL SIEBECK) TUEB1NGEN Tear Book V i960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON *y 1416 Seiten) *- WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Ananrldi>n9*n im Büro dor JUED1SCHEH WOCHENSCHAU, Pucyntd^n 1* 183 3613) mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. Im März und April war öor , Roggen ausgereift, der Weizen etwas später. Wenn im Frühling das Getreide eingebracht wur de, zogen ganze Familien für die Erntezeit aufs Feld. Die Schnitter fassten eine Handvoll Getreide mit der linken Hand und, indem sie die Sichel mit der rechten schwangen, schnitten sie einige der Halme wenige Zentimeter über dem Boden ab und zogen die andern mit der Wurzel aus. Einige antike Dreschtennen. wie die von Bet Schemesch in den judäischen Bergen, haben die Sfi'rme der Zeit überdauert. Das Dreschen geschah, indem mehrere Ochsen oder Esel zusam mengespannt und um die Tenne herumgetrieben wurden, one: indem man zwei Ochsen vor eine Egge spannte, auf der der Bauer mit seiner, ganzen Familie sass und sie im Kreis über das Korn trieb. Ein Vorrat unged: eschenen Getreides lag in der Mitte der Tenne und wurde nach und nach auf den Weg der Tiere geworfen. « m EIN KAMPFER Die Bibel gibt uns das Bild einer lustigen Abendmibizeit auf dem Feld? und de;- fröhlichen Feier, bei der unsere Ihnen Gott für seine Gaben dankten: „...ein Land, da du Brot, genug zu essen hast, da auch nichts mangelt”. (Deut. 8.9). Das jüdische Fest der Er-Uingsfrüebte .,Cbag Habikurim” fällt in diese Jahreszeit und witd von den heutigen israelischen Bauern ebenso wie von ihren Vorvätern gefeiert. Doch heute rollen moderne Erntemaschinen durch die Weizenfelderj deren Getreide einst Propheten und Königen »)c Nahrung chente. Im Juni begann die T, aubenernie. In diesem Monai wurden die Weinstöcke beschnitten und gesäubert. Der Weinbau wurde in den Eergen Judas und Samajias betrieben. Die Trauben lieferten auch Zucker: aus dem Saft in der Kelter wurde durch Kochen eine Flüssigkeit, „Traubenhonig” genannt, gewonnen. Einige Bibelforscher glauben, dass dies d-r Honig ist, der in Deut. 26. 15 erwähnt wird: ..Das Land von Milch und Honig”. Das Buch Jesaja schildert den Weinbau: ..Mein Lieber hat einen Weinberg an einem feilen Oit. Und er hat ihn verzäunet, und mit Steinhaufen verwahrt, und edle Reben darein gesenkt. Er baute auch einen Turm darinnen, und grub eine Keiler darein, und wartete, dass er Trauben brächte.” (Jesaja 5, 1,2). Auch heute noch ist der Weinbau ein wuchtiger Zweig der Landwirtschaft. Einer der drei grössten Weinkeller der Weit befindet sich in Sichron Jakob im Karmeigebirge, wo Israels Weinfest stattfindet. Im Spätsommer wurden ausser Trauben auch anderes Obst, wie Feigen und Granatäpfel, geerntet. So war der Ablauf des landwirtschaftlichen Jahres in biblischen Zeiten. Auch heute noch wird in ,Israel der Weizen im Herbst ‘gesät und im Frühling geerntet, und im Juli und August; füllen die üppigen Trauben . die Märkte der Städte. Es gibt jetzt viele neue Früchte im alten Land, denn der israelische Bauer will ..einer alten Heimat die grösste Fruchtbarkeit. wiedergeben. Orangen, Bananen, Erdnüsse und Baumwolle werden heute im „Land des Weizens und Rogens, der Reben, Feigenbäume und Granatäpfel” gezogen. Eine Zuckerfabrik, die eins der neuen Produkte Israels raffiftiert, wird jetzt in der Stadt Gat errichtet. Orangenbaine in der Nähe der aufblübenden Vierzig Personen behandeln in diesem Werk „I. N. Steinberg-Gedenkbuch“ (New York, 1961: Seiten 672) die faszinierende Persönlichkeit von Isaae Nahum Steinberg, und obzwar ein jeder in seiner Art. schreibt und ihn beschreibt, so kommen doch alle zu einem Resultat: I. N. Steinberg war ein revolutionärer Kämpfer, ein ehrlicher Idealist, ein Mann mit eisernen Prinzipien, mit einer Leidenschaft zu Taten, der iiber al’es die ethische Reinheit hocbbielt- Nach dem ersten Weltkrieg gab es in Deutschland Oesterreich, Frankreich, England und in anderen Ländern Jude.), die Minister wurden, aber unter diesen war nur einer 1. N Sleänberg, Jusiizminister in Scwjetrussland. der als religiöser Jude lebte und als stolzer Jude wirkte. Dieses Gedenkbuch wird durch eine 55seitige biographische Arbeit von Aaron Steinberg über die Kinder- und Jugendjahre seines Bruders (1SSS—1914) eröffnet. Sie ist nicht nur eine spannende Chronik der Familie Steinberg, deren Mitglieder in der Geschichte und in der Literatur verankert sind, aber sie gibt auch von JOSEF UND FRABJNKE1 ein allgemeines Bild des jüdischen Familienlebens, der jüdischen Erziehung und der sozial-gesellschaftlichen Verhältnisse der Juden im alten Litauen und Russland. Aaron Steinberg ist ein Meister der feinsinnigen Schilderung und sein Jiddisch ist rein, saftig und magnetisch. Wo auch'immer der junge I. N. Steinberg studierte, so begleitete ihn immer ein Talmudgelehrter. Im Jahre 1907 wurde der junge Siudent in Moskau, der schon aktiv für die Partei der Sozialisten-Revcluiionäre gewirkt hatte, \erhaftet. Schliesslich wurde er „befreit“, aber unter der Bedingung, dass er das Land für zwei Jahre verlassen müsste. Doch weigerte sich I. N. Steinberg das Dokument der Befreiung an einem jüdischen Feiertag zu unterschreiben, obzwar Gefahr bestand, dass er, nach Sibirien verschickt werden würde Und als er nach Heb deiberg ging, so kam auch dorthin sein Lehrer, Rabbi Zalmen Bäruch Rabinkow. So entstand die „Heidelberger Schule der Talmud-Wissenschaft“, und um Rabinkow sammelten sich viele Gressstadt Tel Aviv bezeichne*! die Stätte, wo sieh das alte Gat-Rimon befand, das in der Bibel als eine Stadt der Leviten im dicht bevölkerten, fruchtbaren und wasserreichen Gebiet von Dah beschrieben wird. Lange Zeit war man der Ansicht, dass der Negew, die Wüste im Süden Israels, immer unfiuchtbar gewesen sei. Neuerliche Entdekkungen des berühmten Archäologen Dr. Nelson Glück beweisen jedoch, dass es in biblischen Zeiten im Negew eine wohlhabende Bauernbevölkerung gab. Israels Bauern haben begonnen, die alten Dämme und Terrassen wiederherzustejlen, die benutzt wurden, um das spärliche Wasser der kurzen Sturzregen des Negew aufzutangen und zu verteilen. So werden die modernen landwirtschaftlichen Methoden durch die alterprobten unserer Vorfahren ergänzt, die zuerst das Land fruchtbar machten. Es steht geschrieben: . Wer seinen Acker bebaut, der wird Brots die Fülle haben” (Sprüche 12, 11'. Da der israelische Bauer dies bestätigt gefunden, da der Boden seiner Vorväter seine Mühe belohnt hat und das Volk ernährt, sc hat er Grund zur Freude. ssts? Thema i“r * mud". Als zurück*»»-*® seüs der e‘ unterdrückt«!1 r Polizei verfolg andererseits se- Tätigkeit als fort. Grigorv Art® im „Gedenkbut nach der Oktob zu einer Koa. rung kam. und borg \rurd: i seiner Parte). n 1917. Jusiizmi strebte nach Or Gerechtigkeit.^ Terror und Dd half und rettete wo er nur k( nach einigen > Konflikte mit d wiken. im März nierte er gcmi seinen Parteifre j, & Steinbe; mer in Bewegu: einer starken _ zu: Arbeit reine der ('erfasse,- Blieber. Herau: Redakteur viel« seine Artikel er Jiddiseb. Hebrä lisch und Deuts etwa zehn and Chen. Noch als schrieb er Tb und der junge S choe:s trat in wahrscheinlich Male - als Sei I. ,V. Steinbergs er“ auf. Zwai späte: erhielt S: Goethe-Preis (I sein Drama ..I ln seiner ber nuag versamme Jahre 1924 einig darunter Jakob sky und Aarpi und ihre Disku: zur Gründung SKEREnKAYENETH DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND 1§Ra IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL