Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1907 (5.9.1961)
- Date
- 1961-09-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612717--1597-9612719- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Mohel 1× ep/1006163
OCR text
2 — M«rt«, 5 líe Septiembre ile 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. Xc. 1907 Vom arabischen Sozialismus (Schluss von Seite 1) iralistische Union arabischer Länder unter Einbeziehung Israels zu schaffen. Dieser Journalist hatte einen Gedanken ausgesprochen, der sozusagen in der Luft: des Mittleren Ostens schwebt. Untrügliche Zeichen sprechen dafür, dass weite Kreise ir verschiedenen arabischen Ländern den Frieden mit Israel für unbedingt erforderlich halten. Von dieser Ueberzeugung bis zur Realisierung eines solchen Friedens ist gewiss ein recht weiter Weg weil zahllose Ressentiments und Vorurteile überwunden werden müssen, die sich jeder vernünftigen Regelung störend in den Weg stellen. N««ser aber will den Frieden nicht, weil er aus diesem sumpfige11 Zustand des Nicntfrieddens und Niefctkriejes sein polnisches Kapital se it vielen - ähren zu schlagen gewöhnt ist. Nur nebenbei sei bemerkt dass sich, aus dem offiziell gemeldeten Tatbestand über die Entlassung des Mohamed Fikry Abaza ergibt, welche Methoden in Aegypten '¡blich sind, um die .Meinungsfreiheit und die Presse zu unterdrücken. \uch das stört kein demokratisches Land, die Beziehungen mit Aegypten weiter zu r Regen. Vermutlich wird man in nahe. Zukunft mit stärkeren Ausfällen Nassers gegen Israel rechnen müssen. Nasser ist bekanntlich unter die Sozialisten gegangen. An Pranlasie fehlt es ihm nicht. So entstand iib^r Nacht der .arabische Sozialismus“ der u. a. auch die Nasserschen Gewaltmassn-ihmen gegen ausländische Wi; tsehaftsunternehmen decken soll. Bisher wurden auf der Weit immer Theorien aufgesicilt. die politische odei wirtschaftliche Zwangsmassnahmen nachträglich retten und begründen sollten. Leider habsn sich auch stets ..Wissenschaftler“ gefunden, die bereitwillig den Zwangsherrfn die schönen Worte und die wohlklingende Begleitmusik für ihre Gevwitaktionen geschrieben haben. Was ist, kann ganz ruhig unerforscht bleiben. Offensichtlich wird hier eine Parallele zum deutschen (National-) Sozialismus gesucht, der hier seine finsteren Schatten aut die Gegenwart wirft. Feststeht, dass Nasser durch eine Kette von Enteignungen seinen Sozialismus zu realisieren bestrebt war, wobei er — wie jeder starke Mann — bei den Schwachen anfing, die sich am wenigsten wehren können. Man braucht nur die Weltpresse daraufhin durchzublättern, um eine Vorstellung vom Inhalt dieser Massnahmen und ihren Rückwirkungen zu erhalten. Wir sind bei diesen Informationen weitgehend auf andere angewiesen, da Aegypten nicht nur eine starke Zensur für alle Nachricrten ausvbt, sondern auch eine Kontrolle über die Journaliste:,, die nach Nasserschen Masstäben „einwandirei“ sein müssen. In dieser Skala nehmen die ehemaligen Na zi-Schreiber jen ersten Platz ein. In einer grossen schweizerischen Zeitung konnte man lesei., dass Nasser letzten Wochen den Toten-, t . . schein für Aegypten al< ei-! /lt]zlLrl -stnen Staat unterzeichnet habe, der auf einer normt len wirtschaftlichen Grundlage fundert ist. Das jeden alls ist die einzige Folgerung, die ausländische Geschäftsleute im Nahen Osten ziehen konnten, wer.n sie die Flut von Nationalisierungsdekreten verfolgt haben. \ve,che der Führer der Vereinigten Arabischen Republik aniässlic < des neunten Jahrestages siert. in 91 weiteren Firmen Regierungskommissare eingesetzt und weiters hundert Banken und Versicherungsinstitute verstaatlicht. Der Landbesitz wurde weiter eingeschränkt, und infolge der neuen Steuergesetze kann niemand mehr als 6400 ägyptische Pfund (rd. 12 000 Dollar jährlich verdienen. D!ese neue Flut von Dekreten, Kontrollen, Befehlen - =- . und Erklärungen —- viele also arabischer Sozialismus \ darunter sich widersprechend und verwirrend — benahmen wussten, bis sie öffentlich bekannigegeben wurden. Man spricht hier davon, dass sie nachträglich vergebens Einwände sei t haben. Ladenbesitzer und kleine Geschäftsleute in der Republik sind nun ganz otfen pessimistisch. Der ständige Exodus ausländischer Geschäftsleute. der 1956 nach der Uebernahme des Suezkanals begann, geht weiter, und die Griechen, die hier immer noch eine relativ grosse Gemeinde bilden sind so beängstigt über die Situation, dass der griechische Auss=nminist€r Averoff in einer Verzweiflungsmission nach Kairo flog, um den Schreckenstag, der seine Landsleute unausweichlich erwaitet, hin iuszuschiehen. Was Nasser jetzt unternommen hat, ist die Ausdehnung der staatlichen Kontrolle auf die mittelgrossen Betriebe, von denen ein Teil mit andern zu einer grösseren wirtschaftlichen Einheit zusa nmengeschlosscn wurde. Aktionäre, die von der Neuerung betroffen werden, erhalten eine 15jährige Rein rten { gierungsanleihe zu vier Prozent, deren Wert nicht *pe- Die Regierung hat weiter angeordnet, in je- 'des Direktorium müsse ein Vertreter der Angestellten abgeordnet werden. Ferner sind 25 Prozent des Gewinns der Gesellschaft an die Arbeiter auszubezahlen. Die Wirtschaft der VAR ist nun so stieng kontrolliert wie die irgendeines Staates hinter dem Eisernen Vorhang. Die einzigen Paralellen, die sich stellen, sind etwa Kuba und S | iEl? iSi'Ä isiGeie^LStten "nationl" t!«?tischen ^äsidertenbüro A und Ersparnisse des Volkes, die er erfassen will Um die Empörung, Verzweiflung oder Unzufriedenheit zu dämpfen, schafft er neue Arbeitsgesetze, die sicherlich zur Beschleunigung der Inflation beitragen weiden, geäus- ■ Diese Arbeitsbestimmungen, die innerhalb eines Jahres in Kraft treten sollen, befehlen eine allgemeine 42-Stundenwoche anstelle von 48 Stunden, theoretisch um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig soll Tausenden von schwer arbeitenden Aegyptern verboten werden wie bisher eine zweite Stelle zu haben, wodurch viele Einkommen kleiner Leute stark zuriiekgehen werden. ♦ 4angehören, die teilweise für die neuen Gesetze verantwortlich sein sollen. Aber Nasser begnüg)- sich nicht nur mit diesen Enteignungs- und sonstigen Zwangsmassnahmen, die er als sozialistische Gesetze bezeichnet. Er braucht Geld. Er greift an die Kapitalien Dr. FREY ABOGADO * « ♦ PUEYRREDON 2190 Î 1" izq. « ♦ nachm. 1C—19 Uhr ♦ i. LIEBLING ‘ FOURN1ERE — . SPERRHOELZER 4 DIAZ VELEZ 5224 al 46 î 4 T. E. 43-2349, 0340 y 3021t! REAL PENS seitigt die letzten Spuren irgendwelcher bedeutender freier Unternehmungen, j i Trotz der Anstrengungen der I >■ staatlich-ägyptischen Presse •’ zu erklären, dies sei nicht \ V Kommunismus, sondern araj [■ bischer Sozialismus gio( es 1 ■' keinen Zweift., dass verbreitete und tiefsitzend? Opposiion gegen die stattliche Kontrolle existiert. Es ist kein Geheimnis, dass zwei Minister Hassan Abbas Zaki, Wirtschaftsminister für die südlichen Regionen und Wirtschaflsministe- Kaissyny nichts von den neuen totalitären Mass- \ Jacobo M. LAPIDUS dipl. Mohel TUCUMAN 2396, 4* J T. E.: 48-2124 MOHEL N. PLAKSIM \ 1;j Superi 2719!|;! T. E. 76-6784 u. 76-2S12 \ Das Banner, inner dem Nassers neues „System’' der Volkswirtschaft segelt, ist nach seinen eigenen Propagandaorganen „Nationalsozialismus“. In einem Polizeistaat wie der VAR, stimmt diese Bezeichnung nur allzu genau. Dio ersten Erfahrungen mit den Nasserschen Sozialist ungs - Massnahmen brächten eine starke Erschütterung. Nach einem Monat bot sich bereits ein eigenartiges Bild. Die Hektische Begeisterung während der Festlichkeiten zum Revoiufionstag, in deren Verlauf die neuen Gesetze verkündet wurden, ist inzwischen gewichen. Man hat Zeit gehabt, ein wenig zu überlegen. Die Besitzenden stöh en, die Hacenichtse sind optimistisch, und der kleine Mann ist. verb.üfft, denn es hat sich herauegestellt. dass auch er Opfer bringen muse. Im Zuge einer Verst.tatlichungswelie wurden íund 400 Betriebe nationalisiert, darunter Banken, Versicherungsgesellschaftin und die grössten Industrie- und Handelsunternehmen. Gleich- Í..\ ¡ B. Schwanz!; Í ZAHNARZT ¡¡ •I ESTOMBA 2283 - 52-8214 5| > RAYOS X % £ PARADENTOSE -f .* TELEF. ¡ J. VORANMELDUNG .¡! ■ NERVEN u. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN J ¡» prov. < RIVADAY1A 2625 III J Tei. 48-7524 I« Mont.. Mittwoch, Freitag ¡1 >¡¡17—20 Uhr. Tel. Anmel- ¡J ¡i düng erbeten. *1 Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 ¿*-e ♦ « ♦ ♦ ♦ ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦ HUTSALON OPTICA OPTIKER DIPL i Sarmiento 8291 UE. 35 -7356’ * « « « « 4♦♦♦♦♦♦ *♦♦♦••♦ MOLDES 25 6 T. E. 73-9229 93-9155 j ¡W.-.V.V.W.V.V. >. PROPIEDADES i; FRANKENBERG jj % berät Sie kostenlos und J« «r unverbindlich beim Kauf ¿1 oder Verkauf von », .* GESCHAEFTEN > Í WOHNUNGEN •, 5 HAEUSER N¡. Í Manuela Pedraza 2530 % / pl. b. Dp. B ,* ■J T. E. 70 7244 ’v.w.v.vav.v.w.'A ESTUDIO JURIDICO í Dr. ISIDORO KRAUT — Dr. OSCAR RABEG!; ABOGADOS % Ehescheidungen — Erbschaftssachen — Konkurse *¡¡ und Vergleiche — Verträge — Inkasso — etc. ¡> WIEDERGUTMACHUNG ¡Ü MONTEVIDEO 451 35-0901 >| piso 5, ofic. 53—54 35-0796 — 35-0823 V IWWWMWWWWmWHWMWWWWHWmVWWVI Restaurant »Paso ” -itrs Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259$ Unter Aufsicht de* Vaad Harabonlm der KehMa S MITTAGS- und A BE ÍM DUSCH \ von letzt an auch Sonntag abends geöffnet 4 Anrichten von kleinen Festlichkeiten < und Banketten * ^tWVWWWWWWWWWWUWWWVWiWW* BERNARDO STERN mul JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN CONDE 2318 T. E. 73-1148 — 76-7533 zeitig wurde verfügt, d*st die Arbeitnehmer am Gewinn beteiligt und künftig in den Aufsichtsräten ihrer Betriebe vertreten sein sollen. Ausserdem wurde dei 7- Stunden-Arbeitstag cingeführt. Die nach der Bodenreform von 1952 fest gelegte Höchstgrenze für Landbesitz von 200 Feddf n — oder etwa 90 Hektaren — wurde auf die Hälfte herabgesetzt. Zunächst wurden die Massnahmen Nassers zur Umgestaltung der Wirtschaft zu einem staatskontrollierten Sozialismus von vielen Seiten dem jugoslawischen Vorbild zugeschrieben. Zweifellos hat der VAR-Staatsrhef etliche Ideen seines Freundes Tito übernommen. Aber ein jugoslawischer Diplomat in Kairo wies in einem private . Gespräch den Gedanken zurück, dass die neuen Reformen Kairos dem jugoslawischen Ideal entsprächen. Allerdings sei das, was jetzt in der VAR geschehe, sicherlich der richtige Weg für dieses Lund, nur sei es ein bekanntes Merkmal der Araber, dass sie erst handeln und dann denken . Wie dem auch sei, hie - und da zeigt es sicii, dass die Reformgesetze, deren erklärtes Ziel die soziale Gerechtigkeit sein soll, in -der Praxis nicht immer diesen Zweck zu erfüllen scheinen. Bei der Verstaatlichung der Betriebe wurden zum Beispiel nicht nur „Kapitalisten“ von der Enteignung betroffen, sondern auch sehr viele Kleinaktionäre, d:e in den letzten Jahren auf Drängen der Regierung ihre Ersparnisse .n den neuen. Industrien investiert hatten. Für sie ist es kein Trost, mit Staatspapieren entschädigt zu werden, die nach 15 Jahren jingelöst werden sollen. Das sind nur einige Beispiele. Diese Massnahmen bedeuten für Aegypten eine gewaltige soziale Revolution. Wie weit es möglich sein wird, nunmehr genau lestzustellen, wie die Stimmung innerhalb der breiten Bevölkerungsmassen ist, kann nicht gesagt werden. Man M SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr, H. Swarsensky PueyrreJón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450— jährl. sobte bei der Bewegung dieser Vorgänge durchaus vorsichtig sein sich we.ler von politischen Stimmungsbildern noch von den Berichten der enttäuschten Grosskapitalien beeinflussen lassen. Dass die Nasserschen Massnahmen für die ägyptische Wirtschaft zu einer yngti^uren Gefahrenquelle werden können, ist nicht zweifelhaft. Wirtschaftliche Unsicherheit, die Unzufriedenheit der Bevölkerung und deren Verelendung können zu schwersten innenwie äussemx>btischen Komplikationen führen. Nasser kann, wenn die Massen sich einmal gVgen ihn in Bewegung setzen -sofort, zu seinem gewohnhejtsmässig gebrauchten Ventil, einem Angriff auf Israel, schreiten, der sich durchaus nicht immer in leere Worte verlieren muss, sondern die Gestalt einer blutigen Auseinandersetzung nehmen kann, wenn Nasser mcht mehr weiss, wohin er in Ausweglosigkeit seiner sieh überschn^idenden Wirtschaftsmassnahmen flüchten soll. Diese Entv/icklung Jn Aegypten berührt Israel nicht nur wegen der gespannten Lage mit Nasser, sondern auch wegen der Nachbarschai«. der beiden Länder sehr stark. Aus diesen wie aus politischen Gründen ist es angebracht, den Fortgang der ägyptischen Wirtschaftspolitik und den Status der Gewaltmassnabmen des neuen, „arabischen Sozialismus” Nasserscker Prägung genau zu beobachten. VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 31 (6 T. E. 87-1362 [Dr. BENJAMIN L1PNIZKY J ZAHNARZT | ROEMTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorherig« Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518 T. £. 76-867J und 73-osoe; Dr. L. KLEIN Medico \ ¥ 4 * Magen, und Darinkrankheiten * t Röntgen Untersuchungen; i * { SPRECHSTUNDEN: * * J ¿Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Ubr^ * E* wird gebeten, *;ch vorher telefonisch anzumeiden J ¿SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542j * * Dr. Bernardo Goldstein MEDICC Cardiología — Hospital Fernand« Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 h. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr