Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-09-01 · 1906 (1.9.1961) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1906 (1.9.1961)
Date
1961-09-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612708--1590-9612712
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Vírritos-, 1? rte Septiembre de 1951 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXII, — No. J906 FI“® Wie ein Meteor ging Waller Hasenelevers Stern am Diehterhimmel auf, um ebenso schnei] zu verloschen. Sein Drama „Der Schn” schien der Beginn einer grcssen Karriere zu sein. Es blieb sein bestes Werk. Hasenclever wandte sich dem Lustspiel zu, nachdem er nach Paris übersiedrlte. Nur gelegentlich erschien er noch in Deutschland, um einige Filmbearfceitunge.i zu vollenden und den Uraufführungen seiner Lustspiele beizuwohnen Wie erklärt sich nun die Erfolgsserie des .Besseren Herrn” in den letzten Jahren auf den Bühnen deutscher Sprache? Im Jahre 3925 wollte Hasenclever mit diesem Lustspiel die Jagd nach materiellem Besitz ad absurdum führen, lächerlich machen und der sogenannten ,,Sachlichkeit” den Tcdesstoss von der Buhne herunter versetzen. Heute, in den Jahren des sogenannten Wirtschaftswunders, das ja eigentlich nichts anderes als dieselbe Jagd nach wirtschaftlicher Macht wie damals bedeutet, fühlen sich isserer Herr” die Parkettbesucher genau so angesprochen wie vor 35 Jahren. Aber nur angesprochen. Sie lächeln wohl über sich, ohne die gutgemeinte Warnung ernst zu nehmen. Es lag und liegt auch heute noch an dem Autor. Er streichelt mit seiner Narrenschelle und schlägt nicht zu. Seine Liebenswürdigkeit ist hervorstechender als seines Geistes Blitz, der kaum zündet, geschweige Brände verursacht. Sein Humor hat Leichtigkeit und Anmut. lmmer nimm; er einen Ansatz zu einer harten Schärfe; aber dann rundet er mit einem geistreichen Wortspiel all3 Kanten ab. So bleibt es eben immer ein Lustspiel, wenn auch von einer auss-rgewöhnlichen Qualität. Darum müssen auch alle Bestrebungen der Regie, eine Geselschaftsk itik herauszustreichen, gleichfalls auf der Hälfte des Weges stecken bleiben. Die Komödie kommt aber zur vollen und vollendeten Wirkung — Jacques Arndt als Regisseur vcllbrachie mit diesem ARNOLD ZWEIG Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barries. 328 Seiten — DM 16,SO (gebunden) Abend eine Leistung, die deutlich bewies, wie seine jüngste Europa-Reise durch Beobachtung von Neu-Inszeni-erungen auch hier ihre Früchte zeitigte.. Dabei gelang es Arndt, seine eigene Note herauszuarbeiten, dieser Inszenierung einen fast musikalischen Schwung zu geben, der in allen 8 Bildern unvermindert anhielt und das Publikum von einem Entzücken ins andere versetzte. Nicht nur in der Auswahl der Kostüme der zwanziger Jahre, sondern auch in der Pflege des expressionistischen Sprachstile von Hasenclever, verbunden mit einem oft last rasanten Tempo, wurde er dem Autor gerecht. Unter der Leitung von Arndt gaben auch alle MitwirkcnJen ihres Restes und spieben sich auf ein Niveau, das bestes deutsches Theater ciarstellt. — Margit Spiehneyer war eine glänzend gezeichnete Charlesfon-Figur, während als ihr Mann Alfred Schnüs einen idealen Vertreter des wildgewo: denen Industriellen v erkürperle. Manfred Rahn erinnerte im Ansatz einer dämonischen Randfigur an den jungen Peter Lorre; es war die bisher überzeugendste Leistung dieses jungen Darstel’ers. Ganz hervorragend und mit vollem Recht mit einem Sonder - Applaus bedacht, stellte Karl Ewald den Gardeoffizier mit nicht Musik in Buenos Aires AMIGOS DE LA MUSICA Unter Leitung von Witold Rowicki, der das solide Orchester der Gesellschaft dirigierte, spielte die junge Violinistin Ana Chumachenko das 2. Bach-Konzert e dur und das „Konzertstück” d-dur von Franz Schubert, ln beiden Werken offenbarte die geniale Künstlerin neuerlich nicht nur ihr angeborenes Talent, sondern auch ihre Bereitschaft zu intensivem und opferbereitem Studium, die bereits ihre Fruchte zu tragen beginnt. Rowicki war bei beiden Gelegenheiten Leiter und Folgender. Ana Chumaehenko hatte rasenden Applaus. Im Programm stand ferner das Slrawinsky-Bläser- Oktetf, dessen Solisten Gerardo Levy, Mariano Frogeni, Angel Umatiino, Walter Cironi. José Goldenchtein César Alvarez, Jose M<*zziteiii und Gregorio Golynsky unter dem Taktstock des polnischen Orchest erieiters eine vollendete Leistung boten Mit der reizvollen „Sinfonieita in e“ von Paul Hindernith wurde das Konzert beschlossen, das viel Beifall im Auditorium ausiöste. femando Previtali, den wir, von einer Ausnahme abgesehen, nur vom Opernpult lier kennen, dirigierte das ganz sauberer Weste dar, | Concerto Grosso in g-dur aus HANS KOHN: mm PwlSlll§t MARTIN BVBER Sein Werk und seine Zeit 2te uir. ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort vm Dr. Robert Weltseh vermehrte Auflage ca. 500 S gr. 8L Leinen gebunden DM 24.80. MARGARETE SUSMAN Frauen der Romantik 3 veränderte und erweiterte Ausgabe 178 S. mit Bildnissen auf Kunstdruckpapier, m Leinen gebunden 12,80 DM. FLAV1LS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H C1-.EMENTZ Kl. 695 Seiten. 2 Karten auf tiolztr. Papier in ^em geb. DM 25.— Joseph Metzer Verlag, Koeln MOZ ARTSTRASSE 13 der sich nicht ins Zivilleoen eingewöhnen kann. Eine Gestalt aus einem Guss! Ursula Bredin, als seine Tceh- | ter, die ganz in den Sparen ihres Vaters wandelt, spielte sich auch hier wieder mit Anmut. und Lockerheit in Sprache und Gebärde in den Vordergrund. Klaus Jägel in der Titelj rolle gab seinem Möbius alle Nuancen dieser zwiespal-: tigen Figur. Jägel zeigie j wieder, dass er mit seltenem Bühneninstinkt immer die richtigen Töne finden kann, selbst wenn sie vom Text verdeckt sind. Wolfgang Priew’e war der sympathische infanti’e junge Compass, der ein wenig Schärfe im Profil dieser Rolle gut vertragen hätte. Hervorstechend unter den Nebenfiguren Irene Ree. die wir wieder nach langer Zeit begriissen konnten. Besonders auffallend in einer kleineren Rolle Lilly Wiehert, die mit wenigen, klaren Strichen markant die Aline zeichnete. Sonst seien noch Horst Eydei, Maria Hoilmann, Martha ,John, Lilly Rapp, Delia Widt besonders erwähnt; auch Julia Fisterer, Esther Meyer, Willi Block und Sissie Adams fügten sich vorbildlich dem geschlossenen Ensemble ein. Die Karikaturen, deren Projektion leider unter technischen Störungen litt, waren im besten Stil nach dem Muster Walter Triers von Carlos Paleavi gezeich- Fremere rm Soleil! r der Feder des fast vergesse nen, erst heutzutage wieder mehr gespielten Giovanni Battista Sammartini (18. Jahrhundert) und verlieh dem schönen, abgerundeten opus eine brillante Wiedergabe. Die „Sinfonia Breve“, für die der 1922 geberene italienische Komponist Mario Zafrcd verantwortlich zeichnet, ist ein unerfreulich - substanzloses, vergeblich „auf modern“ frisiertes Machwerk, dessen einziger Verteil seine Kürze ist. Previtali versuchte aus der Partitur auszubeuten, was eben zu finden war. Mit der Interpretation der 4. Schubert - Symphonie c-moll (Tragische) können wir uns nur sehr bedingt einverstanden erklären. Es fehlte die Luft, des Wiener ..schiamperns“, man atmete vielmehr eine romantische „Italianada“ mit sehr eigenwilligen, partiturungetreuen Tempo - Aenderungen und -Verrückungen. Im 2. Satz gab es einen Schmiss im Holz, und der Schluss-Satz „Allegro assai“ wurde zum „tempestuoso“, sein rasend genommenes Tempo war zu straff. Dagegen fand die Suite “Ma Mere l’Oye” von Maurice Ravel eine meisterhate, gross angelegte Wiedergabe die Previtali und das wie stets vorzügliche Orchester der Gesellschaft auf der Höhe ihrer Kunst antraf. Es gab langanhallenden, ehrlichen Beifall. TOULOUSE«. KAMMER¬ ORCHESTER Die Musikvereinigung, die unter obigem Namen ihr argentinischer Debüt in ,,Wagneriana“, „Mozarteum“ und im Colon machte, ist kein eigentliches Kämmerer ehester, sondern ein aus zwölf Künstlern bestehendes Streich-Ensemble. Die „Toulouse!'“ werden von Louis Auriacombe dirigiert, einem erst 34jährigen Orchesterlei- (er, der ein Vollblutmusiker ist, jedoch sein Temperament wohl zu zügeln u.id die Streiche.schar kunstvoll, korrekt und mit knappen Bewegungen zu führen weiss Das Orchester setzt sieh aus hervorragenden, völlig aufeinander abgestimmten und eingespielten Musikern zusammen, deren Musizierfreudigkeit sieh den Auditorien sefort mitteilt und sie hinreisst. Die Programme des Mozarteums und des Colon bestanden mit. einer einzigen Ausnahme — der 3. Symphonie des zeitgenössischen, gemässigt komponierenden französischen Tonsetzers Jean Rivier — durchweg aus Klassikern. Händel (Concerto Grosso, opus 6, No. 6), Rameau (Concert in Sextour No. 6), Albioni (Sonate in a-dur), Rossini (Senate in c) Lous-Jacques Aubert (1. Symphonie ,,a 4“), alle wurden homogen, klangschön und ausgeglichen wiedergegeben. Der Konzertmeister Georges Armand spielte einschmeichelnd das Haydn’ Am Freitag startet die neue jüdische Operette „Bei mir bist du schön” mit Li- ]ian Lux. Paul Burstein und ihren Kindern Mottele und Siesscle Lux in den Hauptrollen an der Spitze des Soleil-Kiinstlerensembles. Der Verkauf findet täglich an der Kasse des Theaters statt. Näheres siehe Anzeige. sehe Violinkonzert c-dur und sekundiert von seinem zweiten Kollegen, Oreste Giordano, das Vivaldi-Konzert für zwei Violinen, opus 3. Mo. 8. Lediglich bei Mozart konnten wir eine gewisse Klangverweichlichung fest stellen — die „Serenata Nottür na“ wurde als „Mosäaart“ interpretiert —, die dennoch :hre Reize nicht verfehlte. Es gab in jedem Konzert mehrere Zugaben: „Sarabande" von Corelli, „Pizzicali" von Benjamin Britten, Dvoraks „Bagatelle“ und Mozarts „Pantomime“ (aus dem Ballett “Les peiits Riens”). Die Toulouser und ihr Dirigent machten in Buenos Aires einen Volltreffer. Sie hatten volle Häuser und einen Riesen-Beifall. c—n Teatro CORRIENTES 3150 T. E. 86-2307 Täglich um 22 Uhr Sonntag 18 und 22 Uhr Mottele und Süssele B ü R S T E I N mit ihren Eltern Paul Burstem Lilian Lux in der jüdischen Operette „BEI MIR BEST DU SCHGEN” GEBETBUECHER : fiir die hohen Feiertage mit Uebersetzungen in zwei Bänden. Jj Neujahrs-Ausgabe ¿j Lamroth Hakol $ 150.— l* Neujahrs - Gliickwunschkarten 3sprachig: Hebräisch, Spanisch, Deutsch, “! auch für Luftpost. jjj Alle Neuerscheinungen «* net. — „Ein besserer Herr”, der sich durch seine Spekulation auf die Romantik älterer weiblicher Jahrgänge eine einbringliche Existenz verschafft, wurde zu einem der reizvollsten Abende dieser Spielzeit, voll von kultivierter Theater-Kunst und geistreichen Einfällen, die vom Publikum begeistert aufgenommen und mit langanhaltendem Beifall, der sich ständig steigerte, beertisst wurde. II. D. AUFBAU - Abonne ments und Anzeigen- Annahmestelle SUCHE für hübsches, intelligentes Mädchen, 26 Jahre, mit eigener Wohnung, gebildeten, sympathischen Herrn in passendem Alter und guter Position zwecks Heirat. Briefe unter ,,A. R. 57” an die Admin. im TEATRO ODEON HEUTE, FREITAS, UM 19 UHR 45 Lustspiel von WALTER HASENCLEVER Regie: JACQUES ARNDT WIEDERHOLUNGEN: Sonnabend, den 2. September, um 20.15 Uhr, und Sonntag, den 3. September, um 15.15 Uhr Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367 «T. E. 45-3591, werktags von 10—12 und 15—IS Uhr Samstag von 10—13 Uhr IFT BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88 9420 i ULTIMAS VIERNES 22 HORAS FUNCIONES - SABADO 18 y 22 HORAS DOMINGO 18 y 22 HORAS “NOSOTROS NO USAMOS FRAC” de GIANFRANCESCO GUARNIERI Dirección: CAMILO PASSANO ¡ Cosmopolita ¡ | Tucumán 413 «jj jjjjj Corrientes 424 (Hoflok. 5) 3 5 Belgrano: Sucre 2990;1 S T. E. 32-1366 — 73-9809 jjjjj jjjjj 49-8257 — 49-2480 » a s rSâiSSSiSgiîIBSIIÏSiiïîîEïasfè.’ ¿Ü*!_ ÎWiàiïÊiirk Israel - Marken “Temáticos” und Marken aller Laender — Neuigkeiten ln aroesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN¬ NUMMERN - MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE B.OßfJ (planehat) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG Guanacache 2351, dep. 2 esq. CABILDO ALFONSO MORITZSON

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.