Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1906 (1.9.1961)
- Date
- 1961-09-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612708--1589-9612711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 1* de Septiembre de 1961 L A SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1906 — S DEUTSCHE HEDER EICHMANN- PROZESS Jeden Dienstag und Freitag-Abend von 8.30 bis 9 Uhr sahen Millionen Menschen in der Bundesrepublik im Fernsehen das Programm: ..Der Prozess in Jerusalem”, das von dem Fernseh - Reporter Schier- Gribowski und Dr. Joachim Besser in ausgezeichneter Weise arrangiert wurde; Szenen aus dem Gerichtssaal im Bet Haam. Kurze zusammenfassende Kommentare, Interviews mit in- und ausländischen Journalisten vermitteln den deutschen Fernseh-Teilnehmern ein lebendiges Bild von dem historischen Prozess, der vor kurzem zu Ende ging. Natürlich geben auch Rundfunk und Presse laufend Berichte und oft nicht unkritische Kommentare (die Haltung des Generalstaatsanwaltes Gideon Hausner wurde oft als zu schwach und zu wenig durchgreifend bezeichnet; die Richter hingegen, insbesondere' Präsident Mosche Landau, erfreuen sich einer ,,hervorragenden Presse” in Deutschland.'). Zehntausend Teilnehmer der Arbeitsgruppe „Juden und Christen” nahmen auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin eine Erklärung an, in der es einleitend heisst: „Der gegenwärtig in Jerusalem stattfindende Prozess geht uns alle an. Wir evangelischen Jüdischer Friedhof in Polen Wien. — Wie verlautet, beschloss der Warschauer Stadtverordneten-Ausschuss den alten jüdischen Fried hof in Prag, der Warschauer Vorstadt, auf städtische Kosten wiederherzustellen. Der Friedhof war in der Okkupationszeit von den Nazis zerstört worden. Seit 1765 hatten dort Beerdigungen stattgefunden Der Friedhof hat bedeutenden historischen Wert. von SCHALOM BEN-CHORIN Christen in Deutschland er- ' kennen, dass wir darin I schuldhaft verwickelt sind.” ■ In vier Ausführungspunk- ' ten, die Gegenstand einer j Podiums-Diskussion waren, j an der der Schreiber dieser | Zeilen teilnahm, wurde der Gedanke dieser Präambel j ausgeführt. Das tiefe Schuldgefühl der Deutschen kam unverblümt zum Ausdruck; aber auch die junge Generation gab sich nicht damit zufrieden, dass sie selbst nicht mehr schuldig geworden ist, sondern stellte sich — etwa in dem Referat des jungen Pfarrers Dr. Hoppe — Berlin — die existentielle Frage: hätten wir in einem unmenschlichen System unter „Befehlsnotstand” anders gehandelt, hätten und haben wir den Mut zum Widerstand des Gewissens gegen die Gewalt? Unter den Arkaden des Hilton-Hotels in Berlin kam! ich täglich an einer Buchj handlung vorüber, die ihr; ganzes Schaufenster dem ■ Eichmann - Prozess gewid-: met hatte und darüber ein I Wort Dostojewskis anbrach-1 te: „Wir vermeiden so gerne \ die Wahrheit, da sie zu viel Schmutz aufwirbelt.Unter diesem Motto sah man die auch in Israel bekannten Bücher von Mosche Perlman, Tovia Friedman, Dr. Albert Wucher, Wiesenthal, Reynolds und anderen. Ich fragte den Buchhänd’er, wie die Bücher gingen? — Er war durchaus zufrieden. Von besonderem Interesse aber ist eine Befragung, die ein Institut zur Erforschung der öffentlichen Meinungsbildung in München im Aufträge der Behörden in Bonn durchführte. 390 Flüchtlinge aus der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurden nach ihrer Meinung über den Eichmann-Prozess befragt. 66 Prozent der Zonen- Flüchtlinge gaben der Ansicht Ausdruck, dass die Anklage im Eichmann - Pro- 1 Teppicbliaus - M. Höchberg; ♦ UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTÜPFTEN '' t TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN \\ 4 FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. <» J Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung o I ° t Auf Wunsch Zahlung^rleichterungen 1! I MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND \\ GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS <> MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza + i | Wutstts _ l Wokumdiui MODERNE WOHN- UND SCHLAFZIMMER I EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN SARMIENTO M4T CABILDO 774 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO” BENO HUTSCHNECKEh Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 5! - 2205 zess voll gerechtfertigt sei. 81 Prozent waren der Ansicht, dass der Prozess „zweckdienlich” durchgeführt worden sei, auer nur 45 Prozent hielten Israel für berechtigt, den Prozess durchzuführen, während weitere 45 Prozent dazu neigten einen neutralen oder internationalen oder bundesrepublikanischen Gerichtshof vorzuziehen. Es ist eigentümlich, dass nur 66 Prozent die Anklage für gerechtfertigt hallen, während 81 Prozent mit dem Prozess-Verfahren einverstanden sind. Das ist aus der spezifischen Situation der Deutschen aber verständlich sie geben zu, dass der Prozess in Jerusalem nicht als politischer Schauprozess nach Moskauer Vorbild geführt wird, aber eine nicht unbeträchtliche Minderheit ist überhaupt dagegen, dass heute noch einmal die ganze Tragödie der Juden in den Hitlerjahren neu aufgerollt wird. So Ist die Divergenz zwischen 66 und 81 Prozent zu verstehen. An einem Freitag-Abend nach meiner Ansprache in der Synagoge Pestalozzistrasse in Berlin, wo ich über Jesaja I, 26 gesprochen hatte: „Und ich bringe deine Richter zurück wie ehemals und deine Räte w'ie ehedem“ auf den Prozess in Jerusalem anspielend, sprach mich ein junger Deutscher an und stellte tief bewegt die Frage, ob Israel nicht mit grossem Erbarmen Eichmann freigeben sollte, da es für seine Sünde keine irdische Strafe gäbe. Noch ehe ich antworten konnte, fiel ein evangelischer Theologiestudent in ■ unverfälschtem Schwäbisch | dem Frager ins Wort und | meinte: „Haben Sie denn irj gendwelche Anzeichen von; Reue und Busse bei Eich- | mann gesehen? Sie würden j nicht verlangen, dass man j einen Mörder bei uns in der | Bundesrepublik stratfrei lau- | fen liesse. aber für den i grössten Massenmörder der i Geschichte verlangen Sie | Gnade?“! Ich hatte dieser Antwort! nichts hinzuzufügen und LA SEMANA ISRAELITA BISEMANaRIO INDEPENDIENTE 8*. Aire* - PUEYRREDON 20. Elul 5721 2130, 1» izq. — T. E. 83-26M 1. September 1961 Den Rollerfahrer, packt der Graus:- ,,0 weh, wie sieht der Sakko aus! Er ist — wie sich oft deutlich zeigt, Gebrauchsstrapazen abgeneigt.” Doch Carlton-Kleidung offenbart. dass sie perfekt die Form bewahrt: Was drinnen steckt, das hindert sie, sich bei Strapazen zu verziehn. CARLTON-Kleidung per* fekt, durch das was drinnen steckt (Stabiloform) Nützen Sie ^u preisgünstigem Einkauf von Fertigkleitung „Stabiloform” die stark herabgesetzten Preise im SAISON - AUS; und SAISON¬ VORVERKAUF Und wenn Sie Masskleidung wünschen .erst recht zu uns! Mass-Kostüme für Damen Kollektionsvorlage und Anproben auf Wunsch “a domicilio”. Herrenbekleidung Moipu 484 I T.E. 31-7845 HefreanussUttung Mcdpu 982 T. E. 31-0357; überiiess die beiden jungen | Deutschen ihrem Disput im 1 Synagogenhof. I Besonnene Deutsche wie i der ehrwürdige Propst D. : Dr. Heinrich Grüber warnen i davor, Eichmann sozusagen I zum „Sündenbock“ zu ma-;chen und sich damit der Kol- ‘ lektiv-Schuld und -Scham zu : entziehen. Eichmann ist schuldig, sagt Dr. Grüber, aber er konnte nur schuldig werden, inmitten eines schuldig gewordenen Volkes. Das ist die Erkenntnis, die sich langsam Bahn bricht; und weite Kreise in Deutschland insbesondere der Jugend, sind bereit, aus dieser Erkenntnis Konsequenzen des Umdenkens zu ziehen. \/ / i N KLM le ofrece: AERO-CREDITO SERVICIO DE LUXE OASE ECONOMICA RIAN DE ESCALAS MULTIPLES Visite ISRAEL en este año memorable... ...y asista a la celebración del 13a aniversario de la Creación del Estado. Sü viaje lo resuelve KLM, brindándole su vasta red aérea mundial; la oportunidad de visitar muchísimas ciudades en Europa sin recargo alguno; y sí Vd. lo solicita al reservar su pasaje excelente servicio de comidas "kosher". Consulte o SU AGENCIA DE VIAJES o KLM, Corrientes 690, 45-0141, / J B*. Aires KLM corcLialmente a sus órdeneL »eeeeeeeeee« ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL I Dr. Hardi Swarsensky $ ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE | Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15—18 Uhr § : -*- s * M * vr. Gunter Frey ¡ ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS 5 TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN! VERTRAEGE - VERWALTUNGEN f BUEROZEIT: 16—19 Uhr I -★-! i FUETMEOOM 2190 M<|. LAS HEAAS — T. E. 83-2GI3 l