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Jüdische Wochenschau · 1961-09-01 · 1906 (1.9.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1906 (1.9.1961)
Date
1961-09-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viernes, 1* de Septiembre de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — Ne. 190« Sie tanzen auf einem (Schluss von Seite 1) sehen nicht ernst genommen wird. Man soll sich aber nicht, täuschen, dass über alle Differenzen und Meinungsverschiedenheiten in wirtschaftlichen Fragen hinweg, der deutsche Traum auch von den deutschen Kommunisten noch geträumt wird .. Gerade an diesem Beispiel zeigt sich das groteske Schisma unserer Zeit, das durch alle geistigen und politischen, moralischen und wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart läuft. In Wahrheit haben wir nicht zwei feindliche Lager, die die sich gegenüberstehen, sondern unendlich viele und tiefe Trennungen, die unüberwunden sind. Möglicherweise haben die Russen als die grossen Strategen der hemmungslosen Politik und die Meister einer völlig neuen brutalen Diplomatie den inneren Lauf der Entwicklungen am besten erkannt. Sie können nicht übersehen haben, dass die sogenannten „Ost” - Deutschen mit dem kommunistischen Regime unzufrieden sind. Sie wissen genau, dass diese Ostdeutschen den Kommunismus und das russische System innerlich verneinen und ablehnen. Wenn sie es nicht gemerkt haben sollten die einfältige Propaganda aus Bonn hat ihnen die Augen geöffnet. Mit einer beharrlichen Genugtuung wurde immer wieder auf den gewaltigen Flüchtlingsstrom aus dem Osten hingewiesen, der gewiss ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass viele Deutsche mit dem roten System nicht einverstanden waren. Diese Flüchtlinge haben 1t Br. FREY j ABOGADO X PUEYKREDON 2190 P izq. nachm. 1C—13 Uhr REAL PENI Füllhalter REPARATUREN Spazialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 t j J. LIEBLING 4 FOURNIERE — 1 SPERRHOELZER t DIAZ VELEZ 5224 al 46 i r. E. 43-2348, 0340 y 3921also für sich die erstrebte Wiedervereinigung durch ihren Uebertritt in den Westen verwirklicht. Das aber wollen die Ostmächte verhindern. Die deutsche Binnenwanderung von Ost nach West war nicht etwa nur ein simples ..Flüchtlingsproblem“. Wenn man es genau nehmen will, handelt es sich garnicht um Flüchtlinge, denn der politische Fiiichtlingsbegrilf setzt Verfolgung voraus, bedingt, dass der Fliehende zur Flucht getrieben wurde. Die Russen wollten das Gegenteil. Sie wollten, dass diese Menschen bleiben. Westdeutschland aber hat diese Menschen nicht, oder nicht nur aus humanitären Gründen sonuern aus einer nationalen Verpfiiehung und einer politischen Einstellung heraus hilfsbereit ' aufgennmmen. Denn diese Menschen sind die natürlichen Träger des Gedankens der Wiedervereinigung, die eine politische Forderung nach aussen und ein nationales Postulat nach innen ist. Nationale Programme sind aber von wirtschaftlichen Theoremen unabhängig. Hierfür bildet die Sowjetunion den schlagenden Beweis. Denn der russische Nationalismus ist nicht weniger extrem als der westlicher Staaten. Die russischen Parolen zur Samnv lung der Menschen und zu ihrer Mobilisierung waren immer nationalistische: „Mütterchen Russland” rufi Der Kreml weiss das recht gut, denn die Sowjetunion ist eine Föderation verschiedener Nationalstaaten. Deswegen wird auch auf die nationalen Interessen und Gefühle der Bundesglieder weitgehend Rücksicht genommen. Dies gilt in noch grösserem Umfang für die von Russland abhängigen Satelliten, deren nationale Besonderheiten Berücksichtigung finden. Die Russen verfolgen diese Linie, weil sie genau wissen, dass in diesem — vielleicht natürlichen — Nationalismus die Gefahr für die Kommunistische Allianz liegt. Die Aufstände der osiberliner Arbeiter, in Posen und in Ungarn hatten eine klare nationale Tendenz; die ablehnende Haltung gegen das kommunistische Wirtschaftssystem war von einer zweitrangigen politischen Bedeutung. Deswegen blicken die Russen mit Skepsis auf die Deutsche Demokratische Republik, deren Bürger eben Deutsche mit deutschem Naticnalgefühl w'aren und blieben. Die Flüchtlingsmassen bestätigen diese Auffassung. Wir haben über dieses politische Spannungsfeld ausführlicher gesprochen, w:eil die deutsche Frage heute wieder einmal zum kardinalen Weltproblem geworden ist, ausserdem aber deutlich werden lässt, wo die Wurzeln der ost-westlichen Gegensätze liegen. Denn diese Problematik gilt, für den gesamten europäischen Raum. Wenn MeMillan heu. te ein wenig voreilig erklärt hat, England würde wegen Berlin nicht zum Aeussersten greifen, so kann man auch hierin eine Einstellung erkennen, die von der russischen nicht allzu fern liegen dürfte. Die Alliierten sprechen es nicht aus, wozu Krutschew den Mut halte, an dem es diesem Mann — leider — nicht fehlt: die Angst vor einem wiedervereinigten, militärisch erstarkten Gesamtdeutschland. Ohne Zweifel treffen sich an dieser Stelle die russischen Interessen mit denen mancher anderer Länder, die erklärte Gegner der Sowjetunion sind. Mit dieser europäischen Kernfrage sind aber die Spannungsfelder in diesem Augenblick noch nicht erschöpft. Erstmalig in der Geschichte dieses Jahrhunderts wurde Lateinamerika in die grossen Konflikte miteinbezogen, Hierbei ist es durchaus nicht entscheidend, dass sich in vielen Republiken dieses grossen Kontinents häufig Revolutionen und Revolten ereignen. Das ist weder neu noch Jerusalem. — Die mit dem Programm für die Eingliederung der Einwanderer verbundenen Fi nanzfragen wurden in einer Sitzung des scheidenden Kabinetts besprochen, bei der Finanzminister Levi Eshkol in Abwesenheit von Ben Gurion, welcher sieh bis nach den hohen Feiertagen in Urlaub befindet, den Vorsitz fühlte. Eshkol unterbreitete den Vorschlag der Regierung für eine Zwangsanleihe, die von allen israelischen Zahlern der Einkommenssteuer gezeichnet werden soll. Der Vorschlag wird an die interministerielle Wirtschaftskommission weitergeleitet, die die Einzelheiten ausarbeiten wird. Golda Meir erstattete Bericht über verschiedene internationale Fragen u. a. über einen Freundsehaftsvertrag, den Israel im vergangenen Monat mit einem der neuen afrikanischen Staaten geschlossen hat. Im weiteren bezog sich Frau Meir auf den Entschluss der UN-Schilchtungskommission für Palästina, Dr. Joseph E. Johnson, den Präsidenten der Carnegie- Institution in den Mittleren Orient zu entsepden, um Mittel und Wege für eine Ankurbelung des Problems der arabischen Flüchtlinge zu suchen. Dr. Johnson wird sowohl Israel wie auch die VAR, Transjordanien und Libanon besuchen. (ITA) lieh. Dagegen ist mit dem Phänomen Kuba ein neuer lateinamerikanischer Faktor in die Weltpolitik eingetreten. Dass kubanische Schatten auf die alarmierenden Vorgänge in Brasilien fallen, ist von vielen Seilen betont und ausgeführt worden. Vielleicht werden die grossen Politiker des Westens jetzt begreifen, dass Castro nicht ein einzelner Fall ist, über den man sich Sorgen machen muss, sondern ein Phänomen, zu dessen Erkenntnis eine genaue und möglichst objektive Analyse erfcrderlich sein wird. Die rechte Bedeutung der kubanischen Entwicklung dürfte sich bereits aus der Tatsache ergeben, dass die dortigen Vorgänge einen so starken Einfluss auf das grösste Land Lateinamerikas ha-ten und einen Aufsehen erregenden Umschwung herbeizufiibren imstande waren. Sachkundige Beobachter sind sich darin einig, dass die Ereignisse in Brasilien nur einen Anfang bedeuten, und dass man mit weiteren Folgerungen rechnen müsse. In welcher Richtung sieh diese Begebenheiten auswirken werden, ist schwer vorauszusagen. Für den Augenblick. dürfte man mit einem starken „Rechtsruck“ rechnen, durch den manche nationalistischen'Elemente an die Oberfläche gespült werden. Hierdurch werden neue innerpolitische Spannungen ausgelöst, über deren Folgen noch Unklarheit bestehen mag. Dass aber diese Auseinandersetzungen zu eiwesent-! ner weiteren Erschütterung der allgemeinen Lage füh ren, dürfte bereits feststehen. Dio inneren Krisen vieler Ï Dr. JUDITH ■: SCHENKQLEWSK! } I* KULTUSSTICKEREIEN ■J Schabbcsdecken - Tallis- *. beutel - Käppchen - Maz- .J I* zot-Taschen - Hand- und \ Maschinenstickerei von \ Bett- und Tischwäsche »I > BEBEDERO ::>S5 \ •; T. E. 73-9155 , »| í!• Jacobo M. LAFEDUS £ I; dipl. Mohel v [• ,■ TUCUMAN 2390, 4’ J ». £ T. È.: 48 2124 |j ■ ZAHNARZT > I ESTOMEA 2283 - 52-8214 ■" ¡ RAYOS X i ' PARADENTOSE >! TELEF. % VORANMELDUNG NERVEN u. GEMÜTS- >| > KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN \ prov.? R1VADAVIA 2625 HI £ ,■ Tel. 48-7524 > jTvlcnt., Mittwoch. Freitag *ü £17—20 Uhr. Tel. Anmel-J J, düng erbeten. £? 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Ein wesentlicher Faktor für die vielen Divergenzen innerhalb des westlichen Lagers ist der Mangel oder das totale Fehlen von überzeugenden Parolen, für die sich der Einsatz der Völker und ihrer Menschenmassen lohnen würde. Die allgemeinen Losungen der Freiheit und Demokratie, der Gerechtigkeit und der Menschenwürde entbehren jener notwendigen Kraft, die allein die auseinanderstrebenden Tendenzen, Gewalten und Interessen verbinden könnten. Obwohl die überwältigende Mehrheit aller Menschen nur den Frieden will, ist es bisher nicht gelungen, die Lage zu entspannen. Nach allen historischen Erfahrungen braucht man nicht daran zu zweifeln, dass auch dieses Mal wieder alle Völker mit einem naiven Enthusiasmus „zu den Fab- ÍA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ¿os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr, H. Swarsensky PueyrreJón 2190, 19 izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: I 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. nen“ eilen würden, wenn man sie ruft Und ihre nationalen Instinkte weckt. Auch hier stehen wir einem belrübliichen Widerspruch gegenüber: kein Mensch wünscht den Krieg, aber alle sind bereit, ihn auszutragen. Anstelle der Macbt-Postulate der einen oder anderen Seite dürfte ein Weltappel zum Frieden geic-rdert werden; ein Welt- Volks - Entscheid. Würde man wirklich eine solche Volksabstimmung im Wellrnasstab durchführen, es würde sich zeigen, dass beinahe ausnahmslos alle Menschen aller Völker und Farben einen solchen Friedensaufruf unterzeichnen weiden. Aber ein solcher Plan bleibt im Augenblick eine Illusion. Die Völker sehen ruhig zu, wie ihre Führung auf dem Vulkan tanzt, und auch die Verantwortlichen wissen dies. Aber es geschieht nichts Entscheidendes, um aus dieser Situation herauszukommen. Man vermeidet im Augenblick nur, dasfc der Vulkan ausbricht, mehr aber nicht. Gerade deswegen bleibt nur der Weg, aus der Illusion des Friedens durch die Mobilisierung aller Gutwilligen und aller, die den Frieden lieben, eine Wirklichkeit zu machen. Dio Staatskuns! des Augenblicks besteht darin, dass äusserste Unglück zu vermeiden. Für den Aufbau einer gesicherten Zukunft fehlt noch die erforderliche konstruktive Kraft. Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73*8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.0286 H, ROSENZWEIG j TAILOR HENRY j TUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913 j J Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen e. •••••••••e* BERNARDO STERN und j JUAN JULIUSBURG! Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN CONDE 2318 T. E. 73-1148 — 76-7533 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSES Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. 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