Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1905 (29.8.1961)
- Date
- 1961-08-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612699--1580-9612702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Martes, 29 de Agosto de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXII. — No. 1905 — 3 Auf dem Kirchentag in Berlin Es stellt an sich ein Novum dar, dass ein Deutscher Evangelischer Kirchentag eine Sonderarbeitsgruppe unter dem Motto ,.Juden und Christen“ schafft. Tatsächlich stand das Präsidium des 10 Deutschen Kirchentages, der kürzlich in Berlin abgehalten wurde, diesem Experiment auch mit einem gewissen inneren Vorbehalt gegenüber, musste sich dann aber davon überzeugen, dass gerade diese Arbeitsgruppe vielleicht die legendigste auf dem ganzen Kirchentage war. Kann man die Zahl der Besucher des Kirchentages auf etwa 40.000 ansetzen, so ist auch der Prozentsatz der Teilnehmer an her Arbeitsgruppe „Juden und Christen” mit ca 6.000 ausserordentlich hoch. Schon wenn man den Saal betrat, war man von einem einzigartigen Anblick gefesselt. Auf der Tribüne hinter dem Rednerpult prangte neben dem Kreuz des Kirchentages in monumentaler Grösse, ein Magen-David, so die Symbole der Kirche und der Synagoge konfrontierend. Der erste Arbeitstag der Gruppe galt dem so kontroversen Thema der Erwählung Israels. Der holländische Alttestamentler, Prof. Vriezen, referierte darüber aus christlicher Sicht und Rabbiner Dr. Geis aus jüdischer Perspektive. Ein ganzes „Team“ von christlichen und jüdischen Theologen hatte dann auf der Nachmittagssitzung eine Fülle von Fragen zu beantworten die aus dem Hörerkreis gestellt worden waren. Aus von SCHALOM BEN-CHORIN der Art dieser Fragen ging freilich zuweilen hervor, dass sogar in diesem Kreise von an sich besonders gutwilligen und aufgeschlossenen Christen. _ die um ein neues Verhältnis z.u Juden und Judentum bemüht sind, noch unbewältigte Vorurteile bestehen. Aussprachen wie diese tragen aber ihr Teil dazu bei, diese Arbeit zu leisten. Der Wille,umzudenken und umzulernen, alte Vorurteile abzutragen und dem Bruder im Juden zu begegnen, ist unverkennbar. Deutsche Studenten stimmten spontan hebräische Lieder an, die sie auf ihren Fahrten nach Israel gelernt haben, eine Gruppe der Marien- Schwestern aus Darmstadt begrüssten den Schre'ber dieser Zeilen als alten Freund und sang einen hebräischen Psalm als Kanon... Und das war bei weitem nicht alles. Ein junger Arzt trat auf mich zu und fragte mich, ob er nicht (unbezahlt) in Israel in einer neuen Siedlung in der Wüste Dienst machen dürfe. Am weitesten ging wohl die „Aktion Sühnezeichen“, deren Träger sich erbötig machten, für die von mir geleitete kleine reformierte Gemeinde in Jerusalem eine Synagoge zu stiften und eine Gruppe von Facharbeitern nach Israel zur Realisierung des Planes zu senden; Facharbeiter, die natürlich als Freiwillige ihren Dienst zu tun gedenken. Propst Dr. Grüber, dessen Zeugenaussage im Eichmann-Prozess ja noch unvergessen ist, fragte mich tiefbewegt: Ist das nicht ein Zeichen? In der Tat ist es ein verheissungsvolles Zeichen, das hier 6.000 und mehr Menschen auch am zweiten Tage gespannt den Referaten der christlichen Professoren Dr. Kupich (Berlin) und D. Kraus (Hamburg) und der jüdischen Referentin Dr. Eva G. Reichmann (London) über die Wurzeln des Antisemitismus lauschten, gerade die christlichen Referenten die fur .'htbare Schuld der Kirche îm Judenhass schonungslos aufdeckten, während Fvau Dr. Reichmann auf die soziologischen und psychologischen Motive des modernen Antisemitismus vor 1933 einging. Die Arbeiten des Kirchentages wurden ergänzt durch künstlerische und theatralische Darbietungen von denen in diesem Zusammenhang zunächst das Israel-Spiel der Marien- Schwestern aus Darmstadt zu melden ist. Schon , zu früheren Kirchentagen wurde dieses Mysterienspiel gezeigt, das an Hand der biblischen Verheissungen den Weg Israels durch die Völkerwelt bis zur Rückkehr ins Land der Verheissung sinnfällig dar- ^s**-X-****#4{-»-***-»*7{-***-îf****«-******-!î-->E-*45-->t*4Çj; * MALERARBEITEN * * Günter Stern, H. Rosenhain I LEANDRO N. ALEM 2530 MUNRO J * T. E.: 795 8710 u. 740-1925 * sk «H .-x***-H-*****#*if-x*i:-**^«-j:***ic-*****-Jt4f*****-X'Si Teppichhaus -1; UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN ' TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung | Auf Wunsch Zahlungserleichterungen | MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND - GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza UfBits WatpAmönrt 5 MODERNE WOHN- UND SCHLAFZIMMER J EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN SARMIENTO 1147 CABILDO 774 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 ... ~ ”■- ■ - ■ - .i, i, i, Wenn er beim Tanz im Sakko dampft und dieser sich zusammenkrampft, grollt jener, der den Sakko trägt: „Hier ist nichts Gutes eingelegt!” Zum Glück ist dies beim nächsten Ball in Carlton-Kleidung nicht der Fall: Denn drinnen in dem guten Dress steckt etwas Luftdurchlässiges GARLTON-Kleidung per* fekt, durch das was drinnen steckt (Stabiioform) Nützen Sie -u preisgünstigem Einkauf von Fertigkleitung „Stabiioform” die stark herabgesetzten Preise im und SAISON¬ VORVERKAUF Und wenn Sie Masskleidung wünschen ,erst recht zu uns! Mass-Kcstiime für Damen Kollektionsvorlage und Anproben auf Wunsch “a domicilio”. stellt und tiefe Wirkungen auf das Publikum hir.terlässt. Vor allem aber war es wiederum ein Zeichen einer ganz neuen Haltung, dass anlässlich des Kirchentages die Berliner Vagantenbühne im jüdischen Gemeindehaus an der Fasanenstrasse allabendlich das Stück aus dem Warschauer Ghetto „Korczak und die Kinder“ von Erwin Sylvanus spielte, die erschütternde Geschichte eines polnischjüdischen Arztes der mit 65 ihm anvertrauten W'aisenkindern in den Tod des Vernichtungslagers von Maidanek zieht. Das Publikum, vorwiegend junge Menschen, alles Teilnehmer des Kirchentages, verliessen stumm den Saal Auf Zehenspitzen schlich man hinaus. Die Stimme der Ewigstummen hatte gesprochen. Darauf durfte kein Beifallsklatschen folgen. Rabbiner Dr. Geis meinte in seinem interessanten Referat: „Wir mussten erst durch ein Rotes Meer ziehen, um hierher zu gelangen.“ Wahrlich ein Meer aus Blut und Tränen. Jede Arbeitstagung des Kirchentages wurde mit einer Bibelarbeit eingeleitet. Professor Goliwitzer sprach am ersten Tage zu dem 139. Psalm, def von der Unentrinnbarkeit des Manschen aus dem Griffe Gottes kündet. Er illustrierte seine Auslegung mit Worten Martin ßubers aus den „Chassidischen Geschichten“. Das Erlebnis dieses Kirchentages, wie es sich dem jüdischen Gast aus Israel darstellt, lässt sich in den Sätzen der Erklärung der christlichen Teilnehmer der Leitung der Arbeitsgruppe VI „Juden und Christen“ Tel Aviv. — Israel hat kürzlich 22.000 Tonnen Weizen an die Türkei geschickt, nachdem sich die türkische Regierung an verschiedene Länder um Hilfe gewandt hatte, da sie durch die ungewöhnlich schlechte Ernte im letzten Jahr in die grössten Schwierigkeiten geraten war. Der von Israel gelieferte Weizen stammt aus nordamerikanischen Ueberschüssen und soll von der Türkei zurückgegeben werden, sobald diese die ihr zustehende Quote aus den USA-Ueberschüssen erhalten haben wird. Gleichzeitig hat Israel der Türkei seine Bereitschaft mitgeteilt, grössere Mengen von Weizen leihweise zur Verfügung zu stellen. Verhandlungen über dieses Angebot sind gegenwärtig zwischen den beiden Regierungen im Gange. Die türkischen Beamten ha ben Israel für die schnelle Beantwortung des türkischen Hilferufes gedankt. Die türkische Presse würdigt in ihren Leitartiklen die Bedeutung der israelischen Geste für das Land. (ITA) Verhaftung ehemaliger Wachstum der KZ-Aufseher Bevoelkerung Jerusalem. — Die folgenden Tatsachen geben ein Bild vom Wechsel der Din- Berlin. — Durch die berliner Polizei wurde der 43jährige berliner Bauunternehmer Heinz Jentzsch ver- , „ . , _ . . , , __ haftet. Jentzsch steht unter \ “'ck u:"f dem Verdacht als eh™au. | “¡"¡¿j» Sg!™"f £ SKt itofr 6000 <abse“hen von 15.000 Nomaden) im Jahre 1948 auf 200.000 im Jahre 1960 mordung von über 400 Häftlingen beteiligt gewesen zu , „ Im 2anzen sind sein. Jentzsch soll nach Aus-; “ cV- Am Absagen mehrerer Zeugen im?4 neue Städte und 240 Dor- Chmielewski-Prozess einer I fer entstanden Sie sind es der „Erfinder” des soge-, vor allem die Israels Mmenannten Todbadens gewesen sein. Unter dem Verdacht, sich an der Hinrichtung von 66 KZ-Häftlingen beteiligt zu haben, ist laut Mitteilung der Justizbehörden in Bottrop der 45jährige Elektromeister Ernst Sabinski verhaftet worden. zusammenfassen: „Juden und Christen sind unlösbar verbunden. Jede Form von Judenfeindschaft ist Gottlosigkeit und führt zur Selbstvernichtung.“ Wir haben unsererseits dem nichts hinzuzufugen. ralien und landwirtschaftliche Produkte für die Industrie erzeugen. Aber der bemerkenswerteste Erfolg dieser gewaltigen Anstrengung war die Entwicklung des menschlichen Faktors. Die mittellosen Flüchtlinge waren in erstaunlichem Masse fähig, sich einzuordnen — sie bewiesen überraschende Selbständigkeit, Reife und Tüchtigkeit. Nach Ansicht des Arbeitsministers, Dr. Giora Josephtal, wird das Arbeitslosenproblem im nächsten Jahr in den Entwicklungsgebieten vollständig gelöst werden. Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — iiTemäticos>i In groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (pLanchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 esq. CABILDO >M— I ESTUDIO JURÏDIC0INTERNACI0NAL | 1 t t |i |i| i i i | .in i i ■ i ■ t » ■ r « B j Or. Hardi Swarsensky! * ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE I Herrenbekleidung Maipú 484 I T.E. 31-7845 Herrenausstattung Maipú 982 T. E. 31-0357 Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15—18 Uhr VERREIST: AB 24. JULI BIS 29. AUGUST -★- Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 1<> 19 Uhr PUETRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613 I ••“tth mm morí ib.