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Jüdische Wochenschau · 1961-08-29 · 1905 (29.8.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1905 (29.8.1961)
Date
1961-08-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Martes, 23 cíe Agosto de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1005 Aus einem unbekannten Archiv (Schluss von Seite 1) denen die Frauen komische Hüte tragen... Mit einem Schreiben, das hier die Nummer 2 trügt, werden die jüdischen Frontkämpfer, denen man eine Einladung zur Besprechung der Feierlichkeiten am Gedenktag für die Gefallenen übermittelt hatte, wieder der entscheidenden Stunde kein Wort zugunsten der Juden gesprochen. Vielleicht fielen Worte der stillen Anteilnahme an einem ungerechten Schicksal, Worte des Trostes und der Hoffnung, auf baldige Wandlung dieser unerträglichen Zeiten. Mehr aber nicht. Der Kriegerlungen überflüssigen Organisation. Dass dieser Verband später andere Funktionen übernahm. einen Sportbund gründete und sich um seine verfolgten Mitglieder kümmerte. ändert durchaus nichts an dieser Prinzipienfrage. Dass die Juden nicht in STÄJÄ ««byndes ' „¡U dVc »tae'r 1™ .*™«, spü.er saBle Diese Tatsache allein (st bei ^^unungen mir wenn die Jchlecht^denken^und^ han° merkenswert. Sicherlich wäj rf™ C;fle,niHag dein ren die Juden gern diesen £?’ Kriegerverbänden mit ihrer I f.or\s^. iC^r bofhch schreibt, Pflege soldatischer G.-sinj k®ine bessere Losung 1 der Probleme, als die Juden ausgeladen. Der Briefschrei-! bundsvertreter schrieb, seid her des Bayerischen Krie-!?1(:ht beleidigt, hierzu ist kein Grund, man im besten Fall, cs sind nung und Tugenden, wie dies so schön heisst, beigetreten. Sie durften aber nicht. Die eigene Vert-insgriindung sollte beweisen, dass die Juden dann in ihren eigenen Reihen die gleichen Tugenden zu pflegen beabsichtigten: mit Stammtischen, Bier, viel Qu,Hm, Fahnen, schönen Reden und denselben Illusionen, mit dem Sang auf die Helden, dargebracht von denen, die daran gehindert waren, solche Helden zu werden. Man muss die Dinge und Zusammenhänge begreifen: hier wird nicht debattiert, denn es gibt nichts zu debattieren. Hier werden a ich keine Vorwürfz gegen Menschen erhoben, die nur in ihrer Zeit damals das Leben bestimmten. In einer Rezension wai vor kurzem zu lesen, dass deutsche Jugend schallend eher das Auftreten Hitlers und sein Geschrei auf einer jener Massenversammlungen gelacht habe, die einst viele Menschen zittern lies.-en. Der Rezensent bemerkt zu diesem Zwischenfall, der ihm charakteristisch für die heutige Zeit erscheint, man habe den Eindruck gehabt, Menschen von einem anderen Stern zu. begegnen Obwohl wir hier von einer Epoche schreiben dis wir se'bst erlebt haben, kommen uns alle diese Gedanken, Ueoerlegungen, Auseinandersetzungen und Probleme fremd vor. Man lacht nicht, aber lächelt. wie man ein Schmunzeln der Lippen nicht vermeiden kann, wenn man alte Bilder betrachtet, auf »vwmtuHuwmww. Dr FR KV A b o g d o PUEYRREOON *190 1^ 1*0 nachm 18—19 Uhr Í V**www*\wwv\v^\vw j J. Liebling t FOUHNIERE — j SPEHRHOELZER! DIAZ VELEZ S224 al 46 i I E 43-2349 0340 V 3021 j REAL PENj i Füllhalter J I tEPAHATUREN i * Speziai jeschält * i COrtRiEillLS bb9 * j I £. 49 5850 \ Ootica DIPL. OPTIKER 7356 wieder auszuladen. Wenn die Juden nicht anwesend sein werden, kann niemand fernbleiben — ausser den Juden natürlich — und niemand kann stören. Dann finden wir die naiven Worte, dass man darum bittet, dieses Fernbleibe-Ersuchen nicht als Beleidigung anzusehen; hierzu läge kein Grund vor Ob der Brisfschreiber diess Zeilen den jüdischen F.ontkämpfer-Kameraden als eine Auszeichnung zugedacht hatte, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht liegt auch keine Beleidigung vor, aber eine Herausforderung stellt dieser Brief dar. Wenn man diesen Vorgang aus der Rückschau betrachtet, wo uns die spätere Entwicklung bekannt ist, dann dürfen wir wohl noch einen Schritt weitergehen und in diesem Brief eine typische Reaktion der biederen Deutschen erblicken. Der Mann, der den Brief geschrieben hat, und dem diese ganze Geschichte offensichtlich nicht angenehm ist, der sich darum bemüht, nicht zu beleidigen und die Gefühle anderer nicht zu verletzen, war dennoch das vilMge Werkzeug dunkler Kräfte, die sich gegen die Teilnahme der Juden gewehrt hatten. Der Briefschreiber — und wahrscheinlich die hinter ihm stehende Gruppe — sie alle sind sofort bereit, den Weg des geringsten Widerstandes zu beschreiten. Sie haben nicht gesagt, dass das an die Juden gerichtete Verlangen unberechtigt ist: hierfür haben die Frontkämpfer nicht gekämpft, obwohl dies ganz sicher ein völlig unblutiger Kampf gewesen wäre. Gewiss hat es sich ihnen auch nicht gelohnt, für die paar jüdischen Frontkämpj fer einzutreten. Man wäre I wcmöglich selbst noch in j den Verdacht gekommen, ein ..Judenknecht“ zu sein... Dieselben Vorgänge haben wir nachher erlebt, als es darauf ankam, Mut. Gesinnung, Haltung und Treue zu beweisen. Von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, die kaum bemerkbar wurden, haben selbst die anstürdig gebliebenen Deutschen in Darf man darauf aufmerksam machen, dass zwischen diesem kleinen und unwichtigen Schriftwechsel und der Verfolgung der Juden weniger als zehn Jahre lagen? Von der Weigerung, dass Juden an Kriegergedenktagen (ellnehmen dürfen, war man in kaum einem Jahrzehnt zum aktiven Pogrom, zur völligen Entrechtung und und Vertreibung der Juden übergegangen. Die Antwort, die von der Augsburger Abt?ilung des J üdischen Frontkämpferbundes gegeben wurde kann man nur als würdig bezeichnen. Um die Störung der Ruhe und des Ansehens der Toten durch antisemitische Roheitsakte zu vermeiden. haben sich die jüdischen Frontkämpfer in Augsburg zurückgezogen. Mit Recht betonen sie, dass man sie nicht beleidigen konnte, dass vielmehr diejenigen beschämt sein müssen, die ,.einst ihren Schritt vor der deutschen Geschichte verantworten müssen“. Diese Redewendung ist reichlich pathetisch. Der betonte Supernationalismus der jüdischen Frontkämpfer, der überhaupt aus dem Briefwechsel spricht, hat die Grenzen verkannt, die für die Verantwortlichkeit bestehen. Uns interessiert es nicht, ob und in welcher Form sich diese M?nschen vor der deutschen Geschichte rechtfertigen. Vor der Geschichte der Menschheit aber sind alle diese Leute längst gerichtet. Dagegen muss man z igeben, dass der Brief an den Generalstaatskommissar von Kahr sehr unglücklich ist, von einer — damals häufigen — abzulehnenden Mentalität zeugt und schon deswegen nicht begriffen werden kann, weil er an die Stelle gerichtet ist, die für die ganze Entwicklung in Bayern mit ihren antisemiti- Israels Äexzte-Vereiniqimg Der fünte Weltkongress der Israelischen Medizinischen Vereinigung, der kürzlich in Anwesenheit des Ministerpräsidenten David Ben Gurion in Jerusalem eröffnet worden ist, fällt, mit dem 50. Geburtstag der Gründung dieser Vereinigung zusammen. Zehn Aerzte waren es damals, die sich zu dieser Vereinigung Zusammenschlüssen. Heute gehörn ihr in Israel 5.000 Aerzte an und etwa die gleiche Zahl im Ausland. 140 wissenschaftliche Vorträge wurden für den 11 Tage dauernden Kongress eingereicht. Im Kaplan-Auditorium der Jerusalemer Universität fand die erste Arbeitssitzung der Tagung statt. An ihr beteiligten sich etwa 1.000 Aerzte aus dem In- und Ausland. Die Vorträge behandelten verschiedene Fragen der Blutzusammensetzung und deren Einwirkung auf die Herztätigkeit. Die wissenschaftlichen Vorträge wurden drei Tage läng fortgesetzt. Der Kongress war Gast der Hadassa in Ein Karem, wobei den Gästen das neue Universitätshospital und dessen Einrichtungen gezeigt werden. Die Aerzte wurden auch an diesem Tage vom Präsidenten Jizchak Ben Zwi empfangen. Im 2. Teil der Tagung besuchten die Teilnehmer eine Anzahl israelischer medizinischer Institutionen. sehen Tendenzen und Exzessen verantwortlich war. Es ist heute nicht interessant, sich mit Herrn von Kahr zu beschäftigen, der doch ein Exponent aller Feinde der Weimarer Republik gewesen ist, ein Mann, der zwar Hitler nicht an die Macht lassen wollte, aber doch nur deshalb, weil er selbst im Besitz der Macht zu bleiben beabsichtigte, um eines Tages wieder die Witteisbaeher auf den Thron zu heben und Bayern so schnell wie möglich vom Reich zu lösen... Wenige Monate nach dem Zwischenfall zwischen den Augsburger Frontkämpfern hatte von Kahr zu einer grossen Versammlung im Bürgerbräukeller zu München aufgerufen. Bayern lebte mit der Berliner Regierung auf Kriegsfuss, man 'träumte von einem „Marsch auf Berlin“, um — in der damaligen Sprache zu schreiben — den preussischen „Saustall“ auszuheben. Drei Kandidaten gab es für den „Marsch auf Berlin“: von Kahr, Ludendorff und den damals noch nicht sehr bekannten Volksredner und Hetzer Hitler. Da nun Hitler fürchtete, von Kahr jAtatthe^ Í ÜhapeaiLy. I HUTSALON « j Jetzt in r u c I g r â fi ö ’MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 Propiedades Frankenberg oerät Sie Kostenlos und unveroincüicb oeim Kaul odei VerKaul von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER ManuHa Pedraza 2530 pi o. Op. B T. E. 10-7244 Jacobo M. Lapidu? dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 MOHEL N. PLAKStN Superi 2719 T. E. 76-G784 u. 76-2312 j NERVENu. GEMtlTS.; KRANKHEITEN : Dr. M. J. KUHN I orov. i RIY ADA VIA 2625 III i Tel. 48-7524? 4ont.. Mittwoch. Freitag ¡17—20 Uhr Tel. Anmel- > düng erbeten. rti XI t ZAHNARZT * ISTOMEA 2283 — 52-8214; RAYOS X PARADENTOP.L TELEF T VORANMELDUNG Restaurant »Paso” "IKO 87 9259| ♦ \ Paso 452 (al fondo) — T. E % Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla f MITTAGS und ABKNIiTISCH ♦ i von jetzt an auch Sonntag abends geöUnet 4 f Anrichten von kleinen Festlichkeiten } i und Banketten } BERNARDO STERN imd JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN CONDE 23f 8 T. E. 73-1148 — 76-1533 wollte ihm zuvorkommen, schlug er übereilt los. Es kam zur Bürgerbräu-Komödie, die später in grotesker Form heroisiert wurde, und die mit der grossen europäischen Tragödie endete. Hitler überrumpelte von Kahr und alle anderen damaligen Grössen proklamierte sich als Reichskanzler, bluffte und kommandierte, bis dann nach dem missglückten Marsch zur Feldherrnballe der ganze Spuk mit einem eingesperrten Hitler endete. Damit hätten die zentralen Kräfte die Möglichkeit gehabt, endlich mit dem Soldatenspielen, dem bayerischen Separatismus, dem Kahrschen Monarchismus und den extremen nationalchauvinistischen und antisemitischen Bewegungen aufzuräumen. Sie taten es nicht, und die Geschichte nahm ihren verhängnisvollen Ablauf, an dem von Kahr auch nicht ganz unbeteiligt war. jener von Kahr, auf den die jüdischen Frontkämpfer in Augsburg vertrauten. Auch sie, nur eine kleine LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Marios y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H, Swarsensky PueyrreJón 2190, r? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. Resultate der VofkszaeütEung in Israel Jerusalem. — Die provisorischen Resultate der Volkszählung vom 22. Mai. die nunmehr bekannt gegeben wurden, erweisen eine Gesamt - Bevölkerung von 2.170.082 Menschen, d. h. fast zweieinhalb mal mehr als die Volkszäh:ung vom 11. November 1948. Drei Städte besitzen über 100.000 Einwohner: Tel Aviv 386.612, Haifa 182.007 und Jerusalem 166.331. womit sich die Einwohnerzahl Jerusalems um fast die Hälfte verdoppelt hat. Dann folgen Ramat Gan mit über 90.000 Einwohnern und Petach Tikwa mit 53.000 Einwohnern. Andere Städte mit zwischen 5.000 und 50.000 Einwohnern schliessen drei Städte mit ausschliesslich arabischer Bevölkerung ein. Gross-Tel Aviv besitz^ heute 700.000 Einwohner. UTA) unbedeutende Gruppe, als solche typisch für alle anderen, wollten nicht den Tatsachen ins Auge schauen, den bitteren Tatsachen, die sich bereits 1923 recht klar abzeichneten. In ihrer Bedrängung suchten sie Schutz ausgerechnet dort, wo das Zentrum der Gegnerschaft lag. Die Verkennung der historischen Fakten, der Zusammenhänge und der wirkenden Klüfte musste zwangsläufig zum eigenen Untergang Uhren. i VARICES-ULCERAS I DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS I Dr. SAUL UHANSKY } Sarmiento 3116 T. E. 87*1362 •Dr. BENJAMIN LIPNIZKYj ZAHNARZT { ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- ‘ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU- | LIF.RUNG DER ZAHNSTELLUNG j Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnaoend j nach vorheriger Vereinbarung. j JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 78-86*3 und 73-0500 i ♦ ♦ ♦ * ♦ - Dr. L. KLEIN Medieo Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: r.tag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr* ♦Mor.t X Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumeiden * T. 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