Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1903 (22.8.1961)
- Date
- 1961-08-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Hartes, 22 de Agosto de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1903 — 3 Wahlresultate und Prognosen Jerusalem. — Die Mapai hat sechs Sitze verloren, wie aus den bisher vorliegenden unvollständigen Wahlresultaten hervorgeht. Die Partei erhielt 34,1 Prozent von den im Jahre 1959 erreichten 38.2 Prozent, womit sie 41 Sitze in der neuen Knesset beziehen kann. Die Liberale Partei erhielt bei ihrem ersten Auftreten nach der Fusion der Allgemeinen Zionisten und Progressiven 13,6 Prozent und wird über 16 bis 17 Sitze im Parlament verfügen. Cherut wird mit 13,4 Prozent voraussichtlich 17 Sitze haben oder vielleicht einen Sitz verlieren. Die Religiös- Nationalen konnten ihre 12 Sitze behaupten. Mapam hat eine Verstärkung auf 7,7 Prozent zu verzeichnen, womit sie ihre 9 Sitze behält und vielleicht noch einen weiteren Sitz gewinnen dürfte. Auf Achdut Awoda entfielen 6,4 Prozent, und diese Fraktion behält ihr 7 Sitze bei. Aguda und Poale Aguda werden einen Sitz mehr erhalten, d. h. 7 Sitze. Die Kommunisten konnten in den arabischen Gebieten Erfolge verzeichnen und werden über 5 Sitze verfügen. Diese Ziffern schliessen die Resultate fast aller zivilen Wahlen ein, doch es fehlen noch die Ergebnisse aus den Kasernen. Diese Resultate werden erst einige Tage später bekannt sein. Weder die Mapai noch die Liberale Partei konnten die von ihnen erhofften Erfolge erzielen. Die Mapai ist enttäuscht, weil sie die früheren Stimmen nicht halten konnte. Die Liberalen hatten ihrerseits zumindest 20 Sitze erwartet, und besonders I in den letzten Tagen vor ■ den Wahlen glaubten sie Grund zu dieser optimistij sehen Kalkulation zu haben. * Die Cherut zeigt sich befriej digt, dass sie keinen Sitz verloren hat, während die Achdut Awoda enttäuscht ist, da sie gehofft hatte, durch die Lavon - Affäre j Stimmen zu gewinnen. ' Die Mapai hat entgegen den Voraussagen in den | ländlichen Bezirken weniger! Stimmen verloren, wie man 1 geglaubt hatte. , B. G. ZUR REGIERUNGS¬ BILDUNG BEREIT Jerusalem. — Ministerpräsident David Ben Gurion hat sich bereit erklärt, die; Bildung eines neuen Kabij netts zu versuchen, falls er mit dieser Aufgabe betraut werden sollte, wie der Ge- 1 neralsekretär der Fraktion j Josef Almogi bekannt gab. : Er machte diese Ankündi- I gung in einer Pressekonfe- I renz bei seiner Rückkehr aus Sde Boker, wo Ben Gu- : rion ein Landhaus besitzt. Der Ministerpräsident hatte sich mit seinen engsten Mitarbeitern dorthin zurückge- | zogen, um den Ausgang der Wahlen abzuwarten und die Resultate zu prüfen. Die Hauptsorge der Mapai wird es jetzt sein, sich ' zu entscheiden, an welche ] Parteien sie sich um Mitarbeit wenden soll. In den ersten Tagen nach den Wahlen wird man bemüht sein, die Verbindungen aufzunehmen. Almogi stellte fest, dass es nur zwei Alternativen gäbe. Da man mit Sicherheit annimmt, dass die Partei der Religiös-Nationalen in die neue Koalition eintreten wird, so bleibt die Frage offen, ob der andere Partner der linke Flügel, d. h. Mapam und Achdut Awoda, oder die Liberale Partei sein dürfte. Eine Koalition zwischen all diesen Parteien ist nicht möglich, da Ben Gurion die Ansprüche aller interessierten Fraktionen auf Ministersitze nicht befriedigen kann. Die Liberalen haben erklärt, sie würden einer Koalition nur beitreten, wenn sie als vollberechte Partner aufgenomen und wichtige Portefeuilles erhalten würden. Die Mapam vertritt den Standpunkt, dass die Mapai in der Knesset nur eine Minorität darstellt und für sich keine Majorität in der Regierung beanspruchen kann. PRESSESTIMMEN Das Blatt der Ilistadrut, ,,Dawar” schreibt, die Mapai habe zwar einen schweren Schlag erlitten, sei jedoch als weitaus stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen. Aber sie müsse ihre Lektion lernen und verstehen, dass das Publikum auf die Vorfälle empfindlich reagiert habe und die Partei hierfür verantwortlich mache. „Haaretz” nennt den Rückgang der Stimmen für die Mapai die wichtigste Lehre aus diesen Wahlen. Das Scheitern der Liberalen, eine grössere Stimmenzahl zu erreichen, schreibt das Blatt tf************-»***********-****-********-*#* I MALERARBEITEN 1 * Günter Stern, H. Rosenhain * *I.EANDRO N. ALEM 253« MUNRO* | T. E.: 795 8710 u, 740-1925 f Teppichkus - 91 Höchberg] t UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTÜPFTEN ' TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM, Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung } Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Die Zeitungen der anderen Parteien sind sich einig, dass die Mapai einen empfindlichen Wahlverlust hat, weil das Volk die Arroganz ihrer Führer und die Nichtachtung, mit der sie sich über die Prinzipien der Demokratie hinweggesetzt haben, nicht schweigend hinzunehmen gewillt war. Sie loben die Wähler für ihre politische Reife. (ITA) MAPAI, LIBERALE UND RELIGIOESEN Tel Aviv. — Technische Schwierigkeiten verhinderten die Veröffentlichung der definitiven Resultate vom 15. August, so wie es der zentrale Wahlausschuss versprochen hatte Die Zäh'ung ergibt eine Stärkung der Achdut Awoda die acht Sitze in der Knesset bekommen wird, während die Aguda nur sechs Sitze belegen sann Die Cherut hat schon 17 Sitze gesichert wozu noch einer der ihr angesehlossenen arabischen Fraktion kommen wird. Die Endziffern, einschliesslich dem Ergebnis der Wahlen im Militär, gelangt zur Veröffentlichung, wenn die endgiilt gen Resultate bekannt gegeben werden. In diesem Falle wird das Parlament am 4 September zusammentreten können, falls keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten auftauchen sollten. Inzwischen sind Voraussagen über die Zusammensetzung des künftigen Kabinetts im Umlauf. Man nimmt allgemein an dass es aus der Mapai. Libe-alen Jüdische Organisationen lagen Genf. — 75 Delegierte in Vertretung von 10 jüdischen Organisationen aus 5 Erdteilen fanden sich hier zu einer zweitägigen Konferenz zusammen. Unter den Themen, die zur Sprache kommen, sind die Lage der Juden in Nordafrika, der arabische Boykott gegen Israel, die bevorstehende Debatte in der UN-Generalversammlung über die Situation der arabischen Flüchtlinge, die Reaktion der Welt auf den Eichmann-Prozess und die Pläne für eine Konferenz über jüdische Erziehung im Jahre 1962. Die Präsidentschaft bei dieser Konferenz führen Dr Nachum Goldmann. Sir Barnett Jänner, Präsident des englischen Board of Deputies, und Label Katz. der Präsident der Bne Brft. Die drei Präsidenten begrüssten die Versammlung, an die auch der Israel-Botschafter in der Schweiz, Eliahu Sasson, Begrüssungsworte richtete. Unter den jüdischen Organisationen, die an dieser Konferenz teilnehmen, befinden sieh ausser den zwei obengenannten: der Jüdische Weltkongress, das Jüdische Arbeitercomité, der Repräsentative Ausschuss der Juden Frankreichs, die DAIA, der Jüdische Exekutiv-Ausschuss Australiens, der Jüdische Kongress Nordamerikas und Kanadas. (ITA) und Religiös-Nationalen gebildet werden dürfte Die Liberalen verlangen vier -wichtige Portefeuille« Die Religiös - Nationalen haben sich bereit erklärt einer von .der Mapai geführten Koalition beizutretin kann einer Erklärung ihres Führers Mosche Kol entnommen werden, der geäussert nat: ,,Das Vergangene ist vergangen, und wir wo'ler die harten Worte vergesset. ” DIE HALTUNG DER CHERUT Ein Cherut-Mitglied hat sich an die Liberalen mit dem Vorschlag gewandt einen geeigneten parlamentarischen Block zu bilden, um der Mapai gegenüber geschlossen aufzutreten Menachem Begin wurder uneingeschränkte Vollmachten erteilt, damit er die nötigen Schritte in diesem Sinne unternehmen kann. Begin hat sieh schriftlich ar Rosen und Bernstein die Führer der beiden Fl 'gel innerhalb des Liberalismus gewandt, und sie ersucht, den Fall den zentralen Ausschüssen vorzutragen Ein liberaler Sprecher bemerkte: „Nach Erhalt der betreffenden Schreiben werden wir den Vorschlag sorgtiltig prüfen.“ WAHLRESULTATE NOCH PROVISORISCH Die vorläufig bekannt gegebenen provisorischen Wahlresultate ergeben pro bentuelle Verteilung der Stimmen: Mapai 34 .->1 Cherut 13.47, Religiös-Nationale! 9,98, Liberale 13,38, Mapam j 7,58, Achdut Awoda 6,62,; Kommunisten 4,3, Aguda- Israel 3,57 und Poale Aguda 1,99. Wie man annimmt dürfte bei der voraussichtlich am 4. September stattfindenden ersten Sitzung des neuen Parlaments der frühere Knesset-Präsident Kaoiseh Luz wieder einstimmig zum Präsidenten der fünften Knesset gewählt werden. Den gegenteiligen Effekt, Denn das war drinnen steckt! 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