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Jüdische Wochenschau · 1961-08-18 · 1902 (18.8.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1902 (18.8.1961)
Date
1961-08-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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ABo XXII. — N«,. Jmt — Viernes, IS iî* Arret« de Pif} LA SEMANA ISRAELITA Jaspers Schluss vor Seite 1> pi undlegenden Irrtum bell uht. Jaspers führt dann weiter aus: „Das Verhältnis des Staates Israel zu den Juden is1 etwas anderes als das Verhältnis eines Staates zu seinen Staatsangehörigen — ein völlig einmaliges Verhältnis nämlich, ftir das es in der Geschichte keine Parallele gibt.” Diese Meisung ist vielleicht zutreffend, ist' ‘aber* für die Beurteilung der hier debattierten Fragen nicht ausschlaggebend. Der Staat Israel steht zu seinen Staatsbürgern, die übrigens nicht nur Juden sind, in dem selben Verhältnis, wie jeder andere Staat zu seinen Bürgern stebt. Darüber hinaus bestehen keine staatsrechtlichen Bindungen zwischen dem Staat Israel und Juden ausserhalb Israels. die Bürger anderer Länder sind. Dagegen gibt es sehr wohl ein vielleicht einmaliges. Verhältnis Israels zum jüdischen Volk, man kann auch sagen: zu eien Juden ausserhalb Islaels. wovon Jaspers durchaus mit innerer Berechtigung spricht. Es wäre auch nicht zutreffend wenn man sagen wollte, dass diese Beziehungen ausschliesslich auf nationalen, historischen, religiösen oder traditionellen Bindungen beruhen, auf einer Art Religion«- und Kuiturgemeinsehaft (Auf einen Hinweis der Beziehungen der staatlichen Kirchenoi ganisation — Kirchenstaat rnd Römisch - Katholische Kirche — sei hi?r bewusst vfrzichtet). — Die Besonderheit, möglieinen Vorschlag Dr FREYj Abogado % PUEYRREOON 2190 j 1* no < £ nachm 16—19 Uhr Cvwuwwwwvwwwv REAL PEIN I Füllhalter * REPARATUREN ' Spezialgeschäft e CORRIENi ES 569 \ T E. 19-5850 l ivwwvw* wvvwwwww' ]. Liebling FOURN1ERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ S224 at 46 T E 43-234S 0340 y 3021 Propiedades Frankenberg Deräl Sie Kostenlos una unverDinülim oeim Kaul oaet VerKaui von CESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER Manu lü Pearara 2530 pi o. Op B r E 70-7244 c-hrrweise die Einmaligkeit der Existenz eines spezifischen Verhältnisses zwischen einem Staat und einer Gruppe ausserhalb des Staates. zwischen Israel und den Juden, beruht auf der geschichtlichen Entwicklung. Das ändert aber niebts daran, dass dieser Staat sich selbst als den Rechtsnachfolger des vor beinahe zwei Jahrtausenden unlergegangenen Jüdischen Reiches betrachtet und sieh aus diesem Grunde auch als der legitime moralische Sprecher des jüdischen Volkes. Dass das jüdische Volk ein langes Gedächtnis hat und in seinem Bewusstsein Zion niemals aufgehört hat, der Mittelpunkt seines Denkens zu sein, mag für andere Völker ein einmaliges Phänomen bedeuten, für die Juden ist es eine Selbstverständlichkeit. ein natürlicher Prozess, eine Tatsache. Die einzige besondere rechtliche Beziehung zwischen Israel und dem jüdischen Volk ausserhalb seiner Landesgrenzen besteht in dem Gesetz, das die Kückkehr jedes Juden in sein Land vorsieht, und das dem einzelnen einen Rechtsanspruch auf Einwanderung verleiht. Das aber ist ein israelisches und kein jüdisches Gesetz, um einmal eine moderne Formulierung .hierfür zu suchen. Mit anderen Worten heisst das, der Staat Israel hat den Juden in der Welt ein Vorzugsrecht gegeben, ohne dass diese Juden hierzu irgendeinen juristisch relevanten Schritt getan haben. Dieses Recht zu verleihen, entsprach den Möglichkeiten Israels, die es als Staat dank seiner Souveränität besitzt. Wenn Jaspers meint, dass es „über die Ar; des Verhältnisses (zwischen Israel und den Juden) keine Einmütigkeit zwischen den Juden selbst, geschweige denn unter den Nichtjuden gibt", so kann sich diese Bemerkung wohl nur auf politische Anschauungen odesentimentale Erwägungen beziehen. Mit der Rechtslage jedoch haben diese Erklärungen nichts zu tun. Die Initiative oder der Gedanke -Jaspers', Israel seile den Prozess gründlich JUDITH SCHENKOLEWSKI KULrUSSTlCKERFÜEN Schabbosdecken - Tallispeute: Käppchen . Maz. zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BLßEDERO 2585 I. E. 73.9155 durchführen, sich aber dann für unanständig erklären. muss auch schon deshalb als bedenklich erscheinen, weil kein Gericht nachträglich seine Unzuständigkeit. erklären wird. Aus welchen Gründen sollte dann! der Prozess überhaupt erst | in Israel ablaufen? Das i vorgetragene Material könnte auch auf anderen Wegen der Weltöffentlichkeit unterbreitet werden, vielleicht nicht so wirkungsvoll, dafür jedoch weit umfangreicher. Auch dieser Hinweis des deutschen Philosophen dürfte nicht akzeptabel erscheinen. obwohl er in seiner Tendenz sicherlich den Vorstellungen einiger Kreise nicht unsympathisch ist. vor allen Dingen denen, die sich gegen eine Vollstrekkung der Todesstrafe an Eichmann in Israel aus verschiedenen Gründen aus- ‘gesprochen haben, j Jaspers argumentiert dann weiter, dass es sich recht eigentlich um ein Verbre-! chen gegen die Menschheit handelt. Mit diesem Begriff I ..Verbrechen gegen die i Menschheit" ist in den letz- ‘ ten Jahren ständig operiert worden. Hier begegnen wir I einer letztlich unklaren Vor- ■ Stellung, da die Grenze äu-! sserst schwer gezogen wer- I den kann, wann ein Verbrechen als ein Verbrechen gegen die Menschheit angesehen werden kann u>d wann; noch nicht. Als strafbarer Tatbestand bedarf es des Begriffs des Verbrechens \ gegen die Menschheit nicht, | denn jedes Verbrechen, auch der Mord an einem; einzelnen, ist als ein solj ches vom moralischen und sonstigen Standpunkt aus zu betrachten. Bevor nicht eii ne klare Begriffsdefinition! vorliegt und diese in die Strafgesetzbücher aufge- 1 nommen ist, wird hier eine unsichere Rechtsgrundlage geschaffen. Man ist im! übrigen hierauf nicht ange-; wiesen ,da Mord immer Mord und immer strafbar bleibt, auch dann, wenn es sich um einen Massenmord i handelt. Und Mord ist ein eindeutiges, klares Delikt.! über dessen Tatbestand und : Strafbarkeit keine Diskussion möglich ist. Das be- : w’eist auch, um dieses Argumenf zu wiederholen, die , Tatsache, dass man bei den Massenmorden an den Juj den eben von Morden und entsetzlichen Verbrechen allgemein spricht. Jaspers geht noch einen Schritt weiter. Er meint, da MQHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Ataitha I » f j ¿ZkapocLUX. j Jacobo M. Lapiduc 1 dipl. Mohel TUCUMAN 2396 4? J T. E.: 48-2124 Ein Eicfcmanirs- **** Komplize wh»Reü Wien. — Auf einem Bauernhof in Gaishoin in der Steiermark ist. kürzlich der ehemalige stellvertretende Gebiets - Kommandeur von Wilna, Franz Murer, wegen Mordes an mehreren Juden von österreichischen Kriminalbeamten verhaltet worden. Er soll u. a. die jüdische Sängerin Lewitzka und auch Kinder erschossen haben. Murer, der auch im Eichmann-Prozess belastet wurde, ist erst vor kurzem von seinem Posten als Vorsitzender der Bezirk sbauernkammer in Liezen/Steiermark zurückgetreten. Er w;ar in der ersten Nachkriegezeit zu Zwangsarbeit verurteilt worden. Nach Abschluss des österreichischen Staatsvertrages wurde Murer amnestiert und nach Oesterreich zurückgeschickt. Zu der Verhaftung Murers. der ein Freund Eichmanns war, erklärte das österreichische Justizministerium. dass sich die Staatsanwaltschaft. unabhängig vom Eichmann-Prozes. auf neues Material stütze. es sich um ein .Verbrechen gegen die Menschheit” handelt, sollte das israelische Gericht das Urteil aufgrund des zusammengetragenen Beweismatarials einer Menschheits - Instanz, eben den UN, überlassen. Der Gedanke hat etwas Bestechendes an sich. Israel wird auf eine elegante Art seine Verantwortung los, die es sich mit der Affäre Eichmann aufgebürdet hat. Das Odium des Todesurteils oder gar seiner Vollstrekkung würde man von Israel nehmen. Jaspers denkt daran und will damit Israel eine grosse Chance geben. Der Vorschlag ist sicherlich sehr gut gemeint. Er wird auch vielen Juden gefallen. Da es ein solches Gericht der UN noch nicht gibt, meint Jaspers, soll man in Israel den Eichmann so lange in Gewahrsam halten, bis eine zuständige Instanz geschalten wird. Da auch keine Aussicht darauf besteht, dass ein solcher Gerichtshof bei den UN eingesetzt wird, der die Auslieferung Eichmanns verlangen könnte, bedeutet der Vorschlag Jaspers praktisch eine lebenslängliche Freiheitsstrafe für Eichmann. Hierüber hat aber nur das israelische Gericht zu entscheiden. Wir wenden uns nicht gegen den Vorschlag, den Jaspers gemacht hat, wohl aber gegen die Begründungen, die er hierfür gibt. Er meint hierzu, Israel könne Eichmann natürlich nicht freilassen, aber es solle folgendes erklären; „Wir halten ihn so lange in Gewahrsam, bis eine solche (internationale) Stelle seine Auslieferung verlangt. Wir können den Mann nicht fieilassen ,aber ebenso wenig, von uns allein aus, etwa die Todesstrafe über ihn verhängen.” Israel solle weiter sa- . gen, dass es auf das Urteil verzichtet und die Menschheit beschwört, dass sie die Taten dieses Mannes „zu ihrer Sache’’ macht WTarum kann Israel nicht von sich allein einen Urteilssprueh fällen? Diese Bemerkung wird nicht begründet. Mit der Anerkennung seiner Zuständigkeit 5s1 dieses israelische Gericht das einzige überhaupt, das diesen Spruch auszusprechen berufen ist. Hier gehen die Meinungen auseinander. Selbst wenn Israel z'~ Auslieferung Eichmanr.- rit ist (vielleicht an 1 .’), hat es erst selbst sein Urteil zu fällen. Der sicherliehu gut gemeinte Vorschlag des deutschen Philosophen erhält aber durch die Bemerkung, Israel solle die Menschheit beschwören, die Taten gegen das jüdische Volk als ösgen sich selbst gerichtet zu betrachten, gibt der ganzen Angelegenheil einen herben Beigeschmack. Jetzt fragen wir; Ist es w'irklich noch notwendig, dass wir die Welt beschw’ören müssen? Was I Dr. * I B. Schwartz | ZAHNARZT ¿ESTOMEA 2283 — 52-8214] Î RAYOS X î PARADFNTCFE I TELEF J VORANMELDUNG •NERVENn. GEMÜTS.j ] KRANKHEITEN | i Dr. M. J. KUHN j prov. 1 RIVADAVIA 2625 III J , Tel. 48 7524 j 4ont.. Mittwoch, Freitag | ,17—20 Uhr Tel. Anmel-j * düng erbeten. HUTSALON i « t Jetzt in I! C í ¡ g r a ü û \ ‘MOLDES 2561!; T. E. 73-9229 f 73-9155 i Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Conde 2020 76.0286 I Hr ROSENZWEIG : : TAILOR HENRY : j m i MAN 563 piso 1 - T.E- 32-0913; l Grossste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen; BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtiicher MALERARBEITEN CONDE 2318 T. E. 73-1148 — 46-7533 LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martas y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. S. 83-2613 80.6930 Abono-Preis; Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. hat diese Welt, an die wir uns nach Jaspers wenden sollen, eigentlich in dieser Angelegenheit getan? Hat sie wirklich die „Verantwortlichen zur Verantwortung” gezogen? Nein, sie hat geschwiegen. Sie hat geschwiegen, als die Nazis die Juden vergasten, sie hat geschwiegen, als die Möglichkeit dazu bestand, Rechenschaft zu verlangen, sie hat keinen Gerichtshof geschallen, um den sieh jetzt Israel bemühen soll, sie hat sich den Tagesfragen zugewandt und nichts getan, der Menschheit die Schande dieser Verbrechen zum Bewusstsein zu bringen. Wenn das Geschehen selbst die Menschheit nicht zu einer Reaktion, wenigstens zu einer moralischen Reaktion, hat beschwören können, braucht Israel das heute nicht mehr zu tun. Nicht erst durch den Prozess Eichmann ist die Wahrheit der Weltöffentlichkeit unterbreitet worden. Wir müssen dem Philosophen Jaspers antworten: weil kein Gerichtshof sich fand, um Eichmann zu suchen und zu verurteilen, musste Israel in die Bresche springen, um die moralische Schuld aller anderen abzutragen, eine moralische Schuld, die einfach darin besteht, die Massenmorde nicht ungesühnt zu lassen. Dr. Bernardo Goldstein MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr ¡ Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Chr ¡ VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN L1PNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBET AEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518 T E 76-86*3 und 73-050C Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: T* 1 . jMontag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr, + £s wird gebeten, such vorher telefonisch anzumeloen J1 4t , {SANTA FE 1391 ' T. E. 44-9493 u. 44-1542.

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