Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1901 (11.8.1961)
- Date
- 1961-08-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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ISRAELITA H de Asresl« de 1961 A fío XXIL — No. 1« Die Nachricht, dergemäss der Sohn des verewigten Präsidenten der USA James Rocscvelt auf einer zionistischen Versammlung in .Nordamerika sich für eine Begnadigung Eichmanns einsetzte, ging durch die Weltpresse. Aber Roosevelt Junior steht nicht allein. Da sitzt vor mir ein junger Amerikaner von 27 Jahren: Michael Bennett. Er ist aus den USA nach Israel gekommen, getrieben - von einer inneren Stimme, die ihn nicht, mehr rasten lässt. Professor Hugo Bergmann von der Hehaüischen Universität in Jerusalem hat de r jungen Mann an mich empfohlen. Nun sitzt der junge Amerikaner also vor mir und erzählt mir di? wunderliche Geschichte ^eine;; Lebens. Sohn eines Arzte s, batte auch er zunächst Medizin studieren wollen, iiiblte aber dann doch nicht den inneren Beruf zum Arzt, sattelte um zur Landwirtschaft und zum teehno- ■nolc£ischcn Studium und landete schliesslich bei der nordamerikanischen Luftwaffe, wo er durch zwei Jahre hindurch die Ausbildung als Kampfpilot genoss. Und ca ging es ihm auf, dass dieses tödliche I-Iandvon SCHALOM BEN-CHORIN ßiescltaftliche INTERNATIONALE FRANKFURTER HERBSTMESSE 19G1 ’ An der Internationalen Frankfurter Herbstmesse vcm 3. bis 7. September 3961 werden sich nach dem neuesten Anmeldestand ausser der Bundesrepublik Deutschland Aussteller aus insgesamt 20 Ländern, davon fünf aus Uebersee beteiligen. Ein Anzahl von ihnen. so u. a. Dänemark., llalien, Japan, Niederlande. Oesterreich. Schweden und Spanien, be!?gt offizielle Pavillons an der ,,Strasse der Nationen’’, der weltbekannten Frankfurter Hauptmesscstrasse. Dis Schwerpunkte des ausländischen Angebots liegen bei Textilien und Kunsthandwerk. MERKEN SIE BITTE VOR: Internationale Hausrat- und Eisenwarenmesse Köln, vom 8. bis 10. September 3961. Die führende Branchenmesse modernen Typs bietet den Ueberbtick nicht nur für den Handel, sonfluch für die ,,Fachleute vom Bau”. Einen bedeutenden Platz in der Fülle der -Angebote von über 1.650 -Ausstellern aus 16 Ländern -nehmen die Warengruppen elektrische Haushaltsgeräte, Haushalt - Maschinen. Kühlschränke, Schneidwaren, Bestecke und Werkzeuge ein. werk, das natürlich zur Verteidigung des Vaterlandes gelehrt wird, der Vorbereitung eines neuen, eines unsagbar grässlichen Atom-Krieges dient. (Ein amerikanischer Autor Herman Kahn hat berechnet, dass durch Kernwaffen bis zu 50 Millionen Menschen vernichtet werden könnnen. ohne dass durch unsere Erde bereits zerstört wäre, sodass also doch roch ein ..Sieger” in diesem apoka- , ivptiseh-en Vernichlungs- | krieg der Zukunft vorstellbar wäre). Michael Bennett löste vor- ’ zeitig seinen Vertrag mit . der Luftwaffe und beschloss. ein’ Prediger des Wertes Gottes zu werden, i So bezog er die Theologi- , sehe Fakultät der beriihmj ten Universität Yale, wo j protestantische Theologen | ausgebildet werden, und hier ■ erhielt er starke Impulse in Richtung eines ernstlichen j Pazifismus, bis ein kleiner j Zwischenfall ihm auch hier! die Augen für die Realitä-1 ton dieser Welt öffnete. Ein armer Fensterputzer. — ein Neger — brach nächtlich in die Vorratskammer dos College ein und wurde j von der bewaffneten Uni- ’ ve-rsitälswache erschossen, j Ein trauriger Zwischenfall, i gewiss, aber für Michael | Bennett war es mehr: er' spürte, dass hier „etwas nicht, stimmte”. Keiner sei-1 rer Lehrer, alle liberale ' Theolegie-Professoren, regj tcsich sonderlich über die-! sen „Unfall” auf. Ein Ein-! , bracher. der auf Anruf nicht | ¡stehen bleibt, muss eben daj mif rechnen, erschossen zu; werden. Aber Michael Benj nett hatte gelernt: ,,Wer das! Schwert ergreift, soll durch!; das Schwert umkommen”, ’ und er machte zutiefst j Ernst mit diesem Worte.!! Getrieben von der Erkennti nis. dass man in Yale nicht lebt, was man lehrt, ver- ■ liess er die „School of Di-! vinity” und reiste nach Je- ■ rusalem. 1 Denn hier, so meinte Michael Bennett. muss sich der Bund Gottes mit seinem I Volke lebensmässig bewahren .. hier oder garnicht. In dem von katholischen Nonnen geleiteten Dom- Polski Heim am Rande der; Neustadt. Jerusalems lebt sfud. theol. Michael Bennett? nun in Jerusalem und verj sucht, mit. den Menschen zu ' sprechen und ihnen klar zu i machen, dass sie werden sollen, wozu sie berufen ¡sind als Juden: ein „Licht; der Völker”. | Was heisst das heute und ■ hier? Adolf Eiehmann, der schlimmste Feind des jüdi- ' sehen. Volkes, steht in Jeru- salem vor Gericht und ist ein Kind des Todes. Aber ■ das auserwählte Volk des Bundes müsste, so meint Michael Bennett. Gnade üben. — um dej Welt ein Exempei zu geben. Was kein anderes Volk vermöchte — Israel müsste es können. Professor Stear. einer der geistigen Führer der Quäker. hat Michael Bennett mit einem Empfehlungsschreiben ausgestatfet, denn auch er teilt dir Meinung des jungen Gottsuchersdie Ueberwindung de- Uebels durch die Liebe. Im selben Sinne schrieb dieser Tage der tschechische Pazifist l'rc-miszel Filier, der heute als Emigrant in Nürnberg lebt, an Marlin Buber in Jerusalem. Pider stammt aus dem Kreise um den re- | ligiösen Sozialisten Prof. Leonhard Ragaz. der jahrzehntelang in Zürich die ..Neuen Wege” herausgab. die mutigen Blätter für den Kampf der Zeit. Das Gespräch mit Bennett geht seht bald auf das Grundsätzliche über, denn der Prozess al« solcher ist sub judice. Das scbliesst aber nicht aus. dass wir die Frage: ist die Todesstrafe überhaupt vollziehbar?, erörtern. In Fällen dieser Art, so argumentiere ich, haben wir kein Recht zu vergeben. Das Blut von Millionen schreit von der* Erde, das millionenfach vergossene Blut AbeU. „Es steht geschrieben: j Du sollst nicht töten”, arguj mentiert Bennett die Bibel : in der Hand. ..Nein”, entgegne ich: . Es steht geschrieben: Du sollst nicht morden!” (Lo tirzach). Das ist . ein gewaltiger Unterschied. denn es steht ja ferner geschrieben: „Du sollst das Böse ausrolten aus deiner Mitte.” Wir können uns nicht verständigen. so menschlich nahe mir dieser junge Amt rikaner gekommen ist der vor cchtm rr'c”ens?-ehnsucht getrieben irr unser Land zog. Und zwei Tage später sitzt mir ein alter deutscher Pastor gegenüber, auch er tief bewegt von dem Prozess. dem er in einer Verhandlung beigewohnt hat. „Todesstrafe?” so meditiert er. „Es gibt i* keine irdische Sühne für diese Verbrechen. Eine Hinrichtung geht hier viel zu schnell; man müsste Eichmann eine lange Zeit des Nachdenkens geben, damit er das Ausmass seiner Schuld erkennt. . . ” Auch das ist ein Gesichtspunkt .. Aber, so frage ich bangt. kann der ..Buchhalter des Todes” den Begriff von Schuld, von Sünde überhaupt fassen? Ist dort, wo das Gewissen sich regt, nicht ein Vakuum des Kadavergehorsams entstanden, in den kein Rut mehr zu dringen vermag? Wer könnie. wer dürfte das entscheiden? Ich seblicsse di? Augen, und wieder stehen die Bildzr des G. auens vor meiner Stele, die uns in diesen Tagen und Wochen unablässig bedrängen: die Kinderschuhe von Treblinka. die Gaskammern von Auschwitz, der Todesmarsch von Ungarn, die Selbstmorde 'n Berlin, die Frau, die todwund aus dem Massengrab flieht und sich dort wieder einscherren will di? Verhungerten, die Erfrorenen, die Erstickten, die zerrissenen Säuglinge, den Fünfzehnjährige, der unter dem gerissenen Galgenstrick vergeblich um Gnade fleht. Sie. die Opfer, nur sie allein dürften ein Wcal der Gnade sprechen. Aber ihr Mund ist stumm. . in Ewigkeit. lUAfn iCAy £m£T Xi * ’p t „OMITE CLNTnOEUhOFLO Corrienles 2294 — VI Sicck — Y. E. 48-3695. 48.5683 Dr. MiBASBAN-WALB BES KKL Die höchsten Autoritäten der argentinischer. Juder.- heif, Kehilla (AMIAL DA1A, Consejc Central Säonisfa, im Einvernehmen mit allen Kehil'ct i r.d Organisationen im Lande beschlossen soeben die Schaffung eines Dr. ABRAHAM MIR ASHAN-GEDENK WALDES in Israel, um die Erinnerung; n diesen grossen Sohn unseres Volkes durch die Errichtung eines solchen lebendigen Denkmals auf dem Boden des Keren Kajemeth Lejisrsel für immer festzuhallen. Dic.--.er Wald soll ein Symbol der unauslöschlichen Dankbarkeit sein für ein Leben, das vorbehaltlos derr, jüdischen Volke und dem jüdischen Lande geweiht v ar. Das zentraleuropäische Comitéim KKL. das aus den Gemeinden und Organisationen dieses Sprachsektors zusammengesetzt ist, erwa. iOi, dass unsere Menschen denen der verewigte Dr. Abranam Mibasban in jahrzehntelanger hingebungsvoller Aifceit. nahestand, sich an dieser Aktion des gesamten a. gentinisehen Jisc-huw in würdiger Weise beteiligen werden. Alle Mitarbeiter und Freunde des KKL haben sich fiir die nächsten Wochen zur Verfügung gestellt, um die entsprechenden Baurrispenden entgegenzunebmen. ZENTRALE UR OP AEISCWES COMITÉ DES KKL WERNER ROSENBERG O RT W1LK Vizepräsident Präsident HUGO STRAUSS '» kielär Einser Telegrammdienst Telegramme und Baumspenden, bei jeder Gelegenheit, bitten wir, unter folgenden Telefon - Nummern aufzugeben: 70-9931 04-2966 54-3209 48-3695 Se k re f a t i a t 48-5683 Wk BELECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL IST DIE BLAUE B1ECHSE DES KKL ISRAEL - BRIEFMARKEN \ ■KA WIEDERVERKAEUPER — ALLE NEU AUSGA- Z BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS J Agencia Filatélica cficial del Estado de Israel, I VIAMONTE 550. l/B — Buenos Aires. R*p Argentina? .Mijjtmttmimiimiummm»n»min mmmmmmmmimmaiimiiiiiaiBmiiiiiimmiiimmmnmn«iitni!inn»nitimmiimnittiMtti I EINHEITSKAMPAGNE Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 50 Centesimos Jahresabono 45.— $ nrug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L. Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9! V Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. 42-640 3 Im Barmizwah-lahr Israels; Neue Einwanderer Neue Siedlungen -\ Neues leben mit neuer Kraft ’ANNAHMESTELLEN: CAMPAÑA UNIDA. PRO ISRAEL. COMITE CENTRGEUROPEO Sarmiento 2376, 3v T.E, 47-3820 H mul saemtliche Sekretariate der an | geschlossenen Organisationen | und Gemeinden B++//2++/9+:/.:/:^.73.56B