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Jüdische Wochenschau · 1961-08-11 · 1901 (11.8.1961) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1901 (11.8.1961)
Date
1961-08-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Ÿier««», 11 4« AffMt» Ae MM LA ASMARA ISRAELITA AA* XXII. — N*. tm — 3 * * . Eichmann war verantwortlich (Fortsetzung von Seite 1) sagt, dass die in den La: gern gegebenen Befehle einzig und allein von der SS- Verwaltung erteilt wurden. Der Staatsanwalt erbrachte zahlreiche und neue Beweise, darunter mehrere, die aus dem Kreuzverhör Eichmanns resultieren. dass nicht nur Eichmanns Chef, der Gestapogeneral Heinrich Müller, Befehlsgewalt in den Lagern besass, sondern dass die direkten Untergebenen Eichmanns bevollmächtigt waren, Exekutionen anzuordnen. Hausner führte den klaren Beweis, dass wohl die SS das Vernichtungslager Auschwitz verwaltete, aber dass es Eichmann war, der die Transporte leitete und darüber bestimmte, wer sofort sterben musste und wer noch eine kurze Zeit weiter leben durfte. EICHMANN WAR EIN SADIST Dr. Hausner zeigte die Widersprüche auf, in die sich Eichmann bei seinen Aussagen verwickelt hatte. Er verwies darauf, dass der Angeklagte selbst eingestanden hat, fünf oder sechs Mal in Auschwitz gewesen zu sein, doch nur, um über Transpcrtfragen zu verhandeln, während er an anderer Stelle zugegeben hat, niemals Sitzungen im Transportministerium beigewohnt zu haben, weil dies seine Untergebenen taten. Eichmann war an solchen nichtigen Fragen eben nicht interessiert, da er mit wichtigeren Dingen beschäftigt war. Es gelang dem Staatsanwalt. verschiedene weitschweifige ..Erklärungen”, die Eichmann bei seinem Verhört aufgetisch1 hatte, zu widerlegen und ihren Widersinn aufzugeigen. So bewies Hausner, dass Eichmanns Behauptung, er habe keinen Einfluss auf Fragen, die das Generalgouvernement Polen betrafen, gehabt, falsch gewesen ist. Die Ereignisse in Ungarn bezeichnete Hausner als klaren Beweis dafür, dass Eichmann ,,ein sadistisches Vergnügen an der Ermordung der Juden ampfand”. Der Staatsanwalt zitierte die Schreiben des Nazi-Propoganda - Ministers Joseph Goebbels, der im Jahre 1942 ausführte, das Ziel der Nazis sei die Vernichtung der Juden in ganz Europa und selbst über die Grenzen dieses Erdteils hinaus. Daher wurde der Umstand dass die ungarischen Juden in der zweiten Hälfte dieses Jahres noch nicht erfasst worden waren, zu einer Reichssache und der Abteilung Eichmanns überwiesen, der ..wutentbrannt über die geschaffene Lage” alle seine Mittel einsetzte, um diese ..Schlappe wiedergutzumachen.” ERDRUECKENDES BEWEISMATERIAL Unter den Beweisen, die j der Staatsanwalt vorlegte, I befand sich auch das Ersuj chen des Nazi-Arztes Siver,! der Eichmann um die Zu Sendung von Skeletten für Zeugen gesucht New York. — Der Jüdisch 2 Weltkongress gab bekannt, dass die ostdeutschen Behörden eine Untersuchung über die Verbrechen eingeleitet haben, die von den Nazis in den polnischen Städten Bialka Demno, Czarny-Dunajec, Now Targ und Zakopane begangen worden sind. Ueberlebende aus diesen Städten, die Beweise über die Naziverbrechen in diesem Teil Polens erbringen können, werden gebeten, sich mit Dr. Nehemia Robinson im Sitz des Jüdischen Weltkongresses in New York in Verbindung zu setzen. —! (ITA) sein Institut für „Rassen- I forschung” in Strassburg i bat, wobei er vor allem j ..Schädel jiidisch-bolschewi-! stischer Kommissare” verlangte. An anderer Stelle zi-! tierte Hausner die Aeussej rung Eichmanns, ér werde I „die Mühlen von Auschwitz wieder in Betrieb setzen”, falls der Austausch von Ju den gegen Lastwagen nick zustande kommen solle. So habe der Angeklagte ferner bei einer Gelegenheit seinem Komplizen Globonik versichert, er würde stets die Vernichtung von Juden nachträglich billigen, selbst wenn sie ohne höheren Befehl geschehen sein sollten. Im gleichen Zusammenhang erinnerte Hausner auch an den Besuch, den Eichmann in Auschwitz machte, um die „Aufnahmekapazität” des Lagers zu prüfen. Den Punkt der Anklage dass Eichmann eigenhändig I einen jüdischen Jungen erj schlug, der in seinem Gar-! ten Kirschen gestohlen hatj te, zog der Staatsanwalt I wegen Mangels i.n ausreichenden Beweisen zurück, I wobei er bemerkte, „es loh-! ne sich kaum, dem millioj nenfachen Mord noch einen einzelnen Mord hinzuzufüj gen.” KEIN BEFEHLSjEMPFAENGER I Alle Argumente des Staats! anwalts stellen eine klare j Widerlegung der Behauptung Eichmanns dar, nur ein Befehlsempfänger gewe-! sen zu sein. Auch lassen die I israelischen Gesetze und das Tribunal von Nürnberg die Verantwortlichkeit jener Personen zu, di« „ungesetzliche Befehle”, wie z.B. den Mord an Frauen und Kindern, ausgefiihrt haben. „Eichmann” so sagte Dr. Hausner, „hat die ihm erteilten Befehle überschritten, er hat andere dazu angestiftet, Verbrechen zu begehen, und dies tat er mit einer schlecht verhüllten Befriedigung und sadistischem Vergnügen.” LA SEMANA ISRAELITA B LS EM A N AillO INDEPENDIENTE B*. Air*« — PUEYRREDOM 21M, 1* i*q. - T. E. 83-261 » 11. August 1961 29. Aw 5721! NEUE DOKUMENTE UEBER AUSCHWITZ Wien. — Bei der Renovie-! rung eines Verwaltungsgebäudes des ehemaligen Lagers Auschwitz fand ein Arbeiter 38 Entwürfe für den Aufbau des Lagers wie auch Dokumente und Kostenvoranschläge für die Errich- < tung der Gaskammern und Krematorien in Brzezinka, Gefangenenblocks usw. in Auschwitz. Diese Dokumente werden, wie verlautet, dem Nationalmuseum in Auschwitz zur Verfügung gestellt. IS - ► UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKi'ÜPFTEN ♦ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN $ FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung £ Auf Wunsch Zahlungserleichternngen * MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND $ GROESSEN. 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