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Jüdische Wochenschau · 1961-08-08 · 1900 (8.8.1961) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1900 (8.8.1961)
Date
1961-08-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Das Kammer, Das Ka.nnxnbeaier wurde im Jahre 3944 von Josef jVJjIIo und einer Crujjpe meist junger Schauspieler gegründet, denen es nicht gelungen war, bei den beiden zu jener Zeit existierenden Theater — der „11abima“ und dem ..Ohe]“ — anzukommen. Das neue Theater betrachtete es als seine wichtigste Aufgabe, modernes europäisches Theater und auch fortschrittliche. unkonventionelle Stückt auf die Bühne zu luingen, jungen und alten Schauspielern die bisher ihre Talente nicht nutzbar machen Kennten, tin Arbeitsfeld tu bieten und ein Organ der jungen, eben ins Leben getretenen Generation zu sein. von ISRAEL GUR Anfänge lührien rie nur kurze. sk-zzenartige Stücke auf — bei der ersten Vorstellung waren cs vier: Oscar Wilde: „Florentinische Tragödie“ . Sierra: ,,Der Liebhaber“ - Quinetrc:: ,.Morgan im Stadtpark“ und Courte’ine Hausfrieden“. (Auch „Hafcima“ und ..Ohel“ begannen damals, kurz? Stücke auf ihr Programm zu setzsnt. Wie bei jedem neuen künstlerischen 'Vuernehmen war die erste Zeit der jungen Tiuppe sehr schwierig. Selbst verständlich waren nicht genügend, Geldmittel verhande". Doch mit viel Enthusiasmus Energie und Hingabe überwand diejunge Truppe diese Schwierigkeiten und. versetzte das Publikum durch ihre Darbietungen in Erstaunen. Die Künstlerische Einstellung oes neuen Theaters fand eine gute Aufnahme — aber tro’zderr gab es keinen grossen Pubiikumserfolg. Die zweite Aufführung die von r,er Truppe gezeigt wurde, eile Geschichte in Versen von Bialik, hatte das gleich Geschick. Daraufhin beschlossen^ die Mitglieder der Gruppet deren Zahl inz>v sehen gewachsen war. eine richtige Thealergesclsebufi 714-' bilden und in d r B''bnenkunst Fuss zu fassen. Im Oktober 1945 fand die erste Vorstellung von Goldc iis ..Diener zw’eier Herren“ <.tatt Das Schauspiel wurde von Josef Mil- ARNOLD ZWEIG Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barries. 328 Seiten — DM 16,80 (gebunden) HANS KOHN MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit 2te um ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort vjb Dr. Robert Weltscb vermehrte Auflage ea. 500 S gr. 8*. Leinen gebunden DM 24.80. MARGARETE SdSMAN Frauen der Romantik 3. veränderte und erweiterte Ausgabe. 178 S. mit lfc Bildnissen aut Kunstdruckpapier, m Leinen gebunden 12,80 DM. FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieg es Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen verseilet von Dr. H CLEMENTZ Kl. 8V 695 Seiten, 2 Karten aul tiolzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MCZ ARTSTRASSE 13 lo in Verse übersetzt, redigiert und inszeniert. An diesem Abend wurden die Fundamente des hebräischen Theaters erschüttert. Zwar verhielt sich die Theaterkritik dieser Aufführung gegenüber teilweise sehr zurückhaltend. aber das Publikum fiijfte. dass ein neuer Wind wehte Das Ganze war re.j und modern, erstmalig;n seine? Art, ein neuer Beginn: das Schauspiel (Commedia dell’Arte) die hebr i.sehen Verse, die für jedermann verständlich waren, oas Zusammenwirken verscnielener Geneationen auf de2 Bühne, die Frische d?r Darstellung und das Solokonzerv de- Sehauspi'lers Abraham Ben Josef als .-»''iiffaldino“. Neue tung von ,,Er ging durch die Felder“ wurde, trotz all ihrer Fehler, mit grossem Erfolg aufgeführt und eroberte die Herzen von jung und alt. Die Aufführung zeichnete sich durch ihre Echtheit und Aufrichtigkeit aus. Dis Publikum hatte seit langem den Wunsch gehegt, die junge Generation auf der Bühne dargestellt zu sehen. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich noch gut an die Festaufführung von ,,Er .ging durch die Felder“, die während eines WafHnsti, istandes vom Kammer ibeater anlässlich des siebenjährigen Beste- Stars staTifn auf den B etplii lern, der Verirrgwar ungewohnt uno die Art der Darstellung erregend. Es schien, als ob zwischen den Zeiles dsr Eröffnungsvorstellung die Verte zu hören wären; iBigable Schauspieler >hre tin Wirkungsfeld.’ ob < n/g oder alt. vereinigt Euchri und tatsächlich, naen kurzer Zeit hatten si? sich im Rahmen des Kammertheaters vereinigt. Die neue Bühne gewann bald die Achtung des Publikums. besonders der Jugend, deren Interesse für das Tbeafer weitgehend erst durch dieses Ensemble geweckt wurde Die Initiatoren des neuen Theaters beabsichtigten, ihrem Publikum die modernsten Bphnenwerke zu zeigen und bei ihrer Auswahl nur künstlerische Mssstäbe anzulegen. Die schwieriger, und deprimie "enden Bedingungen, unter denen jede Theatertruppe in Israel, und besonders eine in ihren Anfängen befindliche wie das Kammertheate", arbeiten muss, konnte die Mitglieder des neuen Theaters nicht von ihrem hartnäckig verfolgten Ziel abbringen. Nach , Diener zweier Herren“- brachte das Theater einige fortschrittliche, unkonventionelle Schauspiele auf die Bühne, ,Die Welt, in der wir leben“ der Brüder Capek, ,Die Bluthochzeit“ von Lorca und „Antigone“ von Anouilh. Aber trotz des hohen künstlerischen Niveaus dieser A ifführungen fanden sie bei dem israelischen Publikum mit Ausnahme weniger Menschen von anspruchvollem Geschmack, keinen fruchtbaren Boden. Um weiterbestehen i zu können, war das junge Theater gezwungen, sieine ursprünglichen -Ziele zeitweise hintanzustellen und ein wenig auf die 'Wünsche des Publituims einzugehen. Neben beiühmten. weltbekannten Schauspielen wurden wertlose Schlager, die grosse Kassenerfolge brachten, aufgeführt. Doch war dies' nur ein taktischer Rückzug, Um das Publikum zu gewinnen, besonders die Jugend, ’ scheute sich das Theater nicht, in Slang geschriebene und übersetzte. Stücke ruf die Bühne 2u bringen. Jedoch behielt es immer das Ziel künstlerischer Fundierung in der Zukunft vur Augen. Auch richtete das neue Theater seine Aufmerksamkeit auf die Ideenwelt der jungen ” Generation. Man schrieb 1948 die Zeit des Befreiungskrieges: und es gelang denn Kammertheater den Gefühlen und Ideen der jungen Kriegsgeneration bühnenmässigen Ausdruck zu geben. Eben war Mosche Schamirs erster Roman „Er ging durch die Felder“ erschienen. Auf Veranlassung von Josef Millo bearbeitete der Verfasser .sein Buch für die Bühne, und zweifellos begann damit Schamirs Laufbahn als Bühnenschriftsteiler. Die Bühnenbeafbeihenc t'es Palmach gegeben wüi'J?. Dieses Treffen der Mitglieder des Faimaeh gliv-h ci 1er Bündnisfeier zwischen f iner Generalion von Kämpfern und dem jungen Theater. Auf diese Weise fasste das Kamnevtheater Wurzel und schuf?ich eine Steilung. Es wurde Allgemeingut, der Bcv Ikerung Israels und zog immer neue Zuschauer in seinen Bann Von dieser Zeit sn bat das Kammertbeater auch eine grosse Anziehungskraft auf einheimische Bühnendichter ausgeübt. Es ermutigte sie und wies ihnen ihren Weg. Es führte Schauspiek von Mosche Schamir („Er ging durch die Felder ‘ und „Geschichten aus I.udd”). von Jigal Mossensobn („Sasablan“), von . Schü-amit Bat - Dori '..Heim vnd Meer“), von Nathan Schacham („Sie werden morgen kommen“. ..Nenn mich Sionika“ und . Neues Kerrie’) auf. Die meisten '■'ioser Stücke waren nichts anderes als dramatisierte Reportagen, aber einige-ha“ten einen grossen kunstleris :hen und finanziellen Erfolg durch das hervorragende Spiel und die ausgezeichnete Inszenierung. Im Laufe der Jahre haben am Kammertbeater viele Gastregisseure gewirkt: Leoriold Lindberg. Professor Peter Beharoff. Kurt Hirschfeld, Marcel Lupovici, Peter Fry und Hy Kalus. Die beiden letzteren haben ih.e Arbeit beim Kammertheater und auch andere Gründe bestimmt, sich im Lände niederzulassen. Auch der Stab der ständigen Regisseure bat sich im Laufe der Zeit vergrössert. Es kämen hinzu: Gerschon Plotkin, der seine Ausbildung in der Schule von Piscator in New York v.ollenv dete und beute die zentrale ' Persönlichkeit des Theaters ist, und Schmuei Bunim, der Regisseur - der -ehemaligen Palmachtruppe ,,Chizbatron“. _ Im Jahre 1954, zehn Jah-- re nach Jer Gründung des Theaters weihte es * sein neues Gebäude in der "Nachmanistrasse ir. Tel Aviv ein. Die vollkommene Bühnenanlage des Theaters ermöglichte die Aufführung grossangelegter Schauspiele. Die Eröffnung des neuen Gebäudes und cer zehnte Jahrestag des Theaters wurdön mit einer von Josef Millo inszenierten Vorstellung von . Wie es Euch gefällt“ (der ersten 3hakespeareTAufführung des Theaters) gefeiert, eine in jeder Hinsicht hervorragende Darbietung sagenumwol Nicht immer wohnt das Glück in Paiästen, auch wrenn sie noch so heil vom Licht schwerer Kronleuchter widerstrahlen. Manchmal — so will es das launische Schicksal — wohnt gerade hier die Tragödie und Trauer und das Glück irgendwo in eine.- bescheidenen Hütte. Dann wärmt und ei hellt sie der Strahl des Glückes schöner und besser als alle noch so prächtigen Lüster. Nicht immer wohnt die Heiigkeit. nicht immer wohnt (Sott in grossen und icieh ausgestatteten Bethäusirn. Manchmal zieht er ihnen eine ärmliche Stube vor. Denn wie anders a’s eine Wohnstätte Gottes soll man die kleine Stube 3mal 3 Me er nennen, die der greise . Raw Scba’om Sachria .-.von URI GED/iLjM für cie sagenumwobene Thora „Achmer“ als Bet Hakncsset einrichten iiess? Seit vielen, vielen Geschlechtern, so erzählt der 85jährige. noch seit der Zeit, als die Juden des Jemen ihre Thorarolen auf rotem Fergament schrieben, befindet sich die helige Schrift im Besitz der Familie. „Achmer“, die Rote, wird diese Thora genannt, und die jemenitischen Juden wissen sich viele wundersame Geschichten zu erzählen, die sich seit langer langer Zeit um diese Thora gesoonnen. Sie ist berühmt unter ihren und noch als Raw Sachria im Jemen lebt?. und seine eigen? Wohnung mit der heiligci Rol'e teilte und zur Betstätte für seine jüdischen Brüder machte, pilgerten sie von allen Seiten zu ihm. um im Aubitz der wunderwirkenden Thorarollen zu Gott um Hilfe und Rettung zu beten. Es kamen Kranke und Sieche, kinderlose Frauen und Frauen die keine Söhne gebaren, es kamen Juden, die von schweren Sebicksalsschlägen aller Art heimgesucht wurden, es kamen aber auch Glückliche, denen es gut ging, um Gott für den Segen zu danken, und alle Hessen Almosen für Arme in den Büchsen zurück, und spendeten Geld, wenn es notwendig war, ein neues Gewand für die Thora anzuschaffen. Der gre.se Raw ist soeben ins Mincha-Gebiet vertieft. Wir warten, bis der Fromme das Gebetbuch beiseite legt uird lassen uns dann von ihm über die Wunder der Thora „Achmer“ berichten. Der Raw erzählt uns in jemenitischem von arabischen Worten stark durchsetzten Hebräisch, .und sein Sohn, Schalem ,Zadok, übersetzt seim Worte: „Achmer“ die rote Thoraroile. stammt noch aus den Zeiten des Schriftgelehrten Esra und hat eine lauge und sehr reiche Geschichte hinter sich. Es ist eine sagenumwobene heilige Schrift, wie es sie nur noch wenige in unseren Zeiten gibt, Ueber Zeichen und Wunder, die mit ihr geschahen, berichtet der Raw. Eines Nachts, vor vierzig Jahren, drang eine Bande arabischer Räuber in die Stube ein. wo sich die heilige Rolle und noch andere heilige Bücher befanden. Sie wollten das Geld aus den Almosenbüchsen stehlen und die Silberoescbläge. die kostbaren Steine von den Gewändern der heligen Schrift rauben. Schon hatten sie das Gele an sieh genommen. schon hatten sie die heiligen Schriften entkleidet, ihre Gewänder hässlich geschändet, als sie auch Hand an „Achmer“ legten. Da aber wurden sie an Händen und Füssen gelähmt. ko vom Ftfci nicht um eher, so gf Glieder « Die Räu keinen To: len hervoi ’ Er si gej der Scba sich vollf Entsetzen tim. die ei Anblick b wiederum obwohl bk mer noch konnlen. uch die § gehen un ■Sehamasch sie zu Got den Fluch mc. sie ah nie mehr i teshäusern b stehlen, williuhr it erhi-rte ihn von een Rs ihre Beute hen in pan dem heüigi Sie wol e de- Thora r?ö? Vor e ren. an ei da gi"gen : regen auf des Raw i derte Hüv<!en nml vy indisch'’ f iacA fclie Bausde; stürzte ein rard um Dach dar Schrein mit blieben um iotf Rol e M. Ja der Jei?. viele ■?hi; hten Tbcra zu b; '"r durch Riten und und. ein Markstoin in der Laufbahn des Regisseurs Josef Millo. Der Schweizer Maler Theo Ottc fertigte die Dekorationen an. Dieser Künstler entwarf auch di? Dekorationen für einige andere gros3e Schauspiele des Kammertheaters, z. B. „Die heilige Johanna“, „Das Schloss“ v.’nd .Die gute Seele voll Szeehuan“. Doch dor grösste Erfolg — abgesehen von seinen schauspielerischen Qualitäten — auf den das Theater bei dieser Feier binweisen konnte, war die Tatsache, dass es ias allgemeine Ni-' veau des israelischen Theaters gehoben hatte und daher das Interesse des Pulikums am Theater beträchtlich gewachsen war. Im Jahre 1958 erlebte das Kammertheater eine ernste Krise, deren eigentliche Ursache seine bisherigen unerhörten Erfolge . waren. Die ständige Erweiterung des Theaters — es gab je-' den Abend drei Vorstellungen in verschiedenen Teilen des Landes und die dadurch bedingte Beschäftigung von zweit- und dritirangigen Schauspielern und der häufige Rollenwechsel — hatten natürlich erweise ein Sinken des künstlerischen Standards und daher auch einen geringeren Publikumserfo i zur Folge. Nach der fast vollständigen Beilegung der Krise wurde der «Gründer des Theaters, Josef Millo?useeschaltet,,der Stab der ständigen Schauspieler auf ein Minimum reduziert, und von neuem« wurde Wert auf Qualität s*att auf Quantität gelegt. Infolge des grossen' Zustroms zu -den Vorstellungen des Kammertheaters seit der Reorganisation sind teil dem jedes Jahr nur zwei oder drei neue Stücke herausgebracht worden und werden auch während der folgenden Spielzeit zusammen mit jeuen. Inszenierungen weiter aufgeführt. lergleichin •on Krisen Sedingunge uhr so ui 'agelustig friihzeit. I -Eicbnen dnstleru; *it und oí «dtmg JU cUkn i, krttthriv; israe'i friber die «Plans yj«. tyfgabe. * •iiabendn neue. XU. ’ «minen km £od ’ yinnern < ’ AanjDierffi seiner Grj Obgleich das Kammertbeater seine künstlerische -Fundierung wiedergefunden hat rin dieser Hinsicht kann sich kein anderes israelisches Theater mit ihm ^rsteiiunj Raters ítr. Necb sta't wir j L*S Der der Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — *iTemäticosi’\ , ler a j£ÖSei Íebraiseh? a - Ait., K . Se*eiht In groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTEg SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ßaa Ka ALFONSO MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 N esq. CABILDO [ 11 sh äS*.!tcbu! «i%{

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