Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1900 (8.8.1961)
- Date
- 1961-08-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 9' de Agosto de 1ÍM»I LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1900 — 3 Die Wendung im Eich mann-Prozess Wahrend der Wochen der Anklagerede und der Zeugenaussagen sass Eichmann stumm, wenn auch aufmerksam verfolgend und geschäftig notierend, in seiner Panzerglas-Zelle auf der Bühne des Gerichtssaales; während seines Verhörs durch den. Verteidiger Dr. Robert Servatius wurde in langweiliger . Eintönigkeit immer nur die Unschuld des Angeklagten betont, da er als kleines Rädchen in der disziplinierten Maschinerie hur Befehle auszuführ'en hatte. Später, im. ■ Kreuzverhör durch Generalstaatsanwalt Gideon Hausner, befand sich der Angeklagte bereits in einer anderen Situation als vorher, und das Gebäude der Verteidigungsstellung orach sukzessive zusammen Aus dem oft harten Kampf der Fragen und Antworten schälte sich klar heraus, dass in vielen Fällen, die einzelweise dokumentarisch belegt wurden, Eichmann „Fleissaufgaben“ geleistet hat, Zu denen ihn ausser seiner besessenen Hingabe an seinen Mprdäuftrag nichts verpflichtèifè, nur um die Vernichtühgsläger umfangreicher und schneller 'su beliefern,. 1 . \ , Der Ungeist;, der Jm Nazi-Regime herrschte,; und der Eichmaan veranlasst hat, den Wünschen von Hitler, Himmler, .und Müller diensteifrig , . zuvorzukom- . men, wirkte sich natürlicherweise auch, auf Eich: manns Untergebene aus, und spornte seine tausenden Schergen ebenfalls, zu untermenschlichein Mehrleistungen an. Wie weit die Massnahmen: des Judenmordes von den.-, anderen von MEIR FAERBER SS-Männern, Nazi-Offizieren und -Funktionären, die sich dank ihrer Stellung wohl ausgekannt haben müssen, mit Eichmann und vor allem mit ihm identifiziert wurden, das ergab sich u.a. auch aus den eingesandten eidlichen Zeugenaussagen von Dr. Wilhelm Höttl, Kurt Becher, Walter Huppenkothen, Hans Jüttner und Dr. Eberhard von Thadden, die im Prozess verlesen wurden. Ueber den Charakter Eichmanns sagt z. B. Höttl u. a.r „...ich hielt ihn vielmehr für einen eigentlich unkomplizierten Menschen, dem es nur darauf ankam,. Karriere zu machen...“ .Dann berichtete Eichmann eben, dass nach seinen. Informationen sechs Millionen Juden umgekommen wären... Ich kann mich nicht erinnern, dass Eichmann irgendwie eine Erklärung oder Entschuldigung für seine Person gebracht hätte“. Kurt Becher beschwerte sich im Dezember 1944 bei Himmler über Eichmann, weil er die Mordaktionen beschleunigte, statt sie abzüstopjpen und berichtet nun: ' „Himmler hat mit Eichmann, ich möchte sagen irr» guten und bösen ge^ sprochen. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang eines Ausspruchs Himmlers in dem er Eichmann anschrie, etwa wie folgt: „Wenn Sie bisher Juden ausrottöten, so müssen Sie, wenn' ich es befehle, wie in diesem Falle, jetzt 'Judenpfleger sein... Wenn Sie es nicht können, dann müssen Sie es mir sagen!“ Trotzdem hat Eichmann die Ermordung der Juden weiter beschleunigt. Jüttner und Becher hatten die auf dem Todesmarsch zur österreichischen Grenze auf ungarischen Landstrassen angetroffenen Juden gleichermassen die „Standarte Eichmann“ genannt. Von Thadden sagte u. a.: i „..-.Eichmann hat sich äus- I serst negativ zu beantragten | Ausnahme - Genehmigungen | geäussert. Ich erinnere j mich, dass meine Haltung j von Eichmann, als ich wegen einer Ausnahmegeneh-! migung vorstellig wurde, als „knieweich“ bezeichnet wurde. Eichmanns Jargon war hart“. Im Verhör legte Hausner in unabsehbaren Mengen Dokument auf Dokument vor, da der Angeklagte ja vorgab, sich an nichts erinnern zu können, was ihm nicht dokumentarisch nachgewiesen wurde. Jetzt rentierte sich die weltweite Materialsammlung. die es ermöglichte, so viele Beweise für jene Verbrechen vorzubringen, die im „Tausendjährigen Reich“ strengstens geheim gehalten wurden. Einer der wesentlichsten Erfolge des Kreuzverhörs war, dass Eichmann nun doch selbst „knieweich” wurde und den an den Juden begangenen Massenmord selbst als eines der ärgsten Kapitalverbrechen der Menschheitsgeschichte charakterisiert hat, sich vom Nationalsozialismus distanzierte und dadurch den unbelehrbaren Immernoch Nazis jetzt die Möglichkeit genommen hat, ihn weiter als Helden zu feiern. Vom moralischen Standpunkt gestand Eichmann seine Schuld ein, aber er irrt, wenn er glaubt, dass ein Widerspruch zwischen Moral und geltendem Gesetz sich nach seiner Methode konstruieren lässt. Eichmanns Verteidigung beruhte auf folgender Taktik: die Echtheit der belastenden Dokumente zubestreiten, alle Zeugen, deren Aussagen ihn belasten, auch seine ehemaligen Kameraden, der Lüge zu zeihen und zu behaupten, stets nur Befehle durchgeführt zu haben, an die er durch seinen Fahneneid und die militäri- Syrer entführen Touristen Tel Aviv. — Zwei Touristen, ein Nordamerikaner und eine Engländerin, die eine Woche zuvor von sechs Syrern entführt wurden, konnten durch die Intervention der UN-Beobachter nach Israel zurückkehren, ohne dass ihnen etwas zuleide geschehen war. Die israelischen Behörden meldeten noch einen nordamerikanischen Touristen, Marc Goldman, als vermisst. Goldman war verschwunden, und man nimmt an, dass er auch den Syrern in die Hände fiel. Philip Janowsky, ein 19jähriger Nordamerikaner, und Elisabeth Weil, eine 18jährige Engländerin, die beide einen Ausbildungskurs von einem Jahr im Kibbuz Jawne mitmachen, verliessen den Kibbuz, um einen Ausflug in den Norden zu unternehmen. In Ein Gew wurden sie, wie sie erzählten, von bewaffneten Syrern umstellt, die auf sie schossen. Sie wurden jedoch nicht von den Kugeln getroffen und mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort gebracht. Dort unterwarf man sie einem stundenlangen Verhör! über die Bewegungen des israelischen Militärs, die i Wirtschfatslage in Israel sowie iiber die bevorstehen den Wahlen. Da beide ausländische Pässe hatten, wurden sie nicht schlecht behandelt. (ITA) EXPORT DER -INDUSTRIE | MALERARBEITEN | | Günter Stern, H. Rosenhain * ♦ LEANDRO N. ALEM 2530 MUNRO* * T. 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Senegal, Kongo und anderen afrikanischen Staaten geschickt, abgesehen von Ghana und Burma, die bereits lange die Idee der GADNA und des NACHAL aufgenommen haben. Militär - Persönlichkeiten aus diesen Ländern sind in Israel eingetroffen, oder werden eintreffen, um die Probleme der GADNA und des NÄCHAL an Ort und Stelle zu studieren. sehe Disziplin gebunden war. In einem von der Anklage auf so vielen Belegen und Dokumenten, Zeugenaussagen und Beweisen basierten Kreuzverhör musste sich Eichmann rettungslos in Widersprüche verwickeln Auch sein Versuch, sich heute als geläuterter Büsser zu gebärden, war schon deshalb nicht überzeugend, weil er noch vor wenigen Jahren in seinen dem Journalisten Sassen in Argentinien auf Tonbänder diktierten Lebenserinnerungen von der nazistischen Weltanschauung in keiner Weise abgewichen ist und von dem Massenmord nicht im geringsten abrückte. Das Geständnis der Umkehr kann unter solchen Umständen niemanden überzeugen. Vor Gericht behauptete er sich wiederholt um Versetzung zu einer anderen Aufgabe bemüht zu haben, aber noch kurz vorher in Argentinien hatte er auf eine Frage seines Gesprächspartners Sassen, ob er nicht versucht habe, auf einen anderen Posten versetzt zu werden, geantwortet: „Nein niemals“. Unter solchen Umständen kann auch die ausgeklügelte Verteidigungstaktik Eichmanns nicht über die Tatsachen hinwegttäuschen. INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas oesçANser* ANDONAEGUI 1270 Buenos Aires T. E.: 51 - 4810 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4002 ’{Ecke Monroe)' T. E. Si - 2205 * Herrenbekleidung Maipú 484 I T.E. 31-7845 Herrenausstattung Maipú 982 T.E. 31 0357 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. HardI Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE f Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch und Freitag ven 15—18 Uhr VERREIST: AB 24. JULI BIS 29. 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