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Jüdische Wochenschau · 1961-08-08 · 1900 (8.8.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1900 (8.8.1961)
Date
1961-08-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Martes, * de Agosto rte 1961 LA SEMANA ISRAELITA AM» XXII. _ N*.!*» Diese Leute bekommen Geld (Schluss von Seite 1) | waltungsierichtshof in den rr .1 , „ (Haaren lagen: die Gemeinyon der öffentlichen Hand > de Garnr seh-Partenkichen Versorgung und Ruhegehalt £]s sogenannter Anfechzu beanspruchen habe. Wie Schick wohl selbst nich1 ande:s erwartet hatte, lehnte es der Gemeinderat von- Gar.nisch - Partenkirchen ab. den sattsam bekannten Vten Kämpfer für seine NSMtriten noch zu honoriere i. Scheck ging jetzt zum Angriff über, legte Beschwerde beim Landratsamt e!n ¡uid siegte auf der ganzen L;nie: Das Land-1 latsamt? -kannte seine Versorgungs insprüche an. Vergehens zog der Gemeinderi* von Garmisch- Partenkirchen vor Gericht und beantragte, den Bescheid "'‘-.«s Landratsamts, | der dem SA-Führer'recht gegeben rat’e aufzuheben'. Das VQT".va!tungs - Gericht München stellte sich auf den Standounkt des Landratsamtes und liess die Gemeinde a'*bl tzen. | Nun'ging die Gemeinde äi: die Berufung vor den Bayerisch :n Verwaltungsgerichtshof. Dort passierte ei-1 ne schwere Panne: Fälschlicherweise entschied nämlich das ''berste bayerische. Verwaltungssericht, das . Landrats imt sei für seine | Entscheid mg zuständig ge- , wesen. Nach der Rechtspre-! ehung d-s Bundesverwalfungskläger und der Freistaat Bay-.-rn (für das Landratsamt) als sogenannter Anfechtungsgegner, vertreten durch die Staatsanwaltschaft beim Verwaltupgsgerichtshof. Diese Staatsanwaltschaft, deren Aufgabe es ist, dem Staat im Verwaltungsstreitverfahren beizustehen, setzte sich;o energisch für das Landratsamt und mithin auch für die Belange des hohen 3A-Funktionärs ein, dass sich zu der prozessualen Fehlentscheidung noch ein? materelJ-rechtliche Delikatesse gesellte: Dem Alten Kämpfer wurde rechtskräftig ivs*ätigt, dass er bei K:iegsendc ordentlicher Beamter gewesen sei. Nach den Vorscarifter. des 131er- Gesetzes war er mithin dafür zu entschädigen, dass er nach dem Einzug der Amerikaner .cu« dem öffentlichen Dienst ausgeschieden” wa Es könnte uns an sich gleichgültig sein ob ein ehemaliger Nazi, der immerhin in einer wichtigen Funktion tätig gewesen ist, nun Pension erhält oder nicht. Das Empörende an dieser ganzen Geschichte ist die Haij ist. Nach Ueberzeugung der bayerischen Verwaltungslichter wogen bei Schecks Ernennung zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Doppelgemeinde „sachliche Erwägungen mindestens ebenso schwer wie die politischen Vorzüge des Beigeladenen (Scheck), mögen letztere auch conditio sine qua non gewesen sein.” Und selbst bei der dann folgenden Ernennung Jakob Schecks zum Beamten, nämlich zum hauptamtlichen Bürgermeister, konnte nach Meinung der Richter , aus dem Fehlen entsprechender Vorbildung nicht auf ein Üeberwiegen der politischen Beweggründe geschlossen werden. Diese treten vielmehr an Gewicht hinter den sachlichen Erwägungen entschieden zurück.” Das bedeutet eine nicht mehr zu nbertreffende Entstellung historischer Fakten. ■— Als solche sachlichen Erwägungen hatte. Scheck den Umstand angeführt, dass Hitler die Olympischen Winterspiele 1936 in die schneeträchtige Doppelgemeinde Garmiseh-Partenkichen verlegte. Scheck besorgte sieh Bescheinigungen des ehemaligen NSDAP - Ortsgruppenleiters und des Kreisleiters, des ehemaligen Landrats. eines Mönchs vom Kloster Ettal sowie des Ritters von Lex und des Ritters von Halt. Danach hatte nicht die NSDAP, sondern das Olympische Comité Schecks Er- —11 Aerzfe-Ueberschuss in Israel Jerusalem. — Ein Ueberschuss an Aerzten in Israel und ein Aerztemangel in den Vereinigten Staaten wurde als Grund dafür angegeben, dass sieh 40 Prczent.der Aerzte, die an der Medizinischen Fakultät der Hebräischen Universität von Jerusalem promoviert haben, zur Auswanderung nach Nordamerika beim USA-Konsulat eingeschrieben haben. Diese Zahlen wurden von Israels Nationalem Ausschuss für Wissenschaft und Forschung mitgefeilt. Israel, das schon den höchsten Durchschnitt an Medizinern in der Welt besitzt, erhält jährlich einen Zuwachs von 450 Aerzten aus den israelischen Fakultäten sowie aus dem Ausland, da sieh unter den Neueinwanderern, die ins Land strömen, ebenfalls viele Aerzte befinden. Von den 600 Aerzten, die im vergangenen Jahr ihr Studium an der Hebräischen Universität beendeten, sind 90 jn die Vereinigten Staaten und andere Länder ausgewandert, (ITA) Das Ge. lebt räumte auch ein, dass jcoenfalls die Ernennungen Schecks „zum kommissarischen Zweiten Bür: tung der lundtsrepublikanitungsgerichts aber war der , schen Behörden, die doch Bescheid aes Landratsamts j gegenüber . der Welt das Unzulässig gewesen. j neue, das freie das demo- Die falsche Entscheidung i kratische' Deutschland ' redes Bayerischen Verwal-1 präsentieren. Das Empörentungsgeric itskofs begünstigde ist <i»- Begründung, die te.den Alten Kämpfer: In j von höchsten Gerichten für! nennung zum hauptamtligesetzlich unzulässiger Wei-.die Bewilligung einer Pen-1 chen Bürgermeister veranse aber rechtskräftig, wa-' ¿ion an einen Menschen ge- ] lasst. Sch-ack behauptete soren die T>-jrtei-Ro]len umgegeben wud, der in seiner gar, der NS-Gäuleiter und keh.t wir den Aus dem Kleinheit und Erbärmlich-1 Bayern-Innenminister Wag- K’äger Scheck, der vom kei: völlig unbedeutend sein ner sei vom Olympischen Staat Ge j haben wollte, mag. . sodass es sich kaum | Comité zu der Berufung wurde -in PeKlagter. wählohnen würde über ihn zu '■ Schecks gezwungen worden, rend ■ün.i’ die Gemeinde I sprechen. Aber man spricht. Wörtlich: „Der Gauleiter Ga-misch rertenkichen in garnicht über ihn, den Ehe-! hat (fern Druck des Olympimaligen, sondern über die! sehen Comités weichen miis- Keufigen. die dazu berufen j sen.”- sind, den Staat, die Demo-1 Dazu der Bayerische Verkratz die Menschenwürde waltungsg.erichtshof: Scheck zu schützen. Wie das gej habe sich während seiner schieht, das '.st gerade das ehrenamtlichen Bürgermeigeiadener' zuschauen, wie Alarmierend“ was nicht nur sterei .„über zwei Jahre mit sich zw-.1! Parteien wegen uns. ^sondern die ganze | Erfolg einer besonderen scir.er Vercorgungsbeziige * * die Rolle -der Klägerin ge1 drängt ah Schiiess’ich konnte der Alt-Nati t vilsozialist Jakob Scheck ..,?ar als lachender Drifter, nämlich als Beivor dem Bayerischen Ver- Sl)r FRKY # * i Ab cm? a d o I PUEYRREDON Î19C i , oachm 16—19 Uhr Weltöffentlichkeit besehäfti-1 Aufgabe gewidmet, der Vorgen sollte. ¡Bereitung der Olympischen Jetzt rio nahm der Herr j Winterspiele.” Dem Bayerij J. Liebling; fOUHRlERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 3224 ai «fi I E «3-2343 0340 V 302) REAL PEIN I Füllhalter * •»EPA R ATUREN $ Spezial jeschäfl i CORRiEN 1 ES 5b9 | I E, 49 5850 l v»wwwwv%*^ ’ Optica J¡ (EX DIPL. OPTIKER ^rmieitlo ffl\ Î. E. 35 7356! Scheck 4ene Hürde mit Hilfe des F-eistaats Bayern, die der Bundestag aufgerichtet halte. um die Reehtsansorüche von NS- Beamten auszuschliessen. die sich nur per Parteibuch an die staatliche Futterkrippe .herangerobbt” hatten. Laut T>ragraph 7 des 131er-Gesetzes soll nämlich bei der Prüfung von Vergor gungsansprüehen eine Ernennung zum Beamten unbeiücksiehti.’t bleiben, wenn sie „wegen enger Verbindung zum" Nationalsozialismus vorgenommen worden” alt ha @hapQatiY. HUTSALON Jetzt in u e I g r a ü o MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 Propiedades Frankenberg Gerät Sie Kostenlos una anverDindlirn oeim Kaul odei Verkaul von CESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER ManuMa Pedraza 2530 pi g. Dp. B T. E. 70-7244 chen Vrrwaltungsgerichtshof ist nicht verborgen geblieben. das« die NSDAP . aus dringenden politischen Gründen den reibungslosen Ablauf der Olympischen Spiele sichern’ musste. Jacobo M. Lapiduí dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4« J T. E.: 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 rni'.fKr und zum Ersten Bürgermeister dfs Marktes Partenkichen aus politischen Gründen erfolgt sind.” Obwohl niemand auf den Gedanken gekommen wäre, den Sägewerksarbeir ter Scheck ohne diese beiden Ernennungen zum hauptamtlichen Vorsteher der neu jebildeten Doppel gemeinde Garmisch-Partenkirchen zu machen, wendete das Gericht nicht den Paragraphen 7 des 131er- Gesetzes an. Die Riciter zeigten sich fest davo.i überzeugt, dass dem heute als Bettenhändler tätigen Jakob Scheck Versorgung - Bezüge von 100.000 Mark plus monatlicher Pension von über 1.000 Mark gebührten: Sie schlossen in ihrem Urteil sogar die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Berlin aus. D;e Beschwerde des Gemeinderats gegen die Nichtzulassung der Revision würgte das Bundesverwallungsgerie.it in Berlin dann mit dem Argument ab, der Antrag sei unbegründet. Im Ergebnis kommt das Urteil, gegen das der Gemeinderat vergebens angekämpft hat. immerhin einem seiner Mitglieder zugute: dem Jakob Scheck. Der SA Oberführer sitzt nämlich seit 1960 wieder — Inerven, o gemuts. KRANKHEITEN Dr. M. J. KÜHN prov. RIV ADA VIA 2625 ID Tel. 48 7524 dont., Mittwoch, Freitag' 17—20 Uhr Tel. Anmel-j { düng erbeten. Dr. B. Schwarcz! ZAHNARZT;lSTOMEA 2283 — 52-8214! RAYOS X J PARA DENTOSE ■ TgLEF I VORANMELDUNG Restaurant »Paso Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-92591 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehllla MITTAGS- und ABKNDTISCH ron ietzt an auch Sonntag abends geöffnet < \ Anrichten von kleinen Festlichkeiten; | und Banketten '•mWmHtWWVWHWWVWWWWHWUHWMWW BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN CONDE 2318 T. E. 76-7593 — 73- 148 als Abgeordneter einer lokalen Wühlergruppe — im Rat von Garmisch - Partehkirchen. Dazu bemerkt wiederum Scheck: „Weiss man denn nicht dass in massgebenden Stellen des Bundes, der Länder und Landkreise bis zu den Gemeinden tüchtige Männer aus jener (Hitler)-Zeit eingesetzt wurden, ohne dass dadurch das Ansehen jener Amtsstellen im Ausland gelitten hat?” Dieser Aerwirrende Tatbestand ist zugleich erschütternd. Haben wirklich diejenigen Rächt, die behaupten, es habe sich nichts geändert? Es ist doch nicht der einzige Fall, wo ein ehemaliger hoher Funktionär, und der Bürgermeister einer Stadt kann wohl als solcher angesehen werden, wieder in ein Parlament oder in einen Stadtrat gewählt wird. Es ist auch nicht der einzige Fall, dass ein ehemaliger NS-Funktionär, der einen hohen Rang einnimmt, saftige Pensionen bezieht, und dies in einer Höhe, die keinem der Opfer zugestanden wird. Wenn man noca bedenkt, dass auch nicht alle Affären dieser Art in die Oeffentlichkeit dringen, kann man sieb ein ungefänres Bild davon machen, wie die heutigen U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dz. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. , L-. , T. E. 83-2613 1-íMíüt! n. Abono-Preis: B Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. Israel als Bromlieferant Tel Aviv. — Israel bat mit der Ausfuhr von 6.500 Tonnen Brom im vergangenen Jahre die Spitze der Bromlieferanten der Welt erreicht und bereits auch die USA überflügelt. Die Bromausfuhr ergab eine Deviseneinnahme von 3,5 Millionen Dollar. Behörden mit Männern durchsetzt sind, die ihre „Lorbeeren’' in einem Regime erkämpften, das — blutbefleckt und brutal — Pur die Verachtung aller wirk lieh demokratischen und freiheitlich denkenden Menschen hervorrufen kann. Da wird so viel von der zu überwältigenden, aber nicht bewältigten Vergangenheit und stets im Brustton des Beda'uersn gesprochen. Aber geschieht nichts, um einmal radikal mit jenör Vergangenheit Schluss zu machen, die erst in diesen Woehen von aller Welt mit Entsetzen und Abscheu zur Kenntnis genommen wurde. Manche Kreise hatten Angst, dass durch den Eichmann - Prozess ein Schatten auf die Bundesrepublik fallen könne. Wie weit das -Lr Fall ist, bleibe hier dahingestellt. Dass aber dieser Fall des „braunen Scheck” tiefe Schatten wirft, das kann nicht zweifelhaft sein Denn diese Vorgänge zeigen, was ist, und nicht was war... VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN L1PNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTHAHLEM - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG OER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnaöend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNÁNDEZ 2518 T. e 79-8*73 und 73.95« ee Dr. L KLEIN Mcdico j Magen, und Darinkrankheiten * Röntgen Untersuchungen } * SPRECHSTUNDEN: - * * t Montag, Dienstag, Mjttwoch u Freitag von 15—19 UtosJ lEs wird gebeten, sich vorher telefonisch anmmeWen 4 t SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542 s * * >-»-**★*****■* *THHHt**++++*+++*****+*++* * **★ Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernández Radio X — DurchieucMnng — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr

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