Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1898 (1.8.1961)
- Date
- 1961-08-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Woche des hebraeisehen Buches Erstmalig fand in Israel „Die Woche des Hebräischen Buches“ statt, die aber nunmehr eine ständige Einrichtung werden soll. Ursprünglich war geplant, sie direkt im Anschluss an den Unabhängigkeitstag zu arrangieren, sozusagen in Ergänzung und als Gegengewicht zur Militärparade im Sinne der alten talmudischen Losung ,,Saphra We- Saipha“ (Buch und Schwert) denn Israel als „Am-ha-Sepher“, als Volk des Buches soll wissen, dass seine Kraft nicht in den militärischen, sondern in den geistigen Waffen ruht Technische Gründe zwangen aber dazu, die Buchwoche zu verschieben. So begann sie also einige Zeit später, und in allen Teilen des Landes wurden Buchstände errichtet, wo die Vrylagserzeugnisse von 58. hebräischen Verlegern mit 4) Prozent Rabatt (ältere Bestände) und 25 Prozent Nachlass (Neuerscheinungen) verkauft wurden. In Jerusalem wurde der zentrale ,,Duchan“ (Büchervon SCHALOM BEN-CHORIN stand der vereinigten Verlage) vor der Knesset, im Schatten der Riesen-Menora Benno Elkans errichtet. Natürlich haben dièse Buchstände für die Grossstädte nur propagandistische Bedeutung, denn hier gibt es ja Buchhandlungen aller Art, welche während der Buchwoch^ dieselben Nachlässe gewährten. Aber in 21 Olim-Siedlungen und in der fernen Negewstadt Elat boten die Buch-Buden erstmalig ein reiches Sortiment, das sonst in diesen Gegenden kaum verfügbar ist. So wurde das hebräische Buch von Dan bis Elat in dieser Woche planmässig verbreitet. Die Volksaufklärungszentrale ,,Merkas Hahasbara“ im Amte des Ministerpräsidenten. die Kulturabteilung der Histadrut. der Verlegerverband der hebräische Schriftstellerbund, das Erziehungsministerium und die Oitsverwaltufigen bildeten zusammen ein Comité, das sich Hawa’ada Haziburit Hameargenet“ nennt. Dieser Auschuss hat dankenswerterweise einen Katalog der Bestände herausgegeben, die mit 40 Prozent Nachlass abgegeben wurden während die Neuerscheinungen (ausser Lehrbüchern), einen Nachlass von 25 Prozent genossen. Wer sind die Verleger, die» hier auftauchten? Es sind zwei Gruppen Privatverlage und Buchgenpein schäften, wie Am-Oved, der Mapai nahestehend. Siphriat-Hapoalim. der Mapam zugehörig. Mossad Bialik, von der Soehnut subventioniert und Mossad Harav Kock, der zentrale religiöse Verlag, ebenfalls von der Sochnut mitgetragen Aber trotz dieser grossen BuchgemeinsCbaften blüht das private Verlegertum. Neben altelngeführten Verlagshäusern sieht man neue Verlagsunternehmungen, die jeweils besondere Interessengebiete pflegen. Das Leo fiaeck Institut sucht folgende Jährgängevder ZEITSCHRIFT IM DEUTSCHEN REICH 4. Jahrgang. 1898 5. Jahrgang. 1899 6. Jahrgang. 1990 18. Jahrgang ... 1912 28. Jahrgang. 1922 Wer diese Jahrgänge besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 83-2613) PUBLIKATIONEN DES I FO B.4ECK INSTITUTES SCHRIFTENRElHE VVISSf.NSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C B MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN SOEBEN ERSCHIENEN: Year Book V 1860 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in enalischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED A des Leo Baeck-Instituts Anmeldury.n im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pueyrrtdón 2190, 1* iiq, (83 2613) Wie kann man sich in diesem Meer von'.Büchern zurechtfinden? Allmonatlich gibt der hebräische Verlegerverband eine ganz vorzügliche, schön ausgestattete Gratis-Zeitschrift „Hassepmer be-Jisrael“ (Book News from Israel) heraus, wo übersichtlich nach Gebieten geordnet, die Novitäten angezeigt und kurz besprochen werden. Das hebräische Buch ist heute bereits auch ein wichtiger Exportartikel. Und so hat der Verlegerverband seine Zweigstellen in New York, Buenos Aires, London. Paris. Amsterdam und Johannesburg. Er gibt ausserdem in englischer Sprache eine Vierteljahresschrift bibliographischer ■ Art ,,The Israel Book Publishers Quarterly“ heraus, die es dem Buchhändler, im Ausland. der selbst nicht hebräisch liest, ermöglicht, sich mühelos zu orientieren und seine Bestellungen vorzunehmen. Auf dem Gebiet des hebräischen Buch - Exportes sind natürlich Judaiea führend. Heute gibt es keine judaistische Bibliothek mehr' auch nicht an Universitäten und christlich-theologischen Seminaren, die nicht ihre Bestellungen in Israel machen müsste. Die Tätigkeit dieser Institute wird noch durch die alteingeführte Zeitschrift „Kiryat- Sepher“ ergänzt, eine wissenschaftlich - blibliographische Revue, die von der Universität;-- und Nationaibibliothek in Jerusalem herausgegeben wird. Das jüdische Buch im engeren Sinn hat in Israel eine Renaissance erlebt wie noch ni’. Ein Beispiel; in eilen Jahrhunderten zusammen wurden nicht so viele Talmud-Exemplare verbreitet wie hier in wenigen Mon«ten .als beid.-. Abendzeijungen des Landes es übernahmen. billige Volksausgaben des Babylonischen Talmuds zur Subskription aufzulegen. Während wissenschaftliche Mischna-Ausgaben im Ausland nur Bibliotheken und Fachgelehrten zugänglich sind, wurden in Israel die ounktierte Mischna-Ausgabe von Prof. Albeck durch eine Tageszeitung und den Mossad Bialik in Tausenden von Exemplaren verbreitet. Bialiks, alter Traum der ,,Knesset“, der Einsammlung des klassischen Literaturgutes 3h mustergültigen modernen Ausgaben, schreitet so seiner Verwirklichung von Jahr zu Jahr zu. Aber, auch was Juden in allen Sprachen der Welt geschrieben haben — in deutscher. englischer, französischer und natürlich in der jiddischen Volkssprache — findet jetzt in mustergültigen -Uebersetzungsn seinen Weg zum hebräischen Leser. Hebräisch, so lange eine scheintote Sprache (tot war sie niemals), ist aus ihrem langen Dornröschenschlaf erwacht und nicht nur zu einer modernen Literatursprache geworden, sondern auch ein Medium der Vermittlung geistiger Werte. Ein bekanntes Wort Ghandis wurde angewandt; ,,Alle Winde der Welf sollen durch ipein Haus wehen, aber sie dürfen mich nicht zu Boden werfen“. Genau das ge- LITERATUR i Der Vor hundert Jahre'n, am 3. Mai 1861, wurde die grosse Synagoge in Stuttgart in der Hospitalstrasse eingeweiht, nachdem vorher, seit 1837, eine kleinere Synagoge in der nahegelegenen Langestrasse gestanden hatte. Die Einweihung fand unter starker Anteilnahme der jüdischen und nichtjüdisehen Bevölkerung im Beisein der staatlichen und städtischen Befc'rdenvertreter statt. Die Weihorede hielt der Oberkirchenrat Dr. Joseph von Maier, der erste Rabbiner der Stuttgarte-- Gemeinde. Von RABBINER 7 Dass er diesen meikwiirdigen Titel trug und den persönlichen Adel besass. ist nur aus den damaligen Verhältnissen eines liberalen Zeitalters in einem liberalen. Land zu verstehen. Die Rechtsstellung der Juden in Württemberg' war durch die teilweise Emanzipation wesentlich günstiger als in anderen Staaten, die Verfassung der jüdischen Religionsgemeinschaft war der der christlichen Religionsgemeinschaften so weitgehend angeglichen, dass sogar der Synagogenvorsteher als Kirchenvorstehejbezeichnet wurde und der erste Rabbiner der Gemeinde Stuttgart den Titel Obe-rkirchenraf führte-. Ausserdem wurde Dr.- Maie;- und auch sein'Nachfolger. Dr Moses Wassermann, mit dem Friedrichsorden ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung war der persönliche, nicht erbliche Adel verbunden. Maier war so der erste Rabbiner in Deutschland, der in den Adelsstand erhoben wurde. Während meiner Dienstzeit in Stuttgart hing in meinpm Zimmer sein Bild: ein Feue.kcpf mit sprühenden Augen. sehr an seinen jüngeren Zeit- und Gesinnungsgenossen Abraham Geiger er- ■ innernd, ohne Bart, und auch ohne Kopfbedeckung, der Typus des damaligen, modernen Rabbiners, der sich möglichst nicht von der Umwelt unterscheiden wollte. Joseph Maier wurde am 24. April 1794 in der winzigen Gemeinde Laudenbach im Oberamt Mergentheim geboren (nach einer andesen Angabe an einem noch kleineren Platz Fruchtlingen bei Tübingen). Nachdem er eine jüdische Elementarschule in Württemberg besucht hatte, ging er mit fünfzehn Jahren auf die Talmudischc Lehranstalt in Fürth und später in Mainz. Hier erwarb er auch die Vorkenntnisse für das höhere Studium, für welches er eine Vorprüfung in Stuttgart bestand. Erst 1824 bezog er die Universität Heidelberg, auf der er sechs Semester Philosophie. Philologie und Theologie studierte. Bei einer Prüfung beim Königlichen Studienrat in Stuttgart 182' erhielt er das Prädikat ..vorzüglicher Tüchtigkeit“. Er war dann Religionslehrer in Frankfurt a. M. Das ihm angebotene Predigeramt in Kopenhagen lehnte er ab, weil das wärtt.mbergische Ministerium dev Wunsch ausgesprochen hatte, seine Dienste den heimischen Juden zu widme . Pr promovierte in Tübingen mit einer latent sehen Dissertation über jüdische Dogmengesehich». 1832wurd*> er zum ersten Rabbiner deerst kurz verher gegründeten Gemeinte Stuttgart gewählt, wuilt bald theologisches Mitglied und später auch Vorsitzender der Oberkirchenbehörde und erhielt '838 den Tiiel Oberkirchenrat. Die. völlige Identifizierung des ^Staates mit den Religionsgemeinschaften, also schiebt. Wind und Geist . Ruach“ ist im Hebräischen ja dasselbe. Alle Geisteswinde blasen durch die israelische Buchproduktion. Ein besonderes Comité, dem bis vor kurzem der Ministerpräsident angehürt hat (jetzt ist er in den Schmollwinkel getreten, weil einige Professoren des Ausschusses, wie M. Buber und H. Bergmann, ihn in ganz anderen Zusammenhängen angegriffen haben), sorgt dafür, dass das Beste aus allen Literaturen von Plato bis Goethe in mustergültigen hebräischen Ausgaben ediert wird. Weit weniger wird die eigene hebräische Literatur übersetzt, aber europäische und amerikanische Verleger beginnen, sich dafür zu interessieren, und das hebräische Buch schlummert nicht mehr hinter einer „chinesischen Mauer“. Von besonderem Interesse ist natürlich das hebräische Kinder- und Jugendbuch. Während kaum 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Israel einen Zugang zum hebräischen Buche hat, ist das hebräische Kinder- und Jugendbuch Allgemeingut des Volkes. Es gibt unter den israelischen Kindern keine Analphabeten mehr, denn der staatliche Schulzwang hat auch das orientalische Mädchen von diesem Fluch der Jahrhnn. derte erlöst. Und natürlich ist es das hebräische Aleph- Beth, das die Kinder zu. nächst lernen, damit den Zauberschlüssel zum Sesam- Oeffhe-Dich einer unübersehbaren Fülle von Schätzen erhaltend. Schon der weise Kohelet hat festgesteilt. dass des Biichermachens kein Ende ist: ..Laassot Sepharim eju Kejz“. Und in diesem Sinne ist die Hebränscne Buehwoche 5721 nur ein Beweis eines weiteren Wortes dieses Weisen, das sich hier als Paradox erweist. Gerade die vielen neuen Bücher bevei. sen. dass es „nichts Neues unter der Sonne“ gibt. Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — “Temäticos in Qroesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 ecq. CABILDO ein Staa hier ne - auch st Der Rai amter. vom SU ¡ei D'1 Gameint Vorsitze chenbeh dieser mann fiuss. D fügunge: gar ßef; konnte seinen V Maier Geciar.k: einen m tesdienst litbche gab auf sehen 18 heraus: Jisrael. Gebraut! rieht in < ligion un und häus rung dei nigreich Oberkirc die Verv cbes bei im Relii Aber die Maier se der wun dem tra dienst F und ven allgemei wohl die tat der zur Yei te sie Willen In je: ge fort; di; h über g( zur i Gottesd auch de zu bera Anregui ger di« liberale nem ( Wi-vbai ersten lung w; biner x unter t 1 Som . Mor Die: Mitl i Son: Die: