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Jüdische Wochenschau · 1961-07-21 · 1895 (21.7.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1895 (21.7.1961)
Date
1961-07-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 21 de Juli« de 1961 Año XXII. — Ne. 1895 L A Die Schuld der Gebildeten (Schluss von Seite 1> , Gedaftken bewegt, dürfte wert. Der Sturm der Ent- „ , , ... 'der Deutsche Bundestag ge-irüstung über die Tatsache, „eben waren, schneidig über-. wesen sein, als er sich jetzt dass auch heute noch Nazi- Avunden unterdrückt und j Zu dem Beschluss durch- Richter im Amt sind, sowie erstickt die rang. mit den Richtern der' die allgemeine Kritik an ihnen durch eine gute Schu-, Nazizeit aufzuräumen. Er-. diesem Zustand innerhalb le aneizogen waten. ,.Kur staunlich bleibt die Tatsader Justizbehörden haben | che. dass die Bundesrspubewirkt, dass sich der Bun- | blik bis zum Jahre 1961 ge-, destag zu einer Aktion entwaldet hat, um dieses tief ■ schliesst, die eigentlich im i finstere Kapitel abzuschlie-, Verwaltungswege längst hät- I ssen. Noch immer sitzen te durehgeführt werden Richter in der Bundesrepu- ’ müssen. Warum ist hierfür , blik. die an Bluturteilsn be-, überhaupt ein Gesetz erforteiligt waren. Wenigstens derlich? Die Notwendigkeit , diese Herren will man ausist doch hur darin begrün-! schalten. Natürlich wird es nicht möglich sein, alle zu j eliminieren, die mitgemacht haben, dann würden nämlich sehr wenige übrig bleiben, wenn man von den jüngeschürfenden, posthumen Deren Jahrgängen absieht. klarationen werden jemals j Man geht diplomatisch irgendetwas an diesem! vor. Alle Richter, die wühschauderhaften Sachverhalt rend der nationalsozialistiändern. Als jüngst irgendei-! schen Zeit an Terrorurteiner der ungeschlachten KZlen mitgewirkt haben, sollen SEMANA ISRAELITA * " * nicht zimperlich sein”, sag-1 ten sie zu sich selbst. Eichmann sprach hierüber, er' sprach von sich! aber er, sprach von ihnen allen. Sie alle beruhigten die Reste ihres Gewissens einfach dadurch. dass =ie sich als ausführende Organe bezeiehnet en und sich selbst zu ln-1 strumenten des höheren Befehls degradierten .. Das ist ihrer aller Schuld. Keine schöngeistigen Redensarten und keine tiefdet, weil die zuständigen Verwaltungs - Körperschafj! ten nicht die erforderlichen! Schritte untex nommen haunter Hitler alles h^rgegeben, um diesen besonders , ben? Man braucht doch nur traurigen Teil der nicht n0ch einmal in dem Buch i überwundenen Vergangen-1 zu blättern, das der früheheit auszulöschen und reire Landgerichtspräsident in nen Tisch zu schaffen. Obwohl man immer hauptet hat, dass es Keine privaten Repressalien Jerusalem. — Der Omnibusverkehr durch ein dicht bewohntes jerusalemer Viertel, in dem hauptsächlich Ultraorthodoxe leben, wurde fast zwei Tage von der Omnibusgesellschaft Hamekasher eingestellt. Dies stellte eine private Repi-essalie der Gesellschaft gegen die Bewohner dieser Gegend dar, die am vorhergehenden Schabbat gegen Omnibusse dieser Linie Steine geschleudert hatten. Bürgermeister Osh-Shalom kündigte in einer Stadtverordneten-Sitzung an, dass die Stadtverwaltung und Bevölkerung Jerusalems keiner Privatperson gestatten würden, sich selbst Recht zu verschaffen und ersuchte am darauffolgenden Tag die Gesellschaft, die Omnibusse wieder verkehi-en zu lassen. Am Mittag dieses Tages kam die Gesellschaft dieser Aufforderung nach und nahm den Dienst normal auf. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, T? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. Bonn, Dr. Hubert Schorn, be-j vor ei ligen Jahren veröfsich fentiieht hat. nur um gezählte Personen! Wer in diesem Wei'k ,,Der Dritten Reich” TERRORURTEILEN beteiligt waren, die Möglichkeit, sich auf eigenen Antrag zurückzuziehen. Damit wird ihnen die Möglichkeit eines vernehmen Rückzuges gewährt. Ausserdem erhalten [ sie ihre volle Pension, als ' wäre nichts geschehen . Die Ausrede, man müsse sehuss des Bundestages soll sonders auffallende Fehlur-; Richtir Verbrechen darstel-, gebrochen hat. Mph \ivw* r ii.n P47 rmrfoiit 4 a,*i __^ „ ___ i,_- ~, Schinder, der vielleicht noch durch das neue Richterge- .handelt, bestanden seit lan- Fk.h1e. im nicht einmal eine Volks- | setz die Gelegenheit erhalj gern ernsthafte Zweifel, wie , wird zornerfüllt fest-1 sonst eine Verfassungsände oder Dorfschule absolviert ten. binnen eines Jahres weit die deutsche Justiz von i stellen müssen dass die runS herbeiführen, wirkt hatte, vor seinen deutschen; freiwillig in den Ruhestand den Nazi - Gedankengängen darin «»espliildert-n Mass l wenig überzeugend. Denn seineCrBrutaUtäten- Ä.5ÄIS «Ü* 5"^„Üf nahme„\on Richte"™ gegen ' Hichter^ der .das Recht antworten, empört ausgerufen hat, dass man die Kleinen hängt, die Grossen aber laufen lässt, war er mit dieser Bemerkung erstaunlich nahe der Wahrheit gekommen. Denn noch sitzen die grossen Herren, die Intellektuellen. die feinen und die gebildeten Leute in ihren aPen Amtsstellungen und haben die Möglichkeiten. den Rauchschleier ihrer Bildung mit Hilfe ihrer sich, wie die FAZ mitteilt nach langen Beratungen darauf geeinigt haben, diese Formel zu akzeptieren, um einer Verfassungsänderung im Augenblick aus dem Wege zu gehen. In einem von allen Fraktionen gebilligten Entschliessungsteile und dis in manchen Bundesländern herrscheni den Zustände haben in der 1 Oeffentlichkeit erhebliches Aufsehen erregt. Man denke j nur an die Vorfälle in Schleswig - Holstein oder I Bayern, an die Fälle Sawa- ■ de-Heyde und den KZ-Arzt antrag wird gefordert, dass Eisler. Man könnte auch alle jene Richter, die von Fälle zitieren, die für die len, die nicht weniger verabscheuungswürdig als die Quälereien in manchen Gefängnissen und Lagern gewesen sind. Man wird aber auch verstehen, warum Hitler sich an der Macht halten konnte: er fand selbst im ..unabhängigen” Richterstand Handlanger, die mit den höchsten Titeln noch dieses Gesetz verabschieden will. Man hätte es als eine Geste ansehen können, wenn das Entschädigungs - Sehlussgesetz auch noch von diesem Bundestag behandelt und abgeschlossen worden wäre, um die Opfer derer zu schützen, die nunmehr durch ihren freiwilligen Rücktritt mit einer vollen Pension prämiiert werden. Die positive Seite dieser Angelegenheit, ist die Eliminierung der Blutrichter. Sie kommt zwar spät, aber sie wird doch durchgeführt. Dass damit aber die Schuld der Intellektuellen abgedeckt wird, kann niemand! ernsthaft glauben. Ein dieser im Gesetz vorgesehe-1 deutsche’ Öffentlichkeit we-jund Aemtern zu den schändist immer aus dem Dienst zu entlassen. Er geniesst nicht den Schutz der Verfassung, da er ein Verbrechen begangen hat, das zu den schwersten gehört, die ein Mensch in I dunkles Kapitel hat mit dieeinem Rechtsstaat begehen! ser Massnahme noch längst nen Möglichkeit keinen .Ge-' niger aufregend sind, z. B. brauch machen, nach einer! die Methode, mit der Ge- Beziehungen über eine un-! Verfassungsänderung aus richte die Ansprüche der bewältigte, schaurige Verihrem Amt entfernt wer-, Verfolgten abdi'ehen. und gangenheit zu legen j den und damit auch ihre nicht nur Gerichte. Da wa- R ,, uowns-xspin c. “““ >-“* — ——i —- Vcn diesen oder ähnlichen Ruhestandsb-ezüge verlieren. ren die Nazilieder singen-| “ass Ö,a7S,1E! begangen, das um so grösser j Rolle. _.___- De- Entwurf eines Richterden Assesoren in Wiesba-1 des ., ' s 1 ist, weil er allein durch sei-. War vswwwwmvwiuwwvj! gesetzes soll mit diesen Er- 2 2 eenzungen noch in dieser | lichsten Rechtsbrüchen bel reit waren. I Diese Leute haben dazu entscheidend beigotragen, kann. Eigentlich würde es schon genügen, dass sich ein Richter dazu hergibt, Diener des Unrechtsstaates zu sein. Dass er an Terror - j Urteilen teilgenommen hat, ' stellt ihn aber ausserhalb des Kreises der Menschen, die Recht sprechen dürfen. Denn er hat ein Verbrechen nicht seinen Abschluss gefunden. Die Alten haben offenbar nicht den Mut, die in erster Linie den Deutschen selbst gestellte Frage und Aufgabe zu lösen. Vielleicht spielte das eigene Schuldbewusstsein _ dieser Generation hierbei eine entscheidende und hindernde Í ) s Dr. FREY! A h n s a á o PUEÏRREDON 1190 1* nq. . nachm IS—18 Uhr REAL PEIN «> 6» 4* i> * ¡[Füllhalter % j; REPARATUREN J; [ Spezialgeschäft i;[ CORRIENTES 569 | j; IE. 45-5850 l HWMMWWWWWV : Legislaturperiode vom Bun- 1 destag verabschiedet wer- ’ den. Diese Massnahmen und Beschlüsse sind bemerkens- HOTEL “LUCKY GARDEN” 1. Categ. — Lsp. c. ba¬ ño priv. - Precios econ. 2 cuadr. subt. Santa Fe est. Agüero — Todo eonf. — Tel int., calef. BERUTTI 2876 Telrfs. 84-4212 y 84-3081 wurde. Ohne diese Voraus Setzung wäre manches im Dritten Reich nicht möglich S gewesen. Das ist die Schuld ' der Intellektuellen. Sie ist ncch längst nicht beglichen. I Da diese Regelung aufoad.en, da gibt cs eine Praxis , des Bayerischen Landesentsehäüigungsämtes und der :dazugelicrenden höheren Instanzen, da gibt es das Bestreben, anderer Dienststeljlen, di? gerechten Ford?- j sein, während die höchsten! Nazibonzen und intellektuellen Komplizen Eichmanns I hi«raus entnehmen, dass ge- I und der anderen ..ausfüh-■ W*SS2 Widerstände vorhan- : renden” Organe höchste 1 den waren. Die vorgeschlai Pensionen beziehen. Das ist . Sene Ordnung der Angele- - - ■ genbeit trägt auch alle Anzeich~n eines (faulen) Kom- ¡premisses. Immerhin erhal- Warten wir also ab, ob die Jugend den Mut _aufbringen wird, Entscheidungen zu fällen, die für die Zukunft wichtig sind, für eine bessere Zukunft, in der die Grundsätze der .Menunri der Men* Verhandlungen zustande ge-1 nur nebenbei registriert sei. j schenwürde von den Intelkommen ist. muss man An sich ist es erfreulich, lektuellen verteidigt und dass der alte Bundestag nicht gebrochen werden. nen Beruf gezwungen gewesen wäre, das Recht zu verteidigen. 1 Pensionen will man ihnen auch zahlen, die sich-rlich um vieles höher sind als J. Liebling; FOURNIERE — | SPERRHOELZER j DIAZ VELEZ 5224 •) «6 i T. E «3-2343/0340 y 302) f Propiedades Frankenberg berat áie Kosteoios und unveroindlieft oeim Kaut oaer Verkauf von CESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER McnuUa Pedraza 2530 pl o. Dp. B T. E. 70-7244 JUDITH SCHEN K0LEWSKI KULfUSSTlCKEREIEN Schabdosdeeken - Tallisbeute. Säppchen . Maz. zot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEßEDERO 2585 T. E. 73-9155 in Ordnung? Vielleicht wird die Oeffentlichkeit einmal darüber aufgeklärt, aus welchen Gründen ein neues Richtergesetz überhaupt erforderlich geworden ist, wo es | doch selbstverständlich sein müsste, dass die Richter, die an nazistischen Bluturteilen mitgewirkt haben, eigentlich niemals in den Dienst der Bundesrepublik hätten gestellt werden dürfen. Und genügt es wirklich, dass nur diejenigen ausgeschaltet werden sollen, die an „Terrorurteilen” mitgewirkt haben? Wozu haben sich deutsche Richter ten diese Herren, die an iAiaitha <?tu .apQCLUX HUTSALON Jetzt in D e I g r a ü o ] MOLDES 2 5 6 1 S T. E. 73-9229 j 73-9155 Jacobo M. Lapiduf dipl. Mohel TUCUMAN 2396. V> J T. E.: 48-2124 j Dr. i B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMEA 2283 — 52-8214 i j RAYOS X f PARA DENTOSE i TELEF. * VORANMELDUNG •NERVEN, n. GEMÜTS! i KRANKHEITEN | I Dr. M. J. KUHN t I prov. t RIVADAVIA 2625 III * Tel. 48 7524 t 4ont.. Mittwoch, Freitag 117—20 Uhr Tel. Anmel- » düng erbeten. 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Freitag von 15—10 Uhejj pEa wird gebeten, sch vorher telefonisch ansumetden.i {SANTA FE 1391 * T. E. 44-9493 u. 44-15422

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