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Jüdische Wochenschau · 1961-07-18 · 1894 (Fragment) (18.7.1961) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1894 (Fragment) (18.7.1961)
Date
1961-07-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Martes, 18 de Julio de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1894 — 3 CHMANN Wi IMMER (Fortsetzung von Seite 1) gewesen ist. Dann bat Eichmann die Richter, sie mögen ihm nach dem Urteilsspruch di; Möglichkeit geben, ein Buch zu schreiben. In diesem Buch will er seine eigenen Gesichtspunkte über die ganze Frage entwickeln und diese der Welt bekannt geben. Dann sagte er: ,,Es möge geschehen, was auch immer geschehe; von Anbeginn an habe ich in dieser Angelegenheit eine illegale und schreckliche Tat erblickt.” Dann beteuerte er, es würde ihm leid tun, dass er sich gezwungen gesehen habe, an den Ausrottungen durch den Transport der Juden in die Vernichtungslager teilnehmen zu müssen. ,,Aber das war ein Befehl. den mir mein Vorgesetzter gegeben hat. Es hat mir einige Genugtuung und Erleichterung gegeben, dass ich meine Vorgesetzten für diese Verbrechen in meinen Gefühlen verantwortlich machen konnte und verantwortlich gemacht habe. Von diesen Vorstellungen und Gefühlen war ich erfüllt, und deswegen habe ich mich selbst auch nicht für verantwortlich oder schuldig gefühlt. Ich habe bei mir gedacht, hierfür bist du nicht verantwortlich. Mir hat schon die eigene Schuld genügt, auch wenn ich für die Mord; keine Verantwortung fühlte und trug...” Eichmann teilte dann dem Gericht mit, dass er den Nazi-Ideen und Parolen abgesagt habe, nachdem Hitler gestorben sei. Nach der Zertrümmerung des Dritten Reiches habe er sich vom l Nazismus losgesagt. Dies war keine abrupte, sondern | eine allmähliche Sinnesänt derung. WIEDER VERSTOCKT Nachdem der Angeklagte unter dem geschickten Verhör des Generalstaatsanwaltes sich zu einigen Eingeständnissen bequemt hatte. zeigt« er sich in der darauffolgenden Sitzung wieder verstockt. Offensichtlich hatte er sein Selbstgefühl wiedergefunden. Jedenfalls verfiel er auf seine alte Taktik, alles abzustreiten und die Verantwortung entweder auf seine Vorgesetzten oder seine Untergebenen abzuwälzen . Eichmann bestritt den Wert der Tonbänder, die mit seinen Erklärungen von einem holländischen Nazi- Journalisten aufgenommen worden sind. Er leugnete, dass die Korrekturen von ihm gemacht worden seien. .(Bekanntlich hat der holländische Journalist Stassen, der auch ein hoher SS-Offizier gewesen sein soll, die Berichte Eichmanns auf Tonbänder in Buenos Aires aufgenommen). — Eichmann hatte sich im Laufe des langen Prozesses bereits einmal zu diesem Fragenkomplex geäussert. Er wiederholte im wesentlichen seine Aussage: „Ich habe unter dem Einfluss des Alkohol gestanden. Stassen versteht auch nicht richtig Deutsch. Mein Gedächtnis hatte mich im Stich gelassen, als ich niederschrieb, dass der Jude ein Feind sei und vernichtet werden müsse. Im übrigen heisst das noch nicht, dass er ausgerottet werdenmüs- | Der Generalstaatsanwalt! wollt« dann wissen, aus ¡welchen Gründen Eichmann seine Erklärungen auch! dann noch fortsetzte, nachj dem er bemerkt habe, dass | Stassen sie nicht korrekt i niederschreibe. | „Verstehen Sie mich doch. : Ich war zufrieden, jeman- | den gefunden zu haben, mit; dem ich diskutieren und , die früheren Geschehnisse | kommentieren konnte.” — ( WEITERE j ZUGESTAENDNISSE ] Eichmann gab schliess-! 1 lieh zu, dass er die Befehle, | : die er selbst üb;r die Verschickung von Juden in die i Ausrottungslager erhalten I hatte, an andere weiter-. gab. „Ich musste das tun”,! fügte er hinzu. Dass er der verantwortliche Offizier für j die Ausrottung der Juden in ' i Europa gewesen sei, bestritt,! Eichrpann fmmer wieder. | Es wurde ein Befehl aus! 'dem Jahre 1942 erörtert.! Damals war angeordnet |! worden, dass 10.000 Juden,. | die für keine Arbeit geeigj! net gewesen seien ,in die j Gaskammern von Ausch-1 I witz geschickt werden. Der |; Angeklagte bemerkte hier-: j zu, dass dieser Befehl von; Heinrich Himmler selbst! | gegeben -worden sei, dass j | er aber den Befehl an Theo-1 ■ dor Dannecker habe weiter- I geben lassen, der sein Re-1 präsentant in Frankreich' gewesen ist. Eichmann i *-********#******#4Hi-5fr#*-»**-:<-#**-X-*****-****-* I MALERARBEITEN I j|* jJj | Günter Stern, H. Rosenhain * ♦ I.EANDRO N. ALEM 253« MUNRO* | T. E.: 795 8710 o. 740-1925 * I Teppichhaus - M. Höchberg] ♦ UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKrüPFTEN ♦ f TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN I ♦ ’¡’UER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦? 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Die Redensarten wiederholten sich monoton: „Ein Mann in meiner Position musste alle Fragen der Entscheidung seinen. Vorgesetzten unterwerfen, um aul jeden Fall den Beleg dafür zu haben, dass er einen Befehl ausgeführt hat. Auf eigene Verantwortung durfte er nicht tätig werden. ’ — Das ist eine immerhin eigenartige Stellungnahme eines Mannes, der im Range eines Oberstleutnants der SS und Geheimpolizei gestanden hat. HAUSNER FRAGTE Da Eichmann sich resigniert, aber gleichzeitig au-. sserordentlich wendig zeigte, stelte ihm Hausner einige Fragen, die il-n aus seiner Ruhe wecken sollten,! nachdem der Angeklagta 27.000 Juden Amsterdam. — Einer Umfrage zufolge, die vor einiger Zeit in den Niederlanden von , einem Ausschuss der Stiftung für jüdische | Wohlfahrt veranstaltet wurde, leben iu Holland heute etwa 27.000 Juden. Im Ver- : gleich dazu waren es 1941 I rund 140.000 und 1947 ca. , 14.000. j Etwa drei Vier.el der hol- ‘ ländischen Juden sind in den Städten Amsterdam, ‘ Rotterdam und Den Haag ansässig. (ITA) immer wieder mit seinem ¡„Jawohl” geantwortet hat-1 te. Hausner: „Waren Sie : i eigentlich Obersturmbannj I fiihrer oder eine einfache ,!Ordenanz?” — „Wollen Sie damit sagen, dass General; I Müller den Brief diktiert j hat, damit sie ihn nachher , | unterschreiben?” — Bei ei- I ner anderen Gelegenheit bemerkte Hausner auf die Ant-! Worten des Angeklagten: „Armer, elender Wicht.” j | Hausner: „Sie waren; I Obersturmbannführer, aber [ ' Sie besassen überhaupt kei- ,! ne Autorität oder Befehlsge-; Walt?” | j Eichmann: „Ich habe nur ( 1 das Recht gehabt, die mir j erteilten Befehle zu erfülj! len. Das war meine Pflicht als Leiter einer Abteilung, j i Ich habe mich immer gehii- I tet, von meiner vermeintlichen Autorität Gebrauch zu j machen, dafür war ich bej kannt.” — j Sehnervös wurde der Angeklagte, als Hausner j ihn über einen Befehl be-1 AUS fragte, der von ihm unterzeichnet worden ist. In diesem Befehl war die Deportation von Juden in eines der Arbeitslager des europäischen Ostens angeordnet worden. Eichmann: , Ich bedauere, mitleilen zu müssen, dass ich diesen Befehl nicht gegeoen habe. Ich bedauere das, weil es nicht der Wahrheit entspricht.” Daraufhin griff der Präsident des Gerichtshofes, Richter Moshe Landau, ein und fragte: Was soll das bedeuten Sie bedauern’?” — „Es ist für mich nicht angenehm, hier zu stehen, und auf alle Fragen zu antworten, das ich eben nicht der Verantwortliche für die mir zur Last gelegten Taten bin. Ich bin schon an einen Punkt angelangt, dass ich zu sagen bereit bin, dass ich die Schuld ar allem habe, obwohl dies durchaus nicht der Fall ist. Wenn die Dokumente nicht verbrannt worden wären, könnte ich alles beweisen.” — INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas DESCANSE í i as ANDONAEGUI 1270 Buenos Aires T. E: 51 - 4810 Seguros Schottlaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T.E.: 82-1732 í ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL i 5 Dr. Hardi Swarsenskyj ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE f W i i ] AUTO - REPARATUR - WERKSTATT! I „BEÑO” ¡ i 77 i BEÑO HUTSCHNECKER i Avda. CONSTITUYENTES 4902 L (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Artife* Herrenbekleidung Maipú 982 T. E. 31-0357 Herrenausstattung Mcripú 484 I T.E. 31-7845 Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15—18 Uhr VERREIST: AB 24. JULI BIS 29. AUGUST Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 16—19 Uhr PUEYRRED0N 2190 esq< Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613 tt mmmtM m ■M C.i^l '-'Ba

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