Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1882 (6.6.1961)
- Date
- 1961-06-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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I Martes, 6 de Junio de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1882 — 3 Eichmanns Aasrottangsplan (Fortsetzung von Seite 1) mund Veesenmayer, der damals der deutsche Botschafter in Ungarn gewesen ist. Am 18. Oktober 1944, kurz nach der faschistischen Revolution in Ungarn, die das Regime Horrthys stürzte, weil Horthy zu einem Separatfrieden mit den Alliierten gelangen wollte, berichtete Dr. Veesenmayer dem nazistischen Auswärtigen Amt, dass Eichmann unmittelbar nach dieser Revolution nach Budapest -zurückgekehrt sei. Er hatte Ungarn bereits verlassen, nachdem er den ersten Teil seines Ausrottungsprogrammes abgeschlossen hatte. In dem Bericht heisst es dann . weiter, - dass Eichmann mit Andor Szalasi,- dem Nachfolger Horthys, zu einem Abkommen gekommen sei, dass 50.000 Juden, die sich in einem gutenphysischen Zustand befinden. nach Oesterreich geschickt werden, um. dort Befestigungsarbeiten durchzuführen. Sodar.n fügt Veesenmayer in seinem Bericht hinzu, Eichmann wolle weitere Deportationen von 50.000 aus Ungarn durchführen..bis alle Juden aus Ungarn fortgebracht sind. Eichmarm habe sich einem Befehl Himmlers widersetzt, 41.000 Juden aus Ungarn vor dem Tod in den Gaskammern zu retten. In dem Bericht wurde ausdrücklich hervorgehoben, dass Eichmann im Falle der Notwendigkeit entschlossen ist. sich die. sem Befehl nicht nur zu widersetzen. sondern ihn auch zu sabotieren. Die ..Rebellion” Eiehmanns gegen die Befehle Hitlers and Himmlers wurde in einem Telegramm Veesenmayers ausdrücklich hervorgehoben. das vom 25. Juli 1944 datiert ist. Dieses Telegramm wurde von der israelischen Staatsanwaltschaft dem Gericht als eines der stärksten Beweismittel unter den bisher ' rund 1-800 Dokumenten vor- I gelegt. Nach Veesenmayer ’ bezeichnete Eichmann diese 41.000 Juden als ein ..biologisch sehr wertvolles Ma. i terial”; die Auswanderung 1 dieser Juden nach Palästina sei in höchstem Masse : unerwünscht, sagte Eichmann. Veesenmayer berich. | tete weiter, es sei die Ab- | Sicht Eichmanns, sich di- ■ rekt an Hitler zu wenden, um eine Aenderung des 1 Himmlerschen Befehls durchzusetzen. Veesenmayer berichtete ferner, dass Eichmann alle weiteren Deportationen in einer schnellen Aktion durchzuführen j beabsichtigte, bevor die 1 Formalitäten dieser Auswanderung abgeschlossen seien. 1 Ausserdem habe Eiehmann geplant, so berichtete Veesenmayer, für den Fall, dass einige Juden die Aus*. wanderuhgs - Erlaubnis in westliche Länder erhalten werden, die Züge anzuhal- .ten, wenn sie über die fran- I zögische Grenze fahren werden.' Der zweite israelische j Staatsanwalt Gavriel Bach wies darauf hin. dass diese ¡Telegramme und Informationen Veesenmayers nicht nur die Schuld Eichmanns unter Beweis stellen. Ausserdem geht, so sagte der Ankläger, aus diesen Telegrammen Veesenmayers eindeutig hervor, dass sich; Eichmann ohne weiteres direkt an Himmler wenden konnte, ohne seine unmit- , telbaren Vorgesetzten in der Gestapo in Anspruch zu nehmen. ZFTJGIN DES TODESMARSCHES i 1 Als nächste Zeugin trat Frau Aviva Fleischmann auf. die den Todesmarsch selbst mitmachen musste. Sie berichtete über viele ■ furchtbare Einzelheiten dieses teuflischen Marsches, der von Eichmann erfunden und angeordnet worden ist. um Juden zu töten. Unter denen, die auf den Todes- H- E -Kohv-UT^. 1 TeRRrchbaus -1 Hochberpf z ♦ XUNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEXr'üPFTEN ♦ ♦ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN $ X ^UER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ Eigen« Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung g | Auf Wunsch Zahhmgserleichternngen ♦ f MASCHINEN TEPPICHE I» ALLEN FARBEN UND i 2 GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS ♦ T MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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DIE SPANNUNG DER SS Im Zusammenhang mi‘ den Zeugenaussagen und Dokumenten-, die über die Vernichtung der ungarischen Juden vor dem Gerichtshof ausgebreitet wurden, präsentierte der zweite Staatsanwalt Gabriel Bach, eine Reihe von Urkunden. aus denen sich ergibt, dass innerhalb der SS erheb.iche Spannungen geherrscht haben. Staatsanwalt Bach verlas eine Vernehmung des SS-Offiziers Kurt Becher, die dieser im Verlauf . der Nürnberger Prozesse im Jahre 1947 gemacht hat. Becher lebt bekanntlich heute frei in Westdeutschland und ist niemals verurteil^ worcen, da für ihn u. a. auch Jcrel Brand positiv ausgesagt hat. Becher erklärte im Nürnberger Prozess, dass er und; VERANTWORTUNGSLOS: „Wenn sich s«’n Eichmahn gleich nach dem Krieg aufgeder Major der SS Otto Winj hängt hätte, brauchte man jetat keine Gewissensbisse zu haben.” kelmann. welcher der Chef j (aus einer deutschen Zaitung) der Nazi-Polizei in Budaj----- pest gewesen ist, sich an e[ne Gruppe wurde von ' Der Staatsanwalt Bach er- Hitler erklärte, das wiirds Himmler gewandt “a”e>: Hitler dirigiert. Dieser läuterte die Dokumente Deutschland in den Augen mit der Bitte, die Judende- Gruppe gehörte vor allen und wies darauf bin, dass seiner Verbündeten herabportationen einzustellen. , ujngen <jer Chef der Ge- Hitler wütend wurde als er setzen. Nach diesen Ausein- Daraufmn habe Himm er heimpolizei Ernst Kaltendavon erfuhr, das Himmandersetzungen habe Hitier an Eichmann telegrap ler brunner und Eichmann an; 1er, Eichmann und andere das Vertrauen zu Himmler und ihni befohlen dass er dje an(jere Gruppe dagegen SS . Leute Verhandlungen verloren. sofort dem Todesmarsen war Himmler, zu der Beüber die Befreiung von Ju-, Eichmann dagegen habe ein Ende setze. Trotz diecher und andere gehörten, den im Austausch gegen | ses Telegramms von Himm. Diese Gruppe entschloss Ware und Geld führten.! ler habe Eichmann sein sjcfj für ejn€ einrenkende! .___! Vorhaben fortgesetzt. | Politik im Angesicht einer’ «•«•••••••••••»••••• Da Eichmann dem Be-, unvermeidlichen deutschen fehl Himmlers nicht nach-! Niederlage und wollte eine i gekommen sei. ist er von ,,menschlichere” Linie ein. I dem obersten Chef der Ge. schlagen, in der Hoffnung,! stapo und sämtlicher Poli-, dass sie Verhandlungen mit! zeitruppen, Heinrich Himmden Alliierten aufnehmen1 ler. in dessen Ilauptquar. könne. Die Gruppe Hitler f tier beordert worden, wie war demgegenüber ent-! Becher damals aussagte, schlossen, die Ausrottung. Himmler habe den Eich der Juden fortzusetzen, mann angesehrieen. dass' er die Ermordung der J-uden fortsetze. Na^n dieser Zurechtweisung habe Eich, mann versprochen, den Befehlen seines Vorgesetzte» nachzukommen. Es wurde ferner eine beeidigte Erklärung eines der höchsten Komandanten der Geheimpolizei, des Generals Dr. jur. Walter Sehelle». berg verlesen. Scheiienberg hat in Nürnberg ansgesagt, innerhalb der SS habe es zwei Strömungen gegeben. Eichmann dagegen (Fortsetzung von Seite 3) ISRAEL -BRIEFMARKEN s AN WIEDER VEHR AEUFER — ALLE NEDAN3CA 2 BEN 2DM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatelica oficial 2 del Estado de Israel, VIAMONTE SS«. I/B — Bmmi Air«, Rap Ar««»uM _ Hak«nkrt<u-Plakat« brofclagnaJiiftt MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER- EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEN0” BEHO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Eclie Monroe) T. E. si - ms r München. — Plakate mit Hakenkreuzen beschlagnahmte die Kriminalpolizei kürzlich in München. Sie1 stammten vom Ring politischer . Studenten, der damit für seine Ausstellung .,11». gesühnte Nazijustiz” werben wollte. Einzelne Plakate zitierten ein Urteil eines NS-Sondergerichts und zeigten ein Ha. kenkreuz. Die Polizei zog. sie wegen „Führung nationalsozialistischer Hoheitszeichen” ei». Die Studenten zeigen in München etwa 400 fotokopierte Akte» über die angebliche nazisiisehe Vergangenheit neek amtierender deutscher J» riste* und RicMer, XAWZ) ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente | Sprechstunden: Dienstag:, Mittwoch u. Freitag r. 18 Uhr | i Í i i i 0 0 •k 0 0 Dr. Gunter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEITt 16—19 Ul*r mrnrnrn _ - FUEVRAE&OR 2190 wq. Av. LAS ÑERAS — T. E. SS-26IS f t t 0 0 0 o I 0 I I I t 0